Oskar Maria Graf Das Leben meiner Mutter

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Inhaltsangabe zu „Das Leben meiner Mutter“ von Oskar Maria Graf

Starnberger See, 1857. Oskar Maria Grafs erfolgreichster Roman in einer eleganten Sonderausgabe. Geboren 1857, gestorben 1934. Ludwig II., Bismarck, Hitler, der Krieg 1870/71 und der 1. Weltkrieg, die industrielle Revolution und die Weimarer Republik - Resl Heimrath verbrachte ihr Leben in einer Zeit voller Umbrüche. Von Kindheit an war ihr Alltag harte Arbeit und Mühe. Das änderte sich nicht, als sie den Bauernhof ihrer Familie verließ und den Bäckermeister Max Graf heiratete. Sie bekam elf Kinder, von denen acht erwachsen wurden, und blieb trotz aller Ängste, die sie in Kriegs- und Gefahrenzeiten ausstand, der ruhende Pol des  Bäckerhauses am Starnberger See. Oskar Maria Graf hat mit diesem Porträt seiner Mutter nicht nur eine Chronik dörflichen Lebens in Oberbayern geschaffen, sondern auch einen sozial- und zeitkritischen Roman von großer poetischer Kraft.

Für mich gehört diese bayerische Biografie, die sich wie ein Heimatroman liest, zu den großen Werken der deutschen Literatur.

— Barbara62
Barbara62

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    Das Leben meiner Mutter
    Barbara62

    Barbara62

    20. June 2016 um 12:01

    Als "wahres Monument der Pietät und Liebe" bezeichnete Thomas Mann dieses Buch, das Oskar Maria Graf sein wichtigstes nannte. Was dem Titel nach aber wie eine bloße Biografie der Mutter wirkt, ist viel mehr als das: Es ist eine Familienbiografie, Autobiografie, eine Beschreibung dörflichen Lebens in Oberbayern ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Rückblicken bis ins 17. Jahrhundert und eine Chronik der politischen Ereignisse bis 1934. Oskar Maria Graf wurde 1894 in Berg am Starnberger See als neuntes Kind seiner Familie geboren, seine Mutter Theres Heimrath 1857 in Aufhausen. Sie hatte kaum Schulbildung, arbeitete Zeit ihres Lebens extrem hart und war sehr fromm und demütig. Den Mut ihres Mannes, der ein rastloser Geschäftsmann war und gegen den Willen der Familie und der Dörfler eine Bäckerei eröffnete, Hoflieferant wurde und es zu bescheidenem Wohlstand brachte, teilte sie zu dessen Ärger nie. Sie brachte 11 Kinder zur Welt, konnte aber nicht dazu beitragen, den immerwährenden Streit in der Familie einzudämmen. Während sich der erste Teil, "Menschen der Heimat", schwerpunktmäßig um die Mutter dreht, spielt im zweiten Teil, "Mutter und Sohn", das Leben des Autors eine ebenso wichtige Rolle. Oskar Maria Graf erlernte selbstverständlich das Bäckerhandwerk, ging jedoch früh von zu Hause fort, schloss sich 1911 der Münchner Bohème und anarchistischen Kreisen an, nahm 1916 an der Revolution in München teil und wanderte 1934 mit seiner jüdischen Frau aus. Für mich gehört diese bayerische Biografie, die sich wie ein Heimatroman liest und die ich immer wieder mit Begeisterung zur Hand nehme, zu den großen Werken der deutschen Literatur. Sie verbindet grandios die Lebensgeschichte einer sehr einfachen, bäuerlichen Frau mit der Kultur- und Sozialgeschichte des Landes. Die tiefe Verehrung für seine Mutter ist jeder Zeile anzumerken, doch ist sich Oskar Maria Graf durchaus der Problematik des unterwürfigen, unemanzipierten und rückständigen Charakters bewusst und er vermeidet jede Art der Glorifizierung.

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