Oskar Negt Gesellschaftsentwurf Europa

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Inhaltsangabe zu „Gesellschaftsentwurf Europa“ von Oskar Negt

Dieses Buch tritt all denen entgegen, die den Europadiskurs auf ein finanzpolitisches Problem reduzieren wollen. Oskar Negt gibt sich nicht mit dem Blick auf Währungskurse, auf die Urteile von Rating-Agenturen zufrieden. Er blickt auf Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen in Europa. Was er da allerdings sieht, ist weit beunruhigender als Börsenentwicklungen es je sein könnten. Er sieht eine Kluft zwischen Reichen und Armen, zwischen politisch Mächtigen und politisch Ruhiggestellten. Er sieht Menschen, die durch Arbeitsmarktentwicklungen zur Flexibilität gezwungen und damit aus allen Bindungen gerissen werden, die vereinzelt leben, von allen solidarischen, auch familiären Zusammenhängen abgekoppelt. Und er sieht eine Bildungspolitik, die sich nur noch um die Qualifikation für den Arbeitsmarkt kümmert, nicht jedoch um politische Urteilskraft. Die aber ist die Voraussetzung für eine demokratisch verfasste Gesellschaft. Kinderarmut, Bildungsnotstand, Entdemokratisierung – über all dies ist bereits geschrieben und gesprochen worden. Wie Oskar Negt diese einzelnen politischen Handlungsfelder jedoch auf europäischer Ebene zusammendenkt, das macht neues Verständnis möglich, darin liegt selbst eine Lernprovokation. Und um Lernprovokationen, um das Lernen schlechthin geht es Oskar Negt immer. Auch deshalb ruft er die jahrhundertealten emanzipatorischen und demokratischen Traditionen Europas wieder in Erinnerung. Er richtet sich mit seiner Schrift an Politiker ebenso wie an die arbeitslose, alleinerziehende Mutter und die Protestierer in Gorleben und Stuttgart. Für jeden Einzelnen verständlich, macht er deutlich, worum es in Europa geht: um den Erhalt eines friedensfähigen und solidarischen Gemeinwesens.

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  • Rezension zu "Gesellschaftsentwurf Europa" von Oskar Negt

    Gesellschaftsentwurf Europa
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    26. May 2012 um 13:08

    Eine Lücke will er füllen mit seinem neuen Text zu Europa, sagt der Philosoph Oskar Negt, eine Lücke, die ihm schon lange ein Ärgernis gewesen sei: „Wie schon die Wiedervereinigung der staatlichern Nachkriegsfragmente aus der ‚Portokasse’ bezahlt werden sollte, was sich schnell als fataler Irrtum herausstellte, so gerät jetzt ein viel größeres Vereinigungsprojekt in Verruf, weil im verengten Horizont der mit diesem epochalen Projekt Beschäftigten die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen in den einzelnen Ländern nicht vorkommen… die nationalen Eigentümlichkeiten und der kulturelle Eigensinn der einzelnen Länder haben harte Prägungen hinterlassen, die durch Geld und institutionelle Vereinbarungen nur schwer aufzubrechen sind.“ Ohne eine soziale Bewusstseinsbildung, so Negt, entstehe eben keine solidarische Ökonomie, eine Ökonomie, bei der es nicht nur um die Rettung von Banken geht, sondern die eine echte Ausgleichsbewegung zwischen Schwachen und Starken möglich macht. Dies müsse erreicht werden, ohne „in die Mottenkiste vorurteilsbeladener Abgrenzungen zurückzugreifen.“ Er beschreibt kollektive Lernprozesse, die nötig seien und die die Alltagserfahrungen der Menschen einbeziehen. All das, das kann man an den Protesten in Griechenland und Spanien aktuell beobachten, ist bisher überhaupt nicht geschehen. Sein kleines Buch ist eine Streitschrift, die weit ausholt in die Geschichte zurück bis zum Westfälischen Frieden, um deutlich zu machen, welchen hohen, auch friedenspolitischen, Stellenwert der „Gesellschaftsentwurf Europa“ hat. Er will nichts anderes, als anzuregen, sich mit der in den vorherrschenden Europadiskursen häufig unterschlagenen Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Insofern ist dieses Buch ein wichtiges und nötiges politisch-philosophisches Korrektiv auch zu Thilo Sarrazins neuem Buch, der ja hautsächlich ökonomisch argumentiert. Kann man diese beiden Ansätze zusammenbringen, oder schließen sie sich aus?

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