Oskar Roehler

 3,5 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Herkunft, Herkunft und weiteren Büchern.
Autorenbild von Oskar Roehler (© Franz Richter)

Lebenslauf von Oskar Roehler

Oskar Roehler wurde am 21. Januar 1959 in Starnberg geboren. Der deutsche Filmregisseur, Journalist und Autor ist der Sohn der Schriftstellerin Gisela Elsner und des Schriftstellers Klaus Roehler. Er wuchs ab dem vierten Lebensjahr bei seinen Großeltern und dann wieder bei seinem Vater in Darmstadt auf, wo er auch sein Abitur absolvierte. Heute lebt Roehler in Berlin und ist seit Beginn der 1980er-Jahre als Autor tätig. Zu seinen Werken zählen unter anderem Drehbücher für Niklaus Schilling, Christoph Schlingensief und Mark Schlichter. Seit Mitte der 1990er-Jahre machte sich Roehler vor allem als Spielfilmregisseur einen Namen. Sein bislang erfolgreichster Film war Die Unberührbare mit Hannelore Elsner in der Hauptrolle, in dem Roehler die letzten Jahre im Leben seiner Mutter beschreibt. Der Film wurde mit zahlreichen Preisen, unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet. Nach 2003 und 2006 erhielt Roehler 2010 für Jud Süß – Film ohne Gewissen seine dritte Einladung in den Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Berlin. Der Film dramatisiert die Entstehung des antisemitischen Propagandafilms Jud Süß (1940) mit Tobias Moretti als Titelheld Ferdinand Marian, Justus von Dohnányi als Regisseur Veit Harlan und Moritz Bleibtreu als Joseph Goebbels. Unter dem Titel Herkunft veröffentlichte er 2011 einen autobiografisch geprägten Roman.

Alle Bücher von Oskar Roehler

Cover des Buches Herkunft (ISBN: 9783548285108)

Herkunft

 (12)
Erschienen am 14.01.2013
Cover des Buches Der Mangel (ISBN: 9783550200380)

Der Mangel

 (2)
Erschienen am 28.02.2020
Cover des Buches Herkunft (ISBN: 9783548061672)

Herkunft

 (2)
Erschienen am 24.02.2022
Cover des Buches Der Mangel (ISBN: 9783548064635)

Der Mangel

 (1)
Erschienen am 29.03.2021
Cover des Buches Selbstverfickung (ISBN: 9783548291673)

Selbstverfickung

 (2)
Erschienen am 25.01.2019
Cover des Buches Mein Leben als Affenarsch (ISBN: 9783548288185)

Mein Leben als Affenarsch

 (1)
Erschienen am 15.07.2016
Cover des Buches Jud Süß, Film ohne Gewissen, 1 Blu-ray (ISBN: 4010324037855)

Jud Süß, Film ohne Gewissen, 1 Blu-ray

 (0)
Erschienen am 12.04.2011

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Oskar Roehler

Cover des Buches Herkunft (ISBN: 9783548061672)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Herkunft" von Oskar Roehler

Drei Generationen einer Familie aus Deutschland
Bellis-Perennisvor 10 Monaten

Die Ereignisse dieses autobiografischen Romans erstrecken sich von der Heimkehr des Erich Freytag aus der russischen Kriegsgefangenschaft bis hin zur Gegenwart. 

In drei Erzählsträngen, die jeweils eine Generation umfassen, erzählt Autor Oskar Roehler die Geschichte der Familie Freytag, die gleichsam die Geschichte Deutschlands nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs symbolisieren soll.  

Der Handlungsstrang des Kriegsheimkehrers mit seiner Sprachlosigkeit und seinem Unvermögen auch nur einen Hauch Empathie für seine Frau, die sich in Marie, Erichs Schwester verliebt hat, ist bezeichnend für die Traumata der Kriegsgeneration. Erst als Erich seine Gartenzwerge-Fabrik aufbaut, scheint er ein wenig aus sich herauszugehen. Mit Sohn Rolf hat er ein, für die damalige Zeit, halbwegs normales Verhältnis. Allerdings ist er mit seiner Berufswahl, Rolf will Schriftsteller werden, nicht einverstanden. Auch Nora, die aus einer wohlhabenden Familie stammt, für die sie sich schämt, findet nicht die ungeteilte Zustimmung Erichs.  

Die nächste Generation Nora und Rolf ist zwar ein Symbol für die Aufbruchsstimmung und den Wiederaufbau, aber auch gleichzeitig ein Symbol für Verdrängung. Der Selbstmord von Rolf und Nora, die am Leben scheitern, scheint hier vorprogrammiert. Übrig bleibt Sohn Robert, der bei den Großeltern aufwächst, und mit sich selbst und seiner Umwelt im Clinch liegt. 

Meine Meinung: 

Ich kannte den Autor Oskar Roehler bislang nicht und bin mit großer Neugier an diesen Roman herangegangen. Leider hat mich das Buch nicht wirklich gepackt. Manches ist chronologisch geordnet erzählt, manches nicht. Manches ist schlüssig dargestellt, manches nicht. Oftmals werde ich auf eine spätere Stelle im Text vertröstet. 

Es scheint, als wäre dies eine ganz normale Geschichte einer ganz normalen Familie aus dem Deutschland der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Einige Szenen klingen sehr vertraut, andere, für mich als Österreicherin, ein wenig skurril oder zumindest ungewöhnlich.  

Der Schreibstil des Autors ist schnörkel- und schonungslos.  

Fazit: 

Ein biografischer Roman, dessen Verfasser man vielleicht näher kennenlernen muss. 3 Sterne.

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Cover des Buches Herkunft (ISBN: 9783548061672)
Dominikuss avatar

Rezension zu "Herkunft" von Oskar Roehler

Gestörte Familie
Dominikusvor 10 Monaten





Der Roman „Herkunft“ von dem Schriftsteller Oskar Roehler fängt ganz gut an mit autobiografischen Zügen.

Er geht über drei Generationen.


Erich Freitag kommt aus der Gefangenschaft nach Hause. Die Ankunft ist zwar etwas eigenartig, aber der Teil gefiel mir am Besten.


Später erzählt der Enkel Robert sein Aufwachsen. Robert wächst erst bei den Großeltern auf. Mit sechs Jahren nimmt ihn sein Vater mit nach Berlin. Da wächst er ziemlich allein auf. 

Sein Schicksal ist mir etwas überfrachtet. Er wächst in der Zeit auf, als die RAF tätig war und der Rauschgiftkonsum nimmt rapide zu. 


Der Schreibstil des Aurors ist ungeschönt und schonungslos


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Cover des Buches Der Mangel (ISBN: 9783548064635)
tindernesss avatar

Rezension zu "Der Mangel" von Oskar Roehler

Aus Mangel an Allem
tindernessvor einem Jahr

Ein neues Buch hat er geschrieben, der mittlerweile  63 jährige Filmregisseur, Journalist und Autor Oskar Röhler, das wieder die Kindheit der in den Fünfzigerjahren Geborenen zum Thema hat. Nicht ohne Logik heisst dieses Buch "Der Mangel" (2020 bei Ullstein erschienen), denn es führt uns in die Zeit knapp vor dem unerwarteten Ausbruch des Wirtschaftswunders in Deutschland (und etwas später auch in Österreich). Der Mangel der Nachkriegszeit war noch überall greifbar und erfahrbar. Und tatsächlich führt das Buch den Mangel in vielerlei Hinsicht aus: Als Mangel am Vater, der als Handelsvertreter nur an den Wochenenden nach Hause kommt und dann von den zwiespältigen Bedürfnissen der Mutter fast völlig in Beschlag genommen wird; als Mangel an Anerkennung durch die Bewohner des Dorfes, an dessen Rand man sich unter Entbehrungen eine neue Heimat aufzubauen versucht; als Mangel an Kleidung für den Buben, der sich in unbequemen und harten Schuhen quälen muss, bis sie ihm buchstäblich von den Füssen fallen; als chronischem Mangel an Geld, inmitten des beginnenden Wohlstandes des deutschen Wirtschaftswunders; als Mangel an Anerkennung durch die Mehrheitsgesellschaft, die den zugewanderten Sudetendeutschen mit Argwohn und Abschätzigkeit begegnet; als Mangel an balanzierter Erziehung und Bildung in einem System, in dem die Zucht des Zöglings im Vordergrund steht und nicht die Bildung der jungen Menschen; als Mangel an Demokratie in einem Land, das von postfaschistischen und autoritären Zuständen und den alten Nazis geprägt war.

Autoritär, gewalttätig und egoistisch waren sie fast Alle in dieser Zeit: die frustrierte und einsame Mutter, die im Haushalt verblüht und verkommt und zu bösartigen Gefühlsstrategien greift; der vom finanziellen Ruin bedrohte Vater, der am Liebsten alleine vor sich hin in die Ferne und Vergangenheit starrt; die Lehrerin, eine Megäre von Weib, die keinen Widerspruch duldet und mit ihrer sadistischen Körperlichkeit ekelerregend die Kinder dominiert; und schliesslich ein kulturbesessener Anthroposoph,  der die ihm anvertrauten Kinder mit intellektuellen Zumutungen überfordert, die sie ihr Leben lang nicht mehr loslassen werden und letztendlich ihre Einsamkeit besiegelt. Und so wie die Jugend des ungeschützten und auf sich selbst gestellten Buben ist auch die Sprache des Buches: wild, grausam, wüst distanzierend, kompromisslos und unversöhnlich. Ein grosser und grausamer Wurf  einer Jugend ohne Gott ist dem Oskar Röhler gelungen.

Dennoch gibt es auch auch Kritik am Buch, das mich beim Lesen ebenso überfällt wie die Erinnerung an meine eigene Jugend. Zu glatt erscheint mir die vom Autor aufgemachte Differenz zwischen dem Künstlerdasein und den fettgewordenen Anderen. Zu pathetisch und romantisch verbrämt das Werden eines Künstlers, der sich wie Phönix aus der Asche hebt und doch am Künstlerdasein zugrunde geht. Als wären die intellektuellen Errungenschaften nicht auch zaghafte, von leisem Hoffen Wut Bemühungen gewesen, als hätte es nicht auch wohlwollende Hilfe gegeben. Hier aber erscheinen sie aufgeblasen zu radikaler, im Kern aber bildungsbürgerlicher Attitude: der Dichter als leidendes Genie, das noch dazu seine Leidensgenossen in Geiselhaft nimmt. Wie gesagt: Es ist kein Buch der leisen Worte, auch keines der Nuancen. Es ist ein Buch, das lärmend nach Gerechtigkeit schreit und dabei manchmal auch selbstgerecht das Kind mit dem Bade ausschüttet. Wut ist niemals weise, aber oft der einzige weg zum Überleben!

Kommentare: 1
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Oskar Roehler wurde am 20. Januar 1959 in Starnberg (Deutschland) geboren.

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