Oss Kröher Das Morgenland ist weit

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 0 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Morgenland ist weit“ von Oss Kröher

"Es ist schön, den ewigen Zwilling mal in anderer Konstellation zu sehn. Vielleicht hat es ja auch den tieferen Humor eines echten Schelmen-Romans und ist eine abgeschmackte Aufschneiderei mit tollkühnen Heldentaten, die zum Glück keiner mehr nach prüfen kann. Wie zwei Kinder aus dem tausendjährigen Reich, das sich die ganze Menschheit zum Todfeind gemacht hatte, nun friedlich und mit einem womöglich ausgemusterten Kriegskrad in die Menschheit kommen, mit einem Lied statt mit Gebrüll, mit einem Flammenwerfer - das kann wirklich interessant genug sein ..." Wolf Biermann in einem Brief an Oss Kröher
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Das Morgenland ist weit" von Oskar (Oss) Kröher

    Das Morgenland ist weit
    sabatayn76

    sabatayn76

    17. September 2012 um 20:32

    Eine Reise in den Zeiten des zerstörten Europas und des (nahezu) unversehrten Orients Inhalt: Im Jahre 1951 machen sich Gustav Pfirrmann und Oss Kröher mit einem vorsintflutlichen Motorrad auf die Reise nach Indien. Sie durchqueren dabei Italien, Griechenland, die Türkei, Syrien, den Irak, den Iran, Afghanistan und Pakistan, sind fast 1 ½ Jahre unterwegs und erleben dabei eine Welt, die sich in den letzten 60 Jahren extrem verändert hat. Mein Eindruck: Die Lektüre von 'Das Morgenland ist weit' war für mich wie eine Zeitreise in Gegenden, die heute durch (Bürger-)Kriege, Diktaturen, Extremismus und Islamismus völlig zerstört oder zumindest sehr verändert sind. Zur Zeit der Motorradreise musste sich Europa erst wieder vom Zweiten Weltkrieg erholen, die Länder des Nahen und Mittleren Ostens waren unversehrt, Städte wie Damaskus und Bagdad muteten wie ein Traum aus 1001 Nacht an, der Hindukusch konnte gefahrlos überquert werden. Mir haben die Schilderungen der Städte und Regionen sehr gut gefallen, der Autor vermochte es, die Atmosphäre der Suqs, die Weite der Wüsten und Gebirge, die Stimmung der 1950er Jahre perfekt einzufangen. Was mich beim Lesen etwas gestört hat, war das Gefühl, dass der Autor permanent zeigen muss, was er weiß, und dass er sich oft in Details verloren hat und abgeschweift ist. Zudem sind die Schilderungen Kröhers nicht immer korrekt, bisweilen ungenau, die Übersetzungen aus dem Arabischen manchmal falsch. Oft habe ich mich auch gefragt, wie sehr die Beschreibungen von neueren Ereignissen gefärbt wurden, denn Kröher schrieb sein Buch erst 45 Jahre nach der Reise, und Erinnerungen verblassen, nachfolgende Geschehnisse verändern Überzeugungen und Beobachtungen. So bleibt die Ungewissheit, was tatsächlich Realität, was richtig wiedergegeben wurde. Mein Resümee: Trotz kleinerer Abstriche handelt es sich bei 'Das Morgenland ist weit' um eine spannende Lektüre, die dem Leser eine längst vergangene Zeit nahe bringt.

    Mehr