Levetts Erzählung wird als frühe Zeitreise-Geschichte meist zur Science Fiction gezählt. Zu Unrecht. Zeitreisen in die Vergangenheit sind ja eher historische Romane. Historische Romane wiederum sind häufig Kommentare zur Gegenwart. Unter der Decke der Fantastik versteckt sich hier eine historisch-philosophische Kritik der Welt.
Der Traum vom Reisen durch Raum und Zeit ist hier kein Segen sondern ein Fluch, und zwar der Fluch Jesu, der den ewigen Juden trifft: "Ich werde ruhen, doch du wirst gehen."
Die Deutschen des Jahres 1632 rufen: "Was werden sie noch aus dem armen Teutschland machen? Ein Trümmerfeld, auf dem Mordbrenner hausen. - Ja, ich hab's schon damals nicht verstanden, und ich versteh's auch heute nicht, daß sie sich um des Glaubens willen spießen und arquebusieren."
Als einige Ansbacher Juden vom Magistrat als Hostienschänder zum Tode verurteilt werden fühlt sich der Mann aus dem 20. Jahrhundert "wie ein Weißer unter Kannibalen, der zusieht, wie sie ihre Menschenopfer vor der Schlachtung wild umtanzen."
Verirrt in den Zeiten war der Autor sicherlich selbst als er das Buch 1932 in Wien veröffentlichte, kurz vor dem Anschluss. Zehn Jahre später wurde er deportiert und ermordet. Die Geschichte führt 300 Jahre zurück in den dreissigjährigen Krieg (1618-1648). Ahnte der Autor dass er selbst in einem dreissigjährigen Krieg zweier Weltkriege (1914-1945) lebt?


