Oswalt von Nostitz

 4 Sterne bei 1 Bewertungen

Alle Bücher von Oswalt von Nostitz

Cover des Buches Der Baron auf den Bäumen (ISBN: 9783596521722)

Der Baron auf den Bäumen

 (40)
Erschienen am 26.09.2018
Cover des Buches Der geteilte Visconte (ISBN: 9783596905072)

Der geteilte Visconte

 (24)
Erschienen am 13.12.2012
Cover des Buches Der Ritter, den es nicht gab (ISBN: 9783596905287)

Der Ritter, den es nicht gab

 (19)
Erschienen am 25.04.2013
Cover des Buches Man sieht nur mit dem Herzen gut (ISBN: 9783451060502)

Man sieht nur mit dem Herzen gut

 (14)
Erschienen am 06.05.2009
Cover des Buches Paulus (ISBN: 9783499500237)

Paulus

 (2)
Erschienen am 01.01.1959
Cover des Buches Etruskische Stätten (ISBN: 9783257213133)

Etruskische Stätten

 (1)
Erschienen am 25.09.2007
Cover des Buches Man sieht nur mit dem Herzen gut (ISBN: 9783451081514)

Man sieht nur mit dem Herzen gut

 (0)
Erschienen am 01.11.1991

Neue Rezensionen zu Oswalt von Nostitz

Cover des Buches Der Ritter, den es nicht gab (ISBN: 9783596905287)A

Rezension zu "Der Ritter, den es nicht gab" von Italo Calvino

Eine schimmernde leere weiße Rüstung
Argentumverdevor 5 Monaten

Agilulf ist ein Ritter im fränkischen Heer Karls des Großen Er besitzt alle Eigenschaften des perfekten Ritters: Treue, Edelmut und Pflichtbewusstsein, aber er ist körperlos. Er bewohnt und bewegt eine schimmernde weiße Rüstung, in der er sich allein durch die Kraft seines Willens manifestieren kann. Ihm zugeteilt ist der Knappe Gurdulù, der geistig zurückgeblieben ist. Agilulf größter Bewunderer, der junge Ritter Rambald, ist gleichzeitig auch sein Rivale, denn er liebt die Amazone Bradamante, die sich aber nach Agilulf sehnt. Agilulf selbst gerät unter Verdacht, zu Unrecht zum Ritter geschlagen worden zu sein, da die Jungfrau Sofronia, deren Unbeflecktheit er einst vor marodierenden Halunken verteidigte, zu jenem Zeitpunkt nicht mehr ganz so unbefleckt gewesen sein konnte: ihr Sohn Torrismund, Ziehsohn des Herzogs von Cornwall, der zum fraglichen Zeitpunkt schon ein kleiner Junge gewesen sein muss, taucht im Heerlager auf. Um seine Ehre zu retten, macht sich Agilulf nun mit Gurdulù auf die Suche nach Sofronia, die sich in ein Koster in England zurückgezogen haben soll.

Italo Calvino liefert auf weniger als 150 Seiten wilde Abenteuer, Intrigen, große Gefühle aller Art, Philosophisches im Mantel einer augenzwinkernden Rittersatire.  Das 1959 erstmalig erschienene Buch bildet den Abschluss der Trilogie "Unsere Ahnen". In unnachahmlichem Erzählstil verbindet der Autor alle klassischen Elemente des traditionellen Ritterromans mit Witz und philosophischen Gleichnissen zur Existenzfrage des Menschen. Die Ritter vom Heiligen Gral werden als mittelalterliche Schurken entlarvt und Karl der Große, als entscheidungsunfreudiger, konfliktscheuer Monarch, der sich hinter dem Titel des absoluten Machtinhabers versteckt. Alle Werte Agilulfs verschwinden in seiner leeren Rüstung, denn er ist ein Ritter, den es so nie gab oder hätte geben können. Und auch die Sinnlosigkeit des Krieges bringt Calvino treffend in einem Sat auf den Punkt: "Sowohl wir als auch die Gegner haben inzwischen vergessen, weshalb wir eigentlich kämpfen". Damit ist das Werk des Autors zeitloser und aktueller denn je, werden doch mit der politischen Führungsschwäche, den Werten, die gar nicht vorhanden sind, aber stolz als Banner vorneweg getragen werden und der Frage nach dem Sinn eines Krieges Themen angesprochen, die uns aktuell nicht minder beschäftigen.

Mein Fazit: Ein kurzer und kurzweiliger Roman, der  authentisch, sprachlich gewandt und nicht ganz ernst den Leser gut unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt.

Kommentare: 11
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Cover des Buches Der geteilte Visconte (ISBN: 9783423106641)A

Rezension zu "Der geteilte Visconte" von Italo Calvino

Ein kunstvoller Roman über die gespaltete Natur des Menschen
Antigone8vor 4 Jahren

Italo Calvino legt dem Leser hier ein Werk vor, welches die menschlichen Unzulänglichkeiten und Schwächen an die Oberfläche befördert und gleichzeitig menschliches Verhalten hinterfragt.


Erzählt wird die Geschichte des Visconte Medardo di Terralba, der im Krieg von einer Kanonenkugel getroffen und dabei in zwei Teile getrennt wird. Die eine Seite des Visconte vereint dabei alle negativen Eigenschaften, die andere Hälfte alle Tugenden des Adligen. Der Leser wird von dem Neffen des Visconte durch den Roman geführt, also einem kindlichen Erzähler.

Die Erzählung wirkt über weite Teile wie eine surreale, märchenhafte Parodie und gleichzeitig nimmt sie die Position ernsthafter Realität ein. Es fächern sich nach und nach immer mehr Facetten dieses Romans auf und der Leser wird in ein doppeldeutiges, intelligentes und doch witziges Verwirrspiel hineingezogen. Dabei bedient sich der Autor einer eher einfachen Sprache, was den Erzähler glaubhaft erscheinen lässt. 

Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Zwiespalt, in dem sich viele menschliche Handlungen abspielen. Die zwei Herzen, die sprichwörtlich in einer Brust schlagen, kommen hier im wahrsten Sinne des Wortes auf das Tableau. Eine ungewöhnliche aber auf jeden Fall lesenswerte Lektüre.

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Cover des Buches Der Ritter, den es nicht gab (ISBN: 9783596905287)

Rezension zu "Der Ritter, den es nicht gab" von Italo Calvino

Italo Calvino | DER RITTER, DEN ES NICHT GAB
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

*** Diese Rezension bezieht sich in den Punkten FORM und FAZIT auf die Romantrilogie UNSERE VORFAHREN, bestehend aus DER GETEILTE VISCONTE, DER BARON AUF DEN BÄUMEN und DER RITTER DEN ES NICHT GAB ***

INHALT: Nur einen der Ritter in der Parade scheint die Hitze nicht zu stören: Agilulf (Emo Bertrandino derer von Guildiverne und der anderen von Korbentratz und Sura, Ritter von Selimpa Citerior und Fez – so sein ganzer Titel). Die Haltung: mustergültig; die Rüstung: blitzeblank; seine bloße Anwesenheit: respekteinflößend; das Gesamtpaket: Ta. Del. Los. Agilulf ist das Idealbild eines Soldaten und glänzender Stern im Heere des Kaisers. Er ist immer korrekt und treu, ein Meister in Strategie und Kampf, völlig humorlos und stets siegreich. Und wer meint, einen solchen kann es gar nicht geben … hat Recht: Es gibt ihn nicht, die Rüstung ist leer. Es ist das abstrakte Ideal, das die Rüstung führt.

Doch Agilulf – von den Damen verehrt, von den Herren bewundert – hat auch Feinde in den eigenen Reihen. Diesen jungen Engländer Torrismund zum Beispiel, der doch tatsächlich die Frechheit besitzt, seine Ritterehren anzuzweifeln. Das kann Agilulf nicht auf sich sitzen lassen, er, der Inbegriff von Disziplin und Tapferkeit, und begibt sich auf eine lange Reise durch die bis dahin bekannte Welt, auf der Suche nach sich selbst und seiner Herkunft.

FORM: Calvinos Stil ist poetisch und ahmt gekonnt den klassischen Tonfall alter Märchen nach, wobei ich anmerken muss, dass nur der VISCONTE und der RITTER als Märchen durchgehen. Der BARON hält sich sprachlich eher an Abenteuerromane wie ROBINSON CRUSOE oder DIE SCHATZINSEL, was aber auch besser zur Geschichte passt. Besonders beim RITTER kommt eine gute Prise Humor dazu, die herrlich ironisch gegen die Steifheit des Militärs gerichtet ist.

Alle Romane haben je einen Ich-Erzähler, der als Person früher oder später auch einen Auftritt hat, was das Gefühl verstärkt, einer historisch belegten Geschichte beizuwohnen. Diese Erzähler sind aber somit nicht allwissend und man muss sich als Leser immer fragen, inwieweit man ihr trauen kann und wie die Sympathien verteilt sind.

FAZIT: Calvinos wohl berühmtester Roman WENN EIN REISENDER IN EINER WINTERNACHT hat mich vor Jahren (auf positive Weise) halb um den Verstand gebracht. Ich war nach diesem labyrinthischen Verwirrspiel, das alle Genres durcheinandermixt, wie von den Socken. Seit dieser Leseerfahrung lobe und empfehle ich Calvino, wo es nur geht, ohne – ich gestehe – je ein weiteres seiner Bücher gelesen zu haben. Das wollte ich mit dieser Trilogie ändern … ich wurde nicht enttäuscht; es hat sich gelohnt. Dem ganzen Paket gebe ich fünf Sterne, mit besonderem Fingerzeig auf den RITTER, dessen Geschichte mir am besten gefallen hat.

Italo Calvinos Bücher sind literarische Spielwiesen voller Witz und Poesie. Es ist ein großes Glück, sein gesamtes Werk in der schönen Klassik-Reihe bei Fischer erhältlich zu wissen. Ich bleibe dran – da gibt es einige Schätze zu heben.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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