Ottessa Moshfegh

 3,7 Sterne bei 191 Bewertungen
Autorin von Mein Jahr der Ruhe und Entspannung, Lapvona und weiteren Büchern.
Autorenbild von Ottessa Moshfegh (© Krystal Griffiths / Quelle: Liebeskind)

Lebenslauf

Ottessa Moshfegh wurde im Mai 1981 geboren und wuchs in einer Musikerfamilie auf. Ihr Vater ist ein iranischer Violinist und ihre Mutter kroatische Bratschistin und beide lernten sich an einer Musikschule in Belgien kennen. Von 1998 bis 2000 studierte sie am Barnard College Englisch und Kreatives Schreiben und von 2009 bis 2011 absolvierte sie ein Masterstudium in Kreativem Schreiben an der Brown University. McGlue ist ihr Debütroman, der 2014 veröffentlicht wurde. Sie steht auf der Granta-Liste der zwanzig besten jungen Autoren aus den USA. Ihre Romane wurden mehrfach ausgezeichnet und "Eileen" stand sogar auf der Shortlist des Man Booker Prize. Moshfegh lebt in Los Angeles.

Alle Bücher von Ottessa Moshfegh

Cover des Buches Mein Jahr der Ruhe und Entspannung (ISBN: 9783442719457)

Mein Jahr der Ruhe und Entspannung

 (53)
Erschienen am 06.12.2020
Cover des Buches Lapvona (ISBN: 9783446275843)

Lapvona

 (32)
Erschienen am 22.01.2023
Cover des Buches Eileen (ISBN: 9783442719440)

Eileen

 (27)
Erschienen am 10.05.2020
Cover des Buches Der Tod in ihren Händen (ISBN: 9783442771387)

Der Tod in ihren Händen

 (23)
Erschienen am 10.05.2023
Cover des Buches Heimweh nach einer anderen Welt (ISBN: 9783442770892)

Heimweh nach einer anderen Welt

 (10)
Erschienen am 13.06.2022
Cover des Buches McGlue (ISBN: 9783954380671)

McGlue

 (6)
Erschienen am 22.08.2016
Cover des Buches Lapvona (ISBN: 9783442774135)

Lapvona

 (0)
Erscheint am 11.02.2025
Cover des Buches Der Tod in ihren Händen (ISBN: 9783844927160)

Der Tod in ihren Händen

 (3)
Erschienen am 25.01.2021

Neue Rezensionen zu Ottessa Moshfegh

Cover des Buches Lapvona (ISBN: 9783446275843)
D

Rezension zu "Lapvona" von Ottessa Moshfegh

Lapvona
dichterin99vor 7 Monaten

Schlägt man die erste Seite auf, wird man ohne Umschweife nach „Lapvona“ geschmissen, eine fiktive Welt, voll von Korruption und Grausamkeiten, in der niemand das bekommt, was er verdient. Der Schreibstil ist eher simpel gehalten, kurze und prägnante Sätze, passt aber durchaus zur Stimmung des Gesamtwerks. Obwohl die Autorin detailliert beschreibt, fällt es doch schwer, sich in die Charaktere hineinzuverstzen. Allerlei Grausamkeiten, sei es Vergewaltigung oder Kannibalismus, wird nüchtern und beiläufig beschrieben, was - meiner Meinung nach - in diesem Werk auch passend ist, weil es die Nüchternheit und Abgeklärtheit der Charaktere unterstreicht. Die Charaktere sind interessant und wir erfahren viel über ihre Gedankenwelt und Beweggründe - die zwar meist nicht nachvollziehbar sind, aber durchaus authentisch wirken, wenn man die Beziehungen zwischen den Figuren und deren bizarren Ansichten zum Glaube betrachtet. Die Geschichte hat keinen wirklichen Spannunhsbogen, verfolgt kein Ziel, und es passieren ständig Katastrophen, die scheinbar völlig willkürlich über die Charaktere herrinbrechen. Hier muss ich aber wieder sagen, dass dies keineswegs dazu führt, dass man das Buch aus der Hand legen möchte. Ganz im Gegenteil, die völlig willkürlichen Geschehnisse tragen immens dazu bei, dass man wissen möchte, wie es weitergeht. Die Grenze zum Übernatürlichen wird nur angeschabt, aber nicht wirklich übertreten, was mir persönlich gut gefallen hat. Die volle Bandbreite menschlicher Grausamkeit wird auf dem Servierteller präsentiert, und passend zu der allgemein grotesken Verhaltensweise der jeweiligen Charaktere eher wie etwas Nebensächliches behandelt. Die These, dass die Autorin mit diesel Werk „nur schocken wolle“, unterstütze ich nicht. Für mich war dieses Buch nicht schockierend, aber auch keine Offenbarung (Achtung, nur meine Ansicht, Inhalt kann auf zartbesaitete Leser durchaus verstörend wirken). Der Leser weiß oft schnell Bescheid, welche „Plottwists“ sich für die Charaktere im Laufe der Geschichte noch ergeben, aber mir persönlich hat das gut gefallen. Es kam kein Gefühl von „Was wird XY wohl tun, wenn er erfährt, dass XY dies und das getan hat?“ auf, da die meisten Charaktere so nüchtern und emotionslos wirkten, dass klar war, dass sie neue Erkentnisse nicht aus der Bahn werden würden - wie ich bereits sagte, keine Spannungskurve, aber ich glaube, das war auch nicht das Ziel der Autorin. Was hier geschaffen wurde, ist keine klassische Geschichte, die im Leser etwas auslösen soll, sondern eine Aneinanderreihung bizarrer und teils grausamer Ereignisse, stets so beschrieben, als sei in China ein Sack Reis umgefallen. Für mich war es ein Buch, dass ich gerne gelesen habe, einfach weil es die voyeuristische Natur des Menschen herauskitzelt, aber ich würde es nicht nochmal lesen. Ein paar Formulierungen haben mir sehr gut gefallen, und es war interessant die Meinungen und Gedanken von Charakteren zu erfahren, mit denen man sich so gar nicht identifizieren kann. Jeder Charakter ist auf seine eigene Art und Weise geschädigt, allesamt sind sie aber interessant und authentisch, wenn man das ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Fazit: Wie der Titel bereits sagt, keine allzu große Überraschung oder Offenbarung, aber duraus lesenswert! 

Cover des Buches Der Tod in ihren Händen (ISBN: 9783442771387)
katzenminzes avatar

Rezension zu "Der Tod in ihren Händen" von Ottessa Moshfegh

Gedankenkarussell
katzenminzevor 8 Monaten

Nach dem Tod ihres Mannes zieht Vesta in ein einsames Häuschen nahe des Örtchens Levant in Maine. Begleitet wir die 72-Jährige dabei nur von ihrem Hund Charlie, mit dem sie ausgiebig durch die weiten Birkenwälder streift. Auf einem dieser Spaziergänge findet sie einen Zettel mit einer mysteriösen Botschaft: „Sie hieß Magda. Niemand wird je erfahren, wer sie ermordet hat. Ich war es nicht. Hier ist ihre Leiche.“ (Seite 7) Dieser kleine Zettel bringt Vestas Gedanken mächtig auf Trab. Obwohl es weit und breit keine Leicht gibt, kann Vesta nur noch an Magda denken, wer sie war, woher sie kam, wer sie ermordet hat. Immer bunter und detailreicher wird der „Fall“ in Vestas Kopf, immer mehr verstrickt sie sich in Magdas imaginiertes Leben und ihren Tod.

Vestas räumliche und persönliche Einsamkeit sind natürlich ideale Voraussetzungen für ein sich ständig drehendes Gedankenkarussell. Irgendwann vergisst sie gar zu essen, zu duschen und sich um ihren Hund zu kümmern vor lauter Sorge um die eingebildete Magda. Auch Gedanken an ihre in Retrospektive eher unglückliche Ehe verfolgen sie immer wieder. Ich mochte es generell gerne, dass man als Leser an den Punkt gebracht wird, an dem man nicht mehr weiß, was Vesta sich einbildet und was wirklich passiert. Ja, hat sie sich den Zettel mit der Mordbotschaft vielleicht auch nur zusammenphantasiert oder passieren wirklich seltsame Dinge in Vestas Waldhäuschen?

Eine Sympathieträgerin ist Erzählerin Vesta zwar nicht unbedingt, aber ihre oft vorurteilsvollen Gedanken hatten eine gewisse Komik. So blickt sie (selbst ungeduscht) auf die übergewichtigen, Jogginghose tragenden „Frauen vom Land“ herab. Echauffiert sich über PC-Plätze blockierenden Teenager, die ja im Leben nicht ein so wichtiges Anliegen haben können wie sie. Oder sie schlussfolgert, dass der Mann mit dem vernarbten Gesicht bestimmt böse sein muss.

So weit so gut. Leider hat meines Erachtens das Ende bei weitem nicht mit der vorher aufgebauten mysteriösen Stimmung mithalten können. Vesta hat mich zunehmend genervt und die Geschichte zieht sich. – Bestimmt mit Absicht, ich glaube nicht, dass Moshfegh irgendetwas absichtslos tut, aber das macht es nicht weniger langweilig. Was mich dann am meisten genervt hat – Achtung, kleiner Spoiler – ist folgendes: Der Hund stirbt. Ich kann es nicht mehr lesen! Es nervt! Gibt es auch Romane mit Hunden, die nicht nur deswegen da sind, um sie irgendwann umzubringen? Nein? Das Gefühl habe ich auch.

Handwerklich und vom Konzept her ist Moshfegh ein wirklich guter Roman gelungen. Nur macht der es dem Leser nicht immer leicht. Mit einem anderen Ende hätte er sich noch den einen oder anderen Stern dazuverdienen können. So blieb es für mich durchgängig ein mittelgutes Leseerlebnis, das mich am Ende nochmal sauer gemacht hat. Wer einen richtig guten Roman mit einer unzuverlässigen Erzählerin Ü70 lesen möchte, dem sei wärmstens „Elizabeth wird vermisst“ ans Herz gelegt!

Cover des Buches Lapvona (ISBN: 9783446275843)
B

Rezension zu "Lapvona" von Ottessa Moshfegh

Toller Schreibstil
breathingfailurevor 9 Monaten

Lapvona ist ein fiktives Dorf im Mittelalter, der Protagonist der Geschichte, Marek, lebt mit seinem Vater dort. Die beiden bestreiten ein sehr schweres Leben miteinander, es werden viele Aspekte des harten Lebens des Mittelalters beleuchtet. Das Buch spielt zwar im Mittelalter zeigt aber die moralischen Verfehlungen der Menschen, die sehr wohl auf die Moderene Welt übertragbar sind. So ist der Herrscher völlig desillusioniert von dem eigentlichen Leben seines Volkes und lebt in Saus und Braus während sein Volk hungert. Gier und Hass sind allgegenwärtig und auch die Kirche ist nicht der heiligste Ort im Lande.

Das Buch ist sehr grafisch und nicht für jedermanns Geschmack, ich persönlich finde es aber sehr interessant auch mal ein Buch außerhalb seiner Komfortzone zu lesen und dieses war definitiv so eins. Es hat mich nachhaltig geprägt und ich rede noch oft davon. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut, sie schafft es, dass man völlig in die Geschichte abtaucht und man sich alles sehr gut vorstellen kann, was bei diesem Buch auch sehr eklig werden konnte. Aber damit hat sie das Mittelalter so visualisiert, was für mich bislang kein Autor geschafft hat.

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Zusätzliche Informationen

Ottessa Moshfegh wurde am 01. Mai 1981 in Boston (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Community-Statistik

in 295 Bibliotheken

auf 79 Merkzettel

von 5 Leser*innen aktuell gelesen

von 7 Leser*innen gefolgt

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