Ottessa Moshfegh

 3.3 Sterne bei 15 Bewertungen
Autorin von Eileen, Eileen und weiteren Büchern.
Ottessa Moshfegh

Lebenslauf von Ottessa Moshfegh

Ottessa Moshfegh wurde im Mai 1981 geboren und wuchs in einer Musikerfamilie auf. Ihr Vater ist ein iranischer Violinist und ihre Mutter kroatische Bratschistin und beide lernten sich an einer Musikschule in Belgien kennen. Von 1998 bis 2000 studierte sie am Barnard College Englisch und Kreatives Schreiben und von 2009 bis 2011 absolvierte sie ein Masterstudium in Kreativem Schreiben an der Brown University. McGlue ist ihr Debütroman, der 2014 veröffentlicht wurde. Sie steht auf der Granta-Liste der zwanzig besten jungen Autoren aus den USA. Ihre Romane wurden mehrfach ausgezeichnet und "Eileen" stand sogar auf der Shortlist des Man Booker Prize. Moshfegh lebt in Los Angeles.

Neue Bücher

Mein Jahr der Ruhe und Entspannung
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Liebeskind.

Alle Bücher von Ottessa Moshfegh

Ottessa MoshfeghEileen
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Eileen
Eileen
 (5)
Erschienen am 21.08.2017
Ottessa MoshfeghMcGlue
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McGlue
McGlue
 (3)
Erschienen am 22.08.2016
Ottessa MoshfeghEileen: Roman
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Eileen: Roman
Eileen: Roman
 (1)
Erschienen am 21.08.2017
Ottessa MoshfeghMein Jahr der Ruhe und Entspannung
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Mein Jahr der Ruhe und Entspannung
Mein Jahr der Ruhe und Entspannung
 (0)
Erschienen am 24.09.2018
Ottessa MoshfeghEileen
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Eileen
Eileen
 (4)
Erschienen am 16.08.2016
Ottessa MoshfeghMy Year of Rest and Relaxation
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My Year of Rest and Relaxation
My Year of Rest and Relaxation
 (2)
Erschienen am 12.07.2018
Ottessa MoshfeghMcGlue
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McGlue
McGlue
 (0)
Erschienen am 04.11.2014

Neue Rezensionen zu Ottessa Moshfegh

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "My Year of Rest and Relaxation" von Ottessa Moshfegh

Ottessa Moshfegh - My Year of Rest and Relaxation
miss_mesmerizedvor 2 Monaten

Looking at her from the outside, she has everything one could wish for: she is blond, pretty, thin, a Columbia graduate, stylish without effort and she has a job at a gallery. Due to her inheritance, she can afford an apartment on the Upper East Side of Manhattan. But that’s just one side of the medal, her relationship with Trevor has been all but healthy, her parents never showed any affection and thus losing them both when she was in college was a minor affair. What she is lacking is an aim in life, something that gives her a reason for being alive. She feels exhausted and just wants to sleep until everything is over. She slowly extends her time in bed, she even falls asleep at work and then, finally, she decides to hibernate. A crazy therapist provides her with medication that allows more and more hours of sleep at a time. She hopes that after a year of rest, she will awake as somebody new.

Ottessa Moshfegh is a US-American writer who earned a degree in Creative Writing from Brown University and whose short stories were received with positive reviews. After her novella “McGLue”, her first novel “Eileen” was published in 2015 and made it on the shortlist for the 2016 Man Booker Prize. Having chosen a mostly unsympathetic protagonist for her former novel, I found it much easier so sympathise with her narrator in “My Year of Rest and Relaxation”.

The young woman who is portrayed is quite typical in a certain way. She is the modern New Yorker who takes part in the glittery art circus, is a part of a subculture of believes itself to be highly reflective and innovative. At a certain point, the superficiality becomes exhausting and the aimless tittle-tattle and prattle don’t provide any deeper insight.

“The art at Ducat was supposed to be subversive irreverent, shocking, but was all just canned counterculture crap, “punk, but with money”.

Also her relationship does not go beyond superficial sex and one-night-stands that lead to nothing. Added to this is the easy availability of all kinds of drugs, of therapists who themselves are too crazy to detect any serious illness in their clients and therefore just fill in any prescription they are asked for. Even though the plot starts in 2000, the characters are quite typical for the 1990s and they need a major event to wake them up and bring them back to real life.

The narrator tries to flee the world and takes more and more pills mixed with each other, as a result she is sleepwalking, even gets a new haircuts and orders masses of lingerie without knowing. Her radius is limited to her blog, her only human contacts are the Egyptians at the bodega at the corner where she buys coffee, the doorman of her apartment house and Reva, her best friend who still cares about her. Even though she is bothered by the things she does when she is not awake, she has become that addicted that she cannot let go anymore.

Even though the protagonist is highly depressive and seeing how badly she copes with her life is hard to endure in a way, the novel is also hilarious. I especially liked her meetings with her therapist since Dr. Tuttle is riotous in her eccentric ways and their dialogues are highly comical – despite the earnestness of their actual topics. Ottessa Moshfegh most certainly earns a place among to most relevant authors of today. 

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Rezension zu "Eileen" von Ottessa Moshfegh

Ottessa Moshfegh | EILEEN
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Monaten

INHALT: Neuengland, Dezember 1964. Eileen Dunlop wohnt mit ihrem Vater in einem heruntergekommenen Haus in einer Kleinstadt nahe Boston. Sie arbeitet in einer Jugendstrafanstalt als Sekretärin, kleidet sich züchtig, verhält sich unauffällig. Außer dem täglichen Gang zum Liquer-Shop, um literweise Gin für ihren schwer alkoholkranken Vater zu besorgen, führt sie ein scheinbar asketisches Leben. Aber in ihrem Innern zerfetzt es sie fast vor Hass, Wut und Selbstekel. Ihre Schwester meldet sich seit Jahren nicht, ihrer Mutter war Eileen selbst am Sterbebett nicht gut genug und von ihrem Vater ist außer Suff und Kotze nur Abneigung zu erwarten. Eileen ist eine graue Maus, ungeliebt und hässlich, von niemandem beachtet. Sie hasst sich und die Welt und möchte doch nur ein kleines bisschen Anerkennung, ein Minimum an Zuneigung.

Auch bei der Arbeit wird sie kaum beachtet, weder von der Chefetage, noch vom Wachpersonal. Bis eines Tages Rebecca in der Strafanstalt eingestellt wird, eine junge Frau aus Kalifornien – klug, mondän, attraktiv. Rebecca freundet sich mit Eileen an, die sofort für sie entflammt. Die erste echte Freundin! Eileen merkt schnell, dass diese Bekanntschaft ihrem Leben eine Wendung geben kann, raus aus dem Elend, weg von ihrem miesen Vater. Doch auch Rebecca ist nicht so tugendhaft, wie sie sich gibt…

FORM: Ottessa Moshfegh (*1981 in Boston) hat mit EILEEN teils Krimi, teils Psychogramm vorgelegt, dass sich mit den Folgen familiärer Kälte beschäftigt. Die Hauptfigur – die die Geschehnisse als alte Frau etwa fünfzig Jahre später rekapituliert – weist alle Anzeichen auf eine schwere Depressionen auf, sowohl psychisch als auch somatisch, denn Selbstekel und Welthass sind nicht die einzigen Hinweise. Auch die Appetitlosigkeit, die damit verbundenen Verdauungsstörungen und die permanenten Schläge auf die Bauchdecke sind klare Vorboten eines nahenden Zusammenbruchs. Und als ob das noch nicht genug wäre, wird Eileen rund um die Uhr von finsteren Tagträumen beherrscht, voller Sex und Gewalt, aber auch voller Sehnsucht und dem Wunsch, geliebt zu werden. Die Beschreibung der Psyche Eileens ist das große Plus dieses Romans und erinnert ein wenig an Figuren wie Holden Caulfield und Esther Greenwood. Hierfür halte ich die Nominierung für den Man Booker Prize 2016 gerechtfertigt.

Die Krimi-Ebene deckt Moshfegh mit der Familientragödie einer der Jungs aus der Strafanstalt ab. Lee Polk, einer der Insassen, hat seinem Vater, einem angesehenen Polizisten des Ortes, des Nachts die Kehle durchgeschnitten. Doch irgendetwas stimmt nicht – das brutale Vergehen will nicht so recht zum Charakter des Jungen passen und auch die Mutter benimmt sich nicht wie die Witwe eines Mordopfers. Rebecca nimmt sich das traurige Schicksal des Jungen sehr zu Herzen und forscht tiefer in der Familiengeschichteund Eileen wird ohne es zu wollen in ein furchtbares Verbrechen hineingezogen. Diese Ebene beschreibt Moshfegh durchweg nüchtern und realistisch, für meinen Geschmack fast ein bisschen zu lahm, zu einfallslos – ein herber Minuspunkt. Aber dann kam Seite 285, bei der ich mir hart auf den Oberschenkel geschlagen und laut gerufen habe: »Was? Was ist denn das für eine kranke…« Für diesen Twist kann man Ottessa Moshfegh nur danken, denn er rettet das Buch.

FAZIT: Als Psychogramm gelungen, stilistisch eher fad, aber mit einem überraschendem Ende. Vier Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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DieBuchkolumnistins avatar

Rezension zu "Eileen" von Ottessa Moshfegh

Im Kreislauf der Gewalt – ein Leben in der seelischen Randzone
DieBuchkolumnistinvor einem Jahr

"Irgendwann büßt jeder für seine Sünden". Mit Sünden kennt die 24-jährige Eileen Dunlop aus einem kleinen Ort in Massachusetts/USA sich aus. Sie wächst in einer gewalttätigen Familie auf, ihre Kindheit ist geprägt von körperlicher und vor allen Dingen seelischer Misshandlung. Glück, Frieden, Lebensfreude sind für sie Fremdwörter. Mut, Hoffnung und Pläne abgestumpft und nicht greifbar, von ihren Eltern in vielen Jahren täglicher Erniedrigung ausgemerzt. Dieses Bild hat sie übernommen und bestimmt ihren Alltag zwischen der Arbeit in einer Jungen-Haftanstalt sowie der Pflege ihres Vaters in einem täglich neu gewählten Kreislauf von Selbsterniedrigung, Scham und unterdrückten Wünschen, voller Alkohol und dem Versuch, sich immer wieder neu gegen Ausgrenzung und Zurückweisung abzuhärten. Ab und zu der Gedanke an eine andere Welt, an den Tod, einfach nur weg. Selbst auf Vergewaltigungsopfer ist sie neidisch, niemand würde Eileen derartige Gewalt antun, niemand sie nackt sehen wollen, Liebe ein nie selbst erfahrener Begriff aus Klatschzeitschriften und Schundromanen.
"Gewalt war eine Körperfunktion wie Schwitzen oder Kotzen. Sie gehörte in dieselbe Schublade wie Geschlechtsverkehr. Die beiden schienen sogar miteinander in Verbindung zu stehen." 
Ihr Leben scheint sich endlich zu ändern, als die attraktive und witzige Rebecca Saint John ihre Kollegin und schon kurz darauf ihre Freundin wird. Doch sie bringt nicht die lang ersehnte Helligkeit …

Autorin Ottessa Moshfegh entführt uns nach „McGlue“ erneut in eine düstere, aber realistisch gezeichnete Welt. Sie entblättert Seite für Seite verschiedenste Formen von Gewalt und man kommt ihrem stilistisch fein gestreuten Grauen erst auf die Spur, wenn es längst zu spät ist. Eine derart unsympathische Anti-Heldin zu schaffen, beweist Mut und vor allen Dingen Verständnis für diejenigen, die sonst im Schatten bleiben. Sie lässt Eileen viele Jahrzehnte später von ihrem Leben in den 60er Jahren und dem entscheidenden Vorfall erzählen, der dann zur finalen Wandlung führt. Bis dahin muss der Leser aber durchhalten und ertragen, was auch sie erträgt – manch einer wird vielleicht vorher aufgeben, abgestumpft von all dem Selbsthass und der erdrückenden Freudlosigkeit. Hier hätte es eine schnellere Entwicklung auch getan, aber Figuren wie Eileen sind vielleicht auch einfach nicht besonders gut in zeitoptimierter Weiterentwicklung. Würde die Autorin nicht so psychologisch genau und packend schreiben, täte man sich all das Leid nicht freiwillig an. Sie beschreibt Charaktere, die heute in reichweitenstarken Unterschichtmedien als Clickbaiting-Aufhänger enden würden, ein wichtiger Einblick in kaputte Seelen und ihren täglichen Kreislauf der Gewalt auf allen Ebenen. Ottessa Moshfegh erzählt wie John Burnside oder Jack Ketchum an den seelischen Randzonen entlang, sie traumatisiert ihre Charaktere und zeigt uns diejenigen, die sonst unsichbar bleiben. Lesenswerter Noir für starke Lesernerven!

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Ottessa Moshfegh wurde am 01. Mai 1981 in Boston (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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