Ottessa Moshfegh

 3.6 Sterne bei 18 Bewertungen
Autorin von Eileen, Eileen und weiteren Büchern.
Ottessa Moshfegh

Lebenslauf von Ottessa Moshfegh

Ottessa Moshfegh wurde im Mai 1981 geboren und wuchs in einer Musikerfamilie auf. Ihr Vater ist ein iranischer Violinist und ihre Mutter kroatische Bratschistin und beide lernten sich an einer Musikschule in Belgien kennen. Von 1998 bis 2000 studierte sie am Barnard College Englisch und Kreatives Schreiben und von 2009 bis 2011 absolvierte sie ein Masterstudium in Kreativem Schreiben an der Brown University. McGlue ist ihr Debütroman, der 2014 veröffentlicht wurde. Sie steht auf der Granta-Liste der zwanzig besten jungen Autoren aus den USA. Ihre Romane wurden mehrfach ausgezeichnet und "Eileen" stand sogar auf der Shortlist des Man Booker Prize. Moshfegh lebt in Los Angeles.

Alle Bücher von Ottessa Moshfegh

Eileen

Eileen

 (6)
Erschienen am 21.08.2017
Mein Jahr der Ruhe und Entspannung

Mein Jahr der Ruhe und Entspannung

 (2)
Erschienen am 24.09.2018
McGlue

McGlue

 (3)
Erschienen am 22.08.2016
Eileen: Roman

Eileen: Roman

 (1)
Erschienen am 21.08.2017
Eileen

Eileen

 (4)
Erschienen am 16.08.2016
My Year of Rest and Relaxation

My Year of Rest and Relaxation

 (2)
Erschienen am 12.07.2018
McGlue

McGlue

 (0)
Erschienen am 04.11.2014

Neue Rezensionen zu Ottessa Moshfegh

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Rezension zu "Eileen" von Ottessa Moshfegh

Lebensbeichte
Kerstin_KeJasBlogvor 3 Monaten

Verdammt nochmal Eileen!
Wie kann man nur soviel quatschen ohne sich dabei selbst in die Quere zu kommen? Du magst nun, als alte Frau, eine komplett andere Sichtweise zu haben, als damals 24jährige und doch hast Du es auf solch eine intime und persönliche Weise erzählt, als säße ich Dir gegenüber. Ich habe an Deinen Lippen geklebt und gelauscht und nichts und niemand konnte mich davon abbringen Deinen Erzählungen zuzuhören.

Über meinen innigen Wunsch, mich aus dem Staub zu machen, sprach ich mit niemanden.
(S. 33)

Doch mit mir!
Du hast es so oft gesagt, am Anfang, in der Mitte, am Ende und immer wieder zwischendrin und ich wollte, nein musste es endlich wissen. Das Warum und das Wie.
Was hat Dich so gequält, was hat Dich zu dem Menschen gemacht der Du zu dieser Zeit warst?
Eine junge Frau, die dermaßen prüde und unerfahren war und doch alles zu wissen schien. Mein lieber Schwan, Du bist stellenweise echt sehr persönlich geworden. Ich konnte Deine Ausdünstungen riechen, dieses eklige Etwas nach Alkohol und ungewaschenen Kleidern.
Das Haus, in dem Du mit Deinem Vater lebtest erschien vor meinen Augen und ich dachte immer nur, wie kann sie das dort nur aushalten?
Es tat mir so unendlich leid mitzuerleben, wie Dein alkoholkranker Vater sich gab und wie er sich gehen lies. Du hast es ihm in vielem nachgemacht und doch hast Du den Absprung geschafft.

Deine Schilderungen zu Deiner Arbeitsstelle machten mich noch neugieriger und als Rebecca auftauchte, war mir schon klar das sie es ist, die Dich aus dieser Lethargie ziehen wird. Das es aber letztendlich komplett anders werden würde, hat mich überrascht und das im positiven Sinne. Du warst damals schon verdammt intelligent, auch wenn Du es niemals zugeben würdest. Dein Gespür für all die Menschen um Dich und wie Du sie beschreibst, hat bei mir ein herrliches Kopfkino verursacht.
Es war ein Genuss und ich musste stellenweise sogar schmunzeln. Gleichzeitig war mir überhaupt nicht nach Fröhlichkeit. Du kannst es wohl am besten nachvollziehen. Man merkte es an deiner melancholischen Art. An Deinen Sätzen und Schilderungen. Was muss das für eine Zeit gewesen sein? Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich damals bewusst wahrgenommen hätte aber jetzt, nach dieser Geschichte, tue ich es.

Ich habe mich oft gefragt, was ich alles verschlafen haben mag, welche Geheimnisse, welche Streitereien.
(S. 232)

Deine Familie, Dein ganzes Umfeld hat mich so oft erschrocken und ich wundere mich kein Stück, dass Du Dich so zurückgezogen hast. In Deinem Panzer aus Frust und Wut hast Dich geschützt gefühlt und ich muss zugeben, so im Nachhinein, dass du mir immer mehr ans Herz gewachsen bist.

Oft habe ich mich gefragt was anders gelaufen wäre, wenn Dein Leben geregelter gewesen wäre. Nicht das es ein Chaos war, aber Du musst zugeben, dass da stellenweise schon sehr verrückte Dinge dabei waren. Dein Handeln war immer so bedacht und ich glaube dass all dies der unsäglichen Lebenssituation geschuldet war. Wie sehr habe ich Deine Gedankengänge genossen und wie stark fand ich Dich. Als die Sache mit den Polks anfing hast Du mich wieder voll erwischt. Obwohl, ohne Rebecca wärst Du nicht darauf gekommen. Diese Frau hatte was und ich verstehe diese Anziehungskraft. Die mutigere von Euch beiden warst aber letztendlich Du!

Manchmal muss man über seinen eigenen Schatten springen und holy, dass hast Du getan und wie. Ganz ehrlich? So ein bisschen was habe ich geahnt. Du hast zwar lange um den heißen Brei geredet, aber eben auf eine dermaßen einlullende Art und genau das hat mich so fasziniert. Deine Worte erschienen simpel und die Sprache eher einfach, aber das war das Besondere daran. Deine Wirkung auf andere schien wie Deine Erzählungen, keiner nahm Dich wirklich ernst und das war ein Fehler. Alleine die Tatsache mit den Schuhen. Dachte ich anfänglich noch, dass tust Du nur um Deinen Vater zu ärgern, wurde es irgendwann klar, dass es ein reiner Schutzmechanismus war. Wer weiß, was Du alles verhinderst hast? Manchmal muss frau tun, was Frau tut! Unrecht und Recht liegen so dicht beieinander. Wann ist Schwarz grau oder Grau schon schwarz? Du hast Deinen Weg gewählt, mit allen Konsequenzen. Respekt!

Nun, ich denke es geht Dir gut und ich hoffe dass Du endlich mit geschlossenem Fenster fahren kannst.
Aus Deinen Worten zu schließen, bestärkt mich in diesem Eindruck.
Danke Eileen, für Deine ungeschönte aber dennoch schöne Lebensbeichte.

Es war vorbei. Ich weinte
(S. 333)

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★★


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Rezension zu "My Year of Rest and Relaxation" von Ottessa Moshfegh

Ottessa Moshfegh - My Year of Rest and Relaxation
miss_mesmerizedvor 5 Monaten

Looking at her from the outside, she has everything one could wish for: she is blond, pretty, thin, a Columbia graduate, stylish without effort and she has a job at a gallery. Due to her inheritance, she can afford an apartment on the Upper East Side of Manhattan. But that’s just one side of the medal, her relationship with Trevor has been all but healthy, her parents never showed any affection and thus losing them both when she was in college was a minor affair. What she is lacking is an aim in life, something that gives her a reason for being alive. She feels exhausted and just wants to sleep until everything is over. She slowly extends her time in bed, she even falls asleep at work and then, finally, she decides to hibernate. A crazy therapist provides her with medication that allows more and more hours of sleep at a time. She hopes that after a year of rest, she will awake as somebody new.

Ottessa Moshfegh is a US-American writer who earned a degree in Creative Writing from Brown University and whose short stories were received with positive reviews. After her novella “McGLue”, her first novel “Eileen” was published in 2015 and made it on the shortlist for the 2016 Man Booker Prize. Having chosen a mostly unsympathetic protagonist for her former novel, I found it much easier so sympathise with her narrator in “My Year of Rest and Relaxation”.

The young woman who is portrayed is quite typical in a certain way. She is the modern New Yorker who takes part in the glittery art circus, is a part of a subculture of believes itself to be highly reflective and innovative. At a certain point, the superficiality becomes exhausting and the aimless tittle-tattle and prattle don’t provide any deeper insight.

“The art at Ducat was supposed to be subversive irreverent, shocking, but was all just canned counterculture crap, “punk, but with money”.

Also her relationship does not go beyond superficial sex and one-night-stands that lead to nothing. Added to this is the easy availability of all kinds of drugs, of therapists who themselves are too crazy to detect any serious illness in their clients and therefore just fill in any prescription they are asked for. Even though the plot starts in 2000, the characters are quite typical for the 1990s and they need a major event to wake them up and bring them back to real life.

The narrator tries to flee the world and takes more and more pills mixed with each other, as a result she is sleepwalking, even gets a new haircuts and orders masses of lingerie without knowing. Her radius is limited to her blog, her only human contacts are the Egyptians at the bodega at the corner where she buys coffee, the doorman of her apartment house and Reva, her best friend who still cares about her. Even though she is bothered by the things she does when she is not awake, she has become that addicted that she cannot let go anymore.

Even though the protagonist is highly depressive and seeing how badly she copes with her life is hard to endure in a way, the novel is also hilarious. I especially liked her meetings with her therapist since Dr. Tuttle is riotous in her eccentric ways and their dialogues are highly comical – despite the earnestness of their actual topics. Ottessa Moshfegh most certainly earns a place among to most relevant authors of today. 

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Rezension zu "Eileen" von Ottessa Moshfegh

Ottessa Moshfegh | EILEEN
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Neuengland, Dezember 1964. Eileen Dunlop wohnt mit ihrem Vater in einem heruntergekommenen Haus in einer Kleinstadt nahe Boston. Sie arbeitet in einer Jugendstrafanstalt als Sekretärin, kleidet sich züchtig, verhält sich unauffällig. Außer dem täglichen Gang zum Liquer-Shop, um literweise Gin für ihren schwer alkoholkranken Vater zu besorgen, führt sie ein scheinbar asketisches Leben. Aber in ihrem Innern zerfetzt es sie fast vor Hass, Wut und Selbstekel. Ihre Schwester meldet sich seit Jahren nicht, ihrer Mutter war Eileen selbst am Sterbebett nicht gut genug und von ihrem Vater ist außer Suff und Kotze nur Abneigung zu erwarten. Eileen ist eine graue Maus, ungeliebt und hässlich, von niemandem beachtet. Sie hasst sich und die Welt und möchte doch nur ein kleines bisschen Anerkennung, ein Minimum an Zuneigung.

Auch bei der Arbeit wird sie kaum beachtet, weder von der Chefetage, noch vom Wachpersonal. Bis eines Tages Rebecca in der Strafanstalt eingestellt wird, eine junge Frau aus Kalifornien – klug, mondän, attraktiv. Rebecca freundet sich mit Eileen an, die sofort für sie entflammt. Die erste echte Freundin! Eileen merkt schnell, dass diese Bekanntschaft ihrem Leben eine Wendung geben kann, raus aus dem Elend, weg von ihrem miesen Vater. Doch auch Rebecca ist nicht so tugendhaft, wie sie sich gibt…

FORM: Ottessa Moshfegh (*1981 in Boston) hat mit EILEEN teils Krimi, teils Psychogramm vorgelegt, dass sich mit den Folgen familiärer Kälte beschäftigt. Die Hauptfigur – die die Geschehnisse als alte Frau etwa fünfzig Jahre später rekapituliert – weist alle Anzeichen auf eine schwere Depressionen auf, sowohl psychisch als auch somatisch, denn Selbstekel und Welthass sind nicht die einzigen Hinweise. Auch die Appetitlosigkeit, die damit verbundenen Verdauungsstörungen und die permanenten Schläge auf die Bauchdecke sind klare Vorboten eines nahenden Zusammenbruchs. Und als ob das noch nicht genug wäre, wird Eileen rund um die Uhr von finsteren Tagträumen beherrscht, voller Sex und Gewalt, aber auch voller Sehnsucht und dem Wunsch, geliebt zu werden. Die Beschreibung der Psyche Eileens ist das große Plus dieses Romans und erinnert ein wenig an Figuren wie Holden Caulfield und Esther Greenwood. Hierfür halte ich die Nominierung für den Man Booker Prize 2016 gerechtfertigt.

Die Krimi-Ebene deckt Moshfegh mit der Familientragödie einer der Jungs aus der Strafanstalt ab. Lee Polk, einer der Insassen, hat seinem Vater, einem angesehenen Polizisten des Ortes, des Nachts die Kehle durchgeschnitten. Doch irgendetwas stimmt nicht – das brutale Vergehen will nicht so recht zum Charakter des Jungen passen und auch die Mutter benimmt sich nicht wie die Witwe eines Mordopfers. Rebecca nimmt sich das traurige Schicksal des Jungen sehr zu Herzen und forscht tiefer in der Familiengeschichteund Eileen wird ohne es zu wollen in ein furchtbares Verbrechen hineingezogen. Diese Ebene beschreibt Moshfegh durchweg nüchtern und realistisch, für meinen Geschmack fast ein bisschen zu lahm, zu einfallslos – ein herber Minuspunkt. Aber dann kam Seite 285, bei der ich mir hart auf den Oberschenkel geschlagen und laut gerufen habe: »Was? Was ist denn das für eine kranke…« Für diesen Twist kann man Ottessa Moshfegh nur danken, denn er rettet das Buch.

FAZIT: Als Psychogramm gelungen, stilistisch eher fad, aber mit einem überraschendem Ende. Vier Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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Ottessa Moshfegh wurde am 01. Mai 1981 in Boston (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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