Otto Habsburg Mut zur Pflicht

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Inhaltsangabe zu „Mut zur Pflicht“ von Otto Habsburg

Unserem Gemeinwesen fehlt es an einer Vision und an einem Bewusstsein für die gemeinschaftlichen Werte, so die provokante These Otto von Habsburgs. Viele Bürgerinnen und Bürger halten den Staat und besonders das vereinte Europa mit seinen unüberschaubaren Institutionen für übermächtig und reagieren resigniert mit Politikverdrossenheit. In seinem Buch zeigt der fast Hundertjährige, wie sehr das Gemeinwesen auf den Einzelnen angewiesen ist und wie zerbrechlich die soziale Ordnung, wenn sich zu viele aus ihrer Verantwortung zurückziehen. Er gibt konkrete Anregungen, wie wir unsere Möglichkeiten zum eigenen Wohl und zum Wohl aller entfalten und nutzen können. Denn wenn wir den Staat zurückhaben wollen, dann müssen wir auch etwas dafür tun. - das Vermächtnis eines großen Demokraten

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  • Rezension zu "Mut zur Pflicht" von Otto von Habsburg

    Mut zur Pflicht

    michael_lehmann-pape

    02. November 2011 um 14:56

    Mahnende Stimme aus der Vergangenheit für die Gegenwart Am 4. Juli dieses Jahres 2011 ist Otto von Habsburg. Ein Mann mit einem Name voll alten Glanzes, ein durchaus konservativ zu nennender Idealist, der Zeit seines Lebens für „klassische“ (und nicht verstaubte oder bieder oder alt zu nennende) Werte eintrat. Zudem ein überzeugter Demokrat und Europäer. Ein Eintreten und sich Ausrichten nach Werten, in dem Otto von Habsburg durchaus in der Gegenwart eine offensichtliche Bestätigung, auch posthum noch, erhält. Langfristige Überlegungen z.B. den Vorzug zu geben vor kurzfristiger Bedürfnisbefriedigung, einer der Werte, die in den letzten 20 Jahren fast völlig verloren gegangen scheinen. Wege, für die es einer klaren Haltung, aber auch einer inneren wie äußeren Disziplin bedarf. Auch dies nicht weit verbreitet bei den sogenannten „Verantwortungsträgern“ unserer Tage. Die Freiheit in Gemeinschaft immer wieder zu erringen und zu sichern, dass ist der Kern des politischen Denkens des Autors und, in seinen Augen, vordringliche Pflicht von Staat und Bürger. Werte und persönliche Haltungen, die zentral einfließen im Leben und im Buch des Otto von Habsburg in den Begriff der „Verantwortung“ Eine Verantwortung, der Otto von Habsburg durchaus mit seinem Lebenswerk gerecht wurde und in der er sich allgemein „in die Pflicht gestellt“ sah.. Einer Pflicht, die sich allein schon daraus ergibt, das nicht „das große Ganze“ die entscheidende Richtlinieninstanz ist, sondern eben das der Einzelne, das Individuum letztlich Kern und Keimzelle des Gemeinwesens ist. Je mehr nun ein reiner egozentrischer Individualismus um sich greift, sei es auf politisch oder wirtschaftlich verantwortlicher Ebene, sei es aber auch im einzelnen „kleinen“ Leben, desto stärker wird die soziale Ordnung aufgeweicht, das „große Ganze“ zerbrechlich. Was nun jeder einzelne tun kann, wie wir alle unsere je eigenen Möglichkeiten eben auch für das „Ganze“ einsetzten können (und sollen), dazu bietet Otto von Habsburg im Buch ein ganze Reihe von Möglichkeiten, vor allem aber, immer wieder, einen grundsätzlichen Appell. Eine Herausforderung der Moderne, der konkret auf möglichst dezentraler Ebene begegnet werden soll. Die Stärkung der Gemeinschaft „vor Ort“ ist es, die Otto von Habsburg ebenso dringlich anmahnt und eben nicht das weiter Vorantreiben des alten Fehler, möglichst Vieles „nach oben hin wegzudelegieren“ oder „von oben in die Hand zu nehmen“. Je zentraler und übergeordneter die Belange der Gemeinschaft geregelt werden, desto weniger führt der Einzelne sich in der Pflicht desto abstrakter werden Entscheidungsprozesse. Vielfach sind die Einlassungen und Themen des Buches, vielfach auch greift Otto von Habsburg Themen „wie nebenbei“ mit auf. Eine Orientierung anhand eines eingängigen roten Fadens fällt insofern dem Leser nicht leicht. Eher könnte man sich dem Buch als eine „grundlegende Gedankensammlung“ nähern und sich hier und da in einzelne Bereiche näher vertiefen. Bereiche unter dem übergeordnetem Thema des Buches, dass die Freiheit ein kostbares Gut ist, dass es immer wieder zu erringen und zu verteidigen gilt. Gemeinsam. Und dies verstanden als „Pflichtaufgabe“ jedes einzelnen und des Staates. Ein Ruf in die Verantwortung für das eigene Leben und das Gemeinwesen, das eine durchaus zeitlose Geltung in sich trägt. Das aber andererseits häufig doch zu sehr im Appellierendem verbleibt.

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