Otto Schönberger

 3,5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Pro Archia Poeta Oratio - Kommentar, Physiologus und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Otto Schönberger

Otto Schönberger, geb. 1926, ist Klassischer Philologe, Germanist und Philosoph. Er lebt in Würzburg. Dort war er Leiter des Siebold-Gymnasiums.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Otto Schönberger

Cover des Buches Daphnis und Chloe (ISBN: 9783150069110)

Daphnis und Chloe

 (7)
Erschienen am 01.01.1986
Cover des Buches Georgica /Vom Landbau (ISBN: 9783150006382)

Georgica /Vom Landbau

 (3)
Erschienen am 01.01.1994
Cover des Buches De Bello Gallico / Der Gallische Krieg (ISBN: 9783491962286)

De Bello Gallico / Der Gallische Krieg

 (3)
Erschienen am 17.06.2008
Cover des Buches Der Gallische Krieg /Bellum Gallicum (ISBN: 9783760813523)

Der Gallische Krieg /Bellum Gallicum

 (2)
Erschienen am 07.09.1998
Cover des Buches De cultura hortorum (ISBN: 9783150181997)

De cultura hortorum

 (2)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Vom Erhabenen (ISBN: 9783150084694)

Vom Erhabenen

 (1)
Erschienen am 01.01.1988

Neue Rezensionen zu Otto Schönberger

Cover des Buches Der Gallische Krieg /Bellum Gallicum (ISBN: 9783760813523)Aliknechts avatar

Rezension zu "Der Gallische Krieg /Bellum Gallicum" von Caesar

Gallia est omnis divisa in partes tres.
Aliknechtvor 3 Jahren

Der über zweitausend Jahre alte authentische Bericht aus dem damaligen  Wilden Westen in Gallien beginnt mit den berühmten Worten "Gallia est omnis divisa in partes tres", einer Beschreibung des Kriegsgebiets, das aus den drei Ländereien der Belger, der Aquitanter und der Kelten bestand.  Die Belger waren die tapfersten, weil sie von der Verfeinerung und Kultur der Römer am weitesten entfernt waren und sie noch keine "verweichlichenden Waren" [1] kannten.

Man erfährt detailliert, wie der römische Legionär sich rüstete, marschierte, in den Militärlagern hauste und wie er sich ernährte. Er erhielt damals noch keine Fertig-Pizza sondern im Abstand von zwei Wochen wurden lediglich jeweils 14 kg ungemahlenenes Getreide zur Gestaltung des individuellen Speisezettels ausgegeben. Nicht nur die Kampfkraft der römischen Legionien war auf der Basis dieser gesunden Ernährung nahezu unbezwingbar, auch der römischen Ingenieurs-Kunst gelangen erstaunliche Leistungen, die die Feinde in Furcht und Schrecken versetzten. So überschritten die Legionen zur nicht geringen Überraschung der Germanen zweimal den Rhein. Caesar beschreibt auf das genaueste den Bau einer festen hölzernen Rhein-Brücke durch römische Pioniere in nur 10 Tagen [2].

Die berühmteste militärische Leistung war aber zweifellos Caesars Belagerung von Alesia, das auf einem Hügel lag, und in das sich Vercingetorix zurückgezogen hatte. Ihm gelang es noch, seine Reiterei zu entlassen und ins Land hinauszuschicken, um ganz  Gallien aufzurufen, Truppen zum Entsatz Alesias zu schicken. Der innere befestigte römische Belagerungsring um die Stadt, hatte einen Umfang von 16 km. Gleichzeitig liess Caesar einen äußeren Belagerungsring zur Sicherung der Legionen gegen das anrückende Entsatzheer mit einem Umfang von 22 km anlegen [3]. Trotz großer Überzahl gelang es den Galliern nicht, den Belagerungsring zu sprengen und schließlich ergab sich Vercingetorix und Gallien gelangte nach dieser Entscheidungsschlacht 52 v. Chr. unter römische Oberhoheit. Man kann sich auch heute noch vor Ort im MuséoParc Alésia bei Alise-Sainte-Reine in der Nähe von Dijon ein Bild von der einstmals belagerten Stadt und von der Anlage und Struktur der Belagerungseinrichtungen machen, die durch das Museum hervorragend dokumentiert werden.

Es ist ein wirklicher Luxus 50 Jahre nach zahllosen Lateinstunden, die damals zum Großen Latinum führten, sich nochmals in dieses Werk aus der römischen Antike in einer zweisprachigen Ausgabe vertiefen zu können. Die Festsetzung römischer Kultur in Gallien für viele Jahrhunderte hat Europa nachhaltig historisch geprägt. Natürlich ist Caesars Werk auch eine Propaganda-Schrift ersten Ranges, aber das schmälert sein Werk nur wenig, denn das gilt zum Beispiel genauso für Churchills monumentale Geschichte des Zweiten Weltkriegs, für die er immerin den Literaturnobelpreis erhielt. Wir haben die großen Helden der Weltgeschichte doch nicht dafür, dass sie ihr Licht unter den Scheffel stellen.

Ausgabe: C. Julius Caesar, Der Gallische Krieg / De Bello Gallico lateinisch-deutsch, herausgegeben und übersetzt von Otto Schönberger, Tusculum Studienausgaben, 8. überarbeitete Auflage 2012, Akademie Verlag, Berlin

Referenzen:
[1] Seite 7
[2] Seite 167
[3] Seite 516

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Cover des Buches De cultura hortorum (ISBN: 9783150181997)

Rezension zu "De cultura hortorum" von Walahfrid Strabo

Ökologie ist ein alter Hut.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Ein kleines Traktat über Pflanzen und dann auch in der Originalsprache Latein; wie langweilig! Langweilig? Nein, denn hier sind die Anfänge einer Literatur zu sehen, so wie wir sie heute kennen. Der Abt Walahfrid Strabo (808-849) schrieb es in einer Epoche nieder, die als die „karolingische Renaissance“ bekannt ist. Eine Erneuerung von Kunst, Architektur, Bildung und Wissen, ausgelöst durch den fränkischen König und Kaiser Karl d. Große. Meist wurden in dieser Zeit theologische Werke in mühsamer handschriftlicher Arbeit verfaßt und als kostbares Gut in den klösterlichen Bibliotheken verwahrt. Hier wird in dichter, beinahe spielerisch-andächtiger Form ein weltlicher Text zu Papier gebracht, der alle Merkmale jener Renaissance in sich vereinigt. Eine klare fast schon wissenschaftlich zu nennende Beobachtungsgabe, der Nutzen der beschriebenen Pflanzen (Botanik wurde in jenen Jahrhunderten zuallererst so verstanden, daß aus den Pflanzen die Arzneien und Tinkturen gewonnen wurden, die Krankheiten kurieren oder zumindest lindern sollten), die Schilderung und somit die Bedeutung eines behutsamen Umgangs mit ihren natürlichen Quellen sowie die Anklänge und Beziehungen zu klassischen Vorbildern im Reich der Botanik, verknüpft mit theologischen Aspekten.
Und keine Angst: Die leserische Mühe wird durch eine deutsche Übersetzung erleichtert, kombiniert mit zahlreichen Erläuterungen im Anhang. Ein kleiner Tipp am Schluß: Gönnen Sie sich eine Reise zur Klosterinsel Reichenau im Bodensee (die Insel ist UNESCO-Weltkulturerbe), wo Strabo gewirkt hat und lassen Sie sich im Kloster- und Kräutergarten der Kirche Sankt Georg einnehmen von Walahfrids Beschreibungen …

 

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Cover des Buches Werke und Tage (ISBN: 9783150094457)Hikaris avatar

Rezension zu "Werke und Tage" von Hesiod

Rezension: Werke und Tage - Hesiod
Hikarivor 8 Jahren

Nachdem ich ja kürzlich erst die Theogonie von Hesiod gelesen habe, dachte ich mir, ich könnte auch gleich noch das Lehrgedicht "Werke und Tage" lesen. Das mich teilweise köstlichst amüsierte. Das Buch ist wieder genauso aufgebaut: zunächst folgt das Werk von Hesiod in altgriechischem Original und deutscher Übersetzung. Anschließend folgen die Anmerkungen, die jegliche Zeile noch einmal erläutern - sehr gut gemacht. Dann gibt es eine 7-Seitige Literaturliste und ein Nachwort zu Leben, Werk und Zeit.

Hesiods Geschichte hier ist dabei weitaus - aus heutiger Sicht! - amüsanter und leichter zu lesen als die Theogonie. Dennoch kann man auch hier sicher einiges draus lernen.
Die göttlichen Geschichten dienen hier der Erläuterung. Den Anfang des Werkes macht die Geschichte von Pandora und Prometheus und wie die Arbeit auf die Erde kam. Anschließend ergeht sich Hesiod über Dinge, die man tun und nicht tun sollte: Recht, Ordnung, Anstand, Normen, Werte. Abschließend folgt dann eine Art "Arbeitskalender" nach den Jahreszeiten geteilt und die Bedeutung einzelner Tage für bestimmte Arbeiten, wie man sie heute in Mondkalender liest. Damals natürlich unterlegt mit dem Glauben an die Götter, sodass auch diese nicht zu kurz kommen.

Um mal einen Überblick darüber zu bekommen, was ich so meine:

"...Dann suche, das rate ich dir, einen Knecht ohne Hausstand und eine Magd ohne Kinder, denn eine, die schon gekalbt hat, ist lästig" (600).

"Lege auch nie  beim Gelage die Schöpfkelle über den Mischkrug, denn darauf steht Unheil" (740).

"Denn schlechter Ruf ist Übel; leicht, ja kinderleicht holt an sich ihn, trägt aber schwer daran, und mühsam nur ist er zu tilgen. Nie nämlich verliert sich ganz ein Gerücht, das viele Menschen verbreiten[...]" (760).

Es steckt also nicht nur interessantes oder auch lustiges für uns in diesem Büchlein, sondern auch viel Wahres.

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