Otto de Kat Julia

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Inhaltsangabe zu „Julia“ von Otto de Kat

An einem Sommernachmittag 1981 findet der Chauffeur van Dijk seinen Chef Chistiaan Dudok tot in dessen Arbeitszimmer – der Inhaber einer Maschinenfabrik hat sich das Leben genommen. Ein Abschiedsbrief fehlt, doch auf seinem Schreibtisch liegt eine vergilbte deutsche Zeitung vom 2. April 1942. Auf der Titelseite wird über den verheerenden Luftangriff auf Lübeck berichtet, eine Liste verzeichnet die Todesopfer dieser Bombennacht: Der Name Julia Bender ist mit einer Markierung versehen.
Julia – mit ihrem Mut und ihrer entschiedenen Ablehnung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hat die junge Deutsche den Holländer Christiaan einst unwiderstehlich in ihren Bann gezogen, als er 1938 ein Praktikum in Lübeck absolvierte. Doch noch im selben Jahr verläßt er fluchtartig Deutschland und die Frau, die er liebt, obwohl er ahnt, daß er einen nicht wiedergutzumachenden Fehler begeht.
In seinem neuen Roman erzählt Otto de Kat die Geschichte eines Lebens im falschen; und er erzählt von einer Liebe, die so groß ist, daß sie die Jahrzehnte überdauert, und die dennoch scheitert: an Lebensangst und fehlender Zivilcourage, an Haß und menschenverachtendem Fanatismus in Deutschland während der Nazi-Zeit.

Der Krieg, die Liebe und ein Leben voller Bedauern - wenn eine Fehlentscheidung alle Weichen stellt!

— jenvo82

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    Julia

    jenvo82

    Christian Dudok hat sein Leben gelebt, hat seinen Teil zur Gesellschaft beigetragen und vollzieht nun die einzig schlüssige Konsequenz, die ihm noch bleibt - Selbstmord. In seinen jungen Jahren war er ein Mann, der Träume hatte, der die Natur und die Freiheit mochte und sich Hals über Kopf in seine Kollegin Julia Bender verliebte. Doch dann kam der Krieg, es kamen verantwortungsvolle Aufgaben als Leiter der elterlichen Firma und eine Vernunftehe, die er aus Bequemlichkeit heraus einging. Und damit war das Schicksal von Christian besiegelt - ein Leben voller verpasster Chancen, ausgeträumter Phantasien und trauriger Wahrheiten. Was bleibt, wenn man den einen, alles verändernden Fehler beging, ohne jemals eine Korrektur vorzunehmen? Was bleibt, wenn das Leben keinen Hoffnungsschimmer lässt? Dieser Roman ist literarisch gesehen ein kleines Juwel, weil seine Sprache, seine Handlung und die treffsichere Charakterisierung des Hauptprotagonisten absolut gar nichts zu wünschen übriglassen. Eine beeindruckende Wortwahl gepaart mit einer tragischen Handlung lassen hier jeden Satz lange und intensiv nachklingen. Man möchte sich als Leser in dem geschriebenen Wort verlieren, möchte dem Inhalt nachspüren und eigene Gedankengänge zu den getroffenen Entscheidungen entwickeln. Ein Buch wie geschaffen für Diskussionsrunden und Leistungskurse im Unterrichtsfach Deutsch, denn auf 168 Seiten werden so viele Emotionen, fixe Ideen und traurige Momente entworfen, dass es schon fast an körperlichen Schmerz grenzt. Äußerst gelungen empfinde ich die Abwechslung, die Virtuosität mit der diese Geschichte entworfen wird, denn sie vereint so viele brisante Themen, dass man sich nicht festlegen mag, welches nun das wichtigste ist. Es ist ein episches Werk über die Liebe, über die Schrecken einer historischen Periode, über die Verbitterung, die aus Fehlentscheidungen erwächst und über einen Mann, dem sein Verantwortungsbewusstsein zum Verhängnis wurde. Fazit: Für mich ist dieses Buch eine Entdeckung, die ich allen historisch interessierten Lesern ans Herz legen möchte und noch viel mehr all jenen, die gerne Romane mit tiefsinnigen Hintergründen und moralischen Sequenzen lesen. Und dennoch lässt mich der Roman einsam, etwas verstört und an der Grenze zur depressiven Verstimmung zurück. Ich habe selten ein derartiges Szenario erlebt, welches keine Hoffnung, kein Glück und auch kein Morgen zulässt. Dieses Buch sollte man nur dann lesen, wenn man selbst das Leben bejaht und einen positiven Background hat, andernfalls zieht es einen unweigerlich in einen Strudel von negativen, traurigen Entwicklungen hinein. Dafür gibt es den Punktabzug - alles andere ist Spitzenklasse.

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    • 9

    KruemelGizmo

    20. April 2016 um 17:51
  • Leserunde zu "Winterhonig" von Daniela Ohms

    Winterhonig

    Daniela_Ohms

    Stell Dir vor, es ist Krieg, stell Dir vor, es gibt Menschen, denen das Menschsein abgesprochen wird. Stell Dir vor, Du verliebst Dich – in jemanden, dessen Liebe verboten ist. Stell Dir vor, es ist 1940. Mathilda liebt Karl schon lange, eigentlich schon, seitdem sie ein Kind war und er im Alter von 14 als Knecht auf das Nachbargestüt kam. Sie liebt ihn, weil er als einziger immer für sie da war – für das kleine verlorene Mädchen, das jüngste von zehn Bauernkindern, um das sich kaum noch jemand gekümmert hat, seitdem ihre Mutter gestorben ist. Mathilda war neun, als Karl in ihr Dorf kam – und sie ist 14 und über beide Ohren in ihn verliebt, als er spurlos verschwindet. Zwei Jahre später, 1940, schreibt er ihr einen Brief aus dem besetzten Frankreich. Karl ist nicht „abgeholt“ worden, wie sie es befürchtet hat. Er ist Soldat in der Kavallerie. Als solcher muss er kämpfen, schießen und töten, ausgerechnet für die Deutschen. Doch es ist seine einzige Chance. Nur in der Wehrmacht kann er überleben. Denn niemand darf erfahren, wer er wirklich ist. Nicht einmal Mathilda. Karl weiß, dass er sie nicht lieben sollte, dass er Mathilda mit jedem Brief und mit jeder Begegnung in größere Gefahr bringt. Sein Versteckspiel ist ein Spiel auf Zeit. Doch Mathilda ist seine einzige Hoffnung und sein letzter Sinn – in einem Leben, das verloren scheint … Und das schreibt der Verlag in der Vorschau: „Winterhonig“ erzählt von einer lebensgefährlichen LIEBE in einer archaischen, grausamen Welt, die noch gar nicht so lang Geschichte ist. INSPIRIERT von den Erlebnissen ihrer eigenen Großmutter, lässt uns Daniela Ohms die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus Sicht der Landbevölkerung erleben: Das harte, entbehrungsreiche LEBEN, das Mathilda als zehntes Kind eines Bauern führt; die Anstrengungen, die der junge Karl unternimmt, um seine ABSTAMMUNG vor den Nazis geheim zu halten; die Liebe der beiden, die nicht sein darf, bringt sie Mathilda doch in große GEFAHR; die Schrecken des Krieges, der drohende Tod durch Bomben oder Verrat. Liebe Leser, ich lade euch alle herzlich ein, in der Leserunde zu meinem neuen Buch „Winterhonig“ mitzulesen. Ich war jetzt einfach mal so frei, zuerst ein bisschen was über das Buch zu erzählen ;-) Wer sich davon angesprochen fühlt, darf sich gerne bis zum 21. April für eines von 15 Rezensionsexemplaren bewerben. Einen Tag später am 22. April gebe ich dann die Gewinner bekannt. Für alle, die sich bewerben möchten, kommt hier nun eine „kleine Aufgabenstellung“: Lest die Leseprobe auf Amazon und beantwortet folgende Fragen: 1. Welchen ersten Eindruck habt ihr von Mathilda und Karl? Könnt ihr schon etwas über die Charaktere der beiden sagen? Mögt ihr sie? Machen sie euch neugierig? 2. Was erhofft/wünscht ihr euch von dem Buch? 3. Wie oben schon erwähnt wird, habe ich in dem Buch u.a. auch die Erinnerungen meiner Großmutter verarbeitet. Haben eure (Groß)eltern/(Groß)Tanten/(Groß)Onkel etc. euch auch etwas über den 2. Weltkrieg erzählt? Wenn ja, gibt es die ein oder andere „Anekdote“, die euch besonders berührt oder erschreckt hat? Oder seid ihr in einer Familie aufgewachsen, in der es üblich war, über „damals“ zu schweigen? So, hehe, wenn ich mir meine Fragen so anschaue, klingt das ja schon fast nach einer kleinen Deutscharbeit. Aber ihr schafft das ;-) Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls auf eure Bewerbung! Herzliche Grüße Daniela Ohms Zum Stöbern: www.daniela-ohms.de Über die Autorin DANIELA OHMS, geboren 1978, studierte Literaturwissenschaften mit den Nebenfächern Psychologie und Geschichte. Für ihren Roman WINTERHONIG hat Ohms sich durch die Erinnerungen ihrer Großmutter, Jahrgang 1924, inspirieren lassen, die im Paderborner Land als jüngstes Kind einer elfköpfigen Bauernfamilie aufwuchs und in ihrer Jugend die Wirren und Nöte des Zweiten Weltkrieges erlebte. Nach einigen Veröffentlichungen im Jugendbuchbereich ist Winterhonig Ohms' erster Roman für Erwachsene. Neben dem Schreiben ist die Autorin in einer Literaturagentur tätig und wohnt mit ihrer Familie in Berlin. Cäcilia Oele (geb. Aring), ihre Oma, ist inzwischen 92 Jahre alt und lebt in Rheda-Wiedenbrück. Dort hat sie im Jahr 2006 einen Schreibwettbewerb der Lokalzeitung "Die Glocke" gewonnen. Natürlich gelten die üblichen Lovelybooksregeln: Wer ein Exemplar gewinnt, verpflichtet sich dazu, es innerhalb der nächsten 4 Wochen nach Erhalt zu lesen, sich aktiv in der Leserunde zu beteiligen und das Buch anschließend zu rezensieren. Mindestens hier bei Lovelybooks, gerne aber auch noch woanders. Um euch zu bewerben, solltet ihr schon mindestens eine aussagekräftige Rezension hier auf Lovelybooks veröffentlicht haben.

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    • 677
  • Rezension zu "Julia" von Otto de Kat

    Julia

    Schiller-Buchhandlung

    23. June 2010 um 16:07

    Dieser schmale Band erzählt auf 167 Seiten die Geschichte eines verpassten Lebens: Christiaan Dudock spürt schon als Kind, als er die Sommerferien auf dem Bauernhof seines Großvaters verbringt, daß er ein Verlorener ist. Anstatt sein Leben in diesem Königreich, wie er es für sich nennt, zu verbringen ist ihm ein Leben in der Stadt bestimmt, denn er wird die Fabrik seines Vaters übernehmen: "Aber er gehörte nicht dorthin. Zu Hause, das waren die Stadt, die Fabrik, die er später übernehmen sollte, die Bücher, die er las, das zurechtgeformte Leben eines Kindes unter Erwachsenen mit ihrer eleganten Konversation. Chris Dudock, dazu bestimmt, ein Direktor zu werden, ein gebildeter Mann, ein Ruheloser." 1938: Bevor er in die Fabrik seines Vaters eintritt verbring Chris einige Mionate in Lübeck, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Dort lernt er Julia Bender kennen, die als begabte Ingenieurin in der Fabrik arbeitet, jedoch den Nationalsozialismus entschieden ablehnt. Chris verliebt sich in die attraktive junge Frau, die ihn jedoch nach der Reichskristallnacht im November 1938 bittet, zurück nach Holland zu gehen - ohne sie. Chris fügt sich - eine Entscheidung, die er sein Leben lang bereuen wird. Kunstvoll erzählt Otto de Kat die Geschichte dieses Lebens, das bis auf die wenigen Wochen in Deutschland eigentlich immer auf der falschen Spur verläuft: Zurück in Holland heiratet Chris seine Freundin, die hartnäckig um ihn wirbt, bis er nachgibt und dabei nur eine Bedingung stellt: Er möchte keine Kinder. Natürlich spürt sie die innerliche Distanz und als sie für einige Zeit ein Verhältnis mit Chris’ einzigen Freund hat, ist das für diesen eigentlich eine Erleichterung. Und das Ende dieses Lebens ist gleichzeitig der Beginn des Buches: Der Chauffeur des Fabrikleiters findet ihn 1981 morgens tot in seinem Arbeitszimmer, ohne Abschiedsbrief, nur mit einer deutschen Zeitung vom 2. April 1942. Berichtet wird auf der Titelseite über den verheerenden Luftangriff auf Lübeck, auf der Liste der Opfer ist ein Name markiert: Julia Bender. Ich schätze Bücher sehr, die auf weingen Zeiten sehr viel erzählen - dieses Buch gehört dazu. Aus wechselnden Perspektiven wird eine todtraurige Geschichte erzählt, die mich noch lange beschäftigt hat. (Susanne Martin)

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