Owen Sheers I Saw a Man

(56)

Lovelybooks Bewertung

  • 52 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 1 Leser
  • 23 Rezensionen
(15)
(19)
(14)
(7)
(1)

Inhaltsangabe zu „I Saw a Man“ von Owen Sheers

Ein atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen
Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird.
Ein tiefgreifender, packender Roman über Verlust, Schuld und die heimtückische Natur von Geheimnissen.

Raffinierte Story!

— swanny

Versteckt ungeahnte Themen und hat irgendwie was besonderes.

— el_lorene

Schuld, Moral, Verantowrtung, dieses Buch wirft viele Fragen auf.

— ulrikerabe

Ekelhaft. Oberflächlich. Sexistisch. Bei Frauen geht's wieder nur um Sex. So respektlos, widerlich, traurig.

— Sanieinsanity

Interessantes Thema und vielfältige Charaktere, allerdings plätschert die Geschichte eher dahin, als dass wirklich Spannung entstehen würde.

— Mary-and-Jocasta

Nach 70 Seiten nur noch überflogen, weil mir das meiste einfach zu langweilig war....

— Bellastella

Story ist eigentlich gut, aber leider viel zu langatmig! Hat mich enttäuscht...

— Rpunkt99

Ein Buch, das wirklich überrschen kann und ungeahnt viel Spannung bietet.

— miss_mesmerized

Gute Idee, mit zu viel außen rum

— CarasBuecherwahn

Hatte leider ein paar Längen, war aber trotzdem spannend und kam mit einem unerwarteten Ende daher.

— derkleinemaulwurf

Stöbern in Romane

Leere Herzen

Tiefsinniger, kluger und abgeklärter Roman, der mit der "Was geht mich das alles an-Haltung" hart ins Gericht geht...

Lyke

Britt-Marie war hier

Nervig - liebenswerte Prota in einer unterhaltsamen Geschichte über Fußball und das Leben.

ConnyKathsBooks

Der verbotene Liebesbrief

ein echt gutes und spannendes Buch, ich konnte es kaum aus der Hand legen

SteffiFeffi

Wie der Wind und das Meer

Eine schöne Geschichte, ein spannender Roman über die Liebe und darüber, wie eine (Not-)Lüge das Leben entscheidend beeinflussen kann.

DanielaVaziri

Karolinas Töchter

Lenas traurige Geschichte hat mich zutiefst berührt! Sehr lesenswert!

clary999

Der gefährlichste Ort der Welt

Sollte man in der Schule als Lektüre behandeln! Bietet viel Diskussionsstoff!

cheshirecatannett

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Tragische Ereignisse, Geheimnisse und verschwiegene Wahrheiten

    I Saw a Man

    ulrikerabe

    27. May 2017 um 14:24

    Ist eine Geschichte, die niemand liest, nur die Hälfte wert?I Saw a Man von Owen Sheers beginnt wie ein klassischer Thriller. Ein Mann betritt in London das Haus seiner Nachbarn durch die offenstehende Hintertür, in der Annahme, dass niemand zu Hause sei. In diesen wenigen Minuten, in denen sich Michael Turner im Haus der Nelsons befindet, passiert etwas außergewönlich Tragisches.In Rückblenden auf mehreren Zeitebenen erzählt Sheers von Michael, seiner Frau Caroline, einer Journalistin, die in Pakistan ums Leben kommt, von Josh und Samantha Nelson und ihren bezaubernden Kinder, deren Ehe nur mehr Fassade ist und von einem amerikanischen Soldaten, der fernab der Geschehnisse einen kleinen Stein ins Rollen gebracht hat.Wieder einmal geht es um die Fragestellung, was wäre, wenn nicht eine falsche Entscheidung zum falschen Zeitpunkt, am falschen Ort getroffen worden wäre. Wie umgehen mit einem belastenden Geheimnis, mit Schuld und Verantwortung. Verschwiegene Wahrheit ist doch nichts anderes, als ein gut verschütteter Müllberg, die nach dem nächsten Regen wieder zum Vorschein kommt.Die Geschichte, die Michael letztlich aufschreibt wird vielleicht niemand lesen, aber die Wahrheit wurde erzählt, das eigene Gewissen bereinigt. Sie wurde zum Abschluss gebracht, vielleicht auch irgendwann mal für alle anderen Beteiligten.

    Mehr
  • Sexistisch.widerlich.

    I Saw a Man

    Sanieinsanity

    30. April 2017 um 22:27

    Ekelhaft. Oberflächlich. Sexistisch. Bei Frauen geht's wieder nur um Sex. So respektlos, widerlich, traurig, dass es nur so oberflächliche, ekelhafte, sexistische Männer gibt!.. Widerliche Schlampen,von Liebe keine Ahnung. P.S. Total lahm, und so detailliert, dass man denkt, der hat ne Krankheit. Wie ein kranker, sexistischer.... Psychopath. 

    • 2
  • Owen Sheers - I Saw a Man

    I Saw a Man

    miss_mesmerized

    24. September 2016 um 05:58

    Ein gefährlicher Einsatz, ein Versehen, eine ganze Reihe von Opfern. Die Journalistin Caroline stirbt bei einem Auslandsdreh in Afghanistan durch eine amerikanische Rakete. Ihr Mann Michael kann den Verlust kaum ertragen, schon gar nicht im gemeinsamen Haus in Wales. In London hofft er sich ablenken und weiter an seinem aktuellen Buch arbeiten zu können. Seine neuen Nachbarn, Josh und Samantha mit den Töchtern Rachel und Lucy, schließen schnell mit ihm Freundschaft und kümmern sich um ihn in seiner Phase des Trauerns. Er wird zum fünften Familienmitglied und bewegt sich frei in ihrem Haus. Eines Nachmittags will er nur schnell einen Schraubenzieher abholen, den er Josh geliehen hatte. Seltsamerweise steht die Hintertür offen. Ein ungutes Gefühl zieht Michael in das Obergeschoss des scheinbar leeren Hauses. Ein Geräusch lässt ihn erst erschrecken und löst dann eine unheilvolle Kette von Ereignissen aus. Auf der anderen Seite des Atlantiks hadert ebenfalls ein Mann mit dem Schicksal und am Ende stehen gleich drei Männer vor der Frage, wie sie mit der Schuld, die sie auf sich geladen haben, leben sollen.Owen Sheers schafft es, den Leser zu fesseln und wirft ihn immer wieder neue Spuren und unerwartete Wendungen hin, die den Roman unzählige Male in eine völlig andere Richtung lenken. Seine Rahmenhandlung wird durch die Ereignisse des einen, unheilvollen Nachmittags im Juni bestimmt. In Zeitlupe bewegt sich Michael im Haus seiner Nachbarn, jeder Schritt wird unterbrochen von Erinnerungen an Caroline und die Erinnerungen eines anderen Mannes. Wenige Andeutungen lassen ahnen, was passieren wird, um dann die Katastrophe ein weiteres Mal zu verzögern. Auch der Ton wandelt sich, je nachdem wo wir uns befinden: im Haus herrscht äußerste Anspannung und die Nerven sind bis zum Zerreißen gespannt – dann wiederum sind wir mit Michael in der Trauer um seine Frau oder bei dem amerikanischen Soldaten und seinen Erinnerungen an den schlimmsten Tag seines Lebens. Hier wird der Ton ruhig und melancholisch nur um dann wieder an den neuen Tatort zurückzukehren. Das eigentliche Ereignis, auf das die Geschichte lange Zeit hinsteuert, ist dann doch ganz anders als erwartet und hat vor allem ungeahnte Folgen für die Zeit danach – hier kann Sheers sich wirklich von der Masse der Krimis absetzen. Mehr zu schreiben würde potenziellen Lesern nun den Spaß verderben, bleiben wir dabei: eine wirklich gute Idee auch hervorragend umgesetzt. Einzig das Ende fand ich einerseits recht knapp und zum anderen für das, was ihm vorher gelungen war, etwas zu dünn.Als Roman kategorisiert kann der Text jedoch mit erstaunlich viel Spannung punkten und darüber hinaus auch ganz wichtige Fragen nach Schuld und Verantwortung aufreißen. Vieles kam für mich unerwartet – wirklich ein Buch, das in vielerlei Hinsicht überraschen kann. 

    Mehr
  • Spannung mit Tiefgang

    I Saw a Man

    blauerklaus

    04. August 2016 um 13:55

    „Der Vorfall, der ihrer aller Leben veränderte, ereignete sich an einem Samstagnachmittag im Juni, kurz nachdem Michael Turner – in der Annahme, es sei niemand da – das Haus der Nelsons durch die Hintertür betreten hatte.“ (Erster Satz des Romans) Das Buch beginnt wie ein klassischer Thriller mit einem Protagonisten, der die Tür des Nachbarhauses halb offen stehend vorfindet und vorsichtig das Haus betritt um herauszufinden, ob hier vielleicht Einbrecher am Werke sind. Der Roman erfüllt die Erwartung an einen Thriller zwar nicht, dennoch ist er unheimlich spannend zu lesen.Der Schriftsteller Michael Turner trifft eines Tages die große Liebe seines Lebens. Caroline ist Journalistin und hauptsächlich in den Krisengebieten der Welt unterwegs. Mit ihrem plötzlichen Tod bei einem Auslandseinsatz in Pakistan bricht für Michael eine Welt zusammen. Er verkauft das gemeinsame Haus in Wales und zieht in eine kleine Wohnung in London. Hier freundet er sich überraschend schnell mit dem in unmittelbarer Nachbarschaft lebenden Ehepaar Josh und Samantha Nelson und deren beiden Töchtern an. Josh ist Banker bei Lehman Brothers, seine Ehefrau Samantha kümmert sich um den Haushalt, obwohl sie in ihrer Jugend eigentlich künstlerische Ambitionen hatte. Der leicht kriselnden Beziehung scheint die unkomplizierte Freundschaft zu Michael gut zu tun. Im ersten Drittel des Romans wird anhand von Rückblenden hauptsächlich die Vorgeschichte von Martin und Caroline erzählt und wie Michael die Nelsons kennenlernt. Später lernen wir noch David kennen, der zwar tausende von Kilometern entfernt auf einem Luftwaffenstützpunkt in Nevada seine Arbeit verrichtet, mit dem Schicksal von Michael und seinen neuen Freunden aber auf engste verbunden ist. Owen Sheers beschreibt meisterhaft wie eine einzige Entscheidung eines Menschen das Leben vieler, auch scheinbar unbeteiligter Personen, beeinflussen kann. Sein Buch behandelt die Themen Freundschaft und Liebe und geht der Frage nach, wie man mit Schuld und Verantwortung umgehen kann. Bis Michael seinen Gang durch das Haus der Nelsons beendet hat und das Geheimnis um das im Eingangssatz erwähnte schicksalhafte Ereignis stattfindet braucht das Buch einige Zeit. Michaels Gang durch das Haus wird immer wieder von Rückblenden unterbrochen, diese Cliffhanger steigern die Spannung des Buches ungemein. Auch wenn hier kein mysteriöser Todesfall aufzuklären ist und kein psychopathischer Mörder sein Unwesen treibt, Owen Sheers zeigt in seinem Roman gekonnt wie scheinbar unspektakuläre Ereignisse den Alltag der Menschen in die Katastrophe stürzen und erinnert mich dabei ungemein an meine Lieblingsschriftstellerin Patricia Highsmith. Die von ihr zur Perfektion gebrachte „Suspense“-Stimmung kommt auch in „I saw a man“ unweigerlich auf und auch ohne „Verbrechen“ im klassischen Sinne wird eine bedrohliche, spannende Atmosphäre erzeugt. Von mir daher eine klare Leseempfehlung für diesen tollen Roman.

    Mehr
    • 3
  • I saw a man, Owen Sheers

    I Saw a Man

    readingmia

    21. July 2016 um 21:52

    I Saw A Man, Owen SheersTitel: I Saw A Man Autor/in: Owen SheersOriginaltitel: I saw a man Aus dem Englischen von Thomas MohrGenre: RomaneErschienen: 22. Februar 2016Verlag: DVA BelletristikISBN: 978-3-421-04669-7Seitenanzahl: 304 Seiten, Gebundenes Buch mit SchutzumschlagPreis: € 19,99 [D] | € 20,60 [A]Quelle Inhaltsangabe: Ein atemberaubendes Drama über die Last von GeheimnissenNach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Ein tiefgreifender, packender Roman über Verlust, Schuld und die heimtückische Natur von Geheimnissen. Autor: Owen SheersOwen Sheers, geboren 1974 in Fidschi, lebt nach einer Zeit in London heute wieder in Wales, wo er auch aufgewachsen ist. Vielseitig talentiert, lässt er sich nur schwer auf eine Form festlegen - zu seinen publizierten Werken zählen Dramen, Libretti, Gedichte und ein Sachbuch. Der Debütroman "Resistance" wurde in zehn Sprachen übersetzt und mit Michael Sheen in der Hauptrolle verfilmt. Sheers wurde u.a. mit dem Somerset Maugham Award, der Hay Festival Poetry Medal und dem Amnesty International Freedom of Expression Award ausgezeichnet. "I Saw a Man" ist sein zweiter Roman und für den französischen Prix Femina étranger nominiert. Das Cover: Ich finde das Cover in Ordnung. Mir gefällt es das der Titel so groß geschrieben ist, denn so steht er im Fokus. Der Rest des Covers ist sehr schlicht gehalten macht aber Neugier auf mehr. Meine Meinung: Ich hatte dem Buch erstmal gar nicht so viel Beachtung geschenkt, bis ich dann eine tolle Rezension dazu gelesen hatte. Ab da wusste ich das ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Der Schreibstil...... bleibt durchgehend flüssig und leicht. Er ist total spannend wie ein Thriller. Man kann sich leicht, viele Situationen bildlich vorstellen. Das Buch wird aus der Sicht von Michael, dem Protagonisten, erzählt. Die Sicht wechselt öfters die Zeiten. Michael berichtet aus der Gegenwart aber, auch aus seiner Vergangenheit. Die Charaktere...... mit Michael könnte ich mich nicht direkt anfreunden. Er war am Anfang etwas undurchschaubar und man lernt ihn erst nach und nach richtig kennen. Seine Handlungen konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Die Nebencharaktere waren in Ordnung und authentisch.Die Handlung......ist strukturiert und nicht vorhersehbar. Der Autor behandelt ein aktuelles Thema sodass, man sich nach dem Lesen Gedanken darüber macht. Der Roman handelt über schicksalhafte Situationen im Leben. Fazit: Ein sehr tiefgründiger Roman der ein aktuelles Thema behandelt über das man sich selbst Gedanken macht.Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen!Ein großes Dankeschön geht an den DVA Belletristik Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

    Mehr
  • Ein faszinierendes und spannendes Erzählgerüst

    I Saw a Man

    buchmagie88

    11. July 2016 um 13:50

    Michael Turner zieht nach dem schmerzhaften Tod seiner Frau von einem kleinen Cottage in Wales zurück nach London in die Stadt. Zu viele schmerzhafte Erinnerungen verweilen in dem Cottage an Caroline, die journalistischen Tätigkeiten in Pakistan nachging und bei einer Explosion ums Leben kam. In London schließt Michael, durch einen puren Zufall, relativ schnell Freundschaft mit seinen Nachbarn Josh und Samantha Nelson. Das Ehepaar wohnt mit seinen beiden Töchtern Rachel und Lucy direkt nebenan in einem Haus und schon bald geht Michael bei den Nelsons - wie selbstverständlich - ein und aus. Doch an diesem Samstagnachmittag im Juni sollte sich ihr aller Leben schlagartig verändern. Denn an diesem Nachmittag betritt Michael das Haus der Nelsons durch die offene Hintertür mit einem äußerst unguten Gefühl. Es scheint nämlich niemand im Haus zu sein, doch warum stand dann die Hintertür auf? Das sieht den Nelsons gar nicht ähnlich...Anscheinend sind genau diese Geschichten so besonders und so faszinierend, von denen man es am Anfang überhaupt nicht erwartet hätte. Neugierig wurde ich auf "I saw a man" von Owen Sheers, ganz altmodisch und einfach, durch den Klappentext, weil der ziemlich clever formuliert wurde. Ein, mir bisher unbekannter, Protagonist, der das scheinbar leere Haus seiner Nachbarn und Freunde durch die offene Hintertür betritt und eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die keiner mehr aufhalten kann. Das klingt natürlich erst einmal ziemlich spannend und mysteriös und das war es auch, da der Autor ziemlich lange den Leser im Unklaren darüber lässt, was in dem Haus der Nelsons vorgeht. Was mich aber besonders an der Geschichte beeindruckt hat, war die Art und Weise des Erzählens. Absolut clever, unvorhersehbar und wahnsinnig spannend, hat Owen Sheers hier ein ganzes Erzählgerüst aufgebaut, bestehend aus Rückblicken in die Vergangenheit, parallelen Handlungssträngen und der eigentlichen präsenten Geschichte, die den Protagonisten Michael im Haus der Nelsons dokumentiert. Durch dieses Erzählgerüst, das ich auf diese Art und Weise noch nirgendwo anders gelesen habe, hat mich dieses Buch unglaublich fasziniert. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Und ich meine sogar zu behaupten, dass ich möglicherweise eine andere Meinung zu dem Buch gehabt hätte, wenn die Erzählweise sich nicht genauso dargestellt hätte, wie es in "I saw a man" der Fall ist. Ob diese Meinung positiver oder negativer ausgefallen wäre, kann ich nicht sagen aber sie wäre anders gewesen. Wer aber genau diese besonderen Arten des Erzählens mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Owen Sheers ist eine faszinierende und spannende Geschichte über die Last von Geheimnissen gelungen. Ein besonderes Buch, das mich auch Tage, nachdem ich die letzte Zeile gelesen habe, nicht mehr losgelassen hat. Man muss sich gewiss auf die Story einlassen aber wenn man das einmal getan hat, dann kann man dieses Buch nicht mehr weglegen. 

    Mehr
  • Ein tragisches Ereignis verändert alles: „I saw a man“ von Owen Sheers

    I Saw a Man

    storiesonpaper

    28. June 2016 um 09:57

     „I saw a man“ hat mich durch den Klappentext sofort angesprochen. Was befindet sich hinter der Tür? Was genau passiert im Haus, das die Protagonisten nicht mehr loslässt? Die Inhaltsangabe weckt große Erwartungen, doch leider kann der Roman nicht halten, was er verspricht. Es ist schwer, die Handlung zu kritisieren, ohne viel zu verraten. Für mich waren das „Ereignis“ und die daraus resultierenden Folgen zu schnell abgehandelt. Der eigentliche Fokus  lag auf den Biografien der Protagonisten, sodass das der Einschnitt im Haus fast schon zur Nebensache wird. Immer dann, wenn es spannend wird, unterbricht Owen Sheers mit langen Rückblenden die Situation und schildert teilweise Momente, die nichts für die Handlung tun. So ist beispielsweise der Nebenstrang um den Soldaten Daniel für mich viel zu lang und detailliert. Zwar hat die Figur eine wichtige Rolle, dennoch hätte man sich diesen Einblick fast komplett sparen können. Fazit: Owen Sheers erzählt sehr gefühlvoll von tragischen Momenten, die den Menschen prägen und vom Schicksal in all seinen Facetten. „I saw a man“ ist eher ein Drama, als ein Thriller. Größtes Problem ist daher der Klappentext, der sicher die falschen Leser anspricht. Der Roman konnte mich leider nur bedingt fesseln und hat durch meine falschen Erwartungen eine große Enttäuschung hinterlassen, daher vergebe ich 2 von 5 Sternen.

    Mehr
  • Wie geht man mit Schuld um?

    I Saw a Man

    Sommermaedchen23

    26. June 2016 um 10:15

    InhaltEs war an einem Samstagnachmittag im Juni, als sich ihrer aller Leben komplett veränderte: schlagartig, nur wenige Minuten, nachdem Michael Turner das Haus der Nelson durch die Hintertür betreten hatte. In der Stille wirkte es als wäre niemand daheim.„Ohne den Leser ist eine Geschichte weiter nichts als eine – da haben wir es wieder – Anhäufung von Gedanken auf einem Blatt Papier“ Seite 253MeinungMichael Turner ist Journalist und Schriftsteller, eigentlich mehr Schriftsteller, denn das ist sein größter Traum und er hat ihn sich verwirklicht. Er schreibt Bücher über reale Personen oder Sachen, die er erlebt hat und er besitzt die Kunst sich selbst aus den Büchern herauszuschreiben. In Amerika ist er sehr erfolgreich mit seinen Büchern, doch dann reizt es ihn dort nicht mehr und er kehrt nach Hause zurück, nach London. Dort beginnen wir. Michael lebt nach dem Tod seiner Frau, Caroline in einer kleinen Wohnung im Dachgeschoss. Als er dort einzieht lernt er seine Nachbarn kennen. Samantha und Josh Nelson. Das Ehepaar wohnt mit seinen zwei Kindern neben an. Die Geschichte beginnt damit, dass Michael in das Haus seiner Nachbarn geht, weil die Hintertüre offensteht. Er möchte sich seinen Schraubenzieher wieder zurückholen, den er Josh geliehen hat. Als er in dem Haus steht bemerkt er das niemand daheim ist. Es kommt ihm unheimlich vor und anstatt wieder nach draußen zu gehen und die Polizei zu alarmieren oder Josh zu erreichen streunt er weiter durch das Haus auf der Suche nach dem Schraubenzieher. Das ist schon der erste Punkt, von vielen den ich nicht verstehen kann. Michael, kennt die Nelsons gerade mal 7 Monate. Keine besonders lange Zeit und schon geht er einfach in ihr Haus? Er klingelt nicht, nein er spaziert einfach hinein. Er ruft zwar nach Samantha und Josh, doch nachdem er keine Antwort bekommen hat geht er trotzdem einfach in das Haus hinein. Er streift seine Schuhe ab, weil diese voller Erde sind und er bemüht sich so wenig wie möglich anzufassen, da auch seine Hände voll damit sind. Er verhält sich wie ein Dieb oder Einbrecher. Während er durch das Haus streift lernen wir seine Frau Caroline kennen, wir erleben wie die zwei sich kennen lernen und verlieben, wie sie heiraten und ein Haus kaufen und wie alles mit einem Knopfdruck beendet wird. Wie er seine Frau verliert und in ein tiefes Loch fällt. Seine Frau stirbt bei einem Drohnenangriff auf einen Talibanführer. Dann kommt neben dem Ehepaar Nelson noch eine weitere Person ins Spiel: Daniel McCullen, ein amerikanischer Pilot, der auch eine Familie besitzt. Am Anfang war ich etwas irritiert, er hatte für mich so gar nichts mit dem Rest der Geschichte zu tun, aber nach und nach dämmert mir dann schon wieso er jetzt auch noch dazu kam und wieso seine Person eine noch große Rolle spielen wird. Micheal ist immer noch auf Streifzug durch das Haus seiner Nachbarn. Samantha und Josh sind liebevolle Eltern für ihre Kinder Rachel (6 Jahre) und Lucy (4 Jahre), doch in ihrer Ehe gibt es eine nicht zu verleugnende Spannung, die auch Michael nicht verborgen bleibt, dennoch möchte er mit beiden befreundet sein, denn von dieser Freundschaft profitieren sie alle drei. Dann passiert etwas absolut schreckliches und Michael reagiert wieder so wie ich es überhaupt nicht erwartet hätte. Er lässt mich fassungslos auf dem Sofa zurück und ich kann einfach nur noch den Kopf schütteln. Was bitte sollte das? Wieso reagiert er so? Um Himmelswillen! Er kommt auch später nicht wirklich zur Vernunft. Nein, er spielt ein Spiel und redet sich eine echt verdrehte Wahrheit ein. Die verschwiegene Wahrheit ist wie ein riesiger Müllberg. Den kannst du zuschütten, so viel du willst, beim nächsten Regen kommt er wieder zum Vorschein. Seite 41Jeder in diesem Buch hat Schuld auf sich geladen, zumindest die drei Männer. Irgendwie ist alles Schein. Jeder belügt, betrügt oder verbiegt sich die Wahrheit so, dass er gut da steht und es irgendwann wirklich zu seiner Wahrheit wird, an die er glaubt. Der einzige, der für mich vollkommen nachvollziehbar handelt ist Daniel. Er hat einen Befehl ausgeführt und ist deswegen, derjenige, der eine Schuld aufgeladen bekommen hat, weil er seine Pflicht erfüllt hat und seinem Land gedient hat. Michael Turner ist mir immer etwas suspekt und unsympathisch geblieben. Ein Charakter, in welchen ich mich so gar nicht hineinversetzen konnte. Auch Josh blieb mir immer ein bisschen fremd, aber noch lange nicht so wie Michael, denn er hat etwas in Gang gesetzt, was er nicht mehr stoppen kann, doch er hat zu jeder Zeit in der Hand etwas zu ändern, doch er ist nicht in der Lage sich das einzugestehen. Das Ende des Buches hat mich überrascht und irgendwie auch wieder nicht. Es wäre durchaus möglich, dass es so endet, es hätte aber auch anders ausgehen können. Hätte Michael es geschafft sich selbst die Wahrheit einzugestehen. FazitIn diesem Buch geht es um Trauer, Verlust und Schuld. Wie geht man mit Schuld um? Läuft man weg oder stellt man sich ihr mit aller Konsequenz?

    Mehr
  • Die Folgen eines Augenblicks

    I Saw a Man

    ForeverAngel

    13. June 2016 um 11:06

    Nach dem Tod seiner Ehefrau Caroline zieht Michael Turner nach London, um neu anzufangen. Mit seinen neuen Nachbarn, den Nelsons, freundet er sich schnell an. Mit Josh geht er joggen, mit Samantha kann er sich stundenlang unterhalten und die Kinder Lucy und Rachel mögen ihn ebenfalls. Bald schon besucht er sie regelmäßig, isst bei ihnen zu Abend und geht wie ein Familienmitglied ein und aus. Doch ein Tag im Juni soll ihrer aller Leben verändern. Michael, der im Garten arbeitet, sieht dass die Hintertür der Nelsons offen steht. Im Haus selbst ist es still. Michael geht hinein, ruft nach Josh und Samantha, denkt an einen Einbruch. Vor dem Treppenabsatz überkommt ihn plötzlich ein seltsames Gefühl. Als ob Caroline hier wäre, oben, in einem der Schlafzimmer. Wie in Trance steigt er die Treppe hinein. Und das Unglück nimmt seinen Lauf. I saw a man erzählt die dramatische Geschichte von drei Familien, deren Leben durch Schicksalsschläge miteinander verknüpft sind. Hätte Daniel nicht die Rakete gesteuert, die das Auto mit dem Terroristen abgeschossen hätte, wäre Caroline nicht gestorben. Wäre Caroline noch am Leben, hätte Michael die Nelsons nicht kennengelernt. Hätte Michael die Nelsons nicht kennengelernt, hätte sich jener Tag im Juni nie ereignet und ihr Leben hätte sich nicht so entwickelt, wie es das nun tut. Der eigentliche Protagonist ist Michael, der immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt. Mal sind wir im Hier und Jetzt, mal erzählt er von seiner Zeit mit Caroline. Aber auch Daniel, der die Rakete gesteuert hat, und Josh, der ebenfalls Schuld an dem Unglück des Junitages trägt, gewähren uns immer wieder Einblicke in ihr Leben und ihre Gedankenwelt. I saw a man ist ein ruhiges, nachdenkliches Drama. Ohne viel Action, Handlungsspannung oder emotionale Dialoge erzählt es von dem Welleneffekt, den ein einzelner schicksalshafter Moment auslösen kann. Es geht um das bedrückende Gewicht eines Geheimnisses, um den Drang, zu gestehen. Um das Gewissen, das gegen den Selbsterhaltungstrieb ankämpft. Um Moral gegen Angst. Es ist ein ruhiges Buch, und ein gutes. (c) Books and Biscuit

    Mehr
  • Ein Ereignis ergibt ein Ereignis ergibt ein Ereignis ergibt ein Ereignis...

    I Saw a Man

    Sumsi1990

    23. May 2016 um 11:28

    Ich habe mir dieses Buch gleich nach dessen Erscheinung geholt, da die ersten Leserstimmen mehr als beeintruckend waren. Jetzt habe ich es endlich geschafft es zu lesen und wurde herb enttäuscht. Kurz zum Inhalt: Das Buch handelt von 3 unterschiedlichen Männern, deren Leben durch einige Ereignisse miteinander verknüpft sind. Zum einen haben wir da Michael, den Schriftsteller dessen Frau vor kurzem ums Leben kam sowie dessen Nachbarn Josh, den Broker, verheiratet mit Sam und Vater von 2 Töchtern sowie Daniel, einen Piloten. Das Buch beschäftigt sich meiner Meinung nach mit dem Thema Schuld, Sühne, Lügen und des weiteren damit, wie ein Ereignis den Lauf von vielen anderen Leben indirekt beeinflussen kann. Zum Schreibstil:Das Buch wechselt jeweils zwischen den drei Leben der verarbeiteten Männer, wobei sich diese in unterschiedlichen Bereichen überschneiden. Das Buch war (bis auf einige Ausführungen im Bezug auf den Dronenflug) flüssig zu lesen, leider aber eben stellenweise sehr langatmig geschrieben. Trotzdem habe ich beim Lesen nicht gestockt, was eher auf einen guten Schreibstil hindeutet. Mein Fazit: Das Buch war nicht ganz schlecht. Ich wollte es durchaus fertig lesen und wissen, wie es endet. Aber vielleicht war es einfach nicht meinen Story. Ich finde gerade am Anfang war das Buch sehr langatmig geschrieben und schockierte mich dann eher mit einem kurzen, nicht wirklich spannenden Ende. Wie gesagt, hätte ich mir aber aufgrund der doch sehr positiven (Presse)Stimmen doch einiges mehr erwartet und war daher nicht ganz glücklich mit dem Buch!

    Mehr
  • I saw a Man

    I Saw a Man

    lenisvea

    17. May 2016 um 19:23

    19,99 [D] € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04669-7 NEU Erschienen: 22.02.2016 Ein atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Ein tiefgreifender, packender Roman über Verlust, Schuld und die heimtückische Natur von Geheimnissen. Meine Meinung: Mich hatte der Klappentext total angesprochen und habe mich sehr gefreut, dass mir das Bloggerportal das Ebook zur Rezension zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank noch einmal dafür. Ich bin total gut in die Geschichte rein gekommen, der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen. Erst fing die Geschichte ja recht harmlos an, aber als es dann wirklich um das Geschehene ging, konnte ich es gar nicht abwarten, die ganze Geschichte zu erfahren. Ich hatte mit etwas ganz anderem gerechnet, war eine große Überraschung für mich. Dieses Buch befasst sich sehr stark mit den Themen Liebe, Freundschaft, Schuld und Verrat, es hatte einigen Tiefgang, was mir sehr gut gefallen hat. Ich glaube, diese Geschichte wird mir noch länger im Gedächtnis bleiben. Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war das Ende. Das ist aber wahrscheinlich einfach nur Geschmackssache. Mir haben die Charaktere insgesamt sehr gut gefallen, vor allem konnte ich mich gut in die Situation des Hauptprotagonisten Michael hinein versetzen. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, ich kann hier eine klare Kauf- und Leseempfehlung geben, es war ein schöner Roman mit viel Tiefgang, der mir wohl länger im Gedächtnis bleibt. Ich möchte das Buch mit 4,5 Sternen bewerten.

    Mehr
  • Schuld

    I Saw a Man

    serendipity3012

    Schuld „Die Last von Geheimnissen“ ist auf dem Buchrücken des Romans zu lesen, eine Tür ist abgebildet, einen Spaltbreit offen, Licht strahlt darunter hervor, aber wir wissen nicht, wohin diese Tür führt und was sich hinter ihr verbirgt. Ein recht passendes Bild zur Geschichte, die man in Owen Sheers zweitem Roman „I saw a man“ zu lesen bekommt.Nun lebt der Roman davon, dass sich die Geschehnisse nur nach und nach entblättern und man als Leser zunächst eine ganze Weile im Dunkeln tappt. Michael, der im Mittelpunkt des Romans steht, hat auf tragische Weise seine Frau verloren, beide hatten sich ernsthaft und vollkommen aufeinander eingelassen. Nach Carolines Tod verlässt Michael das gemeinsame Haus auf dem Land und zieht nach London, wo er die Nelsons kennenlernt: Josh und Samantha leben gleich nebenan mit ihren beiden kleinen Töchtern. Der Roman setzt ein, als Michael, der nach ein paar Monaten Bekanntschaft inzwischen regelmäßig bei den Nachbarn ein- und ausgeht und ihnen sehr nahe steht, auf der Suche nach einem Schraubenzieher deren Wohnung durch die offene Hintertür betritt und feststellt, dass niemand zu Hause zu sein scheint. Während er sich nun im Haus bewegt und auch bleibt, nachdem Josh und Samantha nicht zu finden sind, beginnt man als Leser sich zu fragen, zu argwöhnen, was passieren wird. Etwas Unheilvolles ist im Gang, daran besteht kein Zweifel. Was das sein wird? Nichts deutet daraufhin. In Rückblenden erfahren wir von Michaels Frau. Von ihrem Kennenlernen, ihrer Beziehung, ihrem Tod, dem, was danach kam. So springt die Geschichte zwischen dem Damals und dem Jetzt hin und her, bis die Ereignisse ihren Lauf nehmen.„I saw a man“ erzeugt Spannung dadurch, dass der Leser nicht weiß, was am Ende der Geschichte stehen wird, dies aber unbedingt wissen will. Und Sheers tut natürlich alles, um diese Spannung aufrecht zu erhalten, indem er immer wieder die Handlung der Gegenwart unterbricht und in die Vergangenheit zurückkehrt, Episoden ausschweifend erzählt. Wie man diese Episoden empfindet, ist wohl Geschmackssache: Kann man sich geduldig darauf einlassen? Schwierig. Denn man will ja wissen, wie es weitergeht. Man kann einem Spannungsroman schwerlich vorwerfen, dass er spannend ist, und der Impuls, die Abschweifungen möglichst schnell hinter sich zu bringen, sie nicht wirklich schätzen zu können, mag eine persönliche Marotte sein. Vielleicht passen an dieser Stelle Buch und Leserin einfach nicht zusammen.Allerdings neigt der Autor bzw. sein Erzähler auch dazu, sich zu wiederholen, das Gesagte zu verstärken, indem er noch einmal in anderen Worten darauf zurückkommt, ohne dass ein neuer Gedanke, eine Nuance, hinzugefügt würde. Es wird noch einmal ausgeholt, ohne einen anderen ersichtlichen Zweck, als die eigentliche Geschichte hinauszuzögern, die Spannung immer weiter zu steigern. Oder ist es so, dass der Autor seinen Lesern zu wenig zutraut, meint, sich deutlicher erklären zu müssen?Sheers Sprache ist einfach gehalten, gerade heraus, man gleitet über sie hinweg, bleibt nicht an ihr hängen, nur an den manchmal etwas unpassenden Bildern, wie zum Beispiel der Beschreibung einer „Empfängnis“, die Michaels Frau Caroline zu Beginn ihrer Beziehung „tief in ihrem Innern“ verspürt hatte und die nichts mit dem Empfangen eines Kindes zu tun hatte, so ist zu lesen. „Empfängnis“ soll hier ein Gefühl darstellen, verdeutlichen, dass sie so etwas wie mit Michael noch nie erlebt hatte. Nur eine verunglückte Übersetzung? Solche Stellen irritieren. Sheers wird lobend mit Ian McEwan verglichen, bleibt aber hinter ihm zurück, an dessen sogerzeugende Romane, dessen Fähigkeiten, Geschichten zu erzählen, Plots zu entwickeln, an McEwans Blick in die menschlichen Befindlichkeiten, auch Abgründe, reicht Sheers nicht heran.Trotz dieser Kritik, die teilweise mit den Lesepräferenzen der Rezensentin zu tun hat, ist „I saw a man“ kein durch und durch schlechtes Buch. Der Roman stellt große Fragen nach Schuld und Reue, danach, ob man lieber über etwas schweigen oder reden sollte. Was sind die Motive für das eine oder andere, und sind sie selbstsüchtig oder selbstlos? Wie lebt man mit einer großen Schuld weiter ohne an ihr zu zerbrechen? Hier hat Sheers’ Geschichte ihre stärksten Momente, regt zum Nachdenken an, bringt den Leser zum Abwägen. „I saw a man“ ist ein nicht ganz leicht einzuordnender Spannungsroman mit Stärken und Schwächen.

    Mehr
    • 4
  • Will man wirklich immer die Wahrheit hören?

    I Saw a Man

    PollyMaundrell

    24. April 2016 um 18:14

    KlappentextDie Last von GeheimnissenEs war an einem Samstagnachmittag im Juni, als sich ihrer aller Leben komplett veränderte: schlagartig, nur wenige Minuten, nachdem Michael Turner das Haus der Nelsons durch die Hintertür betreten hatte. In der Stille wirkte es, als wäre niemand daheim.Erster SatzDer Vorfall, der ihr aller Leben veränderte, ereignete sich an einem Samstagnachmittag im Juni, kurz nachdem Michael Turner - in der Annahme, es sei niemand da - das Haus der Nelsons durch die Hintertür betreten hatte.Meinung Nach dem Tod seiner Frau lebt Michael Turner recht zurückgezogen. Seine einzigen sozialen Kontakte sind seine Nachbarn, Joshua und Samantha Nelson plus Töchter. Schnell, fast schon zu schnell, wird Michael mehr oder weniger Mitglied dieser Familie. Zumindest scheint er es so zu sehen. Als er an einem Nachmittag zu ihnen geht um sich seinen Schraubenzieher zurück zu holen, den er Joshua geliehen hat, trifft er sie nicht an. Allerdings steht die Hintertür offen und so spaziert Michael nach ein paar mal rufen hinein und macht sich auf die Suche nach besagtem Gegenstand. Würde ich bei meinen Nachbarn ins Haus marschieren wenn sie nicht da sind? Nicht, wenn nicht tatsächlich ein Notfall vorliegen würde. Auf der anderen Seite würde ich nämlich auch nicht wollen, dass jemand in meiner Abwesenheit durch mein Haus wandert - egal wie gut ich ihn/sie kenne.Und während Michael so durch das Haus wandert, die ein oder anderen Gedanken spinnt und Flashbacks durchlebt, passiert etwas, dass alles verändert. Wirklich alles.Owen Sheers macht es genau richtig. Bis zur Mitte des Buches bleibt der Leser völlig im Unklaren, was sich überhaupt ereignen wird. Was ist wohl vorgefallen? Hat es etwas mit Michael zu tun? Liegt es an den Nelsons? Mit diesem Gedanken flog ich geradewegs durch die Seiten. Immer wieder angepeitscht von dem "Ja was denn jetzt?"-Gedanken. Somit bleibt die Spannung extrem lang erhalten.Zwischendrin erfährt man unglaublich viel über Michaels Leben vor den Nelsons. Wie seine Frau gestorben ist, warum er sich so zurückgezogen hat und wie das mit den Nelsons ist.Ich hatte mir etwas komplett anderes unter diesem Buch vorgestellt. Ich kann nicht mal sagen was genau - aber nicht das, was es im Endeffekt ist.Bei "I saw a man" handelt es sich um ein Buch, dass das Wort 'Wahrheit' ganz genau beleuchtet. Was passiert, wenn man die Wahrheit sagt? Und was, wenn nicht? Wie wirken sich Lügen und Geheimnisse auf einen selbst und auch das Leben anderer aus? Wollen wir wirklich immer die Wahrheit wissen oder gibt es Momente, in denen wir hinterher denken "Hätte ich das doch bloß nicht gewusst!" ?Fazit Ein Buch, das mal etwas ganz anderes ist. Kein kurzweiliger Roman, kein Thriller, kein Horror, keine Liebesschnulze. Ein Buch bei dem wir uns selbst fragen: Wie würde ich reagieren? Schützt eine Lüge vielleicht nicht nur mich, sondern auch jemand anderen? Und was passiert, wenn ich die Wahrheit sage?Eine Leseempfehlung geht an alle, die mal etwas völlig anderes lesen und in sich selbst hineinhorchen wollen.Diese und alle meine anderen Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog.http://franzyliestundlebt.blogspot.de

    Mehr
  • I saw a man - Owen Sheers

    I Saw a Man

    Lesen_ist

    19. April 2016 um 18:14

    Inhalt Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus … und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Meine Meinung Die liebe Mona mit ihrem Blog »Tintenhain«, hat im März eine Rezension zu diesem Buch veröffentlich. Sie hat mich so neugierig gemacht, dass ich das Buch im »Blogger Portal« vom Random House angefragt habe. Vielen Dank an dieser Stelle für mein eBook Exemplar. An einem Samstagnachmittag im Juni betritt Michael Turner das Haus seiner Nachbarn, Joshua und Samantha Nelson. Die Hintertür stand halb offen und Michael rief nach Josh und Sam aber niemand antwortete. Er nahm an, dass niemand da sei, was aber ungewöhnlich sei, wenn die Tür offen steht. Er streift seine Schuhe ab, die voll feuchter Erde sind, weil er im Garten gearbeitet hat. Auch seine Hände sind noch schmutzig, darum bemüht er sich nichts anzufassen. Michael blick sich um auf der Suche nach einer Erklärung, warum die Tür offen stand, wenn niemand zu Hause ist. Er kennt die Nelsons erst seit 7 Monaten doch nach dem ersten Kennenlernen, ist rasch eine enge Freundschaft entstanden. Er aß öfter bei den Nelsons zu Abend als bei sich zu Hause. Michael wusste, dass Samantha übers Wochenende zu ihrer Schwester gefahren ist und denkt, Josh und die beiden Töchter können nicht weit sein. Eigentlich wollte Michael nur seinen Schraubenzieher zurückholen, den er Josh vor zwei Tagen geliehen hatte. Im ersten Kapitel hat sich bereits für mich die erste Frage gestellt; würde ich das Haus meiner Nachbarn betreten, wenn sie auf mein Rufen an der offenen Tür nicht antworten? Meine Antwort war eindeutig nein, würde ich nicht. Wahrscheinlich würde ich die Tür schließen und wieder gehen, egal wie gut ich sie kenne. Doch Michael geht rein und denkt Josh und Samantha hätten sicher nichts dagegen, wenn er kurz schaut, ob er seinen Schraubenzieher irgendwo sieht. Ich kann gar nicht sagen, ob ich den Protagonisten wirklich mag. Er ist nicht unsympathisch, aber er trifft Entscheidungen, mit denen ich persönlich große Probleme habe. Die Familie Nelson ist auch keine Bilderbuch Familie. Man spürt die Spannung zwischen Josh und Sam und fragt sich, ob sie diese Ehe nur wegen ihrer Kinder aufrechterhalten die erst 6 (Rachel) und 4 (Lucy) Jahre alt sind. Es kommt dann noch jemand ins Spiel, ein amerikanischer Pilot namens Daniel McCullen, der ebenfalls Familie hat. Als er das erste Mal auftaucht, fragt man sich, was er mit der Geschichte überhaupt zu tun hat doch, wenn man erfährt, was er beruflich macht, kann man es sich denken. Zwischen den Kapiteln, wo Michael das Haus betritt und was er dort macht, wird erzählt, was bisher in seinem Leben passiert ist. Wie es dazu kam, dass er mit den Nelsons eine so enge Freundschaft geschlossen hat. Seine Frau wurde bei einem Drohnenangriff auf einen Talibanführer getötet. Sie waren noch nicht lange verheiratet und Michael leidet sehr unter dem Verlust. Je mehr man über die Nelsons und über Michael erfährt, umso mehr Verständnis hat man für diese, in meinen Augen eher ungewöhnliche Freundschaft. Und nun, als Michael sich in ihrem Haus befindet und denkt es ist niemand da, passiert etwas entsetzlich Furchtbares. Wie bereits erwähnt, hätte ich das Haus nicht betreten, und jetzt reagiert Michael wieder auf eine Art, die Kopfschütteln bei mir auslöst. Eigentlich war ich wirklich entsetzt. Mehr als eine Figur hat Schuld auf sich geladen. Daniel McCullen hat Befehle befolgt und könnte sich wohl damit ausreden, er wird aber am wenigsten mit seiner Schuld fertig und zerbricht fast daran. Das macht ihn eigentlich zum sympathischsten Charakter in dieser Geschichte. Michael verliert an Sympathie als er die Schuld, die er auf sich geladen hat, einem anderen zuschiebt. Es geht in diesem Buch sehr viel um Verlust und Trauer, aber es wird auch gelogen und betrogen. Drei Männer die Schuld auf sich geladen haben, und wie sie damit umgehen. Steht man dazu oder läuft man feige weg? Wie sehr frisst einen die Schuld auf? Vor allem, wenn man mit niemand darüber reden kann. Es ist schon eine Frage von »was wäre wenn?«, und ein kleines bisschen Schmetterlingsefffekt. Obwohl es sich hier nicht um einen Thriller handelt, steigt die Spannung stetig an. Trotzdem gibt es ein paar Stellen, die sich in die Länge ziehen. Die Charaktere haben Ecken und Kanten, sind ganz weit weg von Perfekt. Michaels Entscheidungen und Reaktionen sind nicht die Einzigen, die für mich ganz unmöglich sind. Eigentlich verstehe ich nur Daniel in dieser Folge tragischer Ereignisse. Zuerst dachte ich, dass das Ende mich nicht zufriedenstellt. Jetzt habe ich eine Nacht darüber geschlafen und finde, obwohl es etwas zu leise endet, passt es doch. Ein Buch, das leise anfängt und immer eindringlicher wird. Eine tragische Geschichte über Verlust und Trauer, lügen und betrügen, Schuld und wie man damit umgeht. Nach der Hälfte des Buches ist es schwer, mit dem Protagonisten Michael zu sympathisieren. Es ist durchaus denkbar und realistisch wie die Geschichte sich entwickelt, auch wenn ich für mich persönlich einige Entscheidungen für unmöglich halte. Ein Buch über das man sicherlich viel diskutieren kann.

    Mehr
  • Viel..viel...viiiel Nebeninfo..

    I Saw a Man

    flausche_fuchs

    14. April 2016 um 19:19

    Klappentext:Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Ich war echt gespannt auf dieses Buch und habe voller Vorfreude angefangen zu lesen...Leider wurde ich enttäuscht. Ich habe mir deutlich mehr erhofft.Erst ab ca. Seite 150 wird es ansatzweise spannend...es blieb leider auch nur ansatzweise...Es wurde viel in der Vergangenheit gegraben und gewühlt...war leider nicht mein Fall. :(

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks