Oyinkan Braithwaite

 4.2 Sterne bei 46 Bewertungen

Lebenslauf von Oyinkan Braithwaite

Oyinkan Braithwaite hat Kreatives Schreiben und Jura in Kingston studiert, in einem nigerianischen Verlag und in einer Produktionsfirma gearbeitet. Heute ist sie als freie Autorin tätig. Sie war nominiert für den Commenwealth Short Story Preis und ihr Debütroman "Meine Schwester, die Serienkillerin" war ein fulminanter Erfolg in der englischsprachigen Welt und hat den Los Angeles Times Book Prize gewonnen. Sie lebt in Lagos, Nigeria.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Meine Schwester, die Serienmörderin

 (33)
Neu erschienen am 10.03.2020 als Hardcover bei Blumenbar.

Alle Bücher von Oyinkan Braithwaite

Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN:9783351050740)

Meine Schwester, die Serienmörderin

 (33)
Erschienen am 10.03.2020
Cover des Buches My Sister, the Serial Killer (ISBN:9781786495976)

My Sister, the Serial Killer

 (8)
Erschienen am 26.10.2018
Cover des Buches My Sister, the Serial Killer: A Novel (ISBN:9780385544238)

My Sister, the Serial Killer: A Novel

 (5)
Erschienen am 20.11.2018

Neue Rezensionen zu Oyinkan Braithwaite

Neu

Rezension zu "Meine Schwester, die Serienmörderin" von Oyinkan Braithwaite

Mit schwarzem Humor punkten !
wandabluevor 2 Stunden

Mit ihrem Romandebüt „Meine Schwester, die Serienmörderin“ hat Oyinkan Braithwaite, eine nigerianisch-britische Autorin, gleich Erfolg. Im Jahr 2019 stand sie mit ihrem Roman auf der Shortlist des Women’s Prize for Fiction, war für den Booker Prize gelonglisted (übertrieben) und gewinnt den LA Times Award for Best Crime Thriller. Nun, wenn man eine solche Schwester hat wie Ayoola, dann muss man „es“ sich eben von der Seele schreiben (*grins*). 

 Wir sind in Lagos und begleiten zwei Schwestern eines Stücks ihres Wegs. Korede, die ältere Schwester fühlt sich für ihre jüngere verantwortlich, die, wie der Titel es verspricht, eine Serienmörderin ist und für die wir nicht viel Sympathie aufbringen. 

Die Autorin lässt Korede in Icherzählung ihre Geschichte vorbringen, die so kurz ist, dass sie trotz des etwas monotonen Stils keineswegs an Spannung und Kurzweil verliert. Da die geneigte Leserin oft keine Klappentexte liest und sich lediglich von Cover, Titel, Verlag und Empfehlung leiten lässt, war sie vom Inhalt überrascht. Keineswegs erhalten wir einen echten Innenblick in das Seelenleben einer Mörderin, obwohl, wenn man genau hinschaut, zwischen den Zeilen durchaus etwas Ernst aufscheint und Aufschluss über die Motive gibt und vielleicht einen kleinen Zipfel Seele. 

Hauptsächlich aber lebt der Roman davon, dass die Leserschaft nicht weiß, wo die Reise hingehen wird. Es steht eine Entscheidung ins Haus. Ganz klar. Aber wie wird sie ausfallen? Das Schicksal der Serienmörderin liegt ganz in der Hand von Korede und dem Zufall. 

 Mit dem kurzweiligen Roman „Meine Schwester, die Serienmörderin“ sind wir im Genre des Schwarzen Humors gelandet, ganz britisch eigentlich, und amüsieren uns köstlich. Den Humor der Autorin erlebt man nicht nur durch den Handlungsverlauf, er leuchtet auch in Sätzen wie diesem auf: „Wie ich herausgefunden habe, bekommt man eine Sache am besten aus dem Kopf, indem man sich staffelweise Fernsehserien anschaut.“ Solche Seitenhiebchen, nebenbei verteilt, auf den Alltag des modernen Menschen sind einfach nur ergötzlich. 

Der Ton ist frisch und das Ende hat den Roman nicht verdorben, wie die geneigte Leserin fürchtete. Das Ende ist anders als erhofft, anders als befürchtet und gibt dem Roman einen letzten kleinen Drall. 

 Fazit: Sehr unterhaltsames Debüt. Macht Spaß. Very britisch.

 

Kategorie: Schwarzer Humor. Kriminalroman
Aufbauverlag, 2020

 

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Rezension zu "Meine Schwester, die Serienmörderin" von Oyinkan Braithwaite

Schwestern am Scheideweg
JoBerlinvor einem Tag

Es waren zwei Schwestern. 

Die eine, Korede - zuverlässig, ernsthaft, gebildet, Krankenschwester, die andere, Ayoola - jünger, InstaGirl, nicht sehr strebsam, aber hübsch und sehr beliebt und ….. hoppala -- ihr passiert schon mal ein Mord an einem ihrer boyfriends. Unschuldig ist sie, das ist ja klar und um schnell dem Schlamassel zu entfliehen, ruft sie Korede, die muss als Tatortreinigerin und Leichenbeseitigerin dienen und die Jüngere vor Entdeckung schützen, so wie sich ältere Schwestern nun mal um die jüngeren zu kümmern haben und hinter ihnen herräumen müssen.

 Oyinkan Braithwaite erzählt diese Geschichte aus Lagos, Nigeria in lockerem Ton, die kurzen Kapitel könnten als Fortsetzungsroman in einer Zeitschrift erschienen sein, die anekdotenhaften Berichte um Besucher im Krankenhaus wirken wie selbst erlebt und so liest sich der Roman ganz amüsant, leicht und gut. Bei der kurzweiligen Lektüre merkt man zunächst nicht, dass die schwesterlichen Beziehungen sich langsam im Niedergang befinden, denn schließlich spannt die schöne Ayoola der Schwester gar den angeschwärmten Krankenhausarzt aus. Wird der Schwesternbund nun an Männerbeziehungen zerbrechen?

 Schwesterpaare sind in der Literatur und auch in Märchen ein recht hßäufiges Motiv. Die Schwestern werden dabei oft - dramaturgisch geschickt - mit gegensätzlichen Eigenschaften versehen. So werden antithetische Schwesternfiguren beispielsweise nach dem Muster -- intelligent versus naiv, schön vs. hässlich, gut vs. böse, hell vs. dunkel, folgsam vs. widerspenstig -- gestaltet. Paare wie Antigone und Ismene, Goldmarie und Pechmarie oder eben Ayoola und Korede kommen in den Sinn und sind eben nach diesem Schema geformt.

 Ayoola tötet mit dem Messer ihres ermordeten Vaters (ja, genau!), ein gewalttätiger Mann, der von den Schwestern einerseits verachtet, andererseits als Beschützer angesehen wurde. Ayoola jedenfalls kann sich nicht von seinem Messer trennen und so kommt es bei den Schwestern zur Umkehrung der bisherigen Eigenschaften vernünftig gegen versponnen.

"Das Messer ist mir wichtig …" sagt Ayoola ernst und fest, "es ist alles, was ich noch von ihm habe". Korede aber, eigentlich doch bodenständig, versteigt sich in die mystische Vorstellung, dass nicht ihre Schwester, sondern das Messer die Taten begangen habe. "Wer sagt denn, dass ein Gegenstand keine eigenen Pläne haben kann?"

 Als das ungleiche Mörderpaar fast entdeckt wird, muss Korede sich entscheiden. "… Sie können es schaffen … sich zu befreien. Sagen Sie einfach die Wahrheit" rät ihr ein Vertrauter. Doch Korede lässt diese Chance verstreichen. Sie bleibt der Schwester Hüterin. Die begrüßt zuhause da schon den nächsten Liebhaber! 

Es waren zwei Schwestern.

 

 

 

 

 

 

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Rezension zu "Meine Schwester, die Serienmörderin" von Oyinkan Braithwaite

Blut ist dicker als Wasser.
Gulanvor 3 Tagen

Korede ist Krankenschwester, stammt aus einer relativ wohlhabenden Familie aus Lagos in Nigeria. Korede hat auch noch eine jüngere Schwester, Ayoola. Diese ist eine absolute Schönheit und daher auch bei den Männern sehr beliebt. Im Gegensatz zu Korede. Es gibt aber ein Problem: Ayoola hat schon drei ihrer Verehrer umgebracht.
Korede ist dann die Cleanerin, sie reinigt den Tatort und lässt die Leiche verschwinden. Dass ihre Schwester in Notwehr gehandelt hat, wie sie behauptet, kauft Korede ihr schon längst nicht mehr ab, aber an die Polizei will sie sie auch nicht ausliefern. Da ergibt sich eine neue Situation: Korede ist schon länger in einen Arzt aus ihrem Krankenhaus verliebt, ohne dass es zu einem Date oder Weiterem gekommen wäre. Doch als Ayoola sie auf der Arbeit besucht, springt der Arzt direkt auf Ayoola an und beginnt, mit ihr auszugehen.

Zwei völlig unterschiedliche Schwestern, die eine die Unscheinbare, Vernünftige, die andere die Schöne, Unbekümmerte und Tödliche. Dennoch gilt die alte Regel vom Blut, das dicker als Wasser ist, was im Laufe der Geschichte aber sehr auf die Probe gestellt wird. Autorin Oyinkan Braithwaite erzählt diese Geschichte ausschließlich aus der Perspektive von Korede, was einerseits seinen Reiz hat, andererseits die Perspektive einschränkt und keinen vollen Blick auf die Dinge erlaubt. Immer wieder werden auch Rückblicke eingestreut, die teilweise einiges erhellen, so etwa das schwierige Verhältnis zum nicht liebevollen Vater, was die Schwestern zusammengeschweißt hat. Überhaupt ist dies eine ausgesprochen feminines Buch (feministisch sogar? Ich weiß nicht.), sind doch die Männer weitgehend nur Randfiguren.

Meine Schwester, die Serienmörderin war im englischsprachigen Raum bereits äußerst erfolgreich und war gar für den Man Booker Price nominiert. Die Geschichte ist durchaus reizvoll und unterhält gut. Den Hype halte ich dennoch nur bedingt für gerechtfertigt, denn ich hatte den Eindruck, dass überall noch ein paar Prozente herauszuholen gewesen wären. So schwankt die Autorin für meinen Geschmack zu sehr in der Frage, ob sie die Geschichte eher schwarzhumorig-pulpig oder mit ernsthafter Tiefe erzielen will. Dann wäre aber mehr Tiefe in der Figur der Ayoola wünschenswert gewesen. Dennoch ist dieser Roman absolut keine Enttäuschung, sondern gut geschrieben und mit originellem Plot.

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