Oyinkan Braithwaite

 3,9 Sterne bei 309 Bewertungen
Autorin von Meine Schwester, die Serienmörderin, Das Baby ist meins und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Oyinkan Braithwaite

Oyinkan Braithwaite hat Kreatives Schreiben und Jura in Kingston studiert, in einem nigerianischen Verlag und in einer Produktionsfirma gearbeitet. Heute ist sie als freie Autorin tätig. Sie war nominiert für den Commenwealth Short Story Preis und ihr Debütroman »Meine Schwester, die Serienkillerin« war weltweit ein fulminanter Erfolg, wurde für den Booker Prize und den Women's Prize nominiert und gewann den Los Angeles Times Prize für den besten Thriller. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung. Oyinkan Braithwaite lebt in Lagos, Nigeria.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Oyinkan Braithwaite

Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN: 9783746638539)

Meine Schwester, die Serienmörderin

 (201)
Erschienen am 11.10.2021
Cover des Buches Das Baby ist meins (ISBN: 9783351050894)

Das Baby ist meins

 (58)
Erschienen am 18.01.2021
Cover des Buches Das Baby ist meins (ISBN: 9783961053469)

Das Baby ist meins

 (10)
Erschienen am 18.01.2021
Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN: B0875K77FN)

Meine Schwester, die Serienmörderin

 (9)
Erschienen am 23.04.2020
Cover des Buches My Sister, the Serial Killer (ISBN: 9781786495976)

My Sister, the Serial Killer

 (24)
Erschienen am 26.10.2018
Cover des Buches My Sister, the Serial Killer: A Novel (ISBN: 9780385544238)

My Sister, the Serial Killer: A Novel

 (5)
Erschienen am 20.11.2018
Cover des Buches My Sister, the Serial Killer (ISBN: 9781786495983)

My Sister, the Serial Killer

 (2)
Erschienen am 26.09.2019

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Oyinkan Braithwaite

Cover des Buches Das Baby ist meins (ISBN: 9783351050894)
Jeys_Book_Liness avatar

Rezension zu "Das Baby ist meins" von Oyinkan Braithwaite

vorhersehbare oberflächliche Handlung, strukturlos ohne Tiefgang
Jeys_Book_Linesvor 12 Tagen

Die Seitenanzahl dieses dünnen Büchleins machte mich ja von Anfang an etwas stutzig, das muss ich schon zugeben. Mir stellt sich bei so etwas direkt die Frage, wie sich in so kurzer Zeit, auf so wenig Papier, eine gute Story herauskristallisieren kann? Aber wir wollen ja keine Vorurteile fällen! 

Die Rede ist von dem Buch "Das Baby ist meins" von Oyinkan Braithwaite, einer Autorin, welcher ich mit dieser Geschichte (wenn man es so nennen kann) eine Chance geben wollte. 

Worum es überhaupt geht: Unerbittlicher als ihre Schwester verteidigt eine Frau wohl nur eins: ihr Baby. Diese Geschichte ist eine augenzwinkernde Ansage an das Patriarchat, ein spannender Einblick in die nigerianische Gesellschaft - und vor allem eine rasante Geschichte um zwei Frauen, die wie Löwinnen um das Baby in ihrer Mitte kämpfen. Natürlich ohne Rücksicht auf Verluste oder gar auf den Mann, der versucht herauszufinden, wem er glauben soll. Und der selbst alles andere als ein Unschuldslamm ist.

Das Buch wartet mit knappen Kapiteln auf und lässt den Leser, ohne viele Worte, mitten ins Leben des Hauptprotagonisten plumpsen. 

Dort folgt schließlich eine stark oberflächlich gehaltenene Person der anderen, von denen keiner auch nur im entferntesten meine Symphatie gewinnen konnte. 

Mit kurzweiligen Dialogen wird die (vorhersehbare) Handlung vorangetrieben, welcher immer wieder die nötige Logik fehlt. Nur ein kleines bisschen über den Tellerrand hinaus denken? Fehlanzeige! 

Ich hatte mich ursprünglich auf einen kleinen Einblick in die Gesellschaft Nigerias gefreut, der mir aber leider verwehrt blieb. Stattdessen wurde immer wieder der Lockdown miteinbezogen, was ich völlig unnötig fand, von dieser Thematik hatten wir die letzten Jahre mehr als genug.

Kurzum: Für mich war dies ein äußerst seltsamer "Roman", der irgendwie strukturlos vor sich dahin plätschert und keinerlei Tiefgang zulässt. Den Kaufpreis hätte man definitiv etwas anpassen können, dafür, dass einen nur eine kleine Novelle bzw. Kurzgeschichte erwartet. 

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Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN: 9783746638539)

Rezension zu "Meine Schwester, die Serienmörderin" von Oyinkan Braithwaite

Ayoola und Korede sind Schwestern wie Tag und Nacht
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Monaten

Ayoola ist wunderschön und charmant, das Lieblingskind ihrer Eltern und der Schwarm aller Männer. Korede dagegen ist unscheinbar und von harschem Gemüt, arbeitet als Krankenschwester – und muss hinter ihrer Schwester herräumen, wenn die mal wieder einen ihrer Liebhaber umgebracht hat. Als wäre das noch nicht schlimm genug, verliebt sich auch noch der junge Arzt Tade, nach dem Korede sich heimlich verzehrt, in die männermordende Ayoola …


Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und das englische Hörbuch gehört, es gibt aber eine deutsche Ausgabe mit dem Titel »Meine Schwester, die Serienmörderin«, übersetzt von Yasemin Dinçer.


Ich kann jedoch jedem, der flüssig Englisch hören kann, das englische Hörbuch sehr empfehlen. Es wird von der britisch-nigerianischen Schauspielerin Weruche Opia gesprochen, und sie gibt verschiedenen Charakteren verschiedene Klangfarben, was ich sehr stimmig finde. Immerhin werden in Nigeria außer Englisch auch noch Edo, Efik, Adamaua-Fulfulde, Hausa, Idoma, Igbo, Zentral-Kanuri, Yoruba und andere Sprachen gesprochen, daher ergeben sich sicher viele Dialekte.


»We find ourselves using a sliding racial scale …«¹


Oyinkan Braithwaite gelingt es, der absurden Grundidee mit einem prägnanten, unverwechselbaren Schreibstil und viel bösem Humor Leben einzuhauchen und die Charaktere trotz allem authentisch und glaubhaft zu zeichnen – mit Ausnahme der mordenden Schwester, die als wandelndes Klischee nur den Resonanzboden für Erzählerin Korede darstellt. Aber in meinen Augen ist das sicher auch genau so gewollt, denn es streicht umso deutlicher heraus, dass Ayoola von allen – auch den Leser:innen! – auf ihre Schönheit reduziert wird.


Überhaupt kann der Roman mit deutlich mehr Tiefgang aufwarten, als mensch anhand der Zusammenfassung erwarten würde; tatsächlich würde ich ihn als satirische Parabel zum Thema ‘Colorism’ bezeichnen.


Was bedeutet ‘Colorism’ (auch als ‘Shadeism’ bezeichnet)?


Unter Rassismus kann sich wohl jede:r etwas vorstellen, aber bei dem Begriff Colorism schaut mensch oft in ratlose Gesichter. Nun ist ‘Rasse’ zwar ohnehin ein soziales Konstrukt, aber Rassismus bezeichnet normalerweise die Diskriminierung von Menschen einer vermeintlichen ‘Rasse’ durch Menschen, die einer anderen angehören.


‘Colorism’ dagegen kann auch ganz außerhalb dieses sozialen Konstrukts geschehen – oder sogar innerhalb der gleichen ‘Rasse’. So kann es passieren, dass Menschen mit besonders tiefschwarzer Haut selbst von anderen schwarzen Menschen herabgesetzt werden und nicht die gleichen Chancen bekommen. Auch in Nigeria, wo der Roman spielt, ist dies ein gesellschaftliches Problem – weswegen sich hautbleichende Produkte hervorragend verkaufen.


»We are better if we are lighter.«¹


Oyinkan Braithwaite zeigt Colourismus innerhalb der schwarzen Community, das ist meines Erachtens eines der zentralen Themen des Buches. So hat die als wunderschön angebetete Ayoola hellere Haut als ihre als unansehlich geschmähte Schwester Korede, und die hat das so verinnerlicht, dass sie ihrerseits die Hautfarbe attraktiver Personen meist als ‘light-skinned’ beschreibt.


Nein, Korede ist keine blütenreine Heldin. Sie fühlt sich machtlos und hässlich, daher tritt sie nach unten, wo es nur geht, und behandelt das ‘ungebildete’ Reinigungspersonal überaus herabwürdigend. Meines Erachtens zeigt die Autorin damit sehr eindringlich, wie rassistische/coloristische Verletzungen weitergereicht werden.


Aber Colorism ist nicht das einzige Thema, das durch Humor ein Stück weit aufgebrochen und dennoch glasklar herausgestellt wird.


Im Laufe der Handlung wird immer offensichtlicher, was für ein Umfeld und was für eine Gesellschaft eine Frau wie Ayoola hervorgebracht hat. Sie erfuhr schon früh Gewalt in der Familie und erlebte, dass ihr prügelnder Vater allerorts als guter Mensch gefeiert wurde; daher könnte ein unterschwelliger Groll gegen Männer im Allgemeinen kommen. Auch hier erfolgt also, wie bei ihrer Schwester Korede, eine Weiterreichung eigener Verletzungen – wenn auch ungemein drastischer.


Als Kind erkannte Ayoola bereits, dass ihre Schönheit ihr Vorteile verschaffte (dazu musste sie ja nur vergleichen, wie unterschiedlich sie und Korede behandelt wurden), dass Schönheit also ihr Ticket in ein besseres, freieres Leben war. Dies in Verbindung mit ihrer erlernten Gewaltbereitschaft ist eine ausgesprochen toxische, gefährliche Kombination.


Fazit


Das Buch ist spannend, unterhaltsam und regt zum Nachdenken an, insofern gefiel es mir für einen Großteil der Kapitel sehr gut. Gegen Ende hätte ich mir allerdings gewünscht, die beiden Schwestern würden mehr inneres Wachstum erfahren, ihre unterschwellig vorhandenen Dämonen endlich mal aussprechen und ans Licht holen … Aber beide bleiben im Grunde genau die Menschen, die sie auf der allerersten Seite waren.


Ob Korede ihre Schwester auf den letzten Seiten doch noch auffliegen lässt, als sie erkennt, dass sie sich entscheiden muss zwischen Tade und Ayoola, möchte ich hier natürlich offenlassen. So oder so wäre ihre Entscheidung ohnehin nicht geprägt von einem persönlichen Unrechtbewusstsein, sondern entweder von einem Gefühl der Verpflichtung (gegenüber Ayoola) oder einem Gefühl der Verliebtheit (gegenüber Tade).


Im Endeffekt kam es mir dadurch so vor, als würde das Buch sein enormes Potential nicht vollends ausreizen, als sei es nicht vollkommen ‘durcherzählt’. Die Autorin schafft einen reichen literarischen Nährboden für die angesprochenen Themen, die Charaktere hingegen bleiben davon nahezu unberührt – die Dinge sind, wie sie sind, niemand scheint ernsthaft etwas daran ändern zu wollen.


¹ Aus: Tom Burrell, “Uglified: Why are Black and Beautiful Still Contradictions?” in Brainwashed: Challenging the Myth of Black Inferiority, 2010

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Cover des Buches My Sister, the Serial Killer (ISBN: 9781786495983)
tieneas avatar

Rezension zu "My Sister, the Serial Killer" von Oyinkan Braithwaite

My Sister, the Serial Killer
tieneavor 3 Monaten

Ayoola summons me with these words - Korede, I killed him.


In der Geschichte geht es um Korede, sie ist Krankenschwester im lokalen Krankenhaus in Nigeria.

Als diese eines Abends einen Anruf von ihrer Schwester Ayoola bekommt, weiß sie genau was zu tun ist.

Sie packt ihre Putzsachen ein und fährt zu ihr, an den Mordschauplatz.

Es ist mittlerweile schon der dritte Freund, den ihre Schwester in Notwehr umgebracht haben soll und damit der dritte Tatort den sie bereinigt.

Sie hadert mit sich, ob sie vielleicht zur Polizei gehen sollte, aber da sie ihre Schwester liebt und Familie über allem steht, tut sie es nicht und unterstützt Ayoola weiterhin.

Zumindest bis Ayoola eines Tages auf Koredes Arbeit auftaucht und an dem Arzt Interesse zeigt, in welchen Korede seit langen verliebt ist.

Nun stellt sich die Frage: Zu wem der beiden ist ihre Liebe größer?



Es ist eine wirklich interessante Geschichte.

Dadurch, dass sie in Nigeria spielt, lernt man einige Dinge der dort herrschenden Kultur kennen und entdeckt beim Lesen einige Redewendungen die einem so noch nicht bekannt waren.

Und gerade durch diese "ungewohnten Formulierungen" taucht man so richtig in die Geschichte ein.


Ich fand es sehr angenehm, dass das Buch hauptsächlich aus kurzen Kapiteln bestanden hat.

Und auch wenn es mit ca. 230 Seiten ein relativ kurzes Buch ist, fand ich die Länge sehr passend, da beispielsweise ein 300-400 Seiten Buch die Geschichte einfach nur unnötig in die Länge gezogen hätte.


Korede und Ayoola.

Zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten..

Es zeigt schön, wie der Bund zwischen Geschwistern besteht, aber auch wie er mit übertriebenen Erwartungen toxisch werden kann.


Ebenfalls wurde meiner Meinung nach gut dargestellt, wie manche Menschen durch ein gutes Aussehen und ein charmantes Auftreten einfacher durchs Leben kommen und teilweise auch mehr gehör bekommen wie so manch andere.


Leider konnte ich mit keinem der Charaktere im Buch wirklich warm werden.


Das Buch ist nicht schlecht, aber es wird definitiv nie eines meiner Lieblingsbücher werden.

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Gespräche aus der Community

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

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Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

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948 Beiträge
Dajobamas avatar
Letzter Beitrag von  Dajobamavor 2 Jahren

Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

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Zusätzliche Informationen

Oyinkan Braithwaite wurde am 21. März 1988 in Lagos (Nigeria) geboren.

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