Péter Esterházy Harmonia Cælestis

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Inhaltsangabe zu „Harmonia Cælestis“ von Péter Esterházy

Die Esterházys, eine der großen Aristokratenfamilien Europas, haben sich über Jahrhunderte in die ungarische und habsburgische Geschichte eingeschrieben. Die Esterházysche Familiengeschichte ist Landesgeschichte, und dieser monumentale Roman Harmonia Cælestis konnte kurz nach Erscheinen auch als »Nationalepos« (Corriere della Sera) begrüßt werden. Aber Esterházy wäre nicht der als Erneuerer der ungarischen Literatur bekannt gewordene Autor, wenn er nicht die Form des bürgerlichen Familienromans zugleich auch unterliefe. Buch I heißt »Numerierte Sätze aus dem Leben der Familie Esterházy«. Es bietet ein barockes Füllhorn an Legenden, Chroniken, Registern, Mythen und Episoden, ein Mosaik aus Texten, in denen jede Chronologie aufgehoben ist, und die nur eine Hauptfigur kennen: »Mein Vater«. Er ist Don Juan und Nichtsnutz, Magnat und Gelehrter, Bischof und Baumeister, Verrückter und Tyrann, Gesandter und Ministerpräsident, Schüler von Helmholtz, aber auch die Katze in Schrödingers Experiment — er steht für alle Familienmitglieder, ist ein Passepartout für alles, grenzenlos und unerschöpflich wie die Macht der Familie in der Geschichte. »Die Bekenntnisse einer Familie Esterházy« (Buch II) erzählen von dem Leben einer aristokratischen Familie im 20. Jahrhundert unter den Bedingungen der Diktatur, seit der Räterepublik 1919 bis in die jüngere Vergangenheit. Eine Geschichte von Enteignung, Aussiedlung und Verarmung, die Geschichte einer Familie vor dem Nichts. Zwischen diesen beiden Polen, dem Alles und dem Nichts, bewegt sich das Familienschicksal der Esterházys. Péter Esterházy wurde in diesem Jahr bereits mit zwei ungarischen Literaturpreisen für Harmonia Cælestis ausgezeichnet. Als Goethe vom »Esterházyschen Feenreich« schrieb, konnte er dieses epochale Werk noch nicht kennen.

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  • Die Esterhazys...

    Harmonia Cælestis

    Lesebiber

    21. July 2016 um 14:40

    Ein "Enthüllungsroman" der anderen Art. Der Autor arbeitet dunkle Kapitel seiner Familiengeschichte auf metafiktionale Weise auf. Ein wirklich interessantes und aufschlussreiches Werk, das auf auf sprachlicher Ebene einiges zu bieten hat.

  • Rezension zu "Harmonia Caelestis" von Péter Esterházy

    Harmonia Cælestis

    sumsidie

    18. March 2010 um 17:05

    Wenn man kein Ungarn Experte ist, wird man mit dem Buch nicht so viel Freude haben. Die Sprache klang toll, wenn ich doch nur was vom Inhalt verstanden hätte! Tendenziell würde ich dem Autor aber trotzdem noch eine zweite Chance geben und mich in der Zukunft an einem anderen Werk probieren.

  • Rezension zu "Harmonia Caelestis" von Péter Esterházy

    Harmonia Cælestis

    Liisa

    07. May 2007 um 17:52

    Einerseits war ich sehr gespannt auf Peter Esterhazys hochgelobten Roman „Harmonia Caelestis“ andererseits hatte ich gewisse Befürchtungen, was diesen Roman angeht, so dass ich die Lektüre immer wieder hinausschob. Leider ist genau das passiert, was ich befürchtet hatte - mir hat der Roman nicht gefallen. Sicher, Peter Esterhazy ist ein großer Erzähler, der mit Bravour auf der Klaviatur der Sprache zu spielen weiß. In „Harmonia Caelestis“ schüttet er sein Wunderhorn förmlich über seinen Lesern aus und das ist genau mein Problem mit diesem Roman. Es ist zuviel des Guten, zuviel Fabulieren, zuviel Hin und Her, zuviel Springen durch die Zeiten etc. etc. Eigentlich unmöglich einen echten roten Faden zu finden - na gut, es geht irgendwie immer um die Esterhazys aber wirklich wesentlich schlauer bin ich als Leser hinterher auch nicht. Ich habe mich wirklich durch das Buch gequält und lebhaft bedauert, dass Peter Esterhazy die Geschichte der Esterhazys nicht „richtig“ erzählt hat, gerade weil er so ein guter Erzähler ist. Manche haben von einem „epochalen Roman“ gesprochen, doch nur weil die Familie, um die es darin geht Epochen geprägt hat, ist der Roman noch lange nicht epochal. Andere haben gemutmaßt, der Roman sei „ein großer Europäischer Roman“, der auch im nächsten Jahrhundert noch gelesen werden wird. Ob ich „Harmonia Caelestis“ wirklich als „großen Europäischen Roman“ bezeichnen würde, weiß ich nicht aber dass er das Zeug zu einem Klassiker haben könnte, ist vorstellbar, wenn man sieht, was sich als sog. „Klassiker“ durchgesetzt hat. Trotzdem, von mir (leider) nur drei Sterne.

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