Péter Esterházy Indirekt

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Inhaltsangabe zu „Indirekt“ von Péter Esterházy

Indirekt, das bedeutet Schwindel und freie Assoziation, das bedeutet ein Puzzle aus zusammengesetzten Bildern und ein Mosaik aus Zitaten, eine erotische und zugleich literarische Erweckungsgeschichte und ein großer Spaß aus kleinen Derbheiten. Dieser frühe Prosatext stammt aus der Zeit des Sozialistischen Realismus, und Esterházy beweist hier einmal mehr, dass er der meisterhafteste Nicht-Vertreter dieses Genres ist.

Labyrinth der Wörter: Ironisch, burlesk, witzig und wunderbar

— JulesBarrois

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  • Ironisch, burlesk, witzig und wunderbar

    Indirekt

    JulesBarrois

    28. January 2015 um 08:20

    Esterházy zitiert direkt am Anfang Musil, um seine Rolle als Erzähler in diesem Text deutlich zu machen. „Ich erzählte, dieses Ich ist aber keine fingierte Person, sondern der Romancier, ein …, bitterer, enttäuschter Mensch, ich, ich erzähle die Geschichte meiner Freunde und Freundinnen.“ (Seite 5, zitiert nach Musil, Mann ohne Eigenschaften.) Wer jetzt glaubt, auf eine in sich stringente Geschichte zu treffen, wird sich wundern. Es gibt keine Handlung, kein durchgehend roter Faden, es gibt keine Hauptfigur, mit der sich der Leser identifizieren könnte, lediglich ein Mensch namens K. taucht immer wieder auf. Hier ist einfach das Ungezügelte am Werk, freie Gedankenströme, Assoziationsketten verweben sich in literarischen Verweisspielen, Zitaten zu einem grandiosen Textkonvolut, durchzogen von Zitaten, Gasttexten, Randbemerkungen und Kursiv- wie Fettgedrucktes, Graphiken und Bildern springen durch das ganze Buch. Erotische Zitate (Rabelais kommt mit zwei unterschiedlichen längeren Texten zweimal vor (Seite 24(25 und Seite 151/156), Kalauer, Parodien, kleinen Derbheiten, Märchen, Marginalien und Polemiken verschmelzen zu einem verwirrenden Mosaik. Das ganze geschrieben ohne einen einzigen Punkt: Hauptsätze werden zu Nebensätzen, verästeln sich in weitere Untersätze, verlieren sich in Nebensächlichkeiten, wenden sich neuen Gedanken zu, wechseln die Stimmung, nehmen Tempo auf und bremsen wieder ab. Peter Esterhazy lässt viele, alle und jeden in Zitaten, Einschüben, Verweisen und Randnotizen zu Wort kommen, von Kafka, Joyce oder Musil über österreichische Literaten wie Altmann, Bernhard oder Handke bis zu ungarischen Autoren von Kosztolányi bis Krúdy, selbst Ratzinger findet sich wieder. Die Wörter, Wortverbindungen, Wortverdrehungen und ihre Winkelzüge, dieses Labyrinth treten an die Stelle des roten Fadens und ersetzen die Handlung. All dies zu lesen, zu bedenken, zu prüfen, vor- und zurückzublättern ist ein Genuss. Und irgendwie entdeckt man in diesem Text die Selbstverständlichkeit des Aufbegehrens. Wenn man einmal die Orientierung verliert, dann gehört das zu Esterházy. Esterházys Haltung als Schreibender ist erklärtermaßen die des Ironikers. Der Akzent liegt ihm dabei auf Witz, ausgeprägten Sinn für das Burleske, schier unglaubwürdig Wunderbare. Und besonders wichtig: Seine Ironie macht ihn unangreifbar. Und trotz allem bleibt sein teilweise experimenteller Schreibstil gut lesbar und unendlich anregend.. So hat er ein anarchisches, aufregendes Buch geschrieben. Salopp ausgedrückt: "Dies ist das verrückteste Buch wo gibt!" Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin-Verlages: http://www.berlinverlag.de/buecher/indirekt-isbn-978-3-8333-0980-9

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