Péter Farkas

 3.7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Acht Minuten.

Lebenslauf von Péter Farkas

Péter Farkas wurde am 15.11.1955 in Budapest geboren. 1982 wanderte er nach Deutschland aus und lebt seitdem gemeinsam mit seiner Familie in Köln. Im Verlaufe seines Schaffens hat Péter Farkas eine literarische Zeitschrift herausgegeben, Ausstellungen organisiert und ist für den Rundfunk tätig gewesen. 1997 erhielt er in Ungarn die Auszeichnung für das beste literarische Debüt. Mit "Acht Minuten" erscheint 2011 sein erster Roman in deutscher Übersetzung.

Alle Bücher von Péter Farkas

Péter FarkasAcht Minuten
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Acht Minuten
Acht Minuten
 (18)
Erschienen am 09.09.2013

Neue Rezensionen zu Péter Farkas

Neu
BrittaRoeders avatar

Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas

Ernster Stoff ernst umgesetzt
BrittaRoedervor 5 Jahren

Von einem Lesevergnügen kann ich bei diesem Buch ehrlicherweise nicht berichten. Dazu ist das Thema viel zu ernst. Der ungarische Autor Peter Farkas schildert auf gut 130 Seiten das Leben eines dementen alten Paares aus der Sicht des alten Mannes.
Eine eigentliche Handlung lässt sich nicht ausmachen. Das Ganze ist eine Aneinanderreihung einzelner Alltagsszenen, wobei der Leser schmerzhaft mitverfolgen kann, wie dem alten Mann die Außenwelt immer stärker entgleitet und er sich im Gegenzug immer stärker in sich selbst zurückzieht.
Sehr einfühlsam beschreibt er wie der Hauptfigur das menschliche Gedächtnis verloren geht und wie an dessen Stelle ein fast tierischer Instinkt tritt. Erinnerungen existieren nur noch in unbewusster Form als etwas, das in den Körperzellen gespeichert ist und zu automatisiertem Handeln führt.
Vergangenheit und Zukunft verlieren ihre Bedeutung, die Zeit ist nur noch eine Abfolge einzelner Augenblicke, bei denen jeder hermetisch in sich geschlossen ist, ohne Bezug zur Vergangenheit oder Zukunft.
So ist die Erlebniswelt des alten Mannes nur noch erfüllt von den eigenen aktuellen Sinneseindrücken, die ihn völlig in Anspruch nehmen und ihn immer gleichgültiger gegen die Außenwelt werden lassen.
Die einzige Person, die der alte Mann als Teil seiner Welt anerkennt ist die alte Frau, die mit ihm in der Wohnung lebt und das gleiche Schicksal teilt. Obwohl den beiden Alten ihre Namen und Biographien längst abhanden gekommen sind, halten sie instinktiv aneinander fest.
Als Außenstehender könnte man versucht sein zu sagen, dass die Beiden ihre Liebe auf den wahren Grund ihres Seins konzentriert haben. Doch Worte wie Liebe und Zuneigung haben in der Welt dieser Beiden längst keine Bedeutung mehr.
Farkas Sprache ist nüchtern. Konsequent hält er die Perspektive des alten Mannes bei, und folgt dessen weltvergessener Sicht bis ins allerkleinste Detail. Durch diesen Kunstgriff wahrt er die Würde seiner beiden Protagonisten ohne sich ins Sentimentale zu verirren. Das Traurige, das Tragische, das dieser Erzählung innewohnt, liegt damit alleine im Auge des Betrachters/Lesers.
Farkas Buch ist eine interessante literarische Annäherung, ein Versuch dem sprachlos Gewordenen eine Sprache zu geben, um damit das Leiden der Demenz nachvollziehbar zu machen.
Ich bleibe dabei: ein Lesevergnügen ist dieses Buch für mich nicht gewesen, aber eine lohnende Erfahrung, die nachwirkt.

Kommentare: 2
35
Teilen
Buecherwurm1973s avatar

Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas

Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas
Buecherwurm1973vor 6 Jahren

Die Geschichte erzählt der Alltag eines dementen Ehepaares. Solange sie nicht gestört werden, sind sie glücklich. Jeder Tag läuft im selben Schema ab. Für die Beiden stimmt es so. Nur Ausstehende haben das Gefühl, sie müssten ihnen Vorschriften machen, die ihnen angeblich das Leben einfacher machen. So werden ihnen diverse Gerätschaften hingestellt oder die Möbel umgestellt. So werden auch ihre Betten auseinandergestellt.

Der Autor versucht sich in einen dementen Menschen zu versetzen und erzählt die Geschichte aus der Sicht des Ehemannes. Ich war berührt von der Art, wie er die Gedanken und Gefühle der alten Menschen beschreibt und schockiert wie Ausstehende, wie Pfleger und Familienangehörige, dieses Ehepaar ohne Namen gefühllos behandeln, besser gesagt
bevormunden.

Die Geschichte ist sehr kurz. Aber mehr hätte ich wahrscheinlich auch nicht mehr lesen können. Da alles gesagt und erzählt war. Das Büchlein hat mir sehr gut gefallen. Ich habe die Beiden gerne begleitet.

Kommentieren0
13
Teilen
HarryFs avatar

Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas

Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas
HarryFvor 6 Jahren

Bewegend ist die kurze Geschichte der zwei alten Menschen, die zwar dement, trotzdem glücklich in ihrer Unwissenheit sind. Acht Minuten ist eine bisweilen bedrückende, trotzdem immer Hoffnung machende Aussicht auf's Älterwerden.

Kommentieren0
7
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Péter Farkas wurde am 15. November 1955 in Budapest (Ungarn) geboren.

Community-Statistik

in 33 Bibliotheken

auf 8 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks