Péter Farkas Acht Minuten

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Inhaltsangabe zu „Acht Minuten“ von Péter Farkas

Die Liebe im Alter ist stärker als das Vergessen! Péter Farkas erzählt in 'Acht Minuten' von den letzten Tagen eines dementen Paares, das trotz Alter und Krankheit seine Würde und vor allem die Liebe zueinander bewahren kann. Für diesen Roman wurde der in Deutschland lebende Péter Farkas mit dem Sándor-Márai-Preis ausgezeichnet und erhielt den Preis für den besten Debüt-Roman in Ungarn.

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  • Themen
  • Ernster Stoff ernst umgesetzt

    Acht Minuten

    BrittaRoeder

    28. February 2014 um 11:36

    Von einem Lesevergnügen kann ich bei diesem Buch ehrlicherweise nicht berichten. Dazu ist das Thema viel zu ernst. Der ungarische Autor Peter Farkas schildert auf gut 130 Seiten das Leben eines dementen alten Paares aus der Sicht des alten Mannes. Eine eigentliche Handlung lässt sich nicht ausmachen. Das Ganze ist eine Aneinanderreihung einzelner Alltagsszenen, wobei der Leser schmerzhaft mitverfolgen kann, wie dem alten Mann die Außenwelt immer stärker entgleitet und er sich im Gegenzug immer stärker in sich selbst zurückzieht. Sehr einfühlsam beschreibt er wie der Hauptfigur das menschliche Gedächtnis verloren geht und wie an dessen Stelle ein fast tierischer Instinkt tritt. Erinnerungen existieren nur noch in unbewusster Form als etwas, das in den Körperzellen gespeichert ist und zu automatisiertem Handeln führt. Vergangenheit und Zukunft verlieren ihre Bedeutung, die Zeit ist nur noch eine Abfolge einzelner Augenblicke, bei denen jeder hermetisch in sich geschlossen ist, ohne Bezug zur Vergangenheit oder Zukunft. So ist die Erlebniswelt des alten Mannes nur noch erfüllt von den eigenen aktuellen Sinneseindrücken, die ihn völlig in Anspruch nehmen und ihn immer gleichgültiger gegen die Außenwelt werden lassen. Die einzige Person, die der alte Mann als Teil seiner Welt anerkennt ist die alte Frau, die mit ihm in der Wohnung lebt und das gleiche Schicksal teilt. Obwohl den beiden Alten ihre Namen und Biographien längst abhanden gekommen sind, halten sie instinktiv aneinander fest. Als Außenstehender könnte man versucht sein zu sagen, dass die Beiden ihre Liebe auf den wahren Grund ihres Seins konzentriert haben. Doch Worte wie Liebe und Zuneigung haben in der Welt dieser Beiden längst keine Bedeutung mehr. Farkas Sprache ist nüchtern. Konsequent hält er die Perspektive des alten Mannes bei, und folgt dessen weltvergessener Sicht bis ins allerkleinste Detail. Durch diesen Kunstgriff wahrt er die Würde seiner beiden Protagonisten ohne sich ins Sentimentale zu verirren. Das Traurige, das Tragische, das dieser Erzählung innewohnt, liegt damit alleine im Auge des Betrachters/Lesers. Farkas Buch ist eine interessante literarische Annäherung, ein Versuch dem sprachlos Gewordenen eine Sprache zu geben, um damit das Leiden der Demenz nachvollziehbar zu machen. Ich bleibe dabei: ein Lesevergnügen ist dieses Buch für mich nicht gewesen, aber eine lohnende Erfahrung, die nachwirkt.

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    • 3
  • Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas

    Acht Minuten

    Buecherwurm1973

    12. March 2013 um 16:16

    Die Geschichte erzählt der Alltag eines dementen Ehepaares. Solange sie nicht gestört werden, sind sie glücklich. Jeder Tag läuft im selben Schema ab. Für die Beiden stimmt es so. Nur Ausstehende haben das Gefühl, sie müssten ihnen Vorschriften machen, die ihnen angeblich das Leben einfacher machen. So werden ihnen diverse Gerätschaften hingestellt oder die Möbel umgestellt. So werden auch ihre Betten auseinandergestellt. Der Autor versucht sich in einen dementen Menschen zu versetzen und erzählt die Geschichte aus der Sicht des Ehemannes. Ich war berührt von der Art, wie er die Gedanken und Gefühle der alten Menschen beschreibt und schockiert wie Ausstehende, wie Pfleger und Familienangehörige, dieses Ehepaar ohne Namen gefühllos behandeln, besser gesagt bevormunden. Die Geschichte ist sehr kurz. Aber mehr hätte ich wahrscheinlich auch nicht mehr lesen können. Da alles gesagt und erzählt war. Das Büchlein hat mir sehr gut gefallen. Ich habe die Beiden gerne begleitet.

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  • Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas

    Acht Minuten

    HarryF

    05. June 2012 um 22:33

    Bewegend ist die kurze Geschichte der zwei alten Menschen, die zwar dement, trotzdem glücklich in ihrer Unwissenheit sind. Acht Minuten ist eine bisweilen bedrückende, trotzdem immer Hoffnung machende Aussicht auf's Älterwerden.

  • Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas

    Acht Minuten

    Mr. Rail

    Das Sonnenlicht benötigt genau acht Minuten, bis es die Erde erreicht. Ein langer Weg. Genau acht Minuten würden wir in trügerischer Ruhe leben, wenn die Sonne bereits aufgehört hätte zu existieren. Acht Minuten der Ahnungslosigkeit würden uns bleiben, bevor die Dunkelheit alles Sein vernichtet. Acht Minuten in scheinbarer Helligkeit… Acht Minuten nur. Péter Farkas erzählt in “Acht Minuten” von einem dementen Ehepaar, dem genau diese acht Minuten bleiben, bevor sich der Mantel der Dunkelheit über einen langen gemeinsamen Lebensweg legt. Farkas zeichnet trotz Alter und Krankheit ein versöhnliches Bild von den letzten Momenten der Selbstbestimmung, beschreibt liebevoll die Augenblicke der letzten aufflammenden Erinnerungen der beiden Liebenden, denen nichts auf dieser Welt die Würde zu nehmen vermag und macht uns zu atemlosen Wegbegleitern der zunehmenden Verdunkelung. Er gibt seinen Protagonisten keine Namen. Die Frau und der Mann werden somit zum Symbol einer Erkrankung, die immer weiter um sich greift. Einer Erkrankung, die unheilbar ist und die den Betroffenen ausnahmslos in die Pflegeheime dieser Welt treibt. Fremdbestimmt, medikamentös beruhigt und behandelt wie kleinen Kinder. Der alte Mann und die Frau erleben ihre Krankheit zuhause. In ihren eigenen Wänden und doch stellen sie Veränderungen fest. Man trennt ihre Betten voneinander, damit sie sich nicht so sehr stören in der Nacht. Fremdbestimmt… behandelt wie kleine Kinder… Doch in aller Umnachtung verlieren die Beiden weder die Liebe zueinander, noch ihre Menschenwürde aus den Augen. Sie kämpfen gemeinsam gegen die schleichende Entmündigung an. Trotz Krankheit und Schicksal seine Menschenwürde zu bewahren und die gemeinsame Liebe zum Rettungsanker eines Lebens in der Dämmerung des Tages zu erheben, diese Botschaft von Péter Farkas beruht auf der einzigartigen Perspektive seines Romans. Die Innenansicht der Betroffenen lässt uns erahnen, was in der Seele eines dementen Menschen vorgehen muss – und es zeigt, was wir in der Pflege und Behandlung wohl alles falsch machen. Ich weiß, wovon ich rede. Mein eigener Vater starb als Alzheimer-Patient in einem Pflegeheim und ich bin dankbar für den Blickwinkel von Péter Farkas. Die Gefühlsebene geht nie unter… der kranke Mensch kämpft um den letzten Hauch seiner Selbstachtung und bemerkt sehr wohl, was um ihn herum passiert. Würde bis zum Ende… Zum Interview mit Péter Farkas auf dem Blog.Lovelybooks: http://blog.lovelybooks.de/2012/01/31/binea-mr-rail-acht-minuten-im-gesprach-mit-peter-farkas/

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    • 7
  • Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas

    Acht Minuten

    Binea_Literatwo

    Eine Begegnung in Frankfurt habe ich immer wieder vor Augen, wenn ich das Buch hier im Regal stehen sehe. Ein älteres Pärchen steigt vor mir und Mr. Rail aus dem Fahrstuhl. Ganz langsam, Hand in Hand, schweigend, die Abläufe kennend. Ein scheinbar eingespieltes Team, genau wie in "Acht Minuten". Ein schönes Bild. Wir schauten uns an und wussten genau, welche Gedanken uns zu diesem Pärchen durch den Kopf gingen... Ein Pärchen was aus dem Verhalten und dem Händedruck des anderen weiß, was das innere Herz sagt. Verbundenheit - ein Band was bis ins hohe Alter gewachsen ist. Auführlich gibt es auf dem Blog.Lovelybooks tiefe Worte zum Buch, emotionale Bilder und ein Interview, welches wir mit Peter Farkas führen. http://blog.lovelybooks.de/2012/01/31/binea-mr-rail-acht-minuten-im-gesprach-mit-peter-farkas/

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    • 2

    Mr. Rail

    05. February 2012 um 17:24
  • Rezension zu "Acht Minuten" von Péter Farkas

    Acht Minuten

    Karin1970

    27. December 2011 um 15:13

    Der alte Mann nimmt seit einiger Zeit Veränderungen in seiner Wohnung wahr. Fremde Besucher tauchen auf, ohne sich vorher anzukündigen und vorzustellen. Es werden angeblich nützliche Geräte in die Wohnung geschafft und eines Tages sogar die Betten des alten Paares auf zwei Zimmer verteilt. Eine unsinnige Maßnahme, das Paar versucht das Bett wieder an den alten Platz zu stellen, was aber nicht gelingt. Von nun an schläft seine Frau mit ihm in seinem Bett. Der alte Mann hat sich ganz der Versorgung seiner Frau verschrieben und so leben sie einen geregelten Alltag. „Der alte Mann nahm von Tag zu Tag weniger aus seiner Umgebung wahr, und je weniger er wahrnahm, umso näher fühlte er sich seiner Existenz.“ Der Autor Peter Farkas, berichtet von den letzten gemeinsamen Tagen eines dementen Paares. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, beschreibt er, aus der Perspektive des alten Mannes, das Leben der Beiden. Kurz, aber sehr eindringlich erzählt dieser Roman, dass dieses demente Paar mit sich selbst am glücklichsten ist, sofern ihr Alltag nicht gestört wird. Der Autor schafft es, einem die Augen für das Wesentliche zu öffnen und nebenbei eine wunderbare Liebesgeschichte zu schreiben.

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