Péter Gárdos

 3.8 Sterne bei 34 Bewertungen

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Péter GárdosFieber am Morgen
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Fieber am Morgen
Fieber am Morgen
 (32)
Erschienen am 12.09.2017
Péter GárdosFieber am Morgen
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Fieber am Morgen
Fieber am Morgen
 (2)
Erschienen am 12.10.2015

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Rezension zu "Fieber am Morgen" von Péter Gárdos

Fieber am Morgen
Readzgivor 7 Monaten

Zufällig habe ich gleich zwei Bücher zum Thema «Juden im zweiten Weltkrieg» nacheinander gelesen. «Fieber am Morgen» ist eines davon. Hier wird die wahre Geschichte des jungen Ungars Miklós erzählt, der es nach dem Konzentrationslager todkrank nach Schweden schafft und dort über Briefkonversationen mit 117 Ungarinnen eine Frau zum Heiraten sucht. 


Ich habe dieses Buch gerne und in einem Rutsch gelesen. Doch es vermochte mich weit weniger zu berühren und erschüttern als das andere Buch zum Thema (sehr empfehlenswert: Markus Flohr: Alte Sachen). 

Weshalb das so ist? Wahrscheinlich weil ich die ganze Handlung, die Beschreibung der Hauptpersonen oftmals als sehr liebevoll und mit einem Augenzwinkern empfunden habe. Ich mochte die eigenwillige, sehr unkonventionelle Art zu Handeln von Miklós und Lili - doch vielleicht hat genau diese oft als humorvoll empfunde Beschreibung mich die ganze Tragik hinter dieser Geschichte ein bisschen vergessen lassen... 

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Rezension zu "Fieber am Morgen" von Péter Gárdos

Die Liebe nach dem Holocaust
leseleavor 2 Jahren

Das Leben, so heißt es, schreibt die besten Geschichten. Wie wahr diese Sentenz ist, beweist einmal mehr das Schicksal der Familie Gárdos: 1945 überlebt der junge Ungar Miklós mit knapper Not das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Nur noch 29 Kilo wiegend, ohne Zähne und an Tuberkulose erkrankt wird er nach Schweden zur Genesung geschickt. Die Ärzte geben ihm – nachdem er das furchtbarste Grauen der Menschengeschichte überlebt hat – nur noch sechs Monate zu leben. Doch Miklós will leben – und vor allem lieben. Er schreibt 117 Briefe an aus seiner Heimatstadt stammenden Frauen, die sich ebenfalls in Schweden befinden. Eine Antwort sticht aus allen heraus: Es ist Lilis Brief, der Miklós davon überzeugt, die richtige gefunden zu haben und der ihm die Gewissheit gibt – gegen alle Überzeugungen –, dass er mit ihr sein Leben verbringen wird...

Das Miklós Recht behalten hat, bezeugt der Roman Fieber am Morgen seines Sohnes Péter, der 2015 erschien. Péter Gárdos setzt in seinem Debüt dazu an, die Kennenlerngeschichte seiner Eltern, wie sie oben skizziert wurde, literarisch zu verarbeiten. Gestützt auf den Originalbriefen, die im Roman in übersetzter Form zitiert werden, und mit dem Wissen und vor allem den Vermutungen, die er im Innersten hegt, will er die Geschichte einer Liebe erzählen, die alles überwindet – selbst den Tod. Allein: Es gelingt ihm nicht! Gárdos Erzählung verliert sich schnell im Banalen, kommt schlicht und einfach daher und schafft es nicht die Emotionen, die diese Geschichte bereithält, sprachlich oder erzähltechnisch an den Leser zu bringen. Gewiss kann der Roman berühren, wenn man sich vergegenwärtigt, dass das Gelesene einen wahren Kern hat, doch wird diese Rührung nicht durch die literarische Umsetzung verstärkt, geschweige denn überhaupt hervorgerufen.

Und so wundert es nicht, dass das Buch einen nur dann packt, wenn man dem Briefwechsel von Miklós und Lili konzentriert folgt und die Behutsamkeit ihrer Worte, den Wunsch nach Normalität und die Bemühungen, ein unschuldiges Leben zu führen, auf sich wirken lässt. Die Worte des Autors, die die Auszüge einbetten und anreichern sollen, verkommen dagegen zu unnötigem Geplapper, der mehr vom Zauber nimmt als ihn (so vermutlich die eigentliche Intention) zu erzeugen. Daher kommt man als Leser schnell zu der Überzeugung: Miklós und Lili haben mit ihren Briefen ihre große und unglaubliche Liebesgeschichte selber schon geschrieben, die nachträgliche Erzählung ihres Sohnes haben sie nicht gebraucht.

Fieber am Morgen ist vermutlich das Herzensprojekt des Autors, das ich ihm auch nicht absprechen möchte. Darüber hinaus rechne ich ihm hoch an, dass er den Holocaust nicht ausschlachtet und eine kitschig-rührende Liebesgeschichte auf seinem Hintergrund konstruiert, sondern im Gegenteil respekt- und maßvoll das Schicksal seiner Eltern erwähnt und in die Geschichte einfügt. Dennoch reicht dies nicht aus, um mehr als 3 Sterne für den Roman zu vergeben. Meiner Meinung nach hätte es dieses Stück Literatur nicht gebraucht; die Publikation des elterlichen Briefwechsels wäre hingegen äußert reizvoll gewesen.

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Dions avatar

Rezension zu "Fieber am Morgen" von Péter Gárdos

Liebe überwindet alles
Dionvor 2 Jahren

Inhalt
Péter Gárdos schreibt in seinem Roman "Fieber am Morgen" über die Vergangenheit seines Vaters Miklós:

der junge Ungar überlebt den Holocaust und wird in Schweden in einem Krankenhaus aufgenommen. Laut seinem dortigen Arzt soll er nur noch sechs Monate zu leben haben, da er an einem unheilbaren Lungenleiden laboriert. Miklós blendet seine Krankheit aus und beschließt stattdessen, Briefe an 117, ebenfalls in Schweden gestrandete Frauen aus seiner Heimatstadt Debrecen zu schreiben, da er plant, eine von ihnen zu seiner Ehefrau zu machen.

Lili Reich, einer der 117 Frauen, antwortet ihm. Ein reger Briefwechsel beginnt und bald schon steht fest, Miklós und Lili wollen ihr Leben gemeinsam verbringen. Doch zuvor müssen noch Hindernisse und Schwierigkeiten vielfältiger Art überwunden werden. Und das Wichtigste: Miklós darf nicht sterben.

Meine Meinung
Es war mir eine große Freude, dieses Buch lesen zu dürfen. Péter Gárdos beschreibt anhand der Briefe seiner Eltern sehr eindrucksvoll deren innerste Gefühle und Gedanken. Auch lässt er den Leser hautnah am Alltagsleben im Krankenhaus bzw. im Auffanglager in Schweden teilnehmen. Es hat mich sehr berührt, mit welch großem Einfühlungsvermögen Péter Gárdos über die Hindernisse seiner Eltern zum Glück schreibt, besonders die Eifersucht und den Neid der vermeintlichen Freundin Lilis und die vermeintlich unheilbare Krankheit Miklós'. Aber auch die Sanftmut und die doch sehr unkonventionelle Hilfe des Rabbi Kronheim haben mich beeindruckt.
Ein gelungenes Werk in meinen Augen und daher absolut empfehlenswert!

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