P. B. Fuchs Reise zum Ende der Lust

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Inhaltsangabe zu „Reise zum Ende der Lust“ von P. B. Fuchs

Sex-Urlaub mal andersrum: Die deutsch-türkische Mutter und Ehefrau Pembe hat Lust und begibt sich auf eine Türkei-Reise der pikanten Art. Sie besucht junge Männer, die sie sich zuvor für den körperlichen Austausch bei Facebook ausgesucht hat. Sieben Nächte, sieben Männer, sieben Städte und dazwischen ein Leben von 40 Jahren. Sie beginnt ihre Reise in Istanbul, wo sie der Armenier Arat erwartet. Von dort aus geht es weiter mit dem Überlandbus nach Bursa zu Yunus, dem Gläubigen, nach Izmir zu Hakan, dem Kemalisten... Pembe hat - meistens - eine Menge Spaß mit den Jungs, aber sie erfährt auch viel über das Leben der Menschen in der modernen Türkei, das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, Religion und Sex. Und nicht zuletzt lernt sie auch über sich selbst, gefangen zwischen den Kulturen, eine Menge. Ein Roman über Lust und Leidenschaft und wie sich eine junge Frau auf ihre Reise in die Freiheit macht.

Wer ein Buch alla „Shades of Grey“ in der Türkei erwartet, liegt bei „Reise zum Ende der Lust“ falsch.

— witiko

Kein 0815-Erotikroman

— Lillium

Eine Reise, die bei uns selbst endet. „Manche verlieren die Zeit, manche verlieren sich in der Zeit“ Zitat aus dem Buch.

— Pupuze
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  • Sieben Nächte, sieben Männer, sieben Städte und dazwischen ein Leben von 40 Jahren.

    Reise zum Ende der Lust

    witiko

    13. June 2017 um 15:04

    Die Ich-Erzählerin Pembe verlässt für eine Woche ihre überschaubare Ehe in Deutschland und besucht das Land ihrer Eltern, die Türkei, um Sex mit sieben unterschiedlichen Männern zu haben. Sieben Nächte, sieben Männer, sieben Städte und dazwischen ein Leben von 40 Jahren.P. B. Fuchs nutzt den Sex als Metapher für das Kennenlernen von unterschiedlichen Lebensentwürfen, die Biographien der Sexpartner als Vehikel um den Status quo der Türkei zu schildern. Mit der Auswahl der Männer aus verschiedenen Orten, sozialer Herkunft und Umfeld schafft sie einen Querschnitt durch die aktuelle türkische Gesellschaft und nutzt diesen zu einer detaillierten Betrachtung.In dem die Protagonistin den Männern im wahrsten Sinne des Wortes ihren Körper öffnet und sie in sich hinein lässt, macht sie sie nackt, stellt sie aber nicht bloß, sondern ergründet so deren Ängste Sehnsüchte, Zwänge und Wünsche. Sie vergleicht sie mit ihren eigenen, mit denen sie jetzt und in der Vergangenheit konfrontiert war. Dabei stellt sie die türkischen Lebensformen, dem deutschen geplanten Leben gegenüber, das am besten ohne Zwischenfälle und unspektakulär verlaufen soll. Es ist nicht das Leben zwischen den Kulturen, sondern die Ausgrenzung aus beiden, die mit eindrucksvoller Beobachtung beschrieben wird. Eine türkische Schwiegertochter ist hinnehmbar, ein türkischer Schwiegersohn nicht, diese Feststellung der deutschen Schwiegereltern Pembes, bringt es auf den Punkt. Die Autorin zeichnet Bilder, schafft eine Atmosphäre, die den Leser in Pembes Welt eintreten lässt. Durch innere Monologe distanziert sich P.B. Fuchs von ihrer Protagonistin und lässt so eine feine Ironie entstehen. Der Sex ist direkt, lustvoll oder frustrierend. Hier hält die Autorin gekonnt die Waage zwischen erregendem Voyeurismus und der Sinnhaftigkeit für die Geschichte. P. B. Fuchs schreibt nüchtern und präzise, bedient sich kurzer Sätze um die Handling weiter zu bringen und schafft so eine flüssige, spannende Lektüre. In den Reflexionen Pembes bricht sie den Sprachfluss auf, spinnt längere Sätze zu einem Netz zusammen, das den Leser gefangen hält.Wer ein Buch alla „Shades of Grey“ in der Türkei erwartet, liegt bei „Reise zum Ende der Lust“ falsch. Hier geht es darum, dass Sexualität der Kern jeglichen menschlichen Handels ist. Absolut empfehlenswert.

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  • Pembe macht Urlaub- Sexurlaub

    Reise zum Ende der Lust

    Lillium

    17. September 2016 um 11:43

    Pembe macht Urlaub! Sexurlaub, zwar ist sie verheiratet und hat zwei Töchter, aber das ist ihr egal. Glaubt sie zumindest, aber dazu komme ich später.Die Geschichte ist eigentlich sehr flüssig zu lesen. Pembe erzählt aus der Ich-Perspektive. Es ist sehr interessant zu erfahren, was Pembe erlebt, welche Menschen sie trifft und wie deren Einstellung zum Leben sind. Man erfährt wirklich vieles über die türkischen Sitten und Allüren und auch die Beschreibungen der Ortschaften wirken in meinen Augen gut recherchiert und stimmig. Die Erotikszenen sind detailreich, manchmal schmutzig, aber sehr gut geschrieben. Die Autorin zeichnet meiner Meinung nach ein gutes Bild, man findet sich gut in Pembes Gedanken ein, auch wenn diese gerne wiederkehren.Was etwas zu bemängeln ist sind manche Satzstellungen. Manchmal versteht man besagte Sätze nicht gleich auf Anhieb, da die Ausdrucksform nicht stimmig ist. Charaktere:Pembe/Petra: Sie kämpft mit ihrem Gewissen. Pembe redet sich gerne ein, dass alles legitim ist, was sie da in ihrem Urlaub macht, um sich dann doch immer wieder zu rechtfertigen und sich schuldig zu sprechen. Das macht sie authentisch und glaubhaft. Auf ihre Art hin gibt sie sich gern cool und unnahbar, was sie aber bei genauerem Lesen nicht ist, sie ist ein Mensch mit all seinen Zweifeln und das macht sie einfach sympathisch. Weitere Charaktere sind eigentlich gut beschrieben, es ist ein klares Bild, die Autorin lässt hierbei nicht allzu viel Spielraum für den Leser. Etwas irritierend war für mich, dass Pembe die Männer als so wunderschön betitelte und die Beschreibung mir allerdings dazu nicht ganz passend erschien ( Knochige Nasen, hagere Figuren etc. finde ich persönlich nicht schön) Das ist wohl Geschmackssache. Ihren Ehemann nennt Pembe, fantastisch und toll. Ich persönlich empfinde ihn als ekelhaft ( Seine Liebe zu Gedärmen, kann ich nicht teilen), langweilig und nicht zuletzt prüde und verklemmt ( Eine Liste zur Bewertung des Sex?) Darum kann ich irgendwie vollkommen verstehen, dass sie diese Reise machen möchte, obwohl sie andere Gründe hierfür angibt. Ist die Geschichte nun lesenswert?Wie gesagt, ich fand sie sehr interessant, informativ, solide erzählt und hätte am Ende allerdings noch gerne gewusst, wie Pembe in ihr deutsches Leben wieder zurückgefunden hätte, ob sie zurückgefunden hat...aber da will die Autorin wohl zum Nachgrübeln anregen. Vom Inhalt her vergebe ich 4 Sterne, allerdings weise ich schon darauf hin, dass die ein oder andere Stelle noch gewisse Korrekturen vertragen könnte. Liebe Grüße Lillium

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  • Aufregend guter Roman.

    Reise zum Ende der Lust

    Pupuze

    12. July 2016 um 15:21

    Aufregend! Als Leser begleiten wir die Protagonistin zu ihrer Sex-Reise zu jungen Männern. Aufregend auch die Sprache, weil wir als Leser bei der Protagonistin im Kopf sitzen und alles durch ihre Gedanken mitbekommen, ja teilweise auch spüren, wenn sie beschreibt was während so einer Szene mit ihrem Körper passiert. Lustig, weil in solchen Szenen eben auch etwas schief läuft, wie etwa ihr Vergleich mit der Nähmaschine, wo die Nadel abbricht, obwohl sie gerne weiter … Auch wenn die Sex-Stellen pornografisch genau beschrieben sind und damit weit entfernt sind vom Blümchen-Sex des Genres Frauenromane; dieser Roman dringt tief in die Welt seiner Protagonistin (mit türkischen Wurzeln ein), in ihr Leben, in ihren Gedanken, Wünschen und Ängsten und zeichnet gleichzeitig mit den Geschichten der sieben jüngeren Männer ebenso ein Portrait der heutigen Gesellschaft in der Türkei.

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