P. B. Gronda Straus Park

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Inhaltsangabe zu „Straus Park“ von P. B. Gronda

Eine der aufregendsten neuen Stimmen der flämischen LiteraturZwischen New York, Amsterdam und London, von den 1930ern bis heute entfaltet sich dieser rasante, intelligente Roman über Erfolg und Sex, über Schuld und Überlebenswillen, über Familie und die Suche nach Liebe. Und auf beeindruckende Weise macht der flämische Schriftsteller Paul Baeten Gronda mit dieser Geschichte zweier Liebender nachvollziehbar, wie sehr jeder Einzelne von uns durch die Taten seiner Eltern und Großeltern, durch das Schicksal seiner Familie geprägt wird.Am Straus Park an der Upper West Side in Manhattan lebt Amos Grossman, der junge Erbe einer jüdischen Familie, die durch Kunsthandel sehr reich geworden ist. Sein Studium der Geschichte in Harvard hat er abgebrochen, und seitdem treibt er ziellos durch Manhattan und durch sein Leben. Er heiratet, weil er glaubt, unsterblich verliebt zu sein, lässt sich aber nach einem Jahr wieder scheiden. Einige Jahre lang unterhält er eine sexuelle Beziehung zu einer Geschäftspartnerin, mehr braucht er nicht, wie er seinem Therapeuten versichert.Erst als eines Tages Julie Dane, eine englische Kunsthistorikerin, vor seiner Tür steht, scheint sich alles zu ändern. Sie, so weiß er sofort, ist die Frau seines Lebens. Julie will Amos über die Kunstschätze der Grossmans befragen, sie erforscht die Herkunft europäischer Kunstwerke in den USA. Er führt sie durch die Villa am Straus Park, vermittelt sie an bekannte Sammler. Und es entwickelt sich eine kurze, leidenschaftliche Affäre zwischen den beiden – doch Julie kehrt nach London zu ihrem zukünftigen Mann zurück, und Amos versucht seine Sehnsucht nach ihr zu beherrschen. Denn obwohl sie nicht daran rühren, wissen beide, dass die Geheimnisse ihrer Familien zwischen ihnen stehen, eine Geschichte, die in der Vorkriegszeit in Amsterdam begann, als jüdische Familien sich verstecken oder emigrieren mussten...

Intelligenter Familienroman über mehrere Generationen zwischen Amsterdam, New York und London.

— erinrosewell
erinrosewell

Langsam und leise schleicht die große Frage nach der Generationen-übergreifenden Schuld heran und lässt den Leser nachdenklich zurück.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

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  • "Straus Park" von P.B. Gronda

    Straus Park
    erinrosewell

    erinrosewell

    28. December 2016 um 00:21

    Autor: Paul Baeten GrondaTitel: Straus ParkGattung: Roman, Erzählung, FamiliengeschichteErschienen: 2013Gelesene Ausgabe: Luchterhand, 2016ISBN: 978-3-630-87504-0Gelesen auf: Deutsch (Niederländisch)Gelesen im: Dezember 2016 Zum Buch:Niederländische Literatur erfuhr einen richtigen Boom dieses und letztes Jahr, Wagenbach, Suhrkamp, Diogenes oder Hanser - alle renommierten Verlage hatten riesige Übersetzungsprojekte - natürlich auch wegen der vergangenen Buchmesse und so kam eine Reihe neuer (alter) Romane auf den Buchmarkt. Im Zuge dieser Schwelle ging Grondas bereits 2013 erschienener Roman Straus Park leider ein wenig unter. Straus Park war ein Geschenk und lag lange herum bevor ich mir ein Herz fasste und in die Welt zwischen New York, Amsterdam und London eintauchte.Amos Grossmann denkt die Liebe ist fertig mit ihm, er ist Anfang 30, geschieden, reicher Erbe -  selbst seine jahrelange Affäre erreicht ihn emotional nicht, seine Familie ist tot oder der Kontakt sporadisch - doch dann lernt er Julia Danes kennen, eine britische Kunsthistorikerin, die ihn vom Fleck weg fasziniert. Doch Julias Verlobter wartet in London auf sie und Amos und sie scheint eher die Vergangenheit als die Zukunft zu verbinden. Mir ist es wirklich schwer gefallen meinen Eindruck in Worte zu fassen, denn Straus Park ist ein Ausnahmebuch, wenn auch stark in Qualität schwankend. Gronda verbindet Vergangenheit und Gegenwart miteinander und erzählt so die Geschichte über drei Generationen. Eine der Lieblingsstellen:Zitat: "Das war nicht mehr Butch, das war eine schwankende Ente in einem Tümpel schlapper Emotionen, und Amos konnte ihn schlagartig nicht mehr ausstehen."[1] Stil und Sprache: leicht lesbare, moderne, lockere Sprache.Zitat: "Charlotte sah nicht vom Teller auf. Sie wollte nichts lieber, als aus dem kleinen Nest mit seinen Bauern und Arbeitern wegzugehen; der Anlass dafür war ihr egal."[2] Schlüssigkeit der Handlung: Dreigeteilt, dabei erzählt der erste Teil von Amos Vergangenheit, der zweite von der Vergangenheit seiner Familie und der dritte von seiner Gegenwart und Zukunft. Das hat mir gefallen: Die spannende Art einen Familienroman zu erzählen.Das hat mir nicht gefallen: Irgendwie fehlt der letzte Drive. In One Sentence: Intelligenter Familienroman über mehrere Generationen zwischen Amsterdam, New York und London.Sterne: 3   [1] S.34[2] S.142

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Tolle Familiengeschichte

    Straus Park
    lord-byron

    lord-byron

    07. November 2016 um 20:24

    Zwischen New York, Amsterdam und London, von den 1930ern bis heute entfaltet sich dieser rasante, intelligente Roman über Erfolg und Sex, über Schuld und Überlebenswillen, über Familie und die Suche nach Liebe. Und auf beeindruckende Weise macht der flämische Schriftsteller Paul Baeten Gronda mit dieser Geschichte zweier Liebender nachvollziehbar, wie sehr jeder Einzelne von uns durch die Taten seiner Eltern und Großeltern, durch das Schicksal seiner Familie geprägt wird. Am Straus Park an der Upper West Side in Manhattan lebt Amos Grossman, der junge Erbe einer jüdischen Familie, die durch Kunsthandel sehr reich geworden ist. Sein Studium der Geschichte in Harvard hat er abgebrochen, und seitdem treibt er ziellos durch Manhattan und durch sein Leben. Er heiratet, weil er glaubt, unsterblich verliebt zu sein, lässt sich aber nach einem Jahr wieder scheiden. Einige Jahre lang unterhält er eine sexuelle Beziehung zu einer Geschäftspartnerin, mehr braucht er nicht, wie er seinem Therapeuten versichert. Erst als eines Tages Julie Dane, eine englische Kunsthistorikerin, vor seiner Tür steht, scheint sich alles zu ändern. Sie, so weiß er sofort, ist die Frau seines Lebens. Julie will Amos über die Kunstschätze der Grossmans befragen, sie erforscht die Herkunft europäischer Kunstwerke in den USA. Er führt sie durch die Villa am Straus Park, vermittelt sie an bekannte Sammler. Und es entwickelt sich eine kurze, leidenschaftliche Affäre zwischen den beiden – doch Julie kehrt nach London zu ihrem zukünftigen Mann zurück, und Amos versucht seine Sehnsucht nach ihr zu beherrschen. Denn obwohl sie nicht daran rühren, wissen beide, dass die Geheimnisse ihrer Familien zwischen ihnen stehen, eine Geschichte, die in der Vorkriegszeit in Amsterdam begann, als jüdische Familien sich verstecken oder emigrieren mussten... (Quelle Amazon) Als ich mit dem Lesen von "Straus Park" begann, hatte ich noch keine Ahnung was mich erwartet und ich freute mich sehr, dass sich die Geschichte als sehr interessant und spannend entpuppte. Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt und erstreckt sich vom ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Erzählt wird die Geschichte der Familie Straus und der Hauptcharakter in der Gegenwart, Amos, ist kein einfacher Mensch. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob er nicht wenigstens ein klein wenig sympathisch ist. Amos Grossmann ist sehr reich, ein Playboy wie er im Buch steht und hat eine Affäre nach der anderen. Festlegen möchte er sich überhaupt nicht. Er ist ein Lebemann und genießt es. Den Reichtum der Familie verdankt er der Jüdin Charlotte Grossmann, die aus Liebe zur Verräterin wird und im 2. Weltkrieg Kunstgegenstände zusammenrafft. Diese Geschichte wird Amos zum Verhängnis, als er sich in die Engländerin Julie verliebt. Denn ihre Vergangenheit ist mit der von Amos verwoben. Das Buch hat mich total gefesselt und nachdem ich mich durch die ersten 50 Seiten gehangelt hatte wurde die Geschichte so spannend, dass die Seiten nur noch so dahin flogen und das, obwohl ich keinen der Protagonisten sympathisch fand. Ich vergebe 4 von 5 Punkten und bin wirklich froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, denn es ist etwas besonderes, wenn auch nicht immer leicht zu lesen. © Beate Senft

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    • 8
  • Die Suche nach Liebe und alte Schuld

    Straus Park
    Federfee

    Federfee

    02. November 2016 um 10:30

    Im ersten Teil des Buches taumeln wir mit Amos Grossman, dem jungen jüdischen Erben eines großen Vermögens einer Kunsthändlerfamilie durchs Leben, ziellos, planlos. Er weiß nicht viel mit sich anzufangen und scheint auf der Suche zu sein, vielleicht nach Liebe? Er heiratet Farren und lässt sich nach einem Jahr wieder scheiden. Er beginnt eine Beziehung zu einer Frau, die älter ist als er, liebt aber auch sie nicht wirklich. Die zeitliche Ungeordnetheit der Episoden spiegelt Amos Leben wieder.Dann erscheint Julie Dane im Haus am Straus Park und in seinem Leben, eine junge englische Kunsthistorikerin, die nach dem Verbleib von europäischen Kunstschätzen forscht. Nach einer einzigen heftigen Liebesnacht kehrt sie zu dem Mann zurück, den sie heiraten will. Amos denkt nur noch an sie."Aber wie so oft in seinem Leben musste er feststellen, dass nichts, aber auch gar nichts bei einem bleibt, wenn man den Fehler macht, etwas zu sehr zu lieben." (S. 14 eBook)Im zweiten Teil wird der Leser mit in die Vergangenheit genommen, die Zeit, als Juden aus Deutschland und später auch aus den Schutz gewährenden Nachbarländern fliehen mussten. Hier liegt der Ursprung für den Reichtum der Großmanns/Grossmans und die Schuld, die selbst das Leben der Nachkommen noch beeinflusst.Im dritten Teil reist Julie wieder nach New York. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt und Amos hat das symbolträchtige Haus am Straus Park verkauft. Eigentlich könnte nun doch alles gut werden ...

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  • Ein Verrat durch die Generationen

    Straus Park
    storiesonpaper

    storiesonpaper

    12. October 2016 um 14:41

    In „Straus Park“ des flämischen Autors P.B. Gronda (Luchterhand Literaturverlag) geht es um die Vergangenheit zweier Familien und wie diese bis in die Gegenwart nachwirkt. Nach dem Tod seiner Eltern ist Amos Grossmann in ein psychisches Loch gefallen. Er nimmt nichts mehr ernst, nicht die Ehe zu seiner Frau Farren, noch das Geld, das ihm seine reiche Familie vererbt hat und das aus dem Handel mit Kunst stammt. Als er dann auf die englische Kunsthistorikerin Julie trifft und sich in sie verliebt, scheint es ihm zum ersten Mal wieder mit etwas ernst zu sein. Doch das Glück hält nicht lange, denn Julie ist verlobt und die Vergangenheit holt beide ein. Gronda erzählt die Geschichte um Amos und dem ewigen Suchen in seinem Leben in 2 Ebenen. Erfahren wir in der Gegenwart vom untätigen Tagesablauf des jungen Mannes, in dem er vor sich hin lebt, ist es die Vergangenheit im Amsterdam des Zweiten Weltkrieges, über die in der Mitte des Romans berichtet wird und in der seine jüdischen Großeltern Charlotte und Markus um ihr Leben kämpfen. Doch Charlotte und Markus haben sich mit dem ersten Tag in ihrem Amsterdamer Versteck auseinandergelebt. Ohne zu viel von der Handlung verraten zu wollen, kann ich sagen, dass mich insbesondere hier das Verhalten der beiden Eheleute abgeschreckt hat. Während Markus still und leise vor sich hinlebt, lässt sich Charlotte ausgerechnet mit einem deutschen Befehlshaber ein und verrät ihre eigenen Leute. Für mich war der Einstieg in beide Ebenen sehr schwer. Im Mittelpunkt stehen immer Amos und Julie und erst am Schluss wird enthüllt, dass die beiden mehr als nur die Gefühle füreinander verbinden. Weder zu Amos, noch zu Julie konnte ich einen Zugang finden und auch die Erzählung in der Vergangenheit konnte mich nicht näher zu ihnen bringen oder Sympathie auslösen. Wer ist Amos? Wer war Charlotte? Beide spielen mit den Gefühlen derer, die sie lieben und über beide wurde in meinem Empfinden sehr kalt berichtet. „Straus Park“ zeigt, wie uns die Taten der Vorfahren prägen und verbinden, doch in diesem Roman ist es eine negative Art, dies zu verdeutlichen. Julie gerät mitten in einen unausgesprochenen Konflikt, dessen Teil sie bereits ist und die Auflösung über die Verbindung von Amos und Julie am Ende war für mich keine große Kunst, eher erschien sie mir sehr einfach konstruiert. Ich kann „Straus Park“ leider nur 2 von 5 Sternen geben. Ich möchte nicht von Langeweile sprechen, dennoch konnte mich der Roman nicht unterhalten und in die Handlung ziehen. Alles, was Amos und seine Familie umgibt und geprägt hat, hat mich beinahe abgestoßen und mir fehlte das Interesse an den Protagonisten. Ich hatte mir sehr viel mehr von dem Roman erhofft, denn das Vermischen von Vergangenheit und Gegenwart klang sehr interessant. „Straus Park“ soll von Liebe und Verrat, von Schuld und Überlebenswillen handeln, doch diese Aspekte waren mir insgesamt zu viel und im Roman zu gewollt eingebunden.

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  • P.B. Gronda - Straus Park

    Straus Park
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    05. September 2016 um 20:44

    Amos Grossman, reicher jüdischer Erbe, wandelt suchend in New York. Nur das Haus seiner Familie am Straus Park ist eine Konstante, ansonsten definiert er sich über die Frauen in seinem Leben: Farren, seine erste große Liebe, die nun alleine die Tochter Victoria erzieht; Alison, die Maklerin, die in plötzlich so unheimlich faszinierte; Julie, die junge Engländerin, die sich für die Kunstschätze in Privatbesitz interessiert. Man wundert sich, weshalb weltgewandte und intelligente Mann so einsam zu sein scheint und seinen Platz im Leben sucht, entstammt er doch einer angesehenen Familie mit zahlreichen Verbindungen, die ihm alle Möglichkeiten eröffnet hätten. Die Ursache liegt viele Jahrzehnte zurück in Europa. Amos hat ein gut gehütetes Geheimnis entdeckt, das nach all den Jahren endlich ans Licht zu kommen scheint.Paul Baeten Grondas Roman ist vielschichtig und entfaltet sich nur langsam. Zunächst liegt der Fokus auf dem Protagonisten Amos, dessen Charakter komplex und schwer verständlich scheint. Zu Zeiten des Studiums verwöhnter Spross, der sorglos mit dem Geld seiner Familie umgeht. Ebenso sorglos geht er Beziehungen ein. Dann setzt eine Starre ein, die vermeintlich vom Tod der Eltern ausgelöst wird, bevor eine junge Frau ihn wieder zum Leben und zur Aktivität erweckt. Die Gründe kann man noch nicht nachvollziehen, denn zunächst erscheint ein Bruch in der Handlung. Zwei Generationen zuvor, im Nazi-beherrschten Europa kämpfen seine Großeltern ums Überleben. Eine fast typisch jüdische Geschichte, meint man. Erst im letzten Drittel des Romans überlagern sich die beiden Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart und liefern Erklärungen. Es geht nicht so sehr um die durchaus auch spannende Frage des Warums (Amos so ist wie er ist, seine Familie zu dem Reichtum kam etc.), sondern mehr um das, was alternativ hätte sein können. Wie hätte die Geschichte der einzelnen Figuren auch laufen können: das Schicksal der Großeltern Amos‘ hätte ein anderes sein können; Farrens Leben statt mit Amos hätte mit seinem Freund ganz anders verlaufen können; Amos und Julie hätten vielleicht eine Zukunft haben können. Wenn nicht seine Großmutter die Entscheidungen getroffen hätte, die sie getroffen hat und mit denen sie auf sich und auf die nachfolgenden Generationen Schuld geladen hat. Doch waren diese Entscheidungen nicht zwingend im historischen Kontext? P.B. Gronda stellt die ultimative Frage, wieviel von den Generationen vor uns in uns selbst steckt und wieviel unser Dasein durch sie bestimmt ist. Auch wenn es zu gelegentlichen Exzessen im Roman kommt, dennoch eine ruhige, leise Geschichte, durch die man nicht hastet, sondern langsam schreitet, immer wieder innehält, staunt und nachdenkt. Für mich nicht der größte Roman über die jüdische Geschichte in der Nazi-Zeit und die Frage nach Schuld und Verrat – aber ganz sicher einer der kleinen Schätze, der durch die unaufgeregte Erzählweise und das fast unauffällige Auftreten ganz groß wirken kann, wenn man ihn lässt.

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  • Verrat am eigenen Volk

    Straus Park
    YukBook

    YukBook

    17. July 2016 um 12:56

    Am Anfang dIeses Romans weiß man noch nicht so recht, was man von der Hauptfigur halten soll. Amos Grossmann hat von seiner jüdischen Kunsthändlerfamilie ein Vermögen geerbt, lebt direkt am Straus Park in der Upper West Side von Manhattan und hat einen ziemlich hohen Verschleiß an Frauen. Innerhalb weniger Seiten machen wir Bekanntschaft mit seinen Ex-Frauen Farren und Alison und seinem Studienfreund Butch. Amos wirkt verbittert und teilnahmslos, scheint mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart zu leben. Dies ändert sich, als eines Tages die englische Kunsthistorikerin Julie Dane in sein Leben tritt. Sie arbeitet an einem Forschungsprojekt über die Verbreitung europäischer Kunst in den USA und möchte dazu Amos’ Besitz begutachten. Interessant wurde für mich die Geschichte erst durch den Zeitsprung ins Jahr 1937, als Amos’ Großeltern Markus und Charlotte vom brandenburgischen Ketzin nach Amsterdam fliehen, um sich vor den Nazis zu verstecken. Sie werden von einer reichen und hochgebildeten Unternehmerfamilie, die zu den wichtigsten Förderern der Künste zählen, in die Amsterdamer Gesellschaft eingeführt. Für Charlotte öffnet sich ein neues aufregendes Leben, während ihr ängstlicher Ehemann um keinen Preis auffallen will. Charlottes Lebensgier schlägt jedoch in eine schockierende und verhängnisvolle Richtung. Dabei beschreibt der Autor sehr einfühlsam, wie das Paar trotz ihres gegensätzlichen Charakters und den dramatischen Verwicklungen zusammenhält. Mit steigendem Tempo führt er zwei Zeitebenen zusammen und entfaltet ein Bild von zwei jüdischen Familienschicksalen, die sich auf tragische Weise kreuzen.

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