P.B. Vauvillé

 3.8 Sterne bei 4 Bewertungen

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Dunkle Nächte auf Montmartre

Dunkle Nächte auf Montmartre

 (4)
Erschienen am 24.04.2018
Ein kunstvoller Mord

Ein kunstvoller Mord

 (0)
Erschienen am 01.04.2019

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hasirasi2s avatar

Rezension zu "Dunkle Nächte auf Montmartre" von P.B. Vauvillé

Beginn einer neuen Reihe?
hasirasi2vor 6 Monaten

Paris glüht und eigentlich möchte sich Quentin Belbasse, seines Zeichens Jazz-Bassist, nach der Party letzte Nacht nicht wirklich von seinem Ventilator wegbewegen, aber da ruft sein väterlicher Freund Moulin an. In dessen Cabaret „Narcisse“ haben sie gefeiert und nun liegt Daphné tot im Keller. Sie ist die einzige weibliche Darstellerin der Travestie-Show. Zum Glück stellt sich schnell heraus, dass es „nur“ eine unbekannte Frau ist, die sich wie sie verkleidet hat. Aber warum und wer ist sie? Die Polizei tappt im Dunklen und verdächtigt Moulin des Mordes, schließlich ist es sein Club. Darum bittet er seinen Freund Quentin um Hilfe.

“Dunkle Nächte auf Montmartre“ ist ein typischer Whodunit-Krimi. Untypisch ist nur der Ermittler, der eben kein (Privat-)Detektiv ist, auch wenn sich Quentin im Laufe seiner Ermittlungen als solcher ausgibt.
Ziemlich schnell ist er sich sicher, dass eigentlich Daphné ermordet werden sollte. Sie hat sich schon in der kurzen Zeit, in der sie zum Ensemble gehört, mehr Feinde als Freunde gemacht hat. Aber auch ihr Ex-Freund hat ein Motiv, wie sie Quentin bald gesteht. Daphné sammelt Verehrer und spielt sie gegeneinander aus. Die Eifersüchteleien, nicht nur unter ihren Kollegen, erschweren die Ermittlungen. Doch Quentin kennt sein Monmarte und die Bewohner gut und weiß, wen er fragen muss, wenn er spezielle Informationen braucht.

Durch die vielen Verdächtigen, ihre Motive und die unbekannte Identität der Toten bleibt das Buch bis zuletzt sehr spannend. Quentin und der ermittelnde Polizist liefern sich ein fast freundschaftliches Wettrennen um die Lösung des Falls, man tauscht zwischendrin sogar die neuesten Erkenntnisse aus. Quasi „Quid pro quo“.
Quentin ist ein sehr sympathischer Ermittler, der genau weiß, wie er sein Gegenüber ansprechen muss, um ihn zu knacken. Außerdem steht ihm – überraschend und eher unerwünscht – seine Hippi-Mutter mit dem Künstlernamen „Rosa Kontrapunkt“ recht unkonventionell zur Seite.
Etwas irritiert hat mich, dass er sich in die Ermittlungen stürzt, ohne dass mir seine Intension klar wurde. Ist es nur Moulins Bitte? Eigentlich ist er Bassist und er hat auch noch nie ermittelt. Dazu kommt, dass ihm der zuständige Polizist so viel durchgehen lässt? Warum? Sie kannten sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Gefallen hat mir auch die Darstellung von Montmartes dunkler Seite abseits des Tourismus: der Straßenstich, die Zuhälter, abgewrackte Stundenhotels, gescheiterte Existenzen.
P.B. Vauvillé (das Pseudonym von Bertina Henrichs und Philippe Vauvillé ) schreibt sehr anschaulich und fesselnd – ich habe den Krimi an nur einem Tag gelesen.

Von meinen kleinen Kritikpunkten abgesehen ist es ein gelungenes Krimi-Debüt und ich hoffe, bald wieder von Quentin zu lesen.

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Svenjas_BookChallengess avatar

Rezension zu "Dunkle Nächte auf Montmartre" von P.B. Vauvillé

Ein klassischer Krimi mit unkonventionellem Ermittler und guter alter Detektivarbeit
Svenjas_BookChallengesvor 6 Monaten

Mit Dunkle Nächte auf Montmartre hat das Autorenduo P. B. Vauvillé den perfekten Krimi für faule Sommertage geschrieben. Die Geschichte hat auf jeden Fall alles, was gute Krimi-Unterhaltung braucht: Einen mysteriösen Mordfall, ein atmosphärisches Setting, einen ansehnlichen Kreis an Verdächtigen mit mehr oder weniger düsteren Geheimnissen, einen charismatischen Ermittler und gute, alte Detektivarbeit. Ohne ausschweifendes Vorgeplänkel kommt die Handlung mit dem Leichenfund im Keller des Cabaret-Betreibers Moulin recht schnell in Schwung und damit tritt auch der originelle und ziemlich unkonventionelle Ermittler auf den Plan. Denn der Sache auf den Grund geht nicht etwa ein Polizist oder ein Privat-Detektiv, sondern der junge Musiker Quentin. Ungewöhnlich und neu, wenn vielleicht auch ein bisschen problematisch.

Quentin hat als Ermittler natürlich einen entscheidenden Vorteil: Er kennt das Pariser Viertel Montmartre wie kaum ein anderer und wenn er etwas nicht weiß, weiß er zumindest ganz genau, bei wem er Erkundigungen einholen kann. Ein spannendes Konzept, das durchaus Spaß macht, aber im Verlauf der Handlung vielleicht hin und wieder an die Grenzen des Plausiblen stößt. Quentin besitzt nicht unbedingt jene scharfe Beobachtungsgabe, die einen begnadeten Detektiv wie Sherlock Holmes auszeichnet, auch wenn er hier und da seine Momente hat. Quentin ist außerdem eigentlich nicht befugt, den polizeilichen Ermittlungen in die Quere zu kommen und den Mord auf eigene Faust zu untersuchen. Trotzdem tut er es und stößt dabei von Seiten der Behörden auf weniger Widerstand, als man eigentlich vermuten müsste. Was ich damit sagen will: Dass der Musiker Quentin, der sich bisher noch nie als Detektiv verdingt hat, einen Mordfall auf eigene Faust löst und am Ende den Täter stellt, erscheint mir einfach ein bisschen weit hergeholt.

Nichtsdestotrotz ist Quentin eine sehr interessante Figur und definitiv eine erfrischende Abwechslung zum althergebrachten Detektiv, wie man ihn kennt. Seine Ermittlungsmethoden beschränken sich zum Großteil auf das Befragen von Zeugen und das Zusammentragen von Informationen, beim Deuten der Spuren benötigt er hin und wieder Hilfe von seiner Mutter, die überraschend auf Besuch kommt. Dunkle Nächte auf Montmartre ist (bis auf die ungewöhnliche Ermittler-Figur) ein sehr klassischer Krimi, dessen Handlung sich nach dem Knall am Anfang eher gemächlich entwickelt, dabei aber trotzdem kurzweilig, interessant und unterhaltsam bleibt.

Was mir wirklich gut gefällt, ist außerdem das Potpourri an verschiedenen Charakteren und Persönlichkeiten, der großen Pool an Verdächtigen, mit dem sich Quentin bei seinen Ermittlungen konfrontiert sieht. Es hat sich für mich so angefühlt, als hätten P. B. Vauvillé einmal die Dächer der eng stehenden Häuser im Montmartre abgehoben und dem Leser so einen Blick hinter die funkelnden Kulissen des Viertels ermöglicht. Das sehr atmosphärische Setting passt fantastisch zu den teils sehr charismatischen, teils extravaganten und verschrobenen und teils sehr zwielichtigen Bewohnern des Montmartre. Und natürlich sind es die Lügen, die Eifersüchteleien, die Intrigen und das Gerede hinter vorgehaltener Hand, die der Handlung die richtige Würze geben. Hin und wieder hätte das Ganze für mich zwar noch einen Ticken brisanter und aufsehenerregender sein können, das Buch liest sich aber trotzdem sehr gut runter und punktet einfach mit diesem gut ausgebauten Setting und der stimmungsvollen Atmosphäre. Einzig die Auflösung des Falls hat mir dann nicht so gut gefallen, denn sie erschien mir irgendwie doch recht unspektakulär und einige Fragen blieben (zumindest bei mir) offen.

Mein Fazit:
Bei seinem Krimi Dunkle Nächte auf Montmartre setzt das Autorenduo P. B. Vauvillé auf ein fantastisches Setting, auf klassische Detektivarbeit, eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Charakteren und einen ziemlich unkonventionellen Ermittler. Und für mich funktioniert das Ganze wirklich gut, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die einige Aspekte der Handlung hier und da etwas weit hergeholt wirken ließen. Wer aber klassische Kriminalromane mit spektakulärem Setting mag, wird mit Dunkle Nächte auf Montmartre in jedem Fall bestens unterhalten.

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Lilli33s avatar

Rezension zu "Dunkle Nächte auf Montmartre" von P.B. Vauvillé

Atmosphärischer französischer Krimi
Lilli33vor 7 Monaten

Broschiert: 304 Seiten

Verlag: Hoffmann und Campe (24. April 2018)

ISBN-13: 978-3455000801

Originaltitel: Le Narcisse

Übersetzung: Yvonne Eglinger und Maja Ueberle-Pfaff

Preis: 16,00€

auch als E-Book erhältlich


Kaufen könnt ihr das Buch hier.


Atmosphärischer französischer Krimi


Inhalt:

Paris im August 2003. Es ist unerträglich heiß. Da wird im Keller des Cabarets Le Narcisse auf Montmartre eine Leiche gefunden. Die Frau wurde offensichtlich in der Nacht ermordet. Der Besitzer, Marcel Moulin, bittet seinen Freund Quentin Belbasse, sich im Viertel umzuhören, um den Mord aufzuklären, denn natürlich ist Moulin selbst höchstverdächtig. Doch auch die Travestie-Künstler, die Moulin beschäftigt, haben anscheinend alle etwas zu verbergen. Quentin steht vor einer Mauer aus Lügen und Eifersucht.


Meine Meinung:

Hinter dem Autorennamen P.B. Vauvillé verbergen sich Bertina Henrichs und Philippe Vauvillé. Bertina Henrichs dürfte einigen Lesern unter anderem durch ihren Debütroman „Die Schachspielerin“ bekannt sein, für den sie den Corine-Buchpreis bekam. Die Zusammenarbeit der beiden Autoren bei „Dunkle Nächte auf Montmartre“ hat offenbar gut funktioniert, denn es kam ein unterhaltsamer Krimi dabei heraus, der einen gedanklich mitten nach Paris versetzt und wie aus einem Guss wirkt.


Durch die stimmungsvollen Beschreibungen der Personen und der Schauplätze konnte ich mir alles gut vorstellen. Es ist ein recht gemütlicher Krimi, ein bisschen im Stil von Miss Marple mit einem eher gemütlichen Ermittler, der sich trotzdem hartnäckig in den Fall verbeißt. Allerdings fand ich es sehr befremdlich, dass die Polizei Quentin, der eigentlich Musiker ist, etliche Informationen zukommen und ihm bei seinen Ermittlungen sehr viel Freiraum lässt. Das wirkt doch sehr unrealistisch. 


Mir gefiel in diesem Roman vor allem auch die bunt zusammengewürfelte Schar der verschiedensten Charaktere, allen voran Quentins Mutter Rosa, die schon ein bisschen schrill ist und damit der Kontrapunkt zu dem doch eher ruhigen Quentin. Aber auch die Künstlertruppe und die Nachbarn haben einiges an Charakter zu bieten. Es hat mir viel Spaß gemacht, nach und nach hinter die Fassaden zu sehen.


Fazit:

„Dunkle Nächte auf Montmartre“ ist ein atmosphärischer Krimi mit viel Charme, der für ein paar vergnügliche Lesestunden sorgt. Absolute Hochspannung darf man allerdings nicht erwarten. ;-)


★★★★☆


Der Hoffmann und Campe Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zugeschickt. Dafür herzlichen Dank!


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