Pablo Ramos Der Ursprung der Traurigkeit

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Inhaltsangabe zu „Der Ursprung der Traurigkeit“ von Pablo Ramos

Einfach ist es nicht, erwachsen zu werden, schon gar nicht in einem heruntergekommenen Vorort von Buenos Aires. Wenn Gabriel seiner Mutter ein teures Geschenk kaufen oder zum ersten Mal eine Prostituierte besuchen will – aber kein Geld hat –, weiß er sich zu helfen, allein oder gemeinsam mit der Clique. Was jedoch tun, wenn die Mutter einen Selbstmordversuch unternimmt? Wenn die väterliche Werkstatt nicht genug abwirft und bald verkauft werden muß? Oder wenn der stille Freund Tumbeta bei einem Überfall von der Polizei getötet wird?

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  • Rezension zu "Der Ursprung der Traurigkeit " von Pablo Ramos

    Der Ursprung der Traurigkeit

    marcelsarman

    19. February 2015 um 20:20

    Der Jugendliche Gabriel wächst in einem Vorort von Buenos Aires in ärmlichen Verhältnissen auf. Das Leben dort ist hart und das Geld ist knapp. Doch er hat echte Freunde, die ihm zur Seite stehen und ihn unterstützen. Rolando, der Friedhofswärter, der ihn in die Geheimnisse des Friedhofs einweiht oder Fernando, der Künstler, der ihm das kostbarste schenkt, was er je bekommen hat – ein Buch mit wunderschönen Geschichten und Zeichnungen. Und natürlich seine Clique mit deren Mitglieder er allerhand Unfug anstellen kann, um der Trostlosigkeit des Alltags zu entfliehen. Er schwärmt für Andrea C., die er leicht bekleidet auf einem Poster in der väterlichen Werkstatt bewundern kann und ist heimlich in die hübsche Marisa aus der Nachbarschaft verliebt. Trost findet die Clique beim Fußball spielen oder Fußball gucken, wobei das Geld nicht dazu reicht einen Eintrittskarte zu kaufen und der Lieblingsverein von einem Hügel außerhalb des Stadions angefeuert werden muss. Sein älteren Bruder hat zwar Mut, nervt aber manchmal fürchterlich und seine einjährige Schwester brabbelt unaufhörlich vor sich hin. Gestohlener Wein kann die oft tristen Tagen etwas erträglicher gestalten, leider muss der Vater seine geliebte Werkstatt schließen und eines Tages findet Gabriel seine depressive bewusstlos Mutter in ihrem Zimmer. Langsam dämmert es ihm, dass seine Kindheit vorüber ist und er sich dem Ernst des Lebens stellen muss. Bewertung: Das Buch ist in einer einfachen und oft sehr bildhaften Sprache verfasst. Die Gedanken und Gefühle des jugendlichen „Helden“ werden absolut glaubhaft und anschaulich beschrieben. Der Leser erhält einen realistischen Einblick in die Lebenswirklichkeit der argentinischen Metropole Buenos Aires. Trotz der oft hoffnungslosen Lebensumstände versuchen die Menschen ihr Schicksal mit Humor und Lebensfreude zu meistern: 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Der Ursprung der Traurigkeit" von Pablo Ramos

    Der Ursprung der Traurigkeit

    HeikeG

    18. August 2008 um 18:45

    Der Tod ist nicht das Gegenteil vom Leben Der Titel des Romans steht als zentrale Metapher für das Ende der Kindheit eines 12 - 13jährigen Jungen, der sich dem Elend, den stürmischen Konflikten und dem sozialen Gefälle in der Welt der Erwachsenen, stellt. Er hat stark autobiographische Züge und ist ein ungeschöntes Röntgenbild der argentinischen Gesellschaft zu Beginn der 80er Jahre: dem Ende der Diktatur, aber hoch verschuldet und wirtschaftlich. Ramos inszeniert ein apokalyptisches Szenario in einem Randbezirk von Buenos Aires, einem Armenviertel, wo Abenteuer und Illusionen, mit Drogen, Alkohol, dem Zerfall von Fabriken und Werkstätten, Prostitution und allgemeiner Hilflosigkeit eng zusammenleben. Auf diese menschliche Bühne der "entzauberten Schauspieler" hat der Autor, ähnlich Mark Twains Huckleberry Finn, seinen jungen Helden Gabriel Gavilán gesetzt, dessen reelle Welt kaum etwas mit seinen Träumen gemeinsam hat. Doch trotz allen Leids, hat Gabriel diese noch nicht verloren. Zwischen frühreifen Räuschen, kühner Neugierde und herausforderndem sexuellen Erwachen, entwickelt sich die Geschichte seines Ich-Erzählers und seiner Freunde in Richtung der wahren, täglich neuen Erlebnisse des komplizierten Familien-Zusammenlebens, der Freundschaften und des Sammelns von Erfahrungen in der trostlosen, ja fast finsteren Gegend seines Viertels. Ramos hat der Erzählung - trotz der permanent spürbaren Trostlosigkeit - einen wundervollen Humor gegeben. Durch die infantile Leichtigkeit des Ich-Erzählers wirft der Leser einen beinahe unbekümmerten Blick auf die brutale Realität, die nach Verinnerlichung des Gelesenen, das Entsetzen mit doppelter Intensität zurückwirft. Ungeachtet, dass der Junge Zeuge dieses brutalen Lebens ist, hat er seine Wahrnehmungsfähigkeit nicht verloren. Er erkennt, was andere nicht sehen wollen oder durch ihre Feigheit nicht sehen können. Kontrastiv zu denen, die an der Trostlosigkeit verzweifeln, identifiziert er diese und verschweigt sie nicht. Er will darüber sprechen, aber auf seine Fragen weiß ihm die Welt der Erwachsenen meist keine Antwort zu geben. Groteskerweise sind es gerade die Außenseiter der Gesellschaft, die ein Ohr für ihn haben: ein Verrückter und ein Homosexueller. Doch am Ende schleicht sich auch in Gabriels Seele die Traurigkeit, er streift seine Kindheit brutal ab und kommt zu der Erkenntnis, dass "der Tod nicht das Gegenteil vom Leben [ist]; wie ein Toter zu leben ist das Gegenteil vom Leben." Der Erzählton von Pablo Ramos ist hart und gleichzeitig weich, ein vibrierender Rhythmus, der großartig die differenzierten Nuancen unterschiedlicher Gefühle aufnehmen kann, ein Roman von klarer und entzauberter Sprache, der dem Leser die erschütternde Wirklichkeit dieses gebeutelten südamerikanischen Landes ungeschönt wiedergibt.

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