Pablo Tusset Im Namen des Schweins

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Inhaltsangabe zu „Im Namen des Schweins“ von Pablo Tusset

Hauptkommissar Pujol wird kurz vor dem Ruhestand in ein abgelegenes Bergdorf außerhalb von Barcelona gerufen. In einem Schlachthof wurde die in 36 Einzelteile zerlegte Leiche einer stark übergewichtigen Frau gefunden. Der Fall erscheint ebenso rätselhaft wie skurril, denn im Mund der Frau findet man einen Zettel mit der Aufschrift 'Im Namen des Schweins'.

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  • Rezension zu "Im Namen des Schweins" von Pablo Tusset

    Im Namen des Schweins

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. September 2012 um 22:52

    Augenzwinkernd angelt sich Pablo Tusset in diesem "Kriminalroman" an den Genrekonventionen entlang und mischt eine souverän erzählte, spannende Kriminalgeschichte mit einer deftigen Prise schwarzen Humor (besonders delikat ist die Widmung), sowie ein wenig Poesie und dem ein oder anderen intertextuellen Verweis. Lohnenswertes Leseabenteuer für alle Krimifans, die auch offen für andere Genre sind und für all jene, denen Krimis sonst eigentlich zu doof sind. Tusset vollbringt hier das Kunststück, das Genre ordentlich auf die Schippe zu nehmen und trotzdem einen Roman zu schreiben, den sowohl Krimifans als auch Krimifeinde mögen dürften.

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  • Rezension zu "Im Namen des Schweins" von Pablo Tusset

    Im Namen des Schweins

    Wolkenatlas

    09. July 2010 um 12:42

    Pablo Tussets zweiter Roman, „Im Namen des Schweins“ beginnt mit einem Prolog, in dem, fast klischeehaft, ein etwas nörgelnder, knapp vor der Pensionierung stehender Hauptkommissar aushilfsweise zum Tatort eines abstrusen Mordfalls in ein kleines Bergdorf gerufen wird. Das nach allen Regeln des Schweinezerlegens zerlegte Opfer ist eine eher schwergewichtige Frau, die noch dazu eine Botschaft zwischen den Zähnen hat. Die Botschaft lautet: „Im Namen des Schweins“ Nach kurzen Ermittlungen im Ort wird der Fall an jüngere Kollegen weitergegeben. Hauptkommissar Pujol verfolgt die Sache nur nebenbei. In abwechselnden Kapiteln beschäftigt sich Pablo Tusset einerseits mit dem Hauptkommissar und seiner Frau, der bevorstehenden Pensionierung und der aufkeimenden Leidenschaft des Kommissars für Popmusik, sowie der Zeichnung der liebevollen Beziehung des Kommissars mit seiner Frau. Der Mordfall bleibt für Pujol nur Nebenbeschäftigung. Andererseits beschäftigt sich Tusset mit dem 43-jährigen spanischen Kommissar T, der ein Jahr Pause von der Mordkommission in den USA machen will. Er trifft die junge Suzanna, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. T ist quasi Ziehkind, oder Wahlsohn des Kommissars Pujol. Seine Annährungsversuche verlaufen positiv und zwischen T und Suzanna entwickelt sich eine schüchterne Romanze. Und so plätschert der Roman, nur am Rande mit einem Krimi verwandt, vermeintlich locker leicht dahin… Wären da nicht gewisse Momente, die, beim ersten Mal kommt es sehr unerwartet, so unerwartet, dass man die Szene noch einmal liest, um sich zu vergewissern, dass man richtig gelesen hat, die die sonnige Stimmung trüben. Dann überschlagen sich die Ereignisse kurz und man wird als Leser dazu animiert, möglicherweise voreilige Schlüsse zu ziehen. Etwas später geht T, frühzeitig aus den USA zurück in der Mordkommission Barcelona, nun als P getarnt, in das kleine Dorf, um dort als verdeckter Ermittler einen Schriftsteller zu mimen. Skurrile, fast überzeichnete Figuren dominieren hier das Geschehen. Eine Dorfgemeinschaft, in die niemand wirklich Zutritt hat, der nicht hier geboren wäre. Ts, bzw. Ps Jekyll & Hyde Syndrom hat auch hier seine, nun häufiger werdenden Auftritte. Am Ende ist vieles anders als erwartet, mancher verlässt überraschender- bzw. auch unnötigerweise als Unfallopfer die Bühne, manche tauchen wieder unverhofft auf, während Pablo Tusset am Ende mit einem schelmischen Augenzwinkern bewusst alle Erklärungen offen lässt und somit dem Leser keine Lösungen anbietet. Eigentlich eine konsequente Folge des permanent am Krimi entlangschrammenden Nichtkrimis, denn „Im Namen des Schweins“ ist vieles, aber sicherlich kein Krimi. Einzige negative Anmerkung: Pablo Tusset passieren leider einige Unstimmigkeiten im zeitlichen Ablauf, die dann doch etwas irritieren. Ein paar Beispiele: Während der Frühling in New York Ausgangspunkt des Romans war, schneit und friert es im winterlichen spanischen Bergdorf (da müsste es eigentlich Juni/Juli/August sein), um dann eben am 11.09.2001 anzukommen. Zu diesem Zeitpunkt bezahlt man in „Im Namen des Schweins“ in Pablo Tussets Barcelona auch schon längst in Euro (der ja erst im Januar 2002 eingeführt wurde)… Fazit: „Im Namen des Schweins“ ist vergnügliche, ansprechende Lektüre mit makabren Krimielementen. Wer sich einen spannenden Krimi erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Wer keinen Krimi erwartet und sich nicht an den kleinen Unstimmigkeiten stößt, wird dieses Buch vermutlich genießen.

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  • Rezension zu "Im Namen des Schweins" von Pablo Tusset

    Im Namen des Schweins

    freitaggibtsfisch

    02. December 2009 um 22:29

    fachmännisch zerlegt wird in einem schlachthof eine dicke frau gefunden. in ihrem mund steckt ein zettel mit der botschaft "im namen des schweins". so beginnt der krimi der keiner ist. und der lästige fall mit dem sich hauptkomissar pujol kurz vor seiner pensionierung herumschlagen muß. das ganze ereignete sich in einem abgelegenen bergdorf, welches von skurrilen randexistenzen nur so wimmelt. die dorfbewohner sind eine eingeschworene gemeinschaft, was das lösen des falles nicht einfacher macht. um an die bewohner heranzukommen wird T, der ziehsohn von pujol, in das dorf eingeschleust. die geschichte wird in 3 strängen erzählt. zum einen bekommen wir einblick in das alltägliche leben von pujol und und wie T seine vermeintlich große liebe bei einem new york aufenthalt kennenlernt. der 3. erzählstrang sind dann die ermittlungen von T im dorf. gut gezeichnete charaktere und fesselnde erzählführung. absoluter pageturner.

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  • Rezension zu "Im Namen des Schweins" von Pablo Tusset

    Im Namen des Schweins

    Leserrezension_2009

    30. September 2009 um 17:51

    Eingereicht von hom: Das Böse à la Catalana. Ein Schlachtfest zwischen Himmel und Hölle. Vorbemerkt sei: Die Vorbemerkung auf dem Buchdeckel: „…der Krimi, der es nicht ist“ - entliehen einer früheren Rezension - weist in die richtige Richtung. Wenngleich Kommissar Pujol und sein Ziehsohn T als Protagonisten vordergründig Jagd auf einen perversen Verbrecher machen, der übergewichtige Hausfrauen in industriellen Schlachthäusern nach allen Regeln des Ritus zur Schlachtbank führt, handelt es sich bei Pablo Tussets zweitem großen Roman „Im Namen des Schweins“ keinesfalls um einen Vertreter des Genre Klassischer Kriminalroman. Sondern … Gegensätzlich wie grotesk führen uns drei zentrale Handlungsstränge letztlich weg vom initiierenden, plakativen Großgemetzel: Zum einen die Geschichte des ältlichen Kommissars Pujol; in der Hauptsache befasst mit der Aufklärung des Falls in einem abgelegenen Bergdorf; zudem aktiv im Aufpeppen seines bislang müden Privatlebens. Dies alles findet statt „In der Welt“, namentlich in der lebenswerten Mischung aus einem quirligen Szene- Barcelona, einem beschaulichen Suburb-Barcelona und einem Wochenendwohnsitz- Ambiente für Betuchte vor den Toren Barcelonas. Daneben die Episode seines Ziehsohns Tomas, „T“. Jungkommissar, im richtigen Leben Kollege Pujols in Barcelona, sportlich, attraktiv - und ausgebrannt. „T“ nimmt eine Auszeit in New York, „Im Paradies“. Die zweiteMetropole des Werkes kommt im Vergleich zur katalonischen allerdings bedrohlich und kalt - als Kulisse für „T“s psychotische Wandlungen - daher. Denn „T“ changiert hier peripher mühelos zwischen eiskaltem Gelegenheitsmörder und heiß-romantischem Latin Lover, der sich in Suzanne verliebt, um deren Schicksal wir daher ab sofort zittern müssen. Es ist demnach auch weniger „T“, als vielmehr die Leserschaft, die im Rahmen der New Yorker Love Story ein wachsendes „Paradise Lost“-Gefühl entwickelt. Nach seiner schwarzen Romanze in New York, und das ergibt den dritten Strang, wird „T“ zu „P“ und zum Undercover-Agenten in eben jenem Bergdorf, das Schauplatz des Schlachthausmordes war. Er ist „In der Hölle“ gelandet. Tusset inszeniert hier ein surreales Dorfleben - strikt im Gegensatz zum naheliegenden und doch unerreichbaren Barcelona. Die Bewohner sind skurril und - beinahe inzestuös - auf sich selbst fixiert. Ein spannendes wie unterhaltsames Umfeld, in dem „P“ (ehemals „T“) nun ermittelt und nebenbei weiter mordet. Auf der intellektuellen Überholspur zitiert Tusset im Handlungsverlauf Dante Alighieri, Hieronymus Bosch, Quentin Tarantino und jeden. Peu a peu baut sich ein doppelter Boden an Essenzen und Bedeutsamkeiten auf. So heißt das Bergdorf bei Barcelona „San Juan del Horla“, und falls wir nicht adhoc Maupassants Klassiker „Der Horla“ assoziieren, dürfen wir erfahren, dass Maupassant hier verrückt geworden sei. Letzteres - sei notiert - ohne jede realistische Grundlage und vielmehr um der hochkarätigen Unterhaltung Willen. In gleicher Weise deutet ein vielzitierter „rechter Flügel“ des Triptychons „Garten der Lüste“ von Bosch auf eine Gruppe aus drei Personen, inklusive einem Schwein als Nonne, und metaphorisch auf die Drei-Gliederung der Handlung rund um das Schwein. Und zwar deutet er auf genau dieses. Und nicht etwa auf mehr, wie sich aufgrund des bedeutungsschweren Zitats ja auch vermuten ließe. Von Referenzen in diesem Stile wimmelt es nur so im Roman: Sie alle zeigen Pablo Tussets Begeisterung, uns Rätsel - vom Typus „Um die Ecke gedacht“ - aufzugeben; und zwar nicht etwas zur Handlungslenkung, sondern, um sich mit uns Lesern augenzwinkernd zu verbünden: „Wir denken an das Gleiche, oder?“ Womit spätestens aus dem Kriminalroman ein klassischer Fantasy-Roman geworden wäre. Einer, der sich gegen Interpretationen sträubt, aber auf höchstem Niveau unterhält und amüsiert. Unterhält, weil er ein hohes Identifikationspotenzial besitzt, und wir uns unweigerlich die Frage stellen, in wie viel Hölle wir selbst unmerklich leben. Eine Frage übrigens, die Kommissar Pujol zu einem guten Teil aufgrund seines ebenso plötzlichen - wie gemäldeartig inszenierten - Ablebens erspart blieb. Und amüsant, weil er selbstironisch mindestens drei gute Geschichten dekonstruiert und die Splitter zu einem höchst unterhaltsamen, größeren Ganzen wieder zusammenfügt.

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