Paddy Richardson Der Vogelbrunnen

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Inhaltsangabe zu „Der Vogelbrunnen“ von Paddy Richardson

Die Journalistin Claire lebt allein mit ihrer 16-jährigen Tochter Annie in Dunedin, Neuseeland. Eines Tages nimmt sie das äußerst lukrative Angebot an, über den berüchtigten Serienvergewaltiger Travis Crill eine Biographie zu schreiben. Als sie ihn zum ersten Mal im Gefängnis interviewt, trifft sie auf einen charmanten, äußerst intelligenten Mann. Doch als Travis die sensible Journalistin in ein persönliches Gespräch verwickelt, beschleicht Claire ein unheimliches Gefühl der Angst: Hat der Täter gerade ihr Sommerhaus, ihren Vogelbrunnen beschrieben? Wie kann das sein? Wie kann er diese Details aus ihrer Kindheit wissen? Fluchtartig verlässt Claire das Gefängnis. Obwohl sie weiß, dass der Mann hinter Gittern ihr nichts anhaben kann, wird sie das Gefühl nicht los, beobachtet, verfolgt zu werden. Und dann passiert das Unfassbare: Travis bricht aus dem Gefängnis aus. Zur selben Zeit verschwindet Claires Tochter Annie …

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Was wir getan haben

Leider langweilig und langatmig. Habe, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, mehr erwartet.

Buchwurm05

Todesreigen

waaaahnsinn, diese reihe!.... band 4 haut mich komplett um.... spannend von seite 1 bis 570.. ohne längen.... hammer!

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  • Rezension zu "Der Vogelbrunnen" von Paddy Richardson

    Der Vogelbrunnen
    schnecke

    schnecke

    16. January 2011 um 23:32

    "Ich verstehe nicht, wie Menschen andere so gedankenlos verletzten können? (...) Woran kann man merken, ob der andere Böses im Schilde führt, bevor es zu spät ist?" Claire beschleicht ein ungutes Gefühl, als sie diesen Auftrag annimmt. Die Journalistin wurde ausgewählt - die Biografie eines Serienvergewaltigers zu schreiben. Travis Crill soll allein stehende Frauen zuvor still beobachtet haben, bevor er in ihre Wohnungen eingedrungen ist und sie brutal geschändet und umgebracht hat. Immer wieder zur gleichen Jahreszeit. Immer im Oktober. Und im gleichen Jahr zu Valentinstag haben all diese Frauen eine Postkarte mit Rosengrüßen im Briefkasten gefunden. Auch Claire bekam eine solche Karte... Noch bevor sie von seiner Biografie wusste. Ihr geliebter Mann Alex ist schon lange tot. Und so steht sie allein da mit der Erziehung ihrer Tochter Annie. Annie ist ein unkompliziertes Mädchen mit guten Schulnoten. Mit der finanziellen Situation hat sie gelernt zu leben. Claire reizt das Honorar für dieses Buch, das sie schreiben soll... Wenn da nicht die Interviews mit Crill im Knast wären... Er bleibt vollkommen ruhig, mimt den Unschuldigen, das Opfer... Aber da ist etwas in seinen eisblauen Augen... Und warum weiß er von dem "Vogelbrunnen", den Claire als Kind im Garten zu vergöttert hat? Ein solcher "Vogelbrunnen" ziert heute seit Jahren den Vorgarten ihres Strandhauses, das letzte materielle Überbleibsel ihrer jungen, glücklichen Ehe. Travis Crill kennt den Vornamen ihrer Tochter - woher? Und Claire fühlt sich beschattet. Im Strandhaus spürt sie eine Präsenz, eine unheimliche Vorahnung... Die Autorin Paddy Richardson lässt mal Claire, mal Annie erzählen. "Der Vogelbrunnen" springt von einem "Ich" zum nächsten "Ich". Und so weiß der Leser immer etwas mehr von Annies pubertären Eskapaden, aber auch von ihren Schuldgefühlen. Mutter und Tochter lieben einander, versuchen sich zu schützen, verteidigen aber auch ihr ganz eigenes Leben, das immer mehr in den Schatten des Serienvergewaltiger Crill rückt. Dieser Thriller hat mich gut unterhalten. Und ich mag diese Perspektivensprünge innerhalb einer Erzählung. Bis zum Schluss wollte ich wissen, was Crill noch tun wird, was Claire bei ihren Recherchen heraus finden wird und ob es noch mal richtig spannend wird. Am Ende blieben für meinen Geschmack leider zu viele Fragen offen. Etwas mehr Thrill hätte ich mir schon gewünscht. "Der Vogelbrunnen" ist kein Hannibal Lecor-Ersatz, trotzdem nicht schlecht und gut lesbar.

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  • Rezension zu "Der Vogelbrunnen" von Paddy Richardson

    Der Vogelbrunnen
    smutcop

    smutcop

    14. October 2010 um 18:08

    Hmmhh, nach ca. 100 Seiten dachte ich, dass es wohl nun bald losgehen müsse mit der Spannung.. war aber leider nicht der Fall! Das Buch bleibt vorhersehbar und nüchtern. Ein charismatischer? Vergewaltiger im Knast will ein Buch geschrieben haben.. sucht sich natürlich ne Frau als Autorin. Versucht Sie zu manipulieren.. am Ende bricht er aus und lauert Ihr auf, verliert: Buch vorbei. Kennen wir alle, haben wir alle schon viel besser gelesen. Auf dem Einband steht noch" Für Fans von M. Walters" Antwort: nee

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  • Rezension zu "Der Vogelbrunnen" von Paddy Richardson

    Der Vogelbrunnen
    Magda

    Magda

    14. September 2010 um 19:13

    Angst im Dunkeln Dein Haus scheint für dich das sicherste Ort auf der ganzen Welt zu sein. Du freust dich auf einen erholsamen Abend nach dem langen arbeitsreichen Tag. Du willst den Feierabend richtig genießen: beim guten Essen, deiner Lieblingsmusik, mit einem Glas Wein. Wahrscheinlich nickst du dann irgendwann ein. Genauso wie Janine – das erste Opfer von Travis Crill. Sie wird plötzlich von einem Geräusch geweckt; hört jemand ihren Namen rufen. Und sieht in der Dunkelheit einen schwarzgekleideten Mann mit einem Messer in der Hand in ihrer Wohnung stehen. Davonlaufen kann sie nicht mehr. Genauso wie Claire, eine alleinerziehende Mutter, die nach dem Tod ihres geliebten Mannes Alex angefangen hat zu schreiben. Als Journalistin schrieb sie für diverse Zeitschriften und gab im hiesigen Gefängnis Kurse in Kreativen Schreiben für die Häftlinge zu ihrer Resozialisierung. Um der Geldnot zu entkommen und das Studium ihrer Tochter Anna finanzieren zu können, nimmt sie das Angebot für Travis Crill eine Biographie zu schreiben, an. Und von da an beginnt ihre bisher heile Welt langsam zu bröckeln: In einem Interview mit Claire spricht der charmante und reuevolle Travis beiläufig über Details, die eigentlich nur aus Claire Leben stammen könnten. Claire spürt auf einmal die drohende Gefahr, fühlt sich beobachtet und verfolgt. Auch in ihrem bisher sicheren Zuhause fühlt sie sich nicht mehr sicher. Und die bisher ungetrübte Beziehung zwischen Claire und ihrer Tochter Anna wird schwierig. Seitdem Claire für die Crills Biographie recherchiert, hat sie wenig Zeit für ihre Tochter. Und Anna gerät immer mehr unter schlechten Einfluss ihrer neuen Freundin Savannah und entzieht sich Claires Kontrolle. Bis sich eines Tages die Ereignisse überschlagen und Mutter und Tochter sich in tödlicher Gefahr befinden. „Der Vogelbrunnen“ ist ein Thriller, der nicht nur für Gänsehautgefühl beim Lesen sorgt. Das Buch hat viel mehr zu bieten: Es ist eine gelungene und spannende Geschichte wie aus dem wahren Leben. Die ganze Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Annie und Claire erzählt. Zwischendurch folgen die Kapitel mit Travis Gräueltaten. Die Überfälle in der Dunkelheit wurden so bildreich und intensiv beschrieben, dass man das Bedürfnis hat, sofort nachzusehen, ob alle Fenster und Türen im eigenen Haus abgeschlossen sind. Und ab sofort achtet man auf jedes Geräusch in der Umgebung. Auch die Mutter-Tochter Beziehung wurde sehr spannend und realistisch dargestellt. Klar und sehr lebendig schildert die Autorin, wie es zu der Entfremdung zwischen Anna und Claire kommt. Bei allen Themen verzichtet Paddy Richardson auf gewalttätige, grausame Szenen. Sie weiß alle Probleme und Konflikte behutsam und sensibel darzustellen und bedient sich einer ausdrucksvollen und bilderreichen Sprache. Ihr Erzählstil ist sehr ansprechend, man hat das Gefühl einer Freundin zuzuhören; egal, ob gerade Claire-die Journalistin, Claire-die Mutter oder die Tochter Anna erzählt. „Der Vogelbrunnen“ sorgt nicht nur für Nervenkitzel und löst in der Dunkelheit Angstzustände aus. Das Buch ist eine Lektüre, die zum Nachdenken über die wichtigen aktuellen Probleme unserer Gesellschaft bewegt.

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  • Rezension zu "Der Vogelbrunnen" von Paddy Richardson

    Der Vogelbrunnen
    goat

    goat

    27. June 2010 um 22:11

    Als die junge Claire im Alter von achtzehn Jahren ihren zukünftigen Mann kennenlernt, bricht sie ihr Studium ab, um mit ihm zu leben. Bald darauf wird sie schwanger und die kleine Annie wird geboren. Claire und Alex führen eine Bilderbuch-Ehe. Doch das Glück endet jäh, als Alex an einem Herzinfarkt stirbt. Claire steht vor einem Trümmerhaufen, denn die Lebensversicherung kann die Schulden nicht abdecken. Erst als Claire das Angebot bekommt, eine Biographie über den Serienvergewaltiger Travis Crill zu schreiben, geht es finanziell für die beiden wieder aufwärts. Claire stürzt sich in ihre neue Arbeit und steigert sich immer mehr in diesen Fall hinein. Der neue Job scheint Claire jedoch immer weiter von ihrer Tochter zu entfernen und plötzlich muss sie erkennen, dass ihr Leben in Gefahr ist, denn der Täter weiß Dinge über sie, die er nicht wissen kann und als sie Parallelen zu den vergangenen Taten zieht, ist es zu spät, denn Crill ist schon aus dem Gefängnis geflohen ... "Der Vogelbrunnen" ist nicht einfach nur ein Thriller. Paddy Richardson beschreibt ihre Charaktere so intensiv, dass ich mich mit ihnen automatisch verbunden gefühlt habe. Am deutlichsten kommt Claires Gefühlschaos rüber - der Kampf mit sich, ob sie den Auftrag annehmen soll oder nicht und die Hilflosigkeit, als sie merkt, dass Annie ihr entgleitet. Die Autorin hat diesen schleichenden Prozess der Entfremdung von Mutter und Tochter sehr gut beschrieben. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Annie und Claire erzählt und einige Passagen sind dem Täter zuzuordnen. Den Leser erwartet kein blutiges Gemetzel und die Spannung wird allein durch den brillanten Schreibstil der Autorin erzeugt. Das Cover mit dem am Fuß aufgehängten Vogel passt nur bedingt zum Buch, ist aber sicherlich ein Blickfang im Bereich der Thriller. Was den Buchtitel angeht, finde ich den Originaltitel passender. "A year to learn a woman" sagt wesentlich mehr aus und kann sich in diesem Fall sowohl auf den Täter beziehen, als auch auf Annie, deren neue Freundin kein wirklich guter Umgang für sie ist. Ich habe den Roman verschlungen und werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten. Fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung von mir.

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  • Rezension zu "Der Vogelbrunnen" von Paddy Richardson

    Der Vogelbrunnen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. June 2010 um 07:53

    Die Journalistin Claire bekommt die Chance ein Buch zu schreiben. Ein Buch über einen der bekanntesten Vergewaltiger Neuseelands. Während sie ein Jahr lang damit beschäftigt ist, kämpft ihre Tochter mit ihren eigenen Sorgen. Seit sie ihre neue Freundin Savannah kennengelernt hat, wenden sich ihre alten Freunde von ihr ab. Nun hat sie nur noch eine Feundin und diese möchte sie unbedingt halten. Was beide nicht wissen, während dieses Jahres fallen sie jemande besonders auf: keinem geringeren als Travis Crill - dem Thema von Claires Buch. Ein wirklich schönes Cover ziert dieses Buch. Ein kleiner blauer toter Vogel, der eigentlich erschreckend wirken soll. Dann lese ich den Titel: der Vogelbrunnen - Thriller. Ein klasse Klappentext schwört mich auf einen Thriller ein, der sehr ,sehr spannend sein muss. Dann beginne ich zu lesen und stelle fest: dieses Buch ist vollkommen anders. Positiv anders ! Zunächst einmal spielt es in Neuseeland. Dieses schöne Land bietet mir eine Abwechslung zu vielen anderen Thrillern und läd mich auf eine neue Reise ein. Das Buch ist abwechselnd aus Claires Sicht und aus Annies Sicht geschrieben. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter wird schon früh gezeigt. Sie ist besonders, eng und liebevoll. Die Geschichte von dem Teddy mit dem "Zipfelpenis" erinnert schon fast an die Gilmore Girls. Das Leben der beiden war nicht immer einfach. Es war auch von Trauer bestimmt, von Alex Tod, Claires Mann und Annies Vater. Claire hat Geldsorgen und so nimmt sie diesen Auftrag an. Die Geschichte mit Travis kommt Stückchenweise ins Laufe. Lange wird ersteinmal das Leben von Annie und Claire gezeigt und die Probleme die nun beginnen werden. Ab und an wird eine der sechs Tatgeschichten erzählt. Ein leiser schauriger Ton schwebt dabei durch die Zeilen. Nie aber ist es wirklich "grausam" oder gar eklig. Irgendwann spitzt sich alles zu, viele Fehler werden begangen und alles scheint in einer Katastrophe zu enden. Doch auch hier ist es nie eklig, grausam oder ein furchtbarer Thriller. Die Schreibweise erinnert mich an Henning Mankell. Es liest sich angenehm, aber manchmal auch anstrengend. Das kommt einfach schon daher, da dieses Buch nicht auf Horror und Angst basiert. Es ist ein feinsinniges Buch. Ein Thriller mit einer Botschaft. Mir persönlich gefällt der Originaltitel besser. Er sagt mehr über das Buch aus, als "Der Vogelbrunnen". Während der Vogelbrunnen immer mal wieder auftaucht, spätestens als Travis Claire damit verrät, dass er sie kennt, steht der Originaltitel mehr für die Botschaft. "Ein Jahr um eine Frau kennenzulernen". Natürlich bezieht sich das auf die Praxis von Travis Crill und seinen Vergewaltigungen, kann aber auch für die Botschaft in diesem Buch stehen. Beide Frauen, besonders Annie, lernen in diesem Jahr viel. Und Annie sagt am Ende selber, sie würde nie was ändern am Verlauf - denn sie hat viel gelernt. Ein fabelhaftes Buch. Anspruchsvoll und sehr besonders. Kein Thriller im eigentlichen Sinne, sondern ein frisches neues Buch einer interessanten Autorin, die viel über die Menschen versteht. Sehr empfehlenswert!

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  • Frage zu "Der Augensammler" von Sebastian Fitzek

    Der Augensammler
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Liebe Mitglieder! Ich habe hier noch einen 50 Euro Gutschein für Bücher liegen und würde den natürlich gern mal ausgeben - aber für welche Bücher? Habt ihr Tipps, Neuerscheinungen, die man gelesen haben muss? Vielleicht spannende Krimis oder Thriller? Gern auch was Humorvolles, gute Laune kann ich immer brauchen! :-) P.S.: Aktuell gelesen habe ich schon "Der Augensammler" von Sebastian Fitzek, gern ähnlich spannende Bücher!

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    • 15
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. June 2010 um 18:45
  • Rezension zu "Der Vogelbrunnen" von Paddy Richardson

    Der Vogelbrunnen
    Ailis

    Ailis

    11. May 2010 um 15:29

    Zu sagen, das Buch habe mir gar nicht gefallen, wäre falsch, aber dennoch: meine Erwartungen hat es nicht erfüllt. Der Klappentext verspricht "atemberaubende Spannung" und scheut sich auch nicht, den Täter aus "Der Vogelbrunnen" mit Thomas Harris' Hannibal Lecter zu vergleichen, was in meinen Augen ein viel zu hoch gegriffener Vergleich ist. Travis Crill, Richardsons Version eines Serientäters, hat kaum Tiefe. Seine Intelligenz wird immer wieder betont, doch in den Sequenzen, in denen er zu Wort kommt, ist nichts zu spüren von einem außergewöhnlichen Intellekt oder einem besonders starken Willen. Er wirkt flach und leblos, weswegen der Vergleich mit Hannibal Lecter ein Schuss in den Ofen bleibt. Die Autorin hat bei weitem nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um aus diesem Täter den Menschen zu machen, der ihr beim Schreiben wohl vorschwebte. Aber nun zum Inhalt: Claire ist Schriftstellerin, Dichterin und Journalistin. Bisher verdiente sie den Unterhalt für sich und ihre Tochter Annie durch alle möglichen Artikel für Zeitschriften und durch einen Kurs für kreatives Schreiben in einer Haftanstalt, doch es langt immer geradeso. Daher ist das Angebot, das Alistair Downes, der Anwalt eines verurteilten Vergewaltigers, ihr macht, sehr verlockend: sie soll die Biographie seines Mandanten, Travis Crill, schreiben und dafür fürstlich entlohnt werden. Er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er sechs Frauen überfallen und vergewaltigt hatte. Nach anfänglichem Zögern willigt sie ein, aber unter der Bedingung, dass ihr Name nie in Verbindung mit diesem Buch genannt werden darf. Und so beginnt sie zu ermitteln, führt Interviews mit Travis Crill selbst, mit einigen seiner Opfer, mit seiner Familie, seinen ehemaligen Kollegen und Lehrern und allen, die eine Rolle im Leben des Mannes spielten. Weil das Bild, das viele von ihm zeichnen, ihr zu glatt und positiv erscheint, beginnt sie tiefer zu wühlen und bringt so sich und ihre Tochter in große Gefahr, denn ihren Auftraggebern ist nicht daran gelegen, dass sie unautorisierte Informationen für ihr Buch nutzt und auch Travis gefällt nicht, was sie ans Tageslicht bringt. Doch das ist nicht ihr einziges Problem, auch privat läuft vieles falsch seit einiger Zeit: Annies neue Freundin Savannah hat einen sehr schlechten Einfluss auf sie und Claire kämpft gegen ihre Gefühle für den Polizisten Max an, den sie im Laufe ihrer Recherchen kennengelernt und über den wahren Grund ihrer Fragen im unklaren gelassen hat. Genaugenommen hat dieser Roman zu viele Baustellen: da wären Travis und seine Taten, Claire und ihre Recherchen, Annie und die rebellische Savannah und dann noch Max und Claire, sie sich zaghaft näherkommen. Das ist zu viel für einen Roman und so nimmt es nicht wunder, dass sich die Ereignisse am Ende überschlagen und der Roman erst auf den letzten 40 Seiten so richtig Fahrt aufnimmt. Oft hatte ich den Eindruck, dass der Autorin wegen dieser Fülle an Handlung einige Flüchtigkeits- und Logikfehler unterlaufen sind, die man bei genauerer Betrachtung hätte vermeiden können. Zum Beispiel wundert Claire sich nicht darüber, dass Annie ihr erzählt, Savannah fahre seit vielen Jahren schon Auto - dabei ist das Mädchen erst sechzehn! Oder so ist zum Beispiel schon früh im Roman die Rede davon, dass Informationen über das Buch an die Medien durchgesickert sein könnten, was Claire erstaunlich gelassen hinnimmt, auch als Downes sie ermahnt, verschwiegen zu sein, falls die Presse sich bei ihr melden sollte, was ja bedeutet, dass ihre Mitarbeit an diesem Projekt nicht mehr als vollkommen geheim gelten kann. Als am Ende die Presse jedoch wirklich über sie und die Biographie berichtet, ist sie zutiefst schockiert, wie sie davon erfahren haben könnten - wie passt das zusammen? Ebenso Max' gekränkte Reaktion, als er durch die Medien erfährt, dass sie ein Buch über Crill schreibt - als sie ihn für ihren angeblichen Artikel zu Crill befragte, störte er sich wenig an der Wahl ihres Themas. Das mögen alles Kleinigkeiten sein, doch zusammengenommen schwächen sie diesen Roman, der einiges an Potential hatte. Was mir gut gefiel, war die wechselnde Erzählperspektive, so dass nicht nur Claire zu Wort kam, sondern auch Annie und ihre Sicht der Dinge. Der Sprachstil der Autorin war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil sie eine Vorliebe für kurze Sätze hat, die teilweise einem Stakkato gleichkommen, aber gerade in den spannenderen Teilen der Handlung sorgte dies für besonders viel Dynamik. Und so war "Der Vogelbrunnen" auch keine langweilige oder unbefriedigende Lektüre, aber eine, an der die Autorin noch ein bisschen hätte feilen müssen.

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  • Frage zu "Der Vogelbrunnen" von Paddy Richardson

    Der Vogelbrunnen
    schnecke

    schnecke

    Hallo zusammen! Hat schon jemand "Der Vogelbrunnen" von Paddy Richardson gelesen? Oder ist jemand gerade dabei? Der Klappentext klingt gut, aber ich möchte lieber keinen Reinfall erleben...

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