Pamela Fuchs

 2.6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Todesdomina.

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Todesdomina

Todesdomina

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Erschienen am 27.04.2017

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Katis-Buecherwelts avatar

Rezension zu "Todesdomina" von Pamela Fuchs

Konnte mich nicht überzeugen ...
Katis-Buecherweltvor einem Jahr


Zum Buch:
Auf dem Cover entdeckte ich die Autorin selbst in einer zum Titel und Inhalt passenden Stellung. Im Buchinneren fand ich einige ansprechend gemalte Karikaturen von Alina Salzmann, Abdrucke des Schriftverkehrs vom Gericht, WhattsApp Screenshots und viele hochwertige Fotos von Pamela Fuchs. Schade fand ich, dass die Fotografien nicht beschrieben sind. Wegen der Masse an Bildern bekam ich einen faden Beigeschmack der Schleichwerbung für ihre Modelkarriere.

Erster Satz:
"Über mich und mein Leben zu erzählen, fällt mir nicht immer leicht."

Meine Meinung:
"Todesdomina" wurde mir vom Verlag ans Herz gelegt und ich war sofort daran interessiert. Wahre Geschichten lese ich gerne und ich war gespannt zu erfahren, was damals passierte und wie der Werdegang des gerichtlichen Verfahrens ablief.

Pamela F. geriet in die Schlagzeilen, als einer ihrer Kunden darauf bestand, seine Lust mit Atemreduktion hervorrufen zu wollen und anschließend dabei verstarb.
Die Autorin berichtet darüber, wie sie in das Milieu gerutscht ist und beschreibt genau, die Vorlieben ihrer Kunden. Ich schüttelte in vielen Fällen den Kopf, weil es für mich unbegreiflich war, was für Fantasien manche Männer haben und auf was für Ideen diese kommen, um ihre Lust zu befriedigen. Manche Handlungen fand ich extrem ekelhaft und kaum vorstellbar. Trotz alledem war es interessant zu lesen, was hinter den Köpfen der Männer vorgeht.

Geärgert habe ich mich einige Male über Pamela Fuchs, wie sie erzählte, dass sie keine Menschen mag die Lügen. Und nur wenige Seiten später berichtet sie von einem Erlebnis, wie sie ihre Kundschaft selbst belügt und das nicht nur einmal. Das widerspricht sich! Ich kann doch nicht sagen, dass ich Lügner nicht leiden kann, wenn ich selbst Lügengeschichten erfinde!

Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig und umgangssprachlich geschrieben, was den Lesefluss an vielen Stellen stockte. Viele wirre Sätze verleiteten mich immer wieder, diese mehrfach zu lesen, um den Sinn darin zu verstehen. Gleichwohl zog das Buch meine Aufmerksamkeit an und ich habe es fast in einem durchgelesen. Ich wollte unbedingt wissen, ob nicht doch mehr Informationen preisgegeben werden.

Das Verfahren, um den Unfalltod des Freiers, wurde nur vage angeschnitten und kaum der Rede wert, was ich schade fand. Denn genau diese Thematik fand ich an der ganzen Story interessant und hatte erwartet, dass mehr als nur Kopien der Staatsanwaltschaft zu lesen sind. Von dem Opfer gibt es sogar ein abgebildetes Foto aus der Rückenansicht mit dem Strick um den Hals. Das fand ich grenzwertig und weiß nicht, ob es nicht gegen die Würde des Toten spricht und Respektlos gegenüber seiner Familie ist. Ich fand es geschmacklos!

Am Ende des Buches sind viele Bilder von Pamela Fuchs auf hochwertigen Papier bedruckt, wo mir die Beschreibungen gefehlt haben. Zwar gibt es Unterteilungen von "Das Kind", "Das Mädchen", "Die Lässige", "Die Lady", "Die Domina", "Die Freizügige" und "Die Venus", aber in welchem Zusammenhang die Fotos entstanden, oder wer die anderen Personen sind, wurde nicht angegeben. Ich fand die vielen Bilder nicht schlecht, doch fand ich die Verbindung zum Buch überhaupt nicht. Ich hatte das Empfinden, dass die Modelbilder zur reinen Werbemaßnahme gedacht waren.

Fazit:
In "Todesdomina" von Pamela Fuchs erzählt die Autorin über ihr eigenes Schicksal, in dem ein Kunde bei einer Atemreduktion zur Steigerung seiner Lust verstarb. Widersprüchliche Aussagen ~ stockender Lesefluss ~ viele erotische Modelbilder ~ kaum Einblicke in das gerichtliche Verfahren 

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Todesdomina" von Pamela Fuchs

unreflektiertes Geplapper
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

Das Buch ist der totale Flop. Eineinhalb Stunden Lesezeit, viele Fotos, teils zu selbstdarstellerischem Zweck, doppelseitige Zeichnungen zwischen den Kapiteln, große Schrift, halbe Seiten, so kommt man auf 168 Seiten, bzw. mit weiterem bunten Fotomaterial der Familiengeschichte, auf 226 Seiten.

Ich hatte viel erwartet, so etwas in der Art wie vor Jahren das Buch von Domenika. Was soll mir diese Erzählung sagen? Für mich ist es leider ein unreflektiertes Geplapper, das meiner Meinung nach zur Selbstverteidigung dienen soll. Weder hatte ich hohe Literatur erwartet, noch lupenreine Grammatik, Ausdruck, Stilistik, darüber war ich von Anfang an bereit, hinwegzusehen. Aber Inhalt hatte ich mir gewünscht!

Das Buch beginnt mit einer Anklage. Pamela Fuchs steht in Wien vor Gericht, um sich für den Tod eines Menschen verantworten zu müssen. Pamela ist eine Hure, eine Domina und sie hat es auf Wunsch eines Klienten zu weit getrieben, was der mit dem Tod bezahlte.

Nun folgt ein kurzer Bericht über Pamelas Leben: Ich hatte eine schlechte Kindheit, mein Vater war Alkoholiker und schlug meine Mutter, bis sie ihn vor die Tür setzte. Danach hatte sie komische Lebenspartner, einen Ägypter, einen Türken (was im Text auch mal hin und hergedreht wird, ist auch egal) und ich wurde schräg, schwänzte Schule, zog nachts durch die Straßen, wurde mit 14 besoffen und voll Drogen freiwillig entjungfert, ha, war doch gar nicht so schlimm. Mit 16 zog ich mit einem Typen zusammen, der seine Ex krankenhausreif schlug, dachte, mir tut er schon nix.

»In unserer Wohnung war er dann wohl wieder der Meinung, dass man möblieren müsse – schlug einmal mehr alles kurz und klein. Es waren, sage wir: miserable und lausig durchdachte Taten eines Mannes der beruflich nur als Schwarzarbeiter an Baustellen tätig war ...«

Pamela berichtet, sie meine, Sylvia habe zu lange mit einem brutalen Mann zusammengewohnt, weil sie sich nicht lösen konnte, wohnt aber selbst zwei Jahre mit einem zusammen, der die Wohnung zerlegt, sie ständig schlägt, bis sie halbtotgeschlagen im Krankenhaus die Kurve bekommt, zur Mutter zurückgeht. Dann kommt der nächste Mann, ein hübscher, netter Typ, der sie irgendwann auf den Strich schicken will. Sie ist empört. Doch der Mann droht sie zu verlassen. Bevor er mich verlässt, geht es Pamela durch den Kopf, gehe ich lieber in die Peep-Show. Nun haben wir alle Schuldigen beisammen: Schule abgebrochen, Ausbildung abgebrochen, auf dem Strich gelandet, schaut euch mein Leben an, die anderen haben es vermurkst. Die anderen sind auch im weiteren Verlauf Schuld. Immer im lockeren Tonfall: Ist mein Job, pfff, ich bin wenigstens nicht arbeitslos. Ganz kurz wird über das Domina-Dasein gesprochen. Kerle rutschen nackt auf dem Boden, lecken ihre Stiefel, massieren ihre Beine, während sie TV schaut, simst. Und als Nutte muss man auch nicht immer ran. Viele Typen buchen sie fünf Stunden, um ihr Leid zu klagen, sich streicheln zu lassen, klar, man muss auch mal bumsen. Und diese Männer, was geht in deren Köpfen nur vor?

»Wie kann ein Mann, der vielleicht eine Frau oder Freundin und Kinder hat, eine Hure auf den Mund küssen, nachdem diese ihm ohne Schutz ›einen geblasen hat‹? Wie kann er mit einer Prostituierten ungeschützten Sex haben und dann als potenzieller Überträger vieler Krankheiten mit seiner Frau oder Freundin schlafen, seine Kinder küssen oder mit diesen kuscheln?«

Ohne Gummi geht bei ihr nichts. Manchmal denkt Pamela nach. Das endet dann beim Fragen stellen, leider. In diesem Buch wird sich nicht ansatzweise mit dem Beruf auseinandergesetzt und schon gar nicht mit dem Bild der Frau. Diverse europäische Länder vertreten verschiedene Meinungen, Rechtspositionen, nichts. Der Schutz der Frauen, die Legalität, bzw. Illegalität des Jobs, kein Thema. Es geht nur um Pamela, die wir bemitleiden sollen. Es folgt die amüsante Beschreibung von merkwürdigen Kunden über zwei Seiten, eine Aufzählung. Am Ende landen wir wieder beim Prozess. Pamela hat einen guten Anwalt.

»Doch er unterschied zwischen Recht, Sitte und Moral. Recht, so steht es bei Koiol und Welser im ›Grundriss des bürgerlichen Rechts‹, ist für eine Rechtsgemeinschaft verbindliche Ordnung des menschlichen Zusammenlebens, die unter Anforderung der Gerechtigkeit steht und allenfalls mit Zwang durchgesetzt wird. Sitte und Moral indes verkörpern Wertevorstellungen.«

Hört, hört, ein schlauer Anwalt. Was war geschehen? Pamela hatte sich in einem Hotel mit einem Kunden getroffen, der gern stranguliert wird. Er hatte alle Utensilien dabei, die nötig sind. Pamela hatte eine Erklärung dabei, dass er die »Verantwortung für das Risiko und Gesundheitliche Schäden ... im Vollkommen Bewusstsein einer möglichen Gefährdung ... zum Tod führen kann.« Beide unterschreiben mit falschem Namen. Pamela war die Sache nicht geheuer, die Situation schien gefährlich. Der Kunde zahlt, will dieses Spiel, sie hat die Erklärung in der Tasche, fertig, sie ist unschuldig. Und er hat gesagt, sie müsse den Raum verlassen, sein Wille! Pamela ist die ganze Zeit nervös, schaut auf das Handy, der Kunde meldet sich nicht, wie verabredet, wenn er aus der Ohnmacht aufwacht. Sie geht zurück ins Hotel, zu spät. In diesem Buch klingt keine Selbstreflexion ihres Verantwortungsstatus durch, Moral und Ethik, wo hört es auf, die Kundenwünsche zu erfüllen. Diese Geschichte ist eine Rechtfertigung: Ich bin völlig unschuldig! Kein Gedanke an Mittäterschaft. So lange es ihr gut geht, ist alles ok. Und nun setzt in dieser Situation der Rechtsstaat ein, droht mit Haftstrafe. Der Anwalt sagt, sie solle alles zugeben, Reue zeigen.

»Frau Richterin, ich habe diesen Menschen umgebracht. Ich bin verantwortlich für seinen Tod. Sie wissen nicht, wie wirklich leid es mit tut.«

Wie sehr es ihr leidtut, lesen wir. Puh, davongekommen mit Bewährungsstrafe. Wenn man auf seinen Anwalt hört, wird alles gut. Uns hat sie ein paar Seiten vorher im Buch erklärt: der hat unterschrieben, damit bin ich raus. Dumm gelaufen. Man sollte die Gesetzbücher doch ein wenig besser lesen, Verantwortung geht über eine Unterschrift hinaus. Das ganze Buch zeigt aber vom Gegenteil ihrer Einsicht, Selbstverantwortung, Verantwortung für andere. Die anderen sind Schuld! Ich hatte eine schlechte Kindheit ...

Nebenbei, ich kenne einige Menschen, die eine wesentlich schlechtere Kindheit hatten, die den bürgerlichen Weg gegangen sind. Man hat immer die Wahl. Pamela ist ihren Weg gegangen und der ist für sie ok. Dann soll sie es dabei belassen, und uns nicht predigen, wer alles Schuld ist, dass dieser Mann hat sterben müssen, verantwortlich ist an ihrem schrecklichen Leben, das sie doch gar nicht so schrecklich empfindet. Für mich ist dieses Buch abschreckend. Gedankenloses Geplapper auf Papier. 

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Blausterns avatar

Rezension zu "Todesdomina" von Pamela Fuchs

Todesdomina
Blausternvor einem Jahr

Pamela Fuchs arbeitet seit geraumer Zeit als Domina Emily. Damit lässt sich gutes Geld verdienen, aber sie spielt auch gern die Herrin über die Männer, musste sie doch lang genug als Kind die unterwürfige Position bei ihren Stiefvätern einnehmen. Mit außergewöhnlichen Wünschen kommen die Männer zu ihr, spielen das Rotkäppchen oder lassen sich schlagen und auspeitschen oder ab und zu auch mal eine Atemreduktion durchführen, damit sie zum Höhepunkt kommen. Irgendwann musste dabei wohl auch mal was schiefgehen, denn plötzlich wacht ihr Kunde nicht mehr auf. Sie landet vor dem Gericht aufgrund von Körperverletzung mit Todesfolge. Muss sie nun hinter Gittern, obwohl es doch der ausdrücklichste Wunsch ihres Kunden war?
Dieses Buch ist eine Biographie und zeigt den Werdegang der heute 29jährigen Pamela Fuchs dar. Angefangen mit ihrer verkorksten Kindheit, dem Missbrauch auch als Jugendliche und frühzeitiger Flucht aus ihrem Elternhaus, abgebrochenen Ausbildungen musste der Weg ja in die Prostitution führen. Beschrieben wird die Laufbahn in einem eher nüchternen Stil, der sich zwar gut liest, aber keine Gefühle zulässt. Das ist sicher beabsichtigt, denn dient dieses Buch auch als Bewältigung all dessen, wobei zu viele Emotionen dann schnell hochkochen. Sie beschreibt die Dinge, wie sie abgelaufen sind, nicht mehr und nicht weniger, aber wahrheitsgetreu, hat man den Eindruck. Von der eigentlichen Verhandlung erfährt man dann aber nicht mehr viel, was sicherlich interessant gewesen wäre und ja auch dazugehört, denn eigentlich läuft die Geschichte ja darauf hinaus, auf den verstorbenen Kunden, wobei sie schuldig sein soll. Die Zeichnungen und Fotos aus ihrem Leben entschärfen die Geschichte ein wenig.

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