Pamela Moore

 4.6 Sterne bei 13 Bewertungen
Autorin von Cocktails, Cioccolata a colazione und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Pamela Moore

Pamela Moore, 1937 bis 1964, veröffentlichte 1956 ihren Debütroman „Cocktails“, der in fünf Sprachen übersetzt wurde und sie zu einer Ikone der Generation machte. Es folgten vier weitere Romane. Im Alter von 26 Jahren wählte Pamela Moore den Freitod.

Alle Bücher von Pamela Moore

Cocktails

Cocktails

 (13)
Erschienen am 31.08.2015
Cioccolata a colazione

Cioccolata a colazione

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Erschienen am 01.09.2014
Chocolates for Breakfast

Chocolates for Breakfast

 (0)
Erschienen am 05.06.2014

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Nins avatar

Rezension zu "Cocktails" von Pamela Moore

Glamourös & zutiefst traurig
Ninvor 2 Jahren

Das Hollywood der 50er Jahre ist glamourös und gleichzeitig zutiefst traurig. In Bars und Hotels tummeln sich die vielen Schauspieler wie in einem Warteraum. Sie alle warten auf den einen Anruf, der sie reich und berühmt macht. Die meisten von ihnen vergeblich.

Courtney ist gerade einmal fünfzehn Jahre alt, als ihre Mutter, eine Schauspielerin, sie widerwillig aus dem Internat in Scaisbrooke Hall zu sich nach Hollywood holt. In einem Leben, in dem nichts wichtiger ist als die eigene Darstellung, muss sich das Mädchen jedoch schnell selbst zurechtfinden. Für Courtney scheinbar kein Problem, denn nach eigener Aussage versteht sie sich besser mit älteren Männern als mit gleichaltrigen Mädchen. Auch ihre erfolglose Mutter kann ihr den Halt, den sie braucht, nicht geben. Auf der Suche nach Zuneigung und Anerkennung lässt Courtney sich auf eine Affäre mit einem berüchtigten, schwulen und deutlich älteren Schauspieler ein.

„Es war viel sicherer, einen Mann zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen als ihre Mutter: Männer ließen sich ersetzen, wenn sie sich als Reinfall erwiesen.“

Doch der Glanz von Hollywood blättert auch für Coutney schnell ab. Nach der Pleite ihrer Mutter ziehen beide nach New York City. Zusammen mit ihrer einzigen Freundin Janet, mir der sie in Scaisbrooke ein Zimmer teilte, zieht Courtney von einer Cocktailparty zur nächsten. Glanz und Glamour sollen fortan die eigentlichen Probleme der beiden vergessen machen.

Cocktails ist mit Sicherheit eine der Wiederentdeckungen des letzten Jahres. Mit gerade einmal 18 Jahren veröffentlichte Pamela Moore im Jahr 1956 ihren Debütroman. Vor 60 Jahren – da konnte man die Leser noch schocken, mit Sex, Alkohol und Parties in Kombination mit Mädchen, die ihre Eltern missachten oder hintergehen.
Gleichzeitig empfinde ich Cocktails als ein äußerst erwachsenen Roman, dessen Aktualität mich erschrocken hat.

„Es ist einfach eine furchtbare Verschwendung. Und es gibt gar keinen Grund dafür, ihnen fehlt nur der Mut. Sie schimpfen auf ihre Eltern, geben ihnen die Schuld an ihren eigenen Besäufnissen und an ihren wahllosen Affären, und trotzdem lassen sie sich weiter von diesen ach so verhassten Eltern unterstützen.“
Courtney musste an Janet denken. „Vielleicht gibt es ja doch ein paar Gründe mehr.“
„Nicht, wenn man genug Selbstachtung besitzt“, erwiderte er.

Die eigentliche Tragik dieses Romans sollte erst – oder schon – acht Jahre nach Veröffentlichung entstehen. Mit gerade einmal 26 Jahren wählte Pamela Moore den Freitod. Selbstmord, ein Thema, das auch in Cocktails immer wieder angesprochen wird. Man kann dem Roman daher sicherlich auch autobiographische Züge attestieren. Ich empfand die düsteren Stellen mit dem Hintergrundwissen als noch intensiver, auch wenn man der Autorin unrecht tut, sie und diesen Roman auf ihre eigene Geschichte zu reduzieren.

Kommentare: 2
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Fantasie_und_Träumereis avatar

Rezension zu "Cocktails" von Pamela Moore

Cocktails
Fantasie_und_Träumereivor 3 Jahren


Courtney ist fünfzehn Jahre alt, als sie die behütenden Mauern des Internats verlässt und zu ihrer Mutter, einer Schauspielerin, in eine Hotelsuite zieht. Die Mutter begründet ihre Entscheidung damit, dass Courtney im Internat keinen Anschluss zu Gleichaltrigen findet und somit wohl sehr unglücklich sein muss. Ihre täglich gleichbleibende Müdigkeit und die daraufhin geäußerten Bedenken eines Arztes bestätigen die Mutter in der Richtigkeit ihres Beschlusses.


Courtney – tatsächlich ungeübt im Umgang mit Gleichaltrigen – findet sich recht schnell in das neue Leben, bestehend aus spätem aufstehen, Cocktails, bis in die Nacht reichende Abendessen, ein. Sie verliebt sich in einen jungen Darsteller, für den sie nur ein amüsantes Zwischenspiel ist und da die erste Erfahrung mit Männern fast ebenso prägend für zukünftige Beziehungen ist, wie das Verhalten der Eltern, fällt es der hübschen Courtney nur sehr schwer eine ehrliche und ernsthafte Beziehung einzugehen.


„Aber sie wollte auch nicht, dass Al sich schlecht fühlte, schließlich musste man als Frau mit Zudringlichkeiten er und konnte nicht alle Schuld dem Mann zuschieben.“


Courtneys Leben wird bestimmt von Oberflächlichkeiten und einem durch die Mutter vorgelebten Rollenbild der Frau, das nicht gerade dazu beiträgt, dass Courtney Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit aufbaut. Vorgetäuschte Tatsachen, falsche Freundschaften und das Wahren eines falschen Scheins, der nicht durchsickern lässt, dass Courtneys Leben bzw. das ihrer Mutter längst nicht so golden und glitzernd ist, wie die Schauspielerin es sich wünscht, sorgen dafür, dass Courtney nie in der Realität ankommt.


Schon im Internat zeigt sie depressive Züge. Von jeher Spielball der Mutter, als eigenständige Persönlichkeit nicht wahrgenommen, sondern nur schönes Beigepäck, sorgen dafür, dass Courtney sich zunächst mehr und mehr zurückzieht und später ebenfalls hinter der Mauer der eigenen Scheinwelt versteckt.


„Noch am selben Abend hatte er beim Abendessen zu seiner Frau gesagt: 'Warum soll das Kind nicht schlafen, wenn es doch nichts hat, wofür sich das Wachsein lohnt.'“


Autorin Pamela Moore hat „Coktails“ im Alter von achtzehn Jahren geschrieben und damit bahnbrechenden Erfolg gehabt. In den Fünfzigern bekam der Roman Kultstatus. Doch all der Ruhm und Erfolg konnten Pamela nicht davon abhalten im Alter von 26 Suizid zu begehen.


Die Vermutung, dass Pamela Moore mit ihren Protagonistinnen Courtney und deren Freundin Janet verschwimmt, liegt Nahe. Ihrem Suizid sind ebenfalls Depressionen vorangegangen und so ist „Cocktails“ sicher auch ein wenig biografisch.


„Dergleichen bekam Courtney schon seit frühester Kindheit immer wieder zu hören. Man hatte ihr die Verantwortung übertragen, wie sie ein Kind niemals haben dürfte, sie war mit Wahrheiten konfrontiert worden, von denen ein Kind nichts wissen sollte, bis es sich von selbst entschließt, aus dem Elfenbeinturm der Phantasie in die Tiefebene Babylons hinabzusteigen.“


Dass „Cocktails“ Kultstatus erreicht hat, liegt sicher nicht nur daran, dass viele von Depression Betroffene sich im Roman wiedergefunden haben, sondern vor allem auch daran, dass sie einer ganzen Generation aus der Seele spricht. Courtney sieht viele Dinge mit der Unbekümmertheit, die in der Jugend an der Tagesordnung ist. Die den kindlichen Teil der Denkweise widerspiegelt, die sich gerade auf dem Weg zum Erwachsen werden befindet. Auf der anderen Seite ist die Schwermut, die Melancholie, die Jugendliche auf diesem Lebensabschnitt begleitet, deutlich spürbar. Eine Melancholie, für die es häufig keine Erklärung gibt, die aber immer wieder auftritt und den Sog nach unten einleitet.


„Cocktails“ ist ein zeitloser Coming-of-Age Roman, der die Stimmung einer Generation wiedergibt, die damit fertig werden muss, sich selbst zu finden. Zwischen Glanz und Gloria, zwischen himmelhochjauchzend und der Vorstellung, dass es unendliche Möglichkeiten gibt, treten Weltschmerz, Frust, die Sehnsucht nach Liebe und Ängste, die schier unbezwingbar scheinen. Im ersten Augenblick wirkt die Schreibe der Autorin leicht und süffig wie ein Cocktail. Macht der Leser sich die Mühe genau hinzuschauen, entdeckt er die ernste wie dramatische Geschichte eines jungen Mädchens.

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Influenza-Bookosas avatar

Rezension zu "Cocktails" von Pamela Moore

Schön für Zwischendurch
Influenza-Bookosavor 3 Jahren

Persönlich blieb mir von diesem Buch leider nicht die Stimme der 50er, sondern vor allem die Alkohol-Exzesse der Hollywood geplagten Protagonistin im Gedächtnis. Ohne Frage lesenswerte Lektüre für Zwischendurch, in meinen Augen jedoch kein verlorengegangener Klassiker. Dafür fehlte dem Buch das gewisse Etwas, das kleine bisschen Mehr, dass es aus der Masse der Coming-Off-Age-Romane hervor hebt.

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