Pamela Moore Cocktails

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Inhaltsangabe zu „Cocktails“ von Pamela Moore

Dieses Debüt einer Achtzehnjährigen gehört zu den großen vergessenen Romanen der amerikanischen Literatur. Millionenfach verkauft, war es in den Fünfzigerjahren das Kultbuch einer Generation. Courtney gilt in ihrem Internat an der amerikanischen Ostküste als gute Schülerin, doch seit sie mit der frühreifen Janet befreundet ist, haben die beiden alles außer Schule im Kopf. Als ihre beunruhigte Mutter Sondra, Schauspielerin, ihre Tochter nach Los Angeles holt, verliert sich Courtney in den ausschweifenden Partys, in den dämmrigen Bungalows Hollywoods. Verwirrt von ihrer erwachenden Sexualität und den Verlockungen des Erwachsenenlebens sucht das kluge Mädchen verzweifelt nach Halt - doch ihr Umfeld ist so überfordert wie sie. – Unverblümt erzählt 'Cocktails' von Sehnsucht und Schmerz der Jugend – ein zeitloses Buch, ein moderner Klassiker, ein weiblicher 'Fänger im Roggen'.

Glamourös und gleichzeitig zutiefst traurig. Absolute Leseempfehlung!

— Nin

Ebenso süffiger, wie dramatischer, zeitloser Coming-of-Age Roman

— Fantasie_und_Träumerei

Ohne Frage lesenswerte Lektüre für Zwischendurch, in meinen Augen jedoch kein verlorengegangener Klassiker.

— Influenza-Bookosa

Dieses Debüt einer Achtzehnjährigen gehört zu den grossen vergessenen Romanen der amerikanischen Literatur. Christa Pellicciotta

— wortreich-glarus

Ein unglaubliches Buch: fesselnd, melancholisch, regt zum Nachdenken an und hat mich aus einem Lesedown gerettet! Sehr gute Literatur!

— Träumerin

Hier entfaltet sich ein gewaltiger Sog, der einen nicht mehr loslässt.

— Marina_Nordbreze

Die junge wortgewandte, fast poetische Erzählerin redet so klug und dann wieder kindlich naiv daher, dass sie all ihre Melancholie verliert.

— Poesiesoso

Umwerfende Geschichte.

— Milagro

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  • Glamourös & zutiefst traurig

    Cocktails

    Nin

    16. August 2016 um 21:25

    Das Hollywood der 50er Jahre ist glamourös und gleichzeitig zutiefst traurig. In Bars und Hotels tummeln sich die vielen Schauspieler wie in einem Warteraum. Sie alle warten auf den einen Anruf, der sie reich und berühmt macht. Die meisten von ihnen vergeblich.Courtney ist gerade einmal fünfzehn Jahre alt, als ihre Mutter, eine Schauspielerin, sie widerwillig aus dem Internat in Scaisbrooke Hall zu sich nach Hollywood holt. In einem Leben, in dem nichts wichtiger ist als die eigene Darstellung, muss sich das Mädchen jedoch schnell selbst zurechtfinden. Für Courtney scheinbar kein Problem, denn nach eigener Aussage versteht sie sich besser mit älteren Männern als mit gleichaltrigen Mädchen. Auch ihre erfolglose Mutter kann ihr den Halt, den sie braucht, nicht geben. Auf der Suche nach Zuneigung und Anerkennung lässt Courtney sich auf eine Affäre mit einem berüchtigten, schwulen und deutlich älteren Schauspieler ein.„Es war viel sicherer, einen Mann zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen als ihre Mutter: Männer ließen sich ersetzen, wenn sie sich als Reinfall erwiesen.“Doch der Glanz von Hollywood blättert auch für Coutney schnell ab. Nach der Pleite ihrer Mutter ziehen beide nach New York City. Zusammen mit ihrer einzigen Freundin Janet, mir der sie in Scaisbrooke ein Zimmer teilte, zieht Courtney von einer Cocktailparty zur nächsten. Glanz und Glamour sollen fortan die eigentlichen Probleme der beiden vergessen machen.Cocktails ist mit Sicherheit eine der Wiederentdeckungen des letzten Jahres. Mit gerade einmal 18 Jahren veröffentlichte Pamela Moore im Jahr 1956 ihren Debütroman. Vor 60 Jahren – da konnte man die Leser noch schocken, mit Sex, Alkohol und Parties in Kombination mit Mädchen, die ihre Eltern missachten oder hintergehen. Gleichzeitig empfinde ich Cocktails als ein äußerst erwachsenen Roman, dessen Aktualität mich erschrocken hat. „Es ist einfach eine furchtbare Verschwendung. Und es gibt gar keinen Grund dafür, ihnen fehlt nur der Mut. Sie schimpfen auf ihre Eltern, geben ihnen die Schuld an ihren eigenen Besäufnissen und an ihren wahllosen Affären, und trotzdem lassen sie sich weiter von diesen ach so verhassten Eltern unterstützen.“ Courtney musste an Janet denken. „Vielleicht gibt es ja doch ein paar Gründe mehr.“ „Nicht, wenn man genug Selbstachtung besitzt“, erwiderte er.Die eigentliche Tragik dieses Romans sollte erst – oder schon – acht Jahre nach Veröffentlichung entstehen. Mit gerade einmal 26 Jahren wählte Pamela Moore den Freitod. Selbstmord, ein Thema, das auch in Cocktails immer wieder angesprochen wird. Man kann dem Roman daher sicherlich auch autobiographische Züge attestieren. Ich empfand die düsteren Stellen mit dem Hintergrundwissen als noch intensiver, auch wenn man der Autorin unrecht tut, sie und diesen Roman auf ihre eigene Geschichte zu reduzieren.

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    • 3
  • Cocktails

    Cocktails

    Fantasie_und_Träumerei

    25. April 2016 um 13:28

    Courtney ist fünfzehn Jahre alt, als sie die behütenden Mauern des Internats verlässt und zu ihrer Mutter, einer Schauspielerin, in eine Hotelsuite zieht. Die Mutter begründet ihre Entscheidung damit, dass Courtney im Internat keinen Anschluss zu Gleichaltrigen findet und somit wohl sehr unglücklich sein muss. Ihre täglich gleichbleibende Müdigkeit und die daraufhin geäußerten Bedenken eines Arztes bestätigen die Mutter in der Richtigkeit ihres Beschlusses. Courtney – tatsächlich ungeübt im Umgang mit Gleichaltrigen – findet sich recht schnell in das neue Leben, bestehend aus spätem aufstehen, Cocktails, bis in die Nacht reichende Abendessen, ein. Sie verliebt sich in einen jungen Darsteller, für den sie nur ein amüsantes Zwischenspiel ist und da die erste Erfahrung mit Männern fast ebenso prägend für zukünftige Beziehungen ist, wie das Verhalten der Eltern, fällt es der hübschen Courtney nur sehr schwer eine ehrliche und ernsthafte Beziehung einzugehen. „Aber sie wollte auch nicht, dass Al sich schlecht fühlte, schließlich musste man als Frau mit Zudringlichkeiten er und konnte nicht alle Schuld dem Mann zuschieben.“ Courtneys Leben wird bestimmt von Oberflächlichkeiten und einem durch die Mutter vorgelebten Rollenbild der Frau, das nicht gerade dazu beiträgt, dass Courtney Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit aufbaut. Vorgetäuschte Tatsachen, falsche Freundschaften und das Wahren eines falschen Scheins, der nicht durchsickern lässt, dass Courtneys Leben bzw. das ihrer Mutter längst nicht so golden und glitzernd ist, wie die Schauspielerin es sich wünscht, sorgen dafür, dass Courtney nie in der Realität ankommt. Schon im Internat zeigt sie depressive Züge. Von jeher Spielball der Mutter, als eigenständige Persönlichkeit nicht wahrgenommen, sondern nur schönes Beigepäck, sorgen dafür, dass Courtney sich zunächst mehr und mehr zurückzieht und später ebenfalls hinter der Mauer der eigenen Scheinwelt versteckt. „Noch am selben Abend hatte er beim Abendessen zu seiner Frau gesagt: 'Warum soll das Kind nicht schlafen, wenn es doch nichts hat, wofür sich das Wachsein lohnt.'“ Autorin Pamela Moore hat „Coktails“ im Alter von achtzehn Jahren geschrieben und damit bahnbrechenden Erfolg gehabt. In den Fünfzigern bekam der Roman Kultstatus. Doch all der Ruhm und Erfolg konnten Pamela nicht davon abhalten im Alter von 26 Suizid zu begehen. Die Vermutung, dass Pamela Moore mit ihren Protagonistinnen Courtney und deren Freundin Janet verschwimmt, liegt Nahe. Ihrem Suizid sind ebenfalls Depressionen vorangegangen und so ist „Cocktails“ sicher auch ein wenig biografisch. „Dergleichen bekam Courtney schon seit frühester Kindheit immer wieder zu hören. Man hatte ihr die Verantwortung übertragen, wie sie ein Kind niemals haben dürfte, sie war mit Wahrheiten konfrontiert worden, von denen ein Kind nichts wissen sollte, bis es sich von selbst entschließt, aus dem Elfenbeinturm der Phantasie in die Tiefebene Babylons hinabzusteigen.“ Dass „Cocktails“ Kultstatus erreicht hat, liegt sicher nicht nur daran, dass viele von Depression Betroffene sich im Roman wiedergefunden haben, sondern vor allem auch daran, dass sie einer ganzen Generation aus der Seele spricht. Courtney sieht viele Dinge mit der Unbekümmertheit, die in der Jugend an der Tagesordnung ist. Die den kindlichen Teil der Denkweise widerspiegelt, die sich gerade auf dem Weg zum Erwachsen werden befindet. Auf der anderen Seite ist die Schwermut, die Melancholie, die Jugendliche auf diesem Lebensabschnitt begleitet, deutlich spürbar. Eine Melancholie, für die es häufig keine Erklärung gibt, die aber immer wieder auftritt und den Sog nach unten einleitet. „Cocktails“ ist ein zeitloser Coming-of-Age Roman, der die Stimmung einer Generation wiedergibt, die damit fertig werden muss, sich selbst zu finden. Zwischen Glanz und Gloria, zwischen himmelhochjauchzend und der Vorstellung, dass es unendliche Möglichkeiten gibt, treten Weltschmerz, Frust, die Sehnsucht nach Liebe und Ängste, die schier unbezwingbar scheinen. Im ersten Augenblick wirkt die Schreibe der Autorin leicht und süffig wie ein Cocktail. Macht der Leser sich die Mühe genau hinzuschauen, entdeckt er die ernste wie dramatische Geschichte eines jungen Mädchens.

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  • Schön für Zwischendurch

    Cocktails

    Influenza-Bookosa

    25. January 2016 um 13:51

    Persönlich blieb mir von diesem Buch leider nicht die Stimme der 50er, sondern vor allem die Alkohol-Exzesse der Hollywood geplagten Protagonistin im Gedächtnis. Ohne Frage lesenswerte Lektüre für Zwischendurch, in meinen Augen jedoch kein verlorengegangener Klassiker. Dafür fehlte dem Buch das gewisse Etwas, das kleine bisschen Mehr, dass es aus der Masse der Coming-Off-Age-Romane hervor hebt.

  • Videorezension Cocktails

    Cocktails

    wortreich-glarus

    01. December 2015 um 08:59
  • Eine Entdeckung!

    Cocktails

    MareikeHerzpotenzial

    Auf den ersten Blick könnte das Setting fast einem John-Green-Roman entsprungen sein: Courtney ist 15 und langweilt sich, wie sich wohl nur Teenager langweilen können. Sie sitzt in ihrer schicken Ostküsten-Eliteschule und verbringt ihren Tag mit Tagträumereien und dezenten Regelverstößen. Sie ist Außenseiterin und kommt nur schwer mit Gleichaltrigen zurecht.Doch bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen typischen Young-Adult-Roman, sondern um ein wiederentdecktes Juwel der 50er Jahre. Einem Roman, der in seiner Intensität und Direktheit, seiner schonungslosen Verletzlichkeit und Intelligenz unbedingt mit Romanen wie Die Glasglocke und Fänger im Roggen in einem Atemzug genannt werden sollte. Sollte… wird er aber leider nicht, denn das Werk einer damals 18-jährigen, unbekannten Autorin sorgte seinerzeit zwar für einen handfesten Skandal, wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation, doch genauso schnell verschwand das Buch auch wieder aus dem kollektiven Gedächtnis. Eine junge, ungemein talentierte Frau, wird innerhalb kürzester Zeit zum Star, verfasst noch vier weitere Romane und wählt dann Hemingways Gewehrmethode für den Freitod. Da war sie 26. Woran es liegt, dass die Begeisterung nicht bis in die heutige Zeit überdauern konnte, kann ich nicht beantworten. Doch vielleicht ist die auflebende Begeisterung für die Lost Generation nicht ganz unschuldig daran, dass nun auch dieses Buch erneute Aufmerksamkeit bekommt. Wünschen tut man es ihr. Thematisch ist die Geschichte um die fast 16-jährige Courtney, ein gelangweiltes und nach Aufmerksamkeit heischendes Mädchen aus einer Scheidungsfamilie, sehr gut in der Umgebung von Fitzgerald und Co. aufgehoben. Die Tochter einer ewig feiernden und stets mit diversen Ex-Männern im Clinch liegenden Schauspielerin, musste früh erwachsen werden. Nachdem sie ihre Mutter endlich überzeugt hat, dass das Ostküsten-Eliteinternat nicht der richtige Ort für sie ist, gerät das Mädchen schnell von einer alkoholgeschwängerten Gesellschaft zur nächsten. Denn ihrer Mutter gelingt es nicht, sich in die Rolle einer Erziehungsberechtigten hineinzufinden. Stattdessen nimmt sie Courtney mit in die von Cocktails, Zigaretten und Geltungssucht beherrschte Welt. Moore_Cocktails_Piper_CoverZunächst sind da die Schauspielkollegen ihrer Mutter – ebenfalls alle ex- und egozentrisch, stets pleite und auf der Suche nach Selbstbestätigung. Hier lässt Courtney endgültig ihre Kindheit und Unschuld hinter sich. So ist es nicht verwunderlich, dass sie großen Eindruck auf Gleichaltrige macht, als sie bald danach auf die nächste Generation von selbstzerstörerischem Feiervolk trifft. Die jungen Elitecollege-Abbrecher, die sich in ihren Exzessen und Zynismus suhlen, wie sie es von ihren dauerfeiernden Eltern vorgelebt bekommen haben, nehmen Courtney schnell bei sich auf und machen ihren Alltag zu einem einzigen Rausch. Während der Lektüre musste ich an Scottie, die Tochter von Zelda und F.Scott Fitzgerald denken. An John „Bumby“ Hemingway und all die anderen Kinder, die ihren Eltern bei der Selbstzerstörung und den ewigen Parties zuschauen konnten. Von klein auf sahen sie die Scherben, die Streitereien und die ewige Suche nach Halt bei ihren Eltern. Was müssen solche Eltern wohl in ihren Kindern bewirkt haben? Es ist, als würde Pamela Moore genau diesen verlorenen Kindern der Lost Generation mit ihrem ungemein unterhaltsamen und glamourösen Buch ein Denkmal setzen und dieser Frage nachgehen. Für mich ist dieses Buch gleichzeitig unterhaltsamer, durch den leicht ironischen Ton zuglänglicher und weniger verstörend als zum Beispiel Die Glasglocke. Fazit In Pamela Moores Cocktails verschmilzt Young-Adult mit Weltliteratur. Ein unglaublich kraftvolles und elegantes Buch. Es verdient einen Ehrenplatz zwischen Plath, Hemingway und Salinger.

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    • 2

    Milagro

    22. November 2015 um 15:43
  • Moderner Klassiker und auch vorzüglich!

    Cocktails

    Träumerin

    03. November 2015 um 22:27

    Zusammenfassung: Courtney ist eine gute Schülerin am Internat und versteht sich sehr gut mit ihrer frühreifen Mitbewohnerin Janet. Doch außer dieser hat sie kaum Freunde. Als Courtneys Eltern merken, dass ihre Tochter immer melancholischer wird, schließen sie einen Kompromiss: das Mädchen soll zu ihrer Mutter Sondra nach Los Angeles ziehen und in Hollywood zur Schule gehen, damit sie besser überwacht werden kann. Doch schon bald wird klar, dass Sondra, eine Schauspielerin auf dem absteigenden Ast, sich mehr um ihr Image, als um ihre Tochter kümmert. Courtney ist sich selbst überlassen und versucht sich mit den Veränderungen der Jugend im ausschweifenden Hollywood anzufreunden. Meine Meinung: Es tut gut, wenn man nach längerer (erzwungener) Lesepause wieder damit anfängt. Wenn es dann aber etwas so berauschendes und erfrischendes ist, wie „Cocktails“, ist die Leselust wieder vollends entfacht! Ich musste beim Lesen immer wieder innehalten und kurz nachdenken, stammte es doch aus den 50er Jahren, traf thematisch aber genau den Puls der Zeit. Ich habe nicht nur meine Generation darin wieder erkannt, sondern auch die meiner Eltern. Deswegen ist dieses Buch wohl auch ein moderner Klassiker und wird wieder verlegt. Courtneys Leben, angefangen bei der naiven aber klugen Internatsschülerin, die sich in Hollywood mit ihrer aufkeimenden Sexualität arrangieren muss, bis hin zur jungen Erwachsenen, die in New York lebensverändernde Entscheidungen trifft, hat mich gefesselt! Besonders gefallen hat mir, dass unsere Hauptfigur Courtney nie altklug oder gar unrealistisch wirkte, ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren. Wir begleiten sie in einer schwierigen Phase ihres Lebens, dem Ausprobieren und Kennenlernen, sie wird vor den Augen des Lesers zu Frau und lernt ihre Gefühle richtig zu deuten. Beim letzten Kapitel kam es mir vor, als wäre Courtney ein gerade erwachsen gewordener Teenager: ein bisschen Melancholie, der erste Verlust und ganz viel Perspektive. Ab hier Spoiler! Ihre Mutter Sondra, an deren Entwicklung man teilnimmt, wird wohl in einem ewigen Teufelskreis stecken bleiben. Sie macht Schulden in Hollywood und bekommt keine Rollen mehr, unwillig zieht sie um nach New York um unbedeutende Schauspielrollen zu übernehmen, beginnt am Broadway Fuß zu fassen und gibt sofort ihr Geld wieder mit beiden Händen aus. Ich war mir auch nie ganz im Klaren über die Beziehung von Mutter und Tochter. Sondra behandelte Courtney mal wie eine Freundin, mal wie eine Tochter und mal wie ihr Stiefkind. Genau dieser Wechsel im Umgang miteinander macht beide real. Janet, Courtneys ehemalige Mitbewohnerin aus dem Internat, wirkt wie eine Version Courtneys, in deren Leben sich alles negativ entwickelt hat. Sie ist freigiebig in ihren Freundschaften und wird dafür verspottet, sie kennt keine Hemmungen und sucht sich verschiedene Liebhaber und gilt als leichtes Mädchen, ihre familiären Probleme belasten sie so sehr, dass sie auszieht und, als es keinen anderen Ausweg gibt, wählt sie den Freitod, nachdem sie wieder nachhause zurück kehrt. Für mich liegt Pamela Moores Hauptaugenmerk auf den Beziehungen der Frauen untereinander (Sehr gut zu sehen an Courtneys unbeirrbarer Freundschaft zu Janet.). Die Männer im Roman sind mir alle etwas suspekt. Courtneys Vater scheint nicht ganz zu wissen was er will oder wie er es durchsetzten kann, Al, der Vertraute von Mutter und Tochter, muss sich erst eine Abfuhr holen um zurück zu seinen Manieren zu finden, Barry Cabot, der junge Schauspieler hat eigentlich andere Präferenzen und ist skrupellos, Anthony Neville, der reiche Exzentriker, wirkt als bräuchte er nur eine Ablenkung vom öden Leben und Charles Cunningham, der Harvardabsolvent, scheint auf den ersten Blick ein Lichtblick am Ende des Männertunnels zu sein, ist aber besitzergreifend und bieder. Und natürlich spielt auch der Alkoholkonsum eine große Rolle. Oder sollte ich sagen, der Konsum an Cocktails? Im Original heißt das Buch „Chocolates for Breakfast“, witzig, weil es tatsächlich keine Szene gibt in der ein Charakter Pralinen zum Frühstück isst. Daher finde ich den deutschen Titel gut gewählt. Cocktails werden zu jeder Tages- und Nachtzeit verzehrt, ob Sondra sie nach anstrengenden Probentagen trinkt, Courtney und Janet sie auf Parties um die Wette trinken oder um damit schlechte Stimmung zu bekämpfen, es gibt kein Kapitel ohne sie. Dieser Roman ist für mich der Inbegriff guter Literatur: Personen mit Tiefgang, alltägliche Probleme, die nach Jahren noch aktuell sind und eine vortreffliche Sprachwahl (In diesem Fall Übersetzung: Danke Tanja Handels!).

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  • Eine geklügte Wiederentdeckungen aus den 50er Jahren!

    Cocktails

    Marina_Nordbreze

    "Wir werden Champagner zum Frühstück trinken, und ich verspreche dir, es wird ein grandioser Sommer." Ihr mögt Sylvia Plath? Ihr mögt F. Scott Fitzgerald? Ihr mögt mich? Dann lest "Cocktails" von Pamela Moore und lasst uns gemeinsam eine Bande gründen! Ein wenig hatte ich vor der Lektüre dieses Buches Angst, weil der Verlag sehr stark mit der Ähnlichkeit zu Sylvia Plath geworben hat und die Plath mag ich schon wirklich arg gerne (hier fällt mir mal wieder ein, dass ich dringend wieder "Die Glasglocke" und noch dringender endlich mal ihre anderen Bücher lesen muss). "Die Wiederentdeckung eines modernen Klassikers" heißt es außerdem im beiliegenden Informationsmaterial. Aber - ich wurde nicht enttäuscht, sondern vollkommen zufriedengestellt. Courtney Farrall ist die Tochter einer alternden Schauspielerin, die versucht, in Hollywood Rollen zu ergattern. Klappt aber nur semigut. In der Zwischenzeit lebt Courtney im Internat (da ging mein Herz schon auf, früher liebte ich Geschichten, die in Internaten spielten und ja, ich liebte insbesonderes "Hanni und Nanni, danke der Nachfrage) und vertreibt sich die Zeit mit ihrer Zimmergenossin Janet, einem verwöhnten, reichen Mädchen. Die Schwärmereien für eine Lehrerin werden relativ schnell unterbunden, Courtney verlässt das Internat, weil ihre Mutter Angst hat, Courtney würde dort depressiv werden. Als ob das in Hollywood besser werden würde. Alkohol und die Entjungferung durch einen schwulen Schauspieler hinterlassen bei der melancholischen Courtney starke Spuren, auch der Umzug nach New York bringt keine Besserung. Sie lässt sich von Party zu Party, von Rausch zu Rausch treiben und lässt ihre Kindheit und Jugend viel zu schnell hinter sich. "Ist dir schon mal der Gedanke gekommen, dass wir vielleicht ein bisschen albern klingen könnten?" "Nein, eigentlich nicht", erwiderte Courtney nachdenklich. "Aus meiner Sicht klingt es eher albern, dass die anderen Leute da draußen ihre Rechnungen bezahlen." Was mich an "Cocktails" besonders begeistert hat, ist Pamela Moores Gespür für ihre Figuren und der Zeit, in welcher sich diese bewegen. Und das sag ich nicht nur, weil Isherwood und Fitzgerald erwähnt werden. Auch sonst wird das mondäne Leben im Hollywood bzw. in New York der 50er Jahre sehr schön eingefangen. Partys, um der Party willen, Alkohol und Sex, um die Eltern zu schockieren. Die Lost Generation der 50er Jahre. Und mittendrin Courtney, die auf der Schwelle zwischen Kind und Erwachsene, Mädchen und Frau steht, ihren Platz im Leben verzweifelt sucht und diese Suche doch lieber verschiebt, um noch einen Scotch zu trinken. Dazu kommt ein sehr feinsinniger Humor (Beispiel: Courtney isst bei ihrer Freundin Janet, während diese mit ihrem Vater streitet, macht sich Courtney Gedanken über die Qualität des Lammkoteletts), der mich sehr erfreut hat. Ja, "Cocktails" von Pamela Moore hat Ähnlichkeiten mit "Die Glasglocke" von Sylvia Plath, auch die Schicksale der beiden Autorinnen ähneln sich frappierend (Selbstmord in jungen Jahren), trotzdem schafft es "Cocktails" einen eigenen Ton für diese Coming-of-age-Geschichte anzuschlagen. Es ist also auf keinen Fall ausreichend, eines der beiden Werke zu lesen. Welch Glück, dass dieser Bestseller der der 50er und 60er Jahre wiederentdeckt wurde. Mein Faible für die Roaring Twenties erweitert sich nun also noch zur Jahrhundertmitte hin. "Es ist nicht weiter tragisch, Engel. Menschen wie du und ich und Janet - wir sind einfach nicht fähig zur Tragödie. Das war kein Epos voll heldenhafter Figuren und großer Gefühle. Es war keine Tragödie. Es war nur ein Kinderspiel, das an sein Ende gelangt ist."

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    • 2

    Milagro

    12. October 2015 um 18:57
  • Umwerfend

    Cocktails

    Milagro

    Wenn ich mich doch nur erinnern könnte, in welcher Zeitung ich den Hinweis auf dieses Buch fand.... ein herzliches Dankeschön wäre angebracht. Die Autorin war 19 als diese Geschichte veröffentlicht wurde, 1956 dazu. Wer denkt jetzt nicht an das Grau und Schwarz jener Zeit, die gesellschaftliche Situation, in der sich eine junge Autorin befunden haben mag. Sie hat sich erschossen, Pamela Moore, 1964, was für ein unglaublicher Verlust. In ihrem Debüt schreibt sie für uns die Geschehen etwa eines Jahres auf, zwischen Courtneys teurem Internat an der Ostküste, in dem sie sich seltsam fremd vorkommt, und dem Umzug nach Hollywood, dann Beverly Hills, weil der Mutter, die Schauspielerin ist, die Engagements ausgehen. Beide ziehen dann nach New York und zwischen diesen Stationen, Lebensschauplätzen, spielen sich wahre Dramen ab. Nicht nur, dass Courtney endlich zur Mutter und damit in eine künstlerische Umgebung mit deutlich mehr Schein als Sein ziehen kann, in der beide versuchen, eine echte Bindung zueinander aufzubauen, diese letztlich aber immer oberflächlich bleibt, sondern auch die ersten sexuellen Beziehungen ihr Leben erreichen, mit dem schwulen Freund der Mutter dazu.... nichts wirkt aber fremd oder falsch, alles macht Sinn und als Leserin wird man von diesem Sog erfasst, ein wenig wie in Oscar Wildes Welt, ein wenig aufregend , ein wenig lässig, ein wenig langweilig wegen der gleichförmigen Alkoholexzesse, die die reichen Freunde sich da zumuten, macht das Leben tatsächlich irgendwelchen Sinn? Oder steuert es nur auf den Abgrund zu?

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