Pankaj Mishra Das Zeitalter des Zorns

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Inhaltsangabe zu „Das Zeitalter des Zorns“ von Pankaj Mishra

Wie können wir den Ursprung des Hasses erklären, der unsere Welt überzieht – von Amokläufern über den IS bis hin zu Donald Trump, von rachsüchtigem Nationalismus bis zu Rassismus und Frauenfeindlichkeit in den Sozialen Medien? Der britisch-indische Intellektuelle Pankaj Mishra gibt in seinem neuen Buch eine überraschende Erklärung. Indem er zunächst den Blick bis hin zurück ins 18. Jahrhundert richtet, zeigt er, wie schon im Prozess der Modernisierung diejenigen, die nicht davon profitiert haben, anfällig für Demagogen waren. Und alle anderen, die zu spät kamen, zurückgelassen oder ausgegrenzt wurden sind, immer auf erschreckend gleiche Weise reagiert haben: mit Hass auf erfundene Feinde, dem Heraufbeschwören eines imaginären Goldenen Zeitalters und der Selbstermächtigung durch spektakuläre Gewalt. Heute wie damals treiben Massenpolitik, Technologie und das Streben nach Reichtum und Individualismus Millionen von Menschen ziellos in eine demoralisierte Welt: Entwurzelte, die von der Moderne nicht profitieren – mit denselben schrecklichen Folgen. Eine brillante und höchst aktuelle Deutung der Gegenwart, wie sie nur ein wahrhaft 'globaler Intellektueller' (SZ) vorlegen kann. 'Mit tiefem Verständnis sowohl der westlichen wie der nichtwestlichen Geschichte bekommt Pankaj Mishra, wie niemand vor ihm, das Elend im Herzen dieser gefährlichen Zeiten in den Griff. Das ist das erstaunlichste, überzeugendste und verstörendste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe.' Joe Sacco 'Zwingend, tiefgründig und genau zur richtigen Zeit.' John Banville

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  • Keine besonders rosigen Aussichten

    Das Zeitalter des Zorns
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    07. July 2017 um 09:57

    Woher kommt die Wut auf der Welt?  Dieser Frage geht der indische Schriftsteller Pankaj Mishra in seinem neuen von der Kritik teilweise überschwänglich gelobten Buch nach. Es handelt von den Ursachen des globalen Terrorismus, dem Erbe der Aufklärung und den Verlierern der Geschichte.Als zentrale Gruppe, die eine wichtige Rolle spielen bei den Krisen der Gegenwart, dem Terrorismus und dem Aufstieg rechtsnationaler Gruppen und Parteien in Europa, Amerika und Asien identifiziert er die immer größer werdenden Gruppe „entfremdeter junger Männer“. Schon Dan Diner und anderen hatten vor Jahren auf dieses Phänomen in den Konflikten im Nahen Osten aufmerksam gemacht und in diesem Zusammenhang auch darüber nachgedacht, wie unterdrückte Sexualität zur Radikalisierung führt. Pankaj Mishra zeigt auf, dass auch in vielen anderen Ländern der Welt (an seinem Heimatland Indien exemplifiziert er immer wieder seine Thesen) die vielen jungen, oft gut ausgebildeten junge n Männer nicht integriert werden können, was zu einem riesigen Frust führt, weil ihre Visionen für ihre Zukunft ins Leere laufen. Genau diese jungen Männer sind es weltweit, die empfänglich sind für nationalistische Bewegungen, militante Anarchisten und andere Demagogen.Ich bin sicher, wenn man die Biographien der vielen Tausend meist männlichen Mitglieder des sogenannten Schwarzen Blocks analysieren würde, die sich in diesen Tagen in Hamburg einen gewaltsamen und erbarmungslosen Kampf mit der Polizei und dem Staat liefern, würde man zu ähnlichen Ergebnissen kommen.Als Kern der Krise benennt Mishra eine globale Entwicklung, in der immer weniger immer reicher und immer mehr immer ärmer und perspektivloser werden. Das Phänomen der entfremdeten jungen Männer kommt in der Mitte der westlichen Gesellschaften an, die bislang einer Vorstellung von Fortschritt und Wohlstand anhing, der langsam aber sicher sich in Luft auflöst. Wenn diese immer drängende werdende Frage nach einer gerechten Verteilung des Reichtums nicht zufriedenstellend gelöst wird, dann suchen die Menschen nach Auswegen, nach „Ventilen“. Und dann wachsen und blühen Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile und Ressentiments, Chauvinismus und gewaltsamer Protest, der sich bis zum Bürgerkriege auswachsen kann.Keine besonders rosigen Aussichten, resümiert ein von dem Buch sehr ernüchterter Rezensent.

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  • Die richtige Richtung

    Das Zeitalter des Zorns
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    04. July 2017 um 12:25

    Die richtige RichtungDas Pankaj Mishra indischer Abstammung ist, merkt man im Buch durchaus an der ein oder andern Stelle. Wenn bei der Betrachtung des „kältesten aller kalten Ungeheuer“ (des nationalistischen Staates“ Indien kurz erläutert wird, auch an anderen Stellen. Gut, dass Mishra es nicht versäumt, dann immer in einen allgemeinen Blick zu gehen, um seine flüssig und verständlich vorgetragenen Einschätzungen zu illustrieren, denn für den deutschen Leser dürften die Einlassungen über Indien eher Befremden hervorrufen, zu verschieden sind die gesellschaftlichen Ausgangslagen.Im Kern zumindest geht es Mishra als „Symptom“ um den „Ausbruch individueller und kollektiver Meutereien“, weltweit, in dessen Zuge sich die Wahrscheinlichkeit „der beiden Wege, auf denen die Menschheit sich selbst vernichten könnte – ein Bürgerkrieg globalen Ausmaßes oder die Zerstörung der natürlichen Umwelt – sich rapide aneinander annähern.Das „Zeitalter des Zorns“ ist somit ein eher irrationales im Denken, geprägt von Ressentiments und Kleinmütigkeit. Ein „Klima“, das Mishra von der Person und dem Gedankengebäude Rousseaus bis in die Gegenwart als eine rote Entwicklungslinie herleitet.Dass hier der Person des französischen Philosophen eine, wenn nicht die, zentrale Rolle eingeräumt wird, muss man als Leser nicht unbedingt teilen und eine weitergehende Differenzierung der Ausklärung, ihrer Motive und Folgen, wäre wünschenswert gewesen, statt nur in eher Stichworten jene Entwicklungen zu betrachten, die der eigenen These letztlich dienen.Anderseits, und das ist die Stärke dieses Buches und deshalb sollte es als Teil des modernen Puzzles von Nationalismus, Vorbehalten gegenüber „Fremden“ und zunehmender bewaffneter Konflikte, gelesen und wahrgenommen werden, Mishra gelingt es, durchaus tiefer zu graben, als nur moderne Plattitüden eines neuen „Konservatismus“ oberflächlich zu diskutieren.„Das Schüren von Hass gegen Immigranten, Minderheiten und diverse als „Anders“ definierte Menschen hat Eingang in diesen Mainstream gefunden“.Warum?„Ich vertrete hier die These, dass die beispiellose politische, ökonomische und soziale Unordnung, die den Aufstieg der industriekapitalistischen Gesellschaft…..begleitete, heute weitaus größere Regionen und Bevölkerungen befallen hat…..diese universelle Krise reicht sehr viel weiter als die Probleme des Terrorismus und der Gewalt“.So versteht Mishra, zu Recht, das, was passiert als „Symptome“ dessen, was an individueller und gesellschaftlicher Erosion durch ein Abnehmen des „Sozialen Klebstoffes“ in Folge eines immer ungezügelteren Profitstrebens im Kapitalismus vonstattengeht. Und das nicht erst in den letzten Jahren, sondern bereits, als Saat, in der Aufklärung vor allem von Rousseau gesehen und formuliert.Das mag in den späteren Ausführungen und Herleitungen und vor allem in der beständigen Betonung der Sicht der „Abgehängten“ teils auch leichtgewichtig oder zu pauschal gesetzt wirken, immerhin aber lenkt Mishra den Blick mit zahlrechen Beispielen und Begründungen auf den eigentlichen Kern der Krise. Der als „soziale Schere“ global festzustellen ist und auch in der Mitte der modernen westlichen Gesellschaften anlangt. Nicht nur durch Terrorismus, auch durch die Frage, wie der „durchschnittliche Berufstätige und damit durchschnittliche Lohnempfänger“ dauerhaft Leben und Miete aufbringen soll.Wenn sich diese Frage nach der „Verteilung“ der Güter nicht löst, die Entwicklung der letzten Jahre der Akkumulation des Kapitals sich fortsetzt, dann folgen daraus fast zwingend die Suche nach „Ventilen“. Misstrauen gegen Fremde, Ressentiment, Vergewisserung der eigenen sozialen Gruppe durch Abgrenzung bis eben hin zum Risiko eines globalen Bürgerkrieges.Im Stil sehr gut zu lesen fällt es dem Leser nicht schwer, Mishra zu folgen. Und trotz hier und da fehlender Differenzierungen und nicht immer ganz greifbarer Formulierungen ist es ein gelungenes Ansinnen, hinter die Fassaden nationalen Getöses, des Wutbürgers oder anderer einander ausschließender Entwicklungen tiefer zu Graben und die wohl eigentlichen Ursachen in den Blick zu nehmen.

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