Paola Predicatori

 4.4 Sterne bei 31 Bewertungen

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Paola PredicatoriDer Regen in deinem Zimmer
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Der Regen in deinem Zimmer
Der Regen in deinem Zimmer
 (31)
Erschienen am 09.03.2015
Paola PredicatoriLa Lluvia En Tu Habitacion
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La Lluvia En Tu Habitacion
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 (0)
Erschienen am 15.03.2015

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daydreamins avatar

Rezension zu "Der Regen in deinem Zimmer" von Paola Predicatori

Der Regen in deinem Zimmer
daydreaminvor 2 Jahren


Geschrieben im Oktober 2014:
Alessandra wohnt mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter in einer Wohnung in Italien. Als ihre Mutter stirbt, bleibt sie mit ihrer Großmutter und einem großen Loch im Herzen zurück. Sie zieht sich komplett aus ihrem bisherigen sozialen Umfeld zurück und setzt sich in der Schule in die letzte Reihe neben Gabriele, auch Zero genannt. Mit ihm will niemand was zu tun haben, was auf Gegenseitigkeit beruht. Zuerst ignorieren sich auch die beiden, doch nach und nach baut sich eine Beziehung auf.

Unabhängig davon, ob Alessandras Mutter gestorben ist oder nicht, der Sitzplatzwechsel hätte ihr auch schon früher gut getan. Liest man nur den Klappentext, dann denkt man, dass sie sich komplett aus ihrem Freundeskreis zurückzieht. Doch die Leute, von denen sie Abstand gewinnt, sind für mich keine Freunde gewesen. Anstatt ihr beizustehen und ihr zu helfen, erscheinen ihre Freundinnen mir vollkommen gleichgültig. Die Freundlichkeit und das Mitgefühl zu Beginn des Buches erscheinen mir unfassbar aufgesetzt. Wenn sich Alessandra doch noch einmal mit ihrer einst so guten Freundin Sonia trifft, dann redet diese ununterbrochen nur von sich selbst und ihren Typen. Dreht Alessandra ihr den Rücken zu und setzt sich neben Zero, dann wendet sich Sonia einem anderen Mädchen zu und lästert ziemlich offensichtlich über Alessandra ab. Die Klassenkameraden sind mit Abstand die unsympathischsten Menschen des ganzen Buches und wie schon gesagt, Alessandra hätte sich viel früher von ihnen abspalten sollten.

„Abgesehen von dem Video, das Großvater an meinem Geburtstag gemacht hat, habe ich nur Fotos von dir, und will ich mich an dein Gesicht oder deine Stimme erinnern, stelle ich bestürzt fest, dass bereits wenige Monate nach deinem Tod etwas verlorengegangen ist. Ich will alles von dir im Gedächtnis behalten, doch es sind die alltäglichen Gesten, die mir fehlen, das, was mir dich wieder l ebendig erscheinen lassen würde und den sanften Schimmer deiner Gegenwart bedingte.“

Die restlichen Charakter waren aber alle furchtbar sympathisch. Alessandras Großmutter ist eine liebevolle Frau, der man Leid und Trauer um die eigene Tochter richtig anmerkt. Man kann förmlich spüren, wie sie ganz plötzlich altert und schwächer wird. Genauso gut kann man jedoch auch spüren, wie sie langsam wieder in den Alltag zurückfindet. Dieser Prozess ist nicht nur bei ihr, sondern auch bei Alessandra unfassbar schön beschrieben. Die Entwicklung und Verarbeitung des Todes sind authentisch, aber nicht zu kitschig oder übertrieben, sondern einfach passend dargestellt. Ganz großes Lob an die Autorin für die Wortwahl und die Darstellung dieses Prozesses.

Neben ihrer Großmutter kann sich Alessandra immer an die beiden Freundinnen ihrer Mutter wenden. Die beiden Frauen kamen mir sogar etwas zu kurz. In den Kapiteln, in denen sie vorkamen, erschienen sie mir wie zwei warmherzige und spritzige Frauen, über die ich gerne noch mehr gelesen hätte. Alessandra selbst ist auch ein sehr angenehmer Charakter und kommt glaubwürdig rüber. Anders als viele Protagonisten in solchen Büchern versinkt sie nicht in Selbstmitleid, sondern geht vernünftig und gleichzeitig emotional mit dem Tod ihrer Mutter um. Es fällt mir ganz schwer in Worte zu fassen, wie sie sich verhält. Daher belasse ich es besser dabei, dass sie authentisch und sympathisch ist. Ich konnte vollkommen nachvollziehen, wie sie sich fühlt und wie sie den langsam Tod verarbeitet, ohne dabei gefühlskalt zu wirken, allerdings auch ohne dabei ihre Ziele aus den Augen zu verlieren.

„Das Schrecklichste ist nicht, einen geliebten Menschen zu verlieren, sondern nicht mehr von ihm zu sprechen.“


Dann hätten wir da noch Gabriele alias Zero. Der ist zugegebenermaßen nicht mein Typ Mann gewesen. Er ist sehr exzentrisch und launisch und oftmals hätte ich ihm gerne eine Ohrfeige dafür verpasst. Man spürt, dass er nach und nach etwas für Alessandra entwickelt. Er sorgt sich spürbar um sie, doch seine Art dies auszudrücken ist gewöhnungsbedürftig. Trotzdem habe ich ihn gern gemocht und auch wenn ich nicht viel mehr mit ihm anfangen konnte, konnte ich dennoch nachvollziehen, warum Alessandra ihn gern hat. Die Beziehung und deren Entwicklung sind ebenfalls schön dargestellt worden. Allerdings auch sehr realistisch. Wer eine rosarote Liebesgeschichte erwartet, ist definitiv falsch. Die beiden haben einen wirklich langen und harten Weg vor sich, was durch Zeros interessanten und unerwarteten Hintergrund noch bestärkt wird.

Zu dem Aufbau des Buches ist noch zu sagen, dass Alessandra über Wochen hinweg von ihrem Alltag berichtet. Die Kapitel tragen Daten als Überschriften, dennoch ist das Buch kein Tagebuch. Zwischendurch unterbricht sich dieser Aufbau durch Erinnerungen an ihre Mutter, welche in den Kapitel ganz direkt mit „du“ durch ihre Tochter angesprochen wird.

Fazit

Ich vergebe insgesamt 4 Sterne. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich hab mich wirklich richtig in den Kapiteln verlieren können. Der Schreibstil ist wunderschön und die Charakter zum Großteil angenehm. Der Trauerprozess ist, ebenso wie die Beziehung zwischen Alessandra und Zero, sehr authentisch und zeitintensiv dargestellt. Die Protagonistin hat klare Ziele und ich konnte mich sehr gut in sie hineindenken. Klare Empfehlung von mir.

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ChocolateCosmoss avatar

Rezension zu "Der Regen in deinem Zimmer" von Paola Predicatori

Wen es nicht stört, bei einem Buch zu weinen - dann lesen
ChocolateCosmosvor 3 Jahren

Ich kann nur sagen, ich wurde von dem Buch und dessen Geschichte nicht enttäuscht.

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Piranhapudels avatar

Rezension zu "Der Regen in deinem Zimmer" von Paola Predicatori

Gemeinsam einsam in Zerolandia
Piranhapudelvor 3 Jahren


Diese Geschichte handelt davon, wie ein junges Mädchen auf ihre ganz eigene Weise mit der langen Krankheit und dem frühen Tod ihrer Mutter umgeht. Weil Alessandra keine Lust auf mitleidige Kommentare ihrer Freundinnen hat, setzt sie sich an ihrem ersten Schultag nach dem Tod ihrer Mutter spontan neben Gabriele, den alle nur Zero nennen. Weil er nie etwas sagt, weil er nie jemanden anschaut, weil er eine Null ist. Alessandra fühlt sich sicher in “Zerolandia”, wie sie ihren gemeinsamen Sitzplatz in der letzten Reihe nennt, keiner traut sich hier an sie heran und mit ihrem schweigenden Sitznachbar kann sie ganz in ihrer Einsamkeit bleiben. Was folgt, ist eine ganz sachte Annäherung, eine Mischung aus reden und dann doch wieder ignorieren, die Alessandra ziemlich verwirrt, weil sie aus Zero nicht wirklich schlau werden kann.

“Der Regen in deinem Zimmer” ist ein ruhiges und bewegendes Buch. Der Tod von Alessandras Mutter befindet sich in jeder Faser dieser Geschichte und zwischen den Zeilen auf jeder Seite. Ganz einfühlsam erzählt die Autorin davon, wie Tochter und Großmutter versuchen ihren Tod zu verkraften, wie sie versuchen weiter zu leben. Dabei lässt sich das Buch in zwei Teile einteilen: Zum einen gibt es Kapitel aus der Gegenwart, die Alessandras Alltag erzählen, zum anderen kleine Kapitel, in denen sie sich an bestimmte Momente, die sie mit ihrer Mutter erlebt hat, erinnert. Letztere sind oft ein wahres Schmuckstück, poetisch und voller Gefühl geschrieben, ganz besondere Momentaufnahmen, die durch den Tod eine noch größere Bedeutung bekommen.

Auch die Kapitel aus dem (Schul-)Alltag haben mir gut gefallen. Alessandras Gefühlsleben, das sie selbst wohl nicht mal richtig deutlich beschreiben könnte, wird sehr zart herausgearbeitet, ohne sentimental zu wirken. Trauer, Verzweiflung, Verwirrung, aber dann doch plötzlich dieser Junge, der für sie immer nur Zero war, in Wirklichkeit aber doch so viel mehr ist. Gabriele zeichnet immerzu und scheint ein Ausnahmetalent zu sein, doch als Alessandra ihn darauf anspricht, ignoriert er sie. So ein Verhalten ist zu Beginn ihrer seltsamen Beziehung ganz normal: Einander ignorieren, dann doch ansprechen und wenn der andere wieder mal wortkarg geantwortet hat, wieder tagelang schweigen. Ganz langsam kommen sie sich allerdings doch näher und Paola Predicatori schildert hier ganz einfühlsam und gar nicht kitschig eine Verbindung von zwei Menschen, die sich gemeinsam über ihre Sorgen hinweg helfen.

Trotz meiner bewundernden Worte hatte ich zwischendurch doch kleinere Probleme mit den beiden Hauptpersonen. Gabriele/Zero war für mich oft nicht greifbar, sein exzentrisches Verhalten nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch als endlich klar war, was mit ihm los sein könnte, war ich zwischendurch frustriert von seinem Verhalten. Allerdings hat genau dieses Verhalten ihn auch so interessant gemacht und jede kleinste Regung von ihm war dann wie eine Offenbarung. Mit Alessandra ging es mir zeitweise ähnlich, und zwar dann, als es aus unerfindlichen Gründen kleine Episoden mit einem anderen Jungen gab, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte. Vielleicht war es Trotz, vielleicht ihre allgemeine Verwirrung oder auch ihre Fügung in eine Art Opferrolle, die ihr vorgegaukelt hat, dass sie längst kein Sagen mehr in ihrem eigenen Leben hatte. Da allerdings all die anderen Aspekte, von denen ich oben geschwärmt habe, überwiegen, bleibt dieses Buch trotzdem ein ausgezeichnetes.

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