Paolo Cognetti

 4.4 Sterne bei 89 Bewertungen
Autor von Acht Berge, Sofia trägt immer Schwarz und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Paolo Cognetti

Ausgezeichnetes Ausnahmetalent aus Italien: Paolo Cognetti ist 1978 in Mailand geboren und machte eine Filmausbildung an der Civica Scuola di Cinema di Milano. Zuvor begann er ein Mathematikstudium, das er jedoch abbrach. Heute ist er als Dokumentarfilmdreher und Schriftsteller tätig, veröffentlichte bisher mehrere Filme, Erzählungen und Romane. Für seine Werke wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, beispielsweise gewann er für „Le otto montagne“ den italienischen Premio Strega und den französischen Prix Médicis étranger. Die deutsche Übersetzung von „Le otto montagne“ erschien 2017 unter dem Titel „Acht Berge“ und wurde auch hierzulande ein großer Erfolg. 2018 erschien „Sofia trägt immer Schwarz“, die Übersetzung von Cognettis Roman „Sofia si veste sempre di nero“, der 2013 ebenfalls auf der Shortlist für den Premio Strega stand. Mittlerweile zählt Cognetti als international erfolgreicher Bestseller-Autor.

Neue Bücher

Sofia trägt immer Schwarz
 (4)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Penguin.
Acht Berge
 (84)
Erscheint am 12.11.2018 als Taschenbuch bei Penguin.

Alle Bücher von Paolo Cognetti

Paolo CognettiAcht Berge
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Acht Berge
Acht Berge
 (84)
Erschienen am 12.11.2018
Paolo CognettiSofia trägt immer Schwarz
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Sofia trägt immer Schwarz
Sofia trägt immer Schwarz
 (4)
Erschienen am 24.09.2018
Paolo CognettiFontane Numero 1
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Fontane Numero 1
Fontane Numero 1
 (1)
Erschienen am 15.03.2017

Neue Rezensionen zu Paolo Cognetti

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buchstabentraeumerins avatar

Rezension zu "Sofia trägt immer Schwarz" von Paolo Cognetti

In Episoden erzählte, tiefgründige Einblicke in ein Leben
buchstabentraeumerinvor einem Tag

„Die Frau mit den zwei Gesichtern“, erwidert Marta. „Siehst du das? Nicht nur das Auge, sondern auch die Braue, der Mundwinkel und diese kleine Narbe an der Wange – dein Gesicht ist total asymmetrisch.“
„Und so soll ich sein? Asymmetrisch?“. (Seite 138)

Es gibt ein abstraktes Kunstwerk, an das ich beim Lesen von „Sofia trägt immer Schwarz“ von Paolo Cognetti denken musste. Metallsplitter hängen wie in der Bewegung erstarrt in der Luft, in ihrer Mitte ein leerer Raum. Anfangs meinte ich, das Metall sei das zu beurteilende Kunstwerk, doch letztendlich war der Raum die Essenz von allem. Der Raum ist es, worauf es ankommt, die Metallsplitter erfüllen nur den Zweck, diesen Raum sichtbar zu machen. Ganz ähnlich erging es mir mit Sofia. Sie ist kaum greifbar, sie ist wandelbar und flüchtig. Nirgends wird sie sesshaft, ihre Gedanken und Gefühle behält sie unter Verschluss. Stattdessen sind es die Menschen, denen sie im Verlauf der Geschichte begegnet, die durch ihre gemeinsamen Erlebnisse eine Art „Sofia-Raum“ entstehen lassen und auf diese Weise den Kern von Sofias Wesen erfassen.

Du schleppst deine beiden Identitäten mit dir herum wie streitsüchtige Schwestern: Eine zerrt an dir und will weiterkommen, während die andere die Absätze in den Boden rammt. (Seite 139)

Da wären ihre Eltern, ihre depressive Mutter, der schwerkranke Vater, die patente Tante sowie diverse Bekanntschaften und Liebhaber. Alle erzählen in kurzen Episoden von ihrer Begegnung mit Sofia. Sie zeichnen ein Bild von diesem Mädchen, später von Sofia als erwachsene Frau, offenbaren Charakterzüge und Eigenheiten, die sie so speziell machen. Das ist auch das Besondere an diesem Buch: Niemals ist es Sofia selbst, die von sich aus der Ich-Perspektive erzählt. So bleibt sie bis zu einem gewissen Grat stets rätselhaft und undurchdringlich.

Paolo Cognetti gibt die Aufgabe, Sofia und ihre Lebensgeschichte zu verstehen, an den Leser ab. Soll er sich einen Reim auf seine Protagonistin machen, scheint er sich zu denken. Inwiefern hat ihre Kindheit mit der depressiven Mutter Sofia geprägt? Oder der häufig abwesende Vater? Was treibt sie an? Was erhofft sie sich vom Leben? In gewisser Weise ist „Sofia trägt immer Schwarz“ ein weißes Blatt. Denn letztendlich sind die bruchstückhaften Episoden nur kurze Zeitfenster in Sofias Leben. Was geschah in der Zwischenzeit? In diese Lücken setzt jeder Leser seine eigene Interpretation. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich darauf einlassen kann und möchte. Für alle, die konkrete Antworten suchen, ist dieser Roman nicht der richtige. Für alle, die ihre Gedanken treiben lassen möchten, hingegen umso mehr.

Vor der Kamera verwandelte sich Sofia wieder in die Kellnerin am Fluss: Sie bewegte sich in ihrer Rolle, als wäre der Film das Leben und alles andere reine Imitation. (Seite 211)
Fazit

„Sofia trägt immer Schwarz“ von Paolo Cognetti schenkt dem Leser viel Freiraum zur Interpretation. In einzelnen Episoden schildern unterschiedliche Charaktere ihre Begegnung mit Sofia, einer Protagonistin, die es nicht einfach hat im Leben und die es sich nicht einfach macht. Sie fordert andere heraus und ist stets auf der Suche. Nach was? Das lässt sich nur erahnen und womöglich findet jeder Leser seine eigene, ganz persönliche Antwort auf diese Frage. Kein einfacher Roman, aber einer, der sich zu lesen lohnt.

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CocuriRubys avatar

Rezension zu "Sofia trägt immer Schwarz" von Paolo Cognetti

Interessant, aber auch etwas nervig
CocuriRubyvor 5 Tagen

Das Buch ist durchaus gut geschrieben – hat gewählte Formulieren, ein paar starke Sätze, und ist gelegentlich einfach schön und atmosphärisch.

Hingegen wenn es im weitesten Sinne um die Handlung geht, wird alles indirekt und zusammenhangslos beschrieben. Sowohl insgesamt, als auch pro Kapitel: erst ist es verwirrend, dann interessant, dann nervig.


Wir haben in dem Buch verschiedene Sichten – man weiß jedoch am Anfang eines Kapitels nie, welcher Person man über die Schulter schaut. In Kombination mit Zeitsprüngen und Erläuterungen der Lebensgeschichte von der Person im Fokus, ist das der Übersicht und Verständnis nicht gerade förderlich.


Ich war gesondert gespannt auf die Protagonistin – weil ich mir allein über ihre Person/Charakter viel versprochen habe.

Ich hatte im Prinzip eine am Leben scheiternde Person erwarten – und das habe ich eigentlich auch mehr oder weniger bekommen.


Gerade der Einstieg wurde einen meines Erachtens unnötig schwer gemacht: gerade im Bezug zu der Protagonistin (aber nicht nur da) wird mit einer sonderbaren Distanz über die Figur geschrieben – oft wird sie mit „die junge Frau“ beschrieben, statt ihren Namen zu sagen oder auch nur „sie“.

Das hat dafür gesorgt, dass ich ebenfalls eine ziemlich große Distanz zu den Figuren, insbesondere der Protagonistin aufgebaut habe und sorgt (wie bereits gesagt) auch für eine Zusammenhanglosigkeit.


Im Laufe des Buches widmen wir uns Sofia aber mehr als Person und da blitzt auch gelegentlich ein gewisse Charme oder eine gewisse Faszination ihrer Person durch. Da fand ich es auch wesentlich interessanter – sie als in Teilen gebrochene und vor allem getriebene Person zu erleben.


Alle Figuren in dem Buch sind schwierige Personen – es gibt wirklich keine Ausgeburten an Sympathie. Vermutlich macht aber genau das es interessante.


Die Geschichte ist übrigens vollkommen von jedem Anflug von Humor befreit.


Ich kann eigentlich gar nicht genau sagen, ob wir hier einen Roman lesen oder eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten oder Szenen, die eher zufällig wiederkehrende Figuren beinhalten.

Die Handlung spielt auf nichts hinaus bzw. führt nirgendwo hin. Die Geschichte tröpfelt so vor sich hin – es gibt mir schlicht nichts.

Dieses Manko ist dem Buch (bzw. Autor) nur allzu bewusst und vermutlich gewollt – was ein interessantes Konzept ist, mir jedoch nicht unbedingt zusagt.


Fazit

Die perfekte Zusammenfassung bzw. Aussage zu dem Buch, trifft das Buch selbst: Ganz zum Schluss, als es eigentlich um einen Film geht: „Man konnte innehalten, eines betrachten (eine Szene) und alle anderen ignorieren. Oder aber man (…) dachte sich selbst eine Handlung aus, denn es gab keine Handlung, sondern nur Schönheit und Zufall.“ (S.227)

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Ravens avatar

Rezension zu "Acht Berge" von Paolo Cognetti

Atmosphärisch und dicht
Ravenvor 8 Tagen

Das Buch "Acht Berge" von Paolo Cognetti hat einen Umfang von 256 Seiten und ist über Deutsche Verlags-Anstalt erschienen.

Das Buch gibt es als Softcover-, Hardcover- und Ebookausgabe. In der Hardcoverausgabe hat es einen abnehmbaren Schutzumschlag. Es besticht durch eine sehr gute Qualität mit schönen dicken Leseseiten. Das abnehmbare Cover glitzert am oberen Abschnitt, was den 3D-Effekt des Bildes verstärkt. Das Cover ist wirklich überaus schön gestaltet.

Pietros Vater ging immer auf Wanderschaft und vererbte Pietro seine Leidenschaft. Doch das wurde Pietro nicht gleich bewusst. Ihm gefiel einfach der Kontrast in der Natur und schon bald hatte er dort auch einen Bub im selben Alter gefunden. Die Freundschaft zu Bruno entwickelte sich zu etwas ganz besonderem. Bruno auf dem Land und Pietro in der Stadt. Welche Wege und welche Entscheidungen sind richtig?

Das Buch ist unheimlich atmosphärisch und dicht. Oft wird die Natur und Wanderschaften bis ins Detail widergegeben und die Gedanken des Wanderers. Es ist wie in eine fremde und doch bekannte Welt einzutauchen. Freunde von Natur und Wanderung werden dieses Buch lieben. Dicht und tiefgehend baut sich das Werk auf und lässt mich öfters als einmal an einer Stelle verweilen, die mich zum Nachdenken bringt. An manchen Passagen zieht es sich dann wieder, doch dann bin ich auch schnell wieder gefesselt von der Schreibkraft des Autors. Es ist das harte Leben selbst was hier Platz findet, welches immer wieder Tribut fordert und oft melancholisch, gar traurig stimmt. Das Leben selbst als Wanderschaft, Familie, Freunde, Entscheidungen, Wege, Gewinn und Verlust. Der Roman hat mich sehr bewegt und mitgenommen. Sehr gute Literatur, die sicherlich nicht Jeden begeistern kann, aber mit Sicherheit vielen Menschen in Erinnerung bleibt.

Fazit: Ich finde das Werk sehr atmosphärisch, dicht, tiefgehend, melancholisch und traurig. Es bewegt und bringt einen oft zum Nachdenken. Das Leben selbst als Wanderschaft. Leseempfehlung!

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Gespräche aus der Community

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DVA_Verlags avatar

Wie wollen wir leben? Stadt oder Land? Soll man gehen oder bleiben? Sich einmischen oder raushalten? 







Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. 


Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert Paolo Cognetti die lebenslange Suche zweier Freunde nach dem Glück. Eine eindringliche archaische Geschichte über über das Leben, die Liebe und den Tod.



Paolo Cognetti, 1978 in Mailand geboren, verbringt die Sommermonate am liebsten in seiner Hütte im Aostatal auf 2000 Metern Höhe. Er hat Mathematik studiert, einen Abschluss an der Filmhochschule gemacht und Dokumentarfilme produziert, bevor er sich ganz dem Schreiben zuwandte. Acht Berge ist ein Bestseller in Italien; das Buch erhielt den renommiertesten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega, und erscheint in über dreißig Ländern.


Wir suchen 15 Leser, die eine Schwäche für Romane haben, in denen es um Freundschaft, Natur und die Frage nach dem Sinn des Lebens geht.  Fühlt ihr euch angesprochen? Dann freuen wir uns auf eure Bewerbung.


Bewerbungsaufgabe: Gibt es einen Roman über eine (lebenslange?) Freundschaft, der euch besonders gefallen hat?
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Paolo Cognetti wurde am 27. Januar 1978 in Mailand (Italien) geboren.

Community-Statistik

in 169 Bibliotheken

auf 42 Wunschlisten

von 6 Lesern aktuell gelesen

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