Paolo Cognetti Acht Berge

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Inhaltsangabe zu „Acht Berge“ von Paolo Cognetti

Eine unerschütterliche Freundschaft. Ein Aufbruch ins Ungewisse. Die Sehnsucht nach Heimat
Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?
Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert Paolo Cognetti mit poetischer Kraft die lebenslange Suche zweier Freunde nach dem Glück. Eine eindringliche archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals, über das Leben, die Liebe und den Tod.

Über die Liebe zu den Bergen und einer jahrzehntelangen tiefen Freundschaft

— Wuestentraum

Still und langatmig - ich kann den Hype um dieses Buch nicht nachvollziehen.

— MissStrawberry

Sehr berührende Geschichte mit wunderschönen Landschaftsbeschreibungen. Sehr zu empfehlen.

— steffischultzzz

30 Jahre Leben auf 245 Seiten: Kann es so etwas wie Glück geben? Bisweilen fast "zu schön" geschrieben, hat mich das Buch doch sehr berührt.

— Lysander

Ein schönes Buch über die Liebe zu den Bergen.

— wsnhelios

Poetisch über die Entwicklungen, die man im Leben durchläuft. Trotz flüssigen Schreibstils nichts zum Durchsuchten.

— Chibi-Chan

Welch ein berührendes Buch, das alle Fragen des Lebens so eindringlich und schön gearbeitet verhandelt - ein ganz große Empfehlung!

— hundertwasser

Ein kluger, erbaulicher Roman über die elementaren Dinge des Lebens

— Klusi

Entschleunigende Erzählung, starke Frauen, suchende Männer, Vater/Sohn-Konflikt, Reduktion des Lebens auf das Wesentliche. Super!

— Buecherspiegel

Eine eindrückliche Hymne an das Gebirge, eine Freundschaftsgeschichte über nahezu 30 Jahre und ein tragischer Vater-Sohn-Konflikt.

— Barbara62

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  • Acht Berge

    Acht Berge

    AvaMairinKant

    19. November 2017 um 17:48

    Inhalt: Der 11- Jährige Pietro, welcher mit seinen Eltern in Mailand lebt, wird schon von klein auf mit der Leidenschaft seiner Eltern konfrontiert : die Bergwelt bedeutet beiden Rückzug, Freiheit und daher ein friedvolles Leben. Daher verbringen sie den alljährlichen Sommer im Aostatal, in Grana. Hier lernt Pietro den Jungen Bruno kennen und findet damit einen echten Freund. Gemeinsam erkunden sie die Landschaften der Berge, gehen sogar mit Pietros Vater zusammen in den Bergen wandern. Nachdem sich die Lebenswege beider für einige Zeit trennen, da Pietro in die Welt hinaus möchte, kehrt P. nach dem Tod seines Vaters nach Grana zurück und stellt sich gemeinsam mit seinem alten Freund die Frage nach dem richtigen Lebensweg.Positiv:Der Autor beschreibt die Natur der Berge eindrücklich, facettenreich und so, wie sie nun einmal ist: gigantischNegativ:Leider werden jegliche Handlungsstränge absolut emotionslos geschildert. Der Erzählstil des Autors ist nüchtern und langatmig und das ist selbst bei einer knappen Büchlänge von ~ 250 Seiten irgendwann sehr deprimierend. Die Figur des Pietro erscheint für mich nicht lebensecht. Er ist weder sympathisch noch unsympathisch. Ich hätte ihn nicht kennenlernen müssen und wäre auch nicht traurig drum. Ich persönlich finde Pietros Entwicklung vorhersehbar. Es war allzu offensichtlich, dass aus dem Jungen, der die Leidenschaft des Bergsteigens seines Vaters nicht nachvollziehen kann, ein junger Mann wird, der ebenso einsiedlerisch leben wird wie sein Vater, sich zurückzieht in die Berge und lange einsame Bergwanderungen unternimmt. Es war klar, dass P. seinen Vater nach dessen Tod besser verstehen kann, ihn von einer bislang unentdeckten Seite kennenlernt und natürlich bereut, dass die beiden in den letzten Lebensjahren seines Vaters keinen Kontakt hatten.Der Handlungsverlauf war vorhersehbar, emotionslos, unglaublich ernüchternd sodass ich mehr als einmal überlegte, ob ich das Buch abbrechen sollte.Fazit:Ich bin leider sehr enttäuscht. Prinzipiell verstehe ich, was Cognetti mit dem Buch bewegen und erzählen wollte , deshalb faszinierte mich die Idee des Buches von Anfang an und bewegte mich zum Kauf.Ich habe auch auf eine emotionale Reise für mich gehofft, jedoch einen in höchster Form nüchternen, langatmigen und teilweise sehr frustrierenden Roman erhalten, aus dem man mit etwas mehr Gefühl, mit etwas mehr Tempo und Detail für Charakterbildung weitaus mehr hätte herausholen können.Bewertung:2 Punkte, wenn ich nur die Geschichte bewerte. Da mir jedoch das Herz blutet, weil ich weis, was der Autor eigentlich mit seiner Geschichte bewegen wollte, mich jedoch vollkommen unberührt zurücklässt, 3 Punkte, da die Grundidee einfach mehr wert ist :-(

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1884
  • Paolo Cognetti - Acht Berge

    Acht Berge

    miss_mesmerized

    15. November 2017 um 18:55

    Die Begeisterung seiner Eltern für die Berge bekommt Pietro schon als Junge mit. Als sie sich endlich entschließen, eine eigene Hütte zu kaufen, ist klar, dass er die kommenden Sommer dort verbringen wird. Schnell freundet er sich mit Bruno an, der schon als Kind seine Eltern beim Hüten der Kühe unterstützen muss. Gemeinsam erkunden Bruno und Pietro die Wälder, Wiesen und Berge - eine Leidenschaft, die sie ihr Leben lang teilen werden und die ihr wichtigstes Verbindungsglied sein wird. Als junge Männer trennen sich zwar ihre Lebenswege, nicht jedoch die Freundschaft. Als Erwachsene teilen sie neben der Liebe zu den Bergen auch das Leid, das beide auf unterschiedliche Weise erfahren. Obwohl sie verschiedener kaum sein könnten, ist das Band, das sie als Jungen geknüpft haben, fest und reißt nie.Man kann in Paolo Cognettis Roman in jeder Zeile seine Leidenschaft für die Walliser Alpen spüren. Ich habe selten einen Roman mit derart intensiven Landschaftsbeschreibungen gelesen, die jedoch niemals langweilen, sondern im Gegenteil durch ihre Poesie und Strahlkraft problemlos die Begeisterung des Autors vermitteln und den Leser buchstäblich miterleben lassen.Im Zentrum der Handlung stehen Pietro und Bruno. Es ist kein ganz typischer Roman über das Erwachsenwerden. Zwar hat man ganz charakteristische Phasen - die Auseinandersetzung mit den Eltern, ihren Werten und den gewählten Lebenswegen; die beruflichen Überlegungen und Entscheidungen; die erste Liebe und die große Liebe - aber letztlich ist es die Freundschaft, die all dies überdauert und die beiden Jungen und später Männer immer wieder zueinander führt. Gemeinsame Erlebnisse können verbinden und um für einander da zu sein und sich zu unterstützen bedarf es keiner dauernden Präsenz. Auch wenn der Roman auf der Handlungsebene viele interessante und beachtenswerte Aspekte bietet, sind es letztlich die Landschaftsbeschreibungen, die Erlebnisse in der Natur und die Gewalt selbiger, die bisweilen keine Gnade kennt, die hervorstechen und in Erinnerung bleiben. Manch ein Leser man diese überfliegen, lässt man sich auf sie ein, nimmt das Lesen einen anderen Rhythmus ein, wird langsamer und intensiver.

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  • Acht Berge

    Acht Berge

    Wuestentraum

    15. November 2017 um 08:10

    Pietro lebt mit seinen Eltern in Mailand. Seine Eltern, die beide aus den Bergen kommen, die Dolomiten bestiegen haben und am Fuße der drei Zinnen getraut wurden, fühlen sich in der großen Stadt nicht wirklich wohl. So fahren sie jeden Sommer in den Ferien nach Grana, im Aostatal, wo sie ihre Liebe zu den Bergen ausleben können. Pietro’s Vater liebt das Bergsteigen und versucht seinen Sohn, genauso dafür zu begeistern, obwohl Pietro an der Höhenkrankheit leidet und sich jedes Mal sehr quält. In Grana lernt Pietro Bruno kennen, einen Jungen etwas älter als er selbst. Die beiden freunden sich an und streunen jeden Sommer gemeinsam durch die Berge. Als Jugendlicher rebelliert Pietro. Er will nicht mehr mit seinem Vater auf Wanderungen gehen und kehrt später für lange Zeit nicht nach Grana zurück und so verlieren Pietro und Bruno sich aus den Augen. Als Pietro 31 Jahre alt ist, verstirbt plötzlich und unerwartet sein Vater. Dieser hinterlässt ihm eine Ruine in den Bergen von Grana. Pietro kehrt zurück und baut die verfallene Hütte mit Bruno innerhalb einiger Monate zusammen wieder auf. Obwohl sie sich lange nicht gesehen haben, besteht ihre tiefe Freundschaft ohne Worte weiter. Das Erbe seines Vaters bringt Pietro so zurück nach Grana, in die Berge und zurück zu Bruno. Während Bruno alles was er hat, für seinen Traum opfert, reist Pietro als Dokumentarfilmer nach Nepal. Dort bekommt er die Legende von den Acht Bergen erzählt. Paolo Cognetti bringt mit „Acht Berge“ die Berge zu uns nach Hause. Mit ruhigem Ton beschreibt er die Berge, Wiesen, Gebirgsbäche, Täler, das ganze Naturschauspiel der Berge detailliert. Man merkt dem Auto seine eigene Liebe zu den Bergen sofort an, da die Beschreibungen sehr romantisch und liebevoll sind. Die Geschichte von Pietro und Bruno wird dagegen sehr nüchtern erzählt, was aber zu dem Erzählstil des Autors insgesamt gut passte. Einfach erzählt, aber durch die teilweise poetische und philosophische Art tiefgreifend. Fazit: Ein schöner Roman, poetisch und philosophisch, über die Liebe zu den Bergen, mit vielen bildhaften und detailreichen Naturbeschreibungen und einer tiefen, jahrzehntelangen Freundschaft. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hatte wunderschöne Lesestunden.

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  • Berechtigter Hype um dieses Buch?

    Acht Berge

    MissStrawberry

    14. November 2017 um 14:31

    Pietro macht mit seinen Eltern jedes Jahr in einem kleinen Bergdorf Urlaub. Sein Vater erwartet, dass er seine Liebe und Leidenschaft für das Wandern teilt. Pietro freundet sich mit Bruno an, und obwohl sich ihre Lebenswege stark unterscheiden, bleibt eine Verbindung bestehen. Als Erwachsene fragen sich die beiden Jungen, welcher Lebensweg der richtige ist – neue Wege entdecken oder bei dem bleiben, das man schon ewig kennt?Mir ist schon klar, was der Autor uns sagen möchte. Leider ist die Art, wie er das macht, nicht dazu geeignet, mich in irgendeiner Art und Weise zu fesseln. Natürlich bietet das Thema wenig Dramaturgie, aber spannend schreiben und erzählen kann man dennoch jede Geschichte. Das Buch aber konnte ich nur in winzigen Häppchen lesen, denn es hat mich einerseits eingeschläfert, andererseits wütend gemacht. Mir ist weder eine der Figuren ans Herz gewachsen oder auch nur halbwegs sympathisch geworden, noch hat mir die Sprache von Paolo Cognetti gefallen. Insgesamt ist mir das Buch zu düster. Auch schwere Themen können mit einem Lichtstrahl erhellt werden. Hier jedoch erdrückt mich alles. Als lägen die acht Berge auf mir. Das zieht runter und das braucht kein Mensch.Dennoch – ich verstehe, was Cognetti bewegt hat und was er vermitteln wollte. Auch wenn das bei mir nicht gut gelungen ist, honoriere ich den Versuch mit drei Sternen.

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  • Ein schönes Buch über die Liebe zu den Bergen.

    Acht Berge

    wsnhelios

    28. October 2017 um 19:08

    Inhalt: Pietro und Bruno sind beste Freunde, die in den Bergen aufgewachsen sind. Während der eine den Drang verspürt, die Welt zu bereisen, verlässt der andere sein Tal nie. Wer von den beiden macht das Richtige? Was bedeutet Glück? Was Schicksal? Das Buch verfolgt Pietro und seinem unsteten Leben, wie er immer wieder zu Bruno zurückkehrt und die beiden Welten, Weltansichten aufeinanderprallen. Persönlich gefällt mir das Buch deshalb so gut, weil die Natur der Berge so wunderbar beschrieben wurde. Aber auch der Versuch heute als Bergbauer zu überleben und das Bedürfnis, in einem fremden Land Fuß zu fassen, sind alles Dinge, mit denen ich selbst konfrontiert war und bin. Wer aber nicht wie ich in den Bergen aufgewachsen ist und sich derart in die beiden Freunde hineinversetzen kann, wird wohl dem Buch nicht so viel abgewinnen. Vielleicht täusche ich mich da aber auch. Vielleicht ist diese Bergwelt derart exotisch, dass sie wieder interessant wird. Denn beschrieben wird sie wunderbar. Genauso wie die – traurige? – Veränderung dieser in den letzten 40 Jahren. Auch wer schon immer mal wissen wollte, wie die Arbeit eines Hirten funktioniert, wie man auf 2.000 Meter Höhe ein Haus baut, wie Käse produziert wird oder wo ein Fluss entspringt, der sollte hier mal reinschauen. Alles wird so gut erklärt, als wäre man selbst dort und schaut zu. Es ist ein ruhiges Buch, das gemächlich dahintreibt wie der kleine Bergbach und dem Leser genug Zeit lässt, selbst über die Fragen des Lebens nachzudenken. Ich habe es dennoch an einem Wochenende verschlungen, so gut hat es mir gefallen. Das Buch wird aber auch von einer interessanten Spannung angetrieben, da man schon wissen möchte, was aus den Beiden wird. Die Frage nach dem Glück muss am Ende aber jeder für sich selbst beantworten. Fazit: Sehr zu empfehlen.>>Hier<< geht es zum Originaltext und weiteren Rezensionen.

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  • Männer und Berge

    Acht Berge

    Bookmarked

    28. October 2017 um 13:29

    Bisher haben mich italienische Autoren noch nicht enttäuscht und so konnte mich auch „Acht Berge“ mit seiner stillen und eher melancholischen Atmosphäre begeistern. Und das obwohl ich die Leidenschaft der handelnden Personen zum Wandern und Bergsteigen persönlich gar nicht teile. Der 11-jährige Pietro lebt mit seinen Eltern in Mailand und wird mit der großen Unzufriedenheit seines Vaters konfrontiert. Dieser kommt aus einer ländlichen Gegend und fühlt sich in der Großstadt sehr unwohl, weswegen sich die kleine Familie dazu entschließt eine bescheidene Hütte in dem verschlafenen Bergdorf Grana zu kaufen und zukünftig jeden Sommer dort zu verbringen. Pietro’s Vater nutzt diese Aufenthalte um die umliegenden Berggipfel zu besteigen und nimmt seinen Sohn auf diese Wanderungen mit, obwohl sich dieser ab einer bestimmten Höhe sehr schwer tut und unwohl fühlt. Die Vater-Sohn Beziehung ist schwierig, von Sprachlosigkeit und falschen Erwartungen auf beiden Seiten geprägt. Gleichzeitig lernt Pietro in Grana einen gleichaltrigen Jungen namens Bruno kennen mit dem sich ganz behutsam und fast wortlos eine Freundschaft entwickelt, die trotz der sehr unterschiedlichen Lebenswege, Jahrzehnte andauern soll.Die Naturbeschreibungen konnten mich sehr begeistern. Das Buch vermittelt eine große Liebe zum kargen und einfachen Leben in den Bergen sowie die körperlichen Strapazen und Einsamkeit beim Wandern und illustriert darüber hinaus die Sehnsucht, welche die handelnden Personen immer wieder zurück in die Berge zieht, egal wie ihr Leben ansonsten verläuft. Die Handlung konzentriert sich dabei auf die männlichen Figuren und deren Beziehungen untereinander. Frauen spielen also eher eine untergeordnete Rolle und werden höchstens in Hinblick auf ihren Einfluss auf die männlichen Charaktere betrachtet. Da diese Männerbeziehungen in erster Linie von kargen Dialogen und emotionaler Distanz geprägt sind, konnten mich die Konflikte als Leserin nicht immer erreichen. Hier hätte ich mir hin und wieder etwas mehr Gefühl gewünscht. Die interessanten Aspekte stecken zwischen den Zeilen, also in allem was die männlichen Figuren nicht ausdrücken können. Dies ist auch die Hauptursache für die sehr melancholische Stimmung des Buches. Fazit:Ein unheimlich ruhiges Buch, das sehr gut in die kalte Jahreszeit passt und die besondere Sehnsucht von Menschen beschreibt, die es immer wieder in die karge Landschaft der Berge zieht und ein Buch das passend zu dieser rauen Natur einige Analogien zum Leben aufzeigt und die wortlosen aber intensiven Beziehungen zwischen Männern thematisiert. Sicherlich nicht jedermanns Sache, für mich aber sehr lesenswert.

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  • Poetisch über die Facetten des Lebens

    Acht Berge

    Chibi-Chan

    25. October 2017 um 18:11

    Meine MeinungGeschichteEine Geschichte über das Erwachsen werden.Pietro ist noch jung, als er die Berglandschaften mit seinem Freund Bruno erkundigt. Aufgewachsen in der Natur und trotzdem liegt seine Sehnsucht woanders.Diese Geschichte ist eine Ode an all die Zwickmühlen und Kreuzungen im Leben. Wohin führt der Weg? Was wünsche ich mir? Was wünsche ich anderen? Das Erwachsen werden ist nicht leicht und wenn der Weg für einen vorbestimmt ist, so möchte man ihn doch am liebsten durchbrechen.Das muss Protagonist Pietro selbst erfahren. Als Kind wird man stets von seinen Eltern und seinem Umfeld geprägt.  So auch er. Sein Vater ist begeisterter Bergsteiger und so wünscht er sich nichts sehnlicher, als irgendwann mit seinem Sohn die Berge zu erkunden. Doch was macht man, wenn man seine Liebsten nicht enttäuschen will, aber eigentlich etwas ganz anderes möchte?Pietro geht seinen eigenen Weg. Durchlebt einen Mix aus eigenem Willen und liebevolle Entscheidungen für andere. Er versucht seinen Wurzeln gerecht zu werden und gleichzeitig seinen Wünschen und  Vorstellungen vom Leben.Dadurch, dass die Geschichte in erster Linie einen Lebensablauf darstellt, wirkte die Geschichte manchmal zäh. Es ist definitiv nichts, was man in ein oder zwei Tagen durchgelesen hat. Ich brauchte immer wieder Pausen nach ein paar Kapiteln. Einmal durchatmen, sacken lassen, nachdenken.Dennoch punktete das Buch mit seinen Botschaften und der poetischen Ader. Die Wörter trugen etwas magisches, fesselndes in sich.CharaktereIn erster Linie ist natürlich von unserem Protagonisten Pietro die Rede. Er versucht seinen Weg zu finden, Seine Gedankengänge waren tiefgründig und doch simpel. Ich konnte mit ihm fühlen und ihn verstehen, obwohl ich nie in seiner Situation war. Doch die Entwicklungen sind in einer gewissen Weise doch gleich.Sein Freund Bruno bildet einen zweiten essenziellen Charakter. Er ist ein großer Stützpunkt in Pietros Leben und er bildet den Kontrast. Während Pietro seinen Wurzeln folgen möchte aber nicht kann, so war für Bruno immer klar, wohin er gehört. So klar, dass er alles andere aus den Augen verliert. Es werden zwei Extreme aufgezeigt.Viele andere Charaktere gibt es auch gar nicht. Nebst Pietros Eltern, von denen man nur nebensächlich etwas erfährt, liegt der Fokus nur auf ihm und seinem Freund Bruno.Schreibstil & SichtweiseDer Schreibstil ist sehr poetisch und tiefgründig. Er bringt eine Melodik, die einen selbst ganz melancholisch werden lässt. Ab und zu werden kleine Denkanstösse gegeben. Rätsel von Pietros Vater, die man für sich selbst beantworten kann. Auch wenn mich der Schreibstil einnahm, so brauchte ich dennoch manchmal Pausen, da die Geschichte an sich keine großen Wendungen und Geschehnisse hat.Geschrieben ist das Buch aus Pietros Sicht in der Ich-Perspektive.Zitat"Vielleicht hatte meine Mutter recht, wenn sie sagt, dass in den Bergen jeder eine andere Lieblingshöhe hat: eine Landschaft, die ihm entspricht und in der er sich heimisch fühlt."- Seite 42FazitEin poetisches Buch, welches stark zum Nachdenken anregt und die Facetten des Lebens und des Erwachsenwerdens aufzeigt. Jedoch teilweise langatmig, da das Leben nun einmal nicht immer Spannung pur ist.

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  • Die Einsamkeit der Berge, Männerfreundschaften und Entschleunigung

    Acht Berge

    Buecherspiegel

    08. October 2017 um 16:31

    Eine Erzählung, wie die von Paolo Cognette „Acht Berge“, lässt uns daran erinnern, wie es sein kann, ohne viele Entscheidungsmöglichkeiten zu leben. Einfach und gut. Cognetti lädt uns ein, einer dreißigjährigen Freundschaft zwischen zwei Männern zu folgen, die beide ihr Herz an die karge Berglandschaft verloren haben. Der eine, Bruno, dauerhaft, der andere, Pietro, genannt Berio, mit Unterbrechungen. Sie lernen sich in jungen Jahren in einem fast vergessenen Dorf in den Bergen Italiens kennen. Berios Mutter hat sich durchgesetzt im Sommer ein Haus fernab von Mailand zu mieten, am Rande des Monte-Rosas-Massivs. Diese Mutter ist eine der starken Frauen im Roman, wie sie es alle sind. Erst durch ihren Eingriff kommt es überhaupt dazu, dass die Jungs erste Worte wechseln. So wortgewandt wie die Mutter von Berio ist, so still ist die Mutter von Bruno. Nur dadurch wird jene von ihrem Mann verlassen, und sie kann das Leben leben, was ihr vorschwebt. Leider vermisse ich sie im späteren Teil des Buches, das ist einer der Gründe, warum ich nicht restlos begeistert bin. Geprägt wird die Erzählung vom Vater-Sohn-Konflikt; Berio wird zur Enttäuschung für den Vater und umgekehrt, obwohl sie sich gegenseitig so viel geben. Zumindest die Liebe zu den Bergen von Berio kann der Vater für sich verbuchen, ansonsten gleicht er eher seinem früh verstorbenen Onkel. Still und in sich gekehrt, einer Beziehung zwar nicht abgeneigt aber doch abwehrend, geht er immer wieder in die Stadt zurück, um Schule und Studium zu beenden. Mit dem Vater mag er irgendwann nicht mehr mitgehen; dem nie still stehenden, die Gipfel im Eiltempo erstürmenden, ihm will er nicht folgen, das ist nicht seine Welt. Aber auch Bruno liegt mit seinem Vater im Streit, behandelt dieser ihn nie wie seinen Sohn. Erst gibt er ihn dem Senner in der Familie als billigen Hirten, später muss er Maurer beim Vater lernen. Bruno bleibt in den vertrauten Bergen, Berio zieht es oft nach Asien, nach Kathmandu. Ohne es wirklich zu merken, vertauscht er nur die Berge. Als der Vater von Berio stirbt, vermacht er ihm eine verfallene Hütte in der Nähe der Alm von Brunos Familie. Schritt für Schritt kommt Berio dahinter, wie oft sein Vater mit Bruno nach seinem Zerwürfnis in den Bergen unterwegs war. Ihm wird bewusst, sie sind im Geiste Brüder. Und so bauen sie gemeinsam die Hütte wieder auf, nutzen beide diese als Ankerpunkt. Bruno übernimmt die Alm, wird Bergbauer, Berio kommt immer wieder zurück. Nur von Berios Familie gönnt uns der Autor einen tieferen Einblick, erzählt er uns die Entstehungsgeschichte und wie Berio zu seinem Namen Pietro gekommen ist. Was komplett außen vor gelassen wird, ist die technisierte Welt, der Konsum, Fernsehen, Smartphones, einfach alles. Teilweise kommt man sich vor, als spiele die Geschichte in einer längst vergangenen Zeit, aber dem ist nicht so. Eine junge Frau entscheidet sich bewusst für Bruno, um sich als Sennerin zu versuchen. Kein Friseur, kein Laden, nichts lenkt sie ab von ihren Kühen. Auch Berio, den der Autor so gerne verreisen lässt, hat meist nicht mehr verdient, als seine Reisekosten gerade so zu decken. Selbst seine Wohnung gibt er auf, was plagt er sich mit unnützem Zeug beim Umzug. Es steckt viel von Cognetti in diesem Buch, diesen Eindruck habe ich zumindest gewonnen. Die Reduktion auf ein Minimum bei allen Anteilen des Lebens, im Gegensatz zu Konsumrausch und Medienabhängigkeit. Das Buch landete in Italien unter den Top-Ten-Bestsellern und ist bereits in mehr als 30 Ländern in Buchläden zu finden. Ein Interview mit dem Autor findet sich zum Beispiel unter https://www.randomhouse.de/Paolo-Cognetti-Acht-Berge-DVA/Interview/aid75672_14329.rhd Unter https://it.wikipedia.org/wiki/Paolo_Cognetti befinden sich, leider nur auf Italienisch, weitere Informationen.

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  • Acht Berge

    Acht Berge

    Klusi

    08. October 2017 um 15:25

    Dieses Buch hat mich in mehrerlei Hinsicht förmlich angezogen. Da ist zum einen das wunderschöne Cover mit einer fast magischen Ausstrahlung. Es zeigt das Aquarell einer wilden Berglandschaft, gekrönt von einem Meer glitzernder Sterne. Auf einem Hügel unterhalb der verschneiten Berggipfel liegt eine einsame Hütte neben einer großen Lärche. Schon in diesem Bild kann man regelrecht versinken.Die vielen begeisterten Stimmen und der Hinweis, dieses Buch könnte für die Leser von Robert Seethalers Romanen interessant sein, haben mich letztendlich dazu bewogen, es lesen zu wollen. Es beginnt mit Kindheitserinnerungen des Ich-Erzählers. Er lebte mit seinen Eltern in Mailand, aber sein Vater, ein Einzelgänger und Eigenbrötler, fühlte sich nie wohl in der Stadt. In seiner Freizeit erobert er die Bergwelt,und von seinem Sohn fordert er Leistungen, die dieser nicht erfüllen kann. Während eines Aufenthalts in dem kleinen Bergdorf Grana lernt der damals ca. zehnjährige Pietro den fast gleichaltrigen Bruno kennen, und die beiden Jungen freunden sich an. Aus dieser Kameradschaft entsteht eine Freundschaft fürs Leben. Es ist eine eher ruhige, erdende Geschichte, die nicht von großer Spannung getragen wird, sondern von ihrer schönen, bildhaften Sprache lebt, welche klar ist wie ein stiller Bergsee.Hier geht es um die elementaren Dinge des Lebens, um die Schönheit der Natur, um Freundschaft, Liebe und die Facetten einer nicht einfachen Eltern-Kind-Beziehung. Bruno und Pietro führen Gespräche, die pragmatisch und philosophisch zugleich sind.Es ist ein Entwicklungsroman und zugleich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die ein Leben lang anhält.Paolo Cognettis Roman hat autobiographische Züge, obwohl vieles in seinem Leben völlig anders ist als bei seinem Protagonisten. Eingebracht hat er jedoch auf jeden Fall seine Liebe zu den Bergen und seine Achtung vor der Natur und ihrer Gewalten. Dass ich keine vollen fünf Sterne vergebe, liegt daran, dass ich weder Pietro noch Bruno und auch den anderen Charakteren im Lauf der Geschichte nicht wirklich nahe gekommen bin. Es blieb immer eine gewisse Fremdheit und Distanz. 

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  • Die Berge als Metapher für die Aufgaben des Lebens

    Acht Berge

    Corsicana

    07. October 2017 um 20:57

    „Es war eine düstere, raue Schönheit, die Kraft statt Frieden spendete“ (S. 118).            Dieses Zitat aus dem Roman „Acht Berge“ von Paolo Cognetti fasst das Wesen der Bergwelt sehr gut zusammen. Denn in diesem Buch geht es um die Berge. Und darum, wie sie die Bergbewohner und die Besucher prägen. Pietro wächst in Mailand auf – aber seine Eltern stammen aus den Bergen. Und dorthin zieht es sie immer in den Ferien. Allerdings fahren sie nicht in die Berge der Kindheit, sondern in die Gegend des Aosta-Tals. Denn es ist so, „dass es mitunter (…) unmöglich ist, zu den Bergen zurück zu kehren, die im Mittelpunkt aller anderen und am Anfang der eigenen Lebensgeschichte stehen“ (S. 245).  Und auch Pietro wird später erkennen, dass die Berge seiner Kindheit irgendwann für ihn verloren sind.  Und er wird viele andere Berge erklimmen und es wird ihn bis in den Himalaya ziehen. Aber er wird nie die Sommer seiner Kindheit in den Bergen vergessen. Die Erkundungen mit seinem besten Freund, der aus einer armen Bergbauernfamilie  stammt. Die Wanderungen mit seinem Vater, die immer über die Baumgrenze hinaus auf die Gipfel führten. Die Geborgenheit in der einfachen Ferienhütte, die seine Mutter liebevoll ausstattet. Pietro wird mit der Zeit alte Familiengeheimnisse seiner Eltern enthüllen, die Rastlosigkeit seines Vaters und das liebevolle Wesen seiner Mutter besser verstehen. Und er wird versuchen, selbst eine Heimat in den Bergen zu finden. Aber manchmal ist es so, (..) dass einem nichts anderes übrig bleibt, als in den 8 Bergen herumzustreifen, wenn man (…) auf dem ersten und höchsten einen Freund verloren hat“ (S. 245). Dieser Satz geht auf eine Weisheit aus dem Himalaya zurück, in der erzählt wird, dass es einen hohen Berg im Mittelpunkt der Welt gibt, den Sumeru. Dieser ist von Acht Bergen umgeben. Und es wird die Frage gestellt, wer mehr gelernt hat: Derjenige, der den Sumeru bestiegen hat oder derjenige, der alle Acht Berge gesehen hat? Eine philosophische Frage, die die zweite Ebene dieses Buches (neben den realistischen Schilderungen der Bergwelt und der Mühsal des Lebens dort) beleuchtet. Denn in diesem Buch geht es um die Suche nach Wurzeln und Heimat. Um das Gefühl, angekommen zu sein. Und um das Scheitern bei dieser Suche. Und von der Kraft, die es kostet, das Leben zu bewältigen, das Gebirge des eigenen Lebens zu erklimmen. Dies alles wird in einer kraftvollen, poetischen (aber nie ins kitschige abdriftenden) Sprache erzählt.  Dies ist ein sehr besonderes Buch. Kraftvoll und tragisch und schön zugleich. Und sehr schwer zu beschreiben. Man muss sich die Zeit nehmen, das Buch zu lesen. Es lohnt sich.                 

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  • „Was auch immer das Schicksal für uns bereithält – es kommt von den Bergen, die über uns emporragen“

    Acht Berge

    Barbara62

    06. October 2017 um 15:48

    Zwei große Geschenke hat der Ich-Erzähler Pietro Guasti von seinen Eltern erhalten: die Liebe zu den Bergen und die Freundschaft mit Bruno. Ersteres wird ihm in die Wiege gelegt von seinen aus dem Veneto stammenden Eltern, die als Kinder und Jugendliche die Dolomiten geliebt haben und am Fuße der Drei Zinnen getraut wurden, und nun, da sie in Mailand leben, die Sommer regelmäßig mit dem Sohn in Grana im Aostatal verbringen. Die Freundschaft zum wenige Monate älteren Kuhhirten Bruno bahnt 1984 zunächst die Mutter an, als der zurückhaltende, einsame Pietro elf Jahre alt ist. Viele Sommer verbringen sie zusammen, doch als Pietro mit 16 rebelliert, die Wanderungen mit seinem Vater einstellt, sogar den Kontakt zu ihm weitgehend abbricht und schließlich nicht mehr nach Grana kommt, verlieren sich auch Pietro und Bruno aus den Augen. Erst als der Vater dem 31-jährigen Pietro nach seinem Tod eine verfallene Hütte auf einer Hochebene über Grana hinterlässt, die er gemeinsam mit Bruno wiederaufbauen soll, kommen die beiden Freunde sich aufs Neue ganz nah. Das Erbe wird zur zweiten Chance für die unterbrochene Freundschaft, zur Rückkehrhilfe nach Grana, und erweist sich so als wohlbedachte Gabe. Nun könnte man meinen, Pietro und Bruno wären die Protagonisten des Romans, aber in Wahrheit sind es – wie man auf dem wunderschönen Cover erkennt – die Berge, zusammen mit dem Wald, den Wiesen, Tälern, Gebirgsbächen, Wasserfällen, Seen, Geröllfeldern und Gletschern, die Paolo Cognetti so eindrucksvoll beschreibt. Für Bruno sind es die Berge seiner Heimat und er opfert dem Traum vom Leben als Bergbauer alles, Pietro dagegen zieht es als Dokumentarfilmer bis zu den Bergen Nepals. Von dort bringt er eine Legende mit, die symbolisch für ihrer beider Leben steht: Sumeru, der hohe Berg und Mittelpunkt der Welt, ist umgeben von acht Bergen. Die Nepalesen stellen sich die Frage, wer mehr gelernt hat, derjenige, der die acht Berge bestiegen hat (wie Pietro), oder derjenige, der „nur“ auf dem Gipfel des Sumeru war (wie Bruno)? Acht Berge ist eine eindrückliche Hymne an das Gebirge und die Natur ohne übertriebene Romantik, eine Freundschaftsgeschichte über nahezu 30 Jahre und eine tragische Vater-Sohn-Geschichte. Der 1978 in Mailand geborene Autor Paolo Cognetti hat mit Acht Berge nicht nur einen Bestseller in seiner Heimat gelandet, sondern auch den renommiertesten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega, erhalten. Zurecht, denn der Roman über zwei Einzelgänger, mit dem Vater sogar drei, vor einer grandiosen Kulisse hat mich mit seiner ruhigen Erzählweise stark berührt, auch wenn er an Robert Seethalers Ein ganzes Leben, mit dem er zum Teil verglichen wird, nicht ganz heranreicht. http://mit-büchern-um-die-welt.de/paolo-cognetti-acht-berge/  

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  • Sehr schöner Roman über das Leben und lieben

    Acht Berge

    eulenauge

    05. October 2017 um 12:12

    Meine MeinungVorweg: Danke an den Verlag, dass ich das Buch zugeschickt bekommen habe. Nun zu meinem ersten Eindruck: Das Cover ist ein absolutes Augenschmauß und man bekommt auch genau das, was man erwartet. Es geht offensichtlicher Weise um Berge. Ich liebe es übrigens auch, dass auf dem Cover ein kleines Häuschen rechts steht. Dieses spielt nämlich auch eine große Rolle im Buch. Aber mehr möchte ich dazu gar nicht verraten.Der Schreibstil ist sehr poetisch und es wurden super viele stylistische Mittel verwendet. Das macht das Buch sehr vielseitig und leicht zu lesen. Ich persönlich bin ein großer Fan von Metaphern und Alliterationen. Und mittels diesen bildreichen Schreibstils, kann man sich sehr präzise und genau das Setting der italienischen Alpen vorstellen. Jeder Bach, jeder Wiese, jeder Fels ist so detailliert beschrieben, dass man das Gefühl bekommt, den Duft von einer Blumenwiese und Harz in der Nase zu haben. Eventuell könnte jemand anders das als langatmig empfinden, ging mir aber überhaupt nicht so.Am Anfang des Lesens habe ich keine Ahnung gehabt, was mich erwartet. Das liegt vor allem daran, dass der Klappentext nicht viel von der Handlung durchscheinen lässt, aber das ist auch gut so. Man sollte sich einfach blind in die Geschichte fallen lassen. Sie wird einen definitiv auffangen. Ein großes Thema ist Freundschaft. Was Freundschaft alles durchmachen kann, wie stark sie sein kann und wie sehr man einen guten Freund im Leben braucht.Weiterhin verfolgt man die Reise eines Mannes von seiner Kindheit bis ins hohe Alter und wie er auf der Suche nach dem Glück in die Welt hinaus reist, nur um immer wieder nach Hause zurück zu kommen.Mir ist außerdem eine weitere Sache aufgefallen. Nicht nur, dass dieses Buch zum Nachdenken anregen will und sehr philosophisch angehaucht ist, sondern auch, dass die Lärche sehr oft vorkam. Wenn nicht mindestens 3x pro Kapitel in irgendeiner Form eine Lärche vorkam, habe ich mich direkt gewundert und nur darauf gewartet. Es war aber nicht in einer so plumpen Art und Weise: "Oh sieh mal, eine Lärche! ..... Oh sie mal, noch eine Lärche! ...... So viele Lärchen!" So nicht. Es war eher immer subtil eingebaut. Ich gehe mal davon aus, dass die Lärche auch eine Art Symbolcharakter in diesem Buch hat. Das wird sogar mal in einer Szene näher erläutert.Der einzigste Grund, warum ich einen halben Stern abziehen würde, war, dass mir die Charaktere nicht so nah ans Herz gingen und ich am Ende mehr geschockt bzw überrascht war mit diesem Ausgang, und weniger traurig und erschüttert.FazitAlles in allem, kann ich das Buch wirklich empfehlen. Es ist eine schöne Geschichte über das Leben und was wir daran zu schätzen wissen sollten. Vielleicht auch mit einer Lehre für uns. Wahrscheinlich werde ich noch ein paar Tage über dieses Buch nachdenken müssen.

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  • Acht Berge...

    Acht Berge

    KristinSchoellkopf

    03. October 2017 um 14:53

    Wer schon einmal in den Bergen wandern war, weiß, dass der Wanderer oben auf dem Gipfel eine andere Welt betritt. Sie regt zum Denken an und kann Menschen verändern… Paolo Cognetti thematisiert in seinem Roman die Entscheidungen im Leben, von welchen man nie weiß, ob sie das Leben nicht von Grund auf verändert haben oder verändern werden. Was wäre wenn? – Eine Frage, die im Nachhinein einen Menschen nur noch verunsichern, aber nicht weiterbringen kann. Der Autor beschreibt die Gefühle der Charaktere sehr anschaulich und arbeitet mit Metaphorik, welche den Leser staunend zurücklässt. An der ein oder anderen Stelle fehlte mir der Tiefgang in den Gedankengängen. Es erschien, als würden manche Themen eher angerissen, als wirklich thematisiert. Dennoch stechen die Charaktere heraus, da sie einerseits einen „gewöhnlichen“ Menschen verkörpern und doch durch die geschilderten Schicksale zu etwas so viel mehr für den Leser werden. Diese Entwicklung unterstreicht Paolo Cognetti durch seinen Schreibstil, welcher nicht nur die oben genannte Metaphorik herausstechen lässt, sondern auch unvergessliche Bilder in den Kopf des Lesers schreibt.FazitAcht Berge ist ein Roman, welcher das Leben auf so wundervolle Weise beschreibt, dass der Leser von sich selbst und der Geschichte überrascht wird

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  • Acht Berge

    Acht Berge

    Mylittlebookpalace

    30. September 2017 um 21:40

    Handlung:Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert Paolo Cognetti mit poetischer Kraft die lebenslange Suche zweier Freunde nach dem Glück. Eine eindringliche archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals, über das Leben, die Liebe und den Tod.Orte:Mir haben die Orte ein den Bergen sehr gut gefallen, obwohl ich selber nicht wirklich der Wander-Typ bin, dafür mag ich die Natur umso mehr und es war toll mit den beiden Jungs durch die Täler und berge zu streifen. Ich konnte mir die Orte auch gut vorstellen.Personen: Ich mochte Pietro und Bruno beider sehr gerne, obwohl sie ja beide eher unterschiedlichere Charaktere sind. Einerseits Bruno mit seinem Reise und Arbeits-Drang und dann Bruno, der einfach dort bleiben möchte, wor er ist. Ich konnte beide verstehen.Gestaltung:Mir gefällt das Cover wirklich gut, vor allem die kleinen Glitzer teile oben , als Himmel. Ich mochte auch die Kapitelgestaltung, auch wenn die Schriftart für meine schlechten Augen vielleicht ein winziges bisschen zu klein war.Schreibstil: Mit dem Schreibstil hatte ich ein paar Probleme und es hat eine Weile gedauert bis ich drin war, aber dann hat er mir doch gut gefallen und ich bin gut damit klar gekommen.Geschichte: Mir hat die Handlung und die Geschichte an sich sehr gut gefallen. Ich mochte das ende und auch den Anfang sehr gerne, zwischendurch ist es manchmal etwas langweilig geworden, aber trotzdem hat es mir relativ gut gefallen.Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen, es gab ein paar kleine Problemchen, weshalb ich mal einen halben Punkt abziehe, aber sonst hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich mochte die Protagonisten, den Schreibstil, die Geschichte und die Handlung, weshalb ich 4,5 von 5 Sternen gebe.

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