Paolo Eleuteri Serpieri

 3.6 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Morbus Gravis, Morbus Gravis 5. Mandragora und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Serpieri Collection – Western

Neu erschienen am 03.12.2019 als Hardcover bei Schreiber & Leser.

Alle Bücher von Paolo Eleuteri Serpieri

Cover des Buches Morbus Gravis 5. Mandragora (ISBN:9783895935176)

Morbus Gravis 5. Mandragora

 (1)
Erschienen am 01.01.1995
Cover des Buches Serpieri Collection – Western (ISBN:9783965820159)

Serpieri Collection – Western

 (0)
Erschienen am 03.12.2019
Cover des Buches Tex (ISBN:9783957988171)

Tex

 (0)
Erschienen am 14.11.2016
Cover des Buches Morbus Gravis (ISBN:9783893110179)

Morbus Gravis

 (6)
Erschienen am 01.01.1990
Cover des Buches Morbus Gravis 4. Carnivora (ISBN:9783893112548)

Morbus Gravis 4. Carnivora

 (0)
Erschienen am 01.01.1993

Neue Rezensionen zu Paolo Eleuteri Serpieri

Neu

Rezension zu "Morbus Gravis" von Paolo Eleuteri Serpieri

Morbus Gravis beschimpft das Publikum, das es selbst erzeugt
Christopher_Bvor 7 Monaten

Frei und radikal, in jeder Hinsicht. Die Comic-Welt wurde Ende der Siebziger Jahre von Métal hurlant erschüttert. In dem französischen Magazin zeigten Künstler wie Moebius, Dionnet, Druillet, Bilal oder Manara, was alles im Comic möglich war. Die Grenzen des Mediums wurden erweitert. So gab die damalige europäische Avantgarde einen gewaltigen Impuls, der bis heute nachwirkt. Mit dabei war auch Paolo Eleuteri Serpieri. Der italienische Zeichner gilt heute, neben Milo Manara, als einer der Erotik-Meister des damaligen Zirkels.

Grund dafür ist vor allem seine Heldin Druuna, die mit der Serie Morbus Gravis Erfolg feierte. In den Jahren von 1985 bis 2003 erschienen insgesamt acht Alben mit der dunkelhaarigen Schönheit, in Deutschland zunächst beim Alpha Comic Verlag, inzwischen bei Schreiber und Leser. Jedes Album enthält eine abgeschlossene Storyline. Serpieri vermengt in Morbus Gravis drei Genres, nämlich Science-Fiction, Horror und Erotik.

Die üppige Druuna driftet darin durch eine zerstörte Welt, in der Krankheit, Gewalt und Wahnsinn um sich gegriffen haben. Das Extreme ist hier der Normalzustand. Druuna kämpft die meiste Zeit ums Überleben, mit allen Mitteln. Gewalttätig ist sie nicht, wohl aber bietet sie ihren Körper an, um in der von Männern dominierten Welt nicht unterzugehen. Dass sie zeitgleich auch liebevolle, zärtliche Verbindungen mit Männern eingehen kann, ohne diese Disharmonie zu reflektieren, das ist wohl die ewige Männerphantasie von der gedankenlosen, stets bereiten Nymphomanin mit den großen Brüsten.

Heute wirkt das vielleicht wie ein alter Hut, damals jedoch war das extrem heißes Zeug. Für die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften war Morbus Gravis zu heiß. Die erotischen Darstellungen bildeten dabei gar nicht so sehr den Stein des Anstoßes, vielmehr war es die gezeigte Brutalität. Vergewaltigungen, mutiertes Fleisch und Kannibalismus lassen sich finden, insofern war die Skepsis der BfjS nicht unberechtigt. Bei Alpha gab es Hausdurchsuchungen, die Serie wurde zensiert und stark eingeschränkt. Lange Zeit wurde Morbus Gravis in Deutschland unter dem Ladentisch verkauft.

Bis heute gilt Serpieris Serie als ein europäischer Erotik-Klassiker. Ist der Erfolg von Morbus Gravis durch die Lust am Verbotenen zu erklären? Hat die Indizierung in Deutschland dazu geführt, dass die hiesigen Comic-Leser die Alben erst recht in die Finger bekommen wollten? Vielleicht. Tatsächlich lässt sich die Frage nach dem Erfolg von Morbus Gravis besser über den Inhalt klären, Skandal und explizite Darstellungen außen vor. Serpieris Zeichenstil ist der eines ausgebildeten Malers, kraftvoll, fleischig, mit viel Liebe zum Detail und mit anatomischer sowie perspektivischer Korrektheit.

Er erzählt leicht und gefällig, ohne dabei vorhersehbar zu sein. Die einzelnen Alben schließen jeweils einigermaßen glaubwürdig ab, rote Fäden sind erkennbar. Zudem kommt hinzu, dass Serpieri kritisch reflektiert, was er zeigt. Auf subtile Weise zieht er den Leser als Beobachter mit hinein und weist ihm Schuld zu. Das Beobachten selbst steht immer wieder auf dem Prüfstand, das lüstern-geifernde Nichtstun im Gegensatz zum moralisch verantwortungsvollen Handeln. So gesehen beschimpft Morbus Gravis das Publikum, das es selbst erzeugt. Ein geschickter Kunstgriff mit literarischer Qualität. Die Bundesprüfer haben das wahrscheinlich anders gesehen.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Morbus Gravis" von Paolo Eleuteri Serpieri

Mutation der anderen Art
StMoonlightvor 2 Jahren

Ich lese nicht nur gerne „Romane“, sondern ab und an auch mal ein Comic. Nicht schwer, wenn um einen herum so ziemlich jeder eben diese, zumeist bunten, Werke sammelt. Durch das Stöbern in so einem Comicregal fand ich „Morbus Gravis“. Ich muss gestehen, dass mich das Cover neugierig gemacht hat. Eine Mischung aus Düsternis und Erotik. Hierbei handelt es sich um den ersten Band der Reihe, vermutlich könnte man auch mittendrin anfangen, da die Handlung abgeschlossen ist.

Druuna hält jemanden versteckt, der dringend Medikamente benötigt. Sie macht sich auf den gefährlichen Weg zum Medicalcenter. Auf ihrem Weg trifft sie auf jemanden, der sie bittet ihm zu folgen. Dieser Mann bringt Druuna zum einem Wesen, der sie um Hilfe bittet. Da er ihren damaligen Gefährten kannte, welcher der Mutation verfallen ist, willigt sie ein …

Die Geschichte an sich ist spannend, allerdings bleiben einige Fragen offen (z.B. woher diese Mutationen überhaupt stammen), außerdem ist sie – wie das Cover ja schon förmlich ankündigt – sehr Sexbelastet. Druuna, die Hauptprotagonistin, wirkt auf viel zu naiv, in einer so finsteren Welt, auf der jeder ums Überleben kämpft.

Ein wirklich düsterer Comic – sowohl von der Handlung, als auch von den Bildern – der dem Leser einiges abverlangt. „Morbus Gravis“ ist gewiss nicht für jeden etwas, für mich war der Band interessant (eben mal etwas anderes), aber ich glaube nicht, dass  ich jetzt unbedingt die Reihe weiterlesen möchte.

Kommentieren0
3
Teilen

Rezension zu "Morbus Gravis" von Paolo Eleuteri Serpieri

Rezension zu "Morbus Gravis" von Paolo Eleuteri Serpieri
Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren

Ein Bekannter der weiß das ich auch gerne mal erotische Bücher lese drückte mir kürzlich einen Comicband in die Hand von dem er dachte das wäre was für mich. Nun gehören Comics nicht grade zu meiner bevorzugten Lektüre, aber reingucken kann man ja. Ich habe es dann auch in einen Rutsch durchgelesen. ;)
Da dieses Buch über keinen Klappentext verfügt wusste ich nicht im geringsten was mich da eigentlich erwarten würde. Ich versuche mal das Geschehen in etwa wiederzugeben:
Die Geschichte beginnt damit das eine junge Frau scheinbar Selbstgespräche führt. Schließlich wird klar das sie irgendwen versteckt hält, der dringend eine Medizin benötigt. Sie macht sich auf den Weg dieses Serum zu beschaffen. Auf ihrem Weg zu dem Medicalcenter begegnet sie düsteren Gestalten, Elend und dem Tod.
Eine merkwürdig anmutende Gestalt tritt an sie heran und fordert sie auf ihr zu folgen. Genau das tut Druuna (so der Name der Frau) auch und landet bei einem Wesen welches sie um Hilfe bittet. Ihr Gefährte Schastar hatte vor langer Zeit etwa ungeheuerliches entdeckt, doch bevor er seine Entdeckung jemanden mitteilen konnte verfiel er „der Krankheit“. (Wie der Leser im Laufe des Buches erfährt handelt es sich hierbei um Mutationen, woher sie kamen bleibt allerdings offen.)
Von Neugierde getrieben macht sie sich mit Schastar auf den Weg zu dem geheimnisvollen Ort. Was sie dort findet ist größer als alles was sie sich je hatte vorstellen können ...
Wie ich bereits erwähnt habe handelt es sich hierbei um einen erotischen Comic und Sex hat Druuna auf den 64 Seiten mehr als einmal. Hier prostuniert sie sich um mehr Sera zu bekommen, dort wird sie von Mutanten vergewaltigt, ... Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und für mich hatte es keinen besonderen Reiz beim Sex mit einem Monster zuzusehen. Ich fand es sogar eher abstoßend.
Die Grundgeschichte dahinter macht aber durchaus Sinn. Eine Welt voller Düsternis und Krankheit die ja irgendwoher kommen muss. Irgendwann kommt jemand dahinter das dieses Welt nicht das ist was sie zu sein scheint und sich auf die Suche nach Antworten begibt.
Was mich allerdings stark irritierte ist die sexuelle Freizügigkeit von Druuna und ihre Gutgläubigkeit. Es scheint als würde sie denken alles zu bekommen wenn sie sich nur hingibt. Äußerst unlogisch fand ich die Stelle an der sie der Aufforderung eines Mutanten folgt und mit ihm geht. Einfach so, ohne zu wissen warum oder wohin.
Die Sprache ist relativ unvulgär gehalten, was mich doch etwa überraschte.
Die Bilder sind alle recht düster, geben damit aber ganz gut den Charakter der Geschichte wieder.
Fazit:
Ich habe nicht die geringste Ahnung in welches Genre ich diesen Comicband einordnen soll. Irgendwie Sci-Fi-Horror-Erotik. Die Grundgeschichte erinnert stark an “Matrix”, die düsteren Bilder sind gut gewählt, die Sprache ist verständlich.
Kann man mal drin blättern, kann man aber auch getrost lassen. Wie immer: Geschmackssache. ;o)

Kommentieren0
13
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 6 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks