Paolo Giordano Die Einsamkeit der Primzahlen

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Inhaltsangabe zu „Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano

Der große Roman einer unerfüllten Liebe

Ein einziger Tag in ihrer Kindheit entscheidet über ihr Schicksal: An diesem Tag verliert Alice das Vertrauen in ihren Vater und ihre Lebenslust. Mattia hingegen verliert seine Schwester, als er sie nur ein Mal aus den Augen lässt.
Jahre später lernen Mattia und Alice einander kennen. Sie scheinen füreinander bestimmt zu sein. Doch das Leben legt ihnen Hindernisse in den Weg.

Ein Roman gespickt mit sympathischen Protagonisten, die man im Laufe des Buches lieb gewinnt. Anders und liebenswürdig.

— isipisi

Zwei junge Menschen, die durch ihre Einsamkeit miteinander verbunden sind.

— wunderliteratur

Herzzerreißend. Schön und traurig zugleich.

— Lesemaus85

Nüchtern geschrieben und etwas deprimierend, aber an sich eine interessante Liebesgeschichte.

— WordLover

Entscheidungen, die ein Leben lang bewegen

— k-aleidoskop

Ein sehr bewegendes Buch.

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  • "Die Einsamkeit der Primzahlen" von Paolo Giordano

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Jacynthe

    12. December 2017 um 12:52

    Inhalt Ein einziger Tag in ihrer Kindheit entscheidet über ihr Schicksal: An diesem Tag verliert Alice das Vertrauen in ihren Vater und ihre Lebenslust. Mattia hingegen verliert seine Schwester, als er sie nur ein Mal aus den Augen lässt. Jahre später lernen Mattia und Alice einander kennen. Sie scheinen füreinander bestimmt zu sein. Doch das Leben legt ihnen Hindernisse in den Weg. (Quelle) Meine Meinung Dieses Buch hatte ich schon öfters in der Hand und auch der Trailer zum Film ist mir nun schon ein paar Mal über den Weg gelaufen. Jetzt endlich habe ich es - innerhalb von nur wenigen Stunden - gelesen und muss sagen: die viele gute Kritik ist gerechtfertigt. Alice und Mattia - zwei Menschen, deren Leben von nur einem schicksalhaften Tag in der Kindheit geprägt wurde, und die aufgrunddessen stets von einer scheinbar unüberwindbaren Kluft getrennt sind. So wie Primzahlen, die immer mindestens eine weitere Zahl zwischen sich haben und niemals nebeneinander stehen. Dieser Vergleich, den Giordano mittels der Gedanken des Mathegenies Mattia zieht, hat mich sehr berührt und ist mehr als treffend für die Beziehung der beiden tragischen Protagonisten. Die Geschichte beginnt 1983 beziehungsweise 1984 mit den Ereignissen, die aus Alice und Mattia die Menschen machten, die sie letzendlich geworden sind. Von da an beleuchtet Giordano Momente in den Jahren 1991, 1995, 1998, 2003 und 2007, insgesamt also über 25 Jahre, in denen sich die Protagonisten mal näher sind, mal Meilen von einander entfernt sind, während sie gleichzeitig versuchen, ihre Vergangenheit zu bewältigen und im Leben Fuß zu fassen. Mit schnörkelloser und scheinbar schlichter Sprache taucht Giordano in die Psyche seiner Figuren ein und offenbart dadurch sein unbestreitbares schriftstellerisches Talent. Er zeichnet die Protagonisten schnell und zielgerichtet, während deren Entwicklung subtiler und kaum merklich vonstatten geht.  Er zeigt auf, wie unterschiedlich Menschen mit Schicksalsschlägen umgehen und dass es keine Seltenheit ist, Erlebtes mithilfe von gegen sich selbst gerichteter Gewalt zu verarbeiten - sichtbar oder nicht. Außerdem wird dem Leser schmerzlich bewusst, welchen großen Einfluss die Kindheit auf das ganze Leben hat und wie sehr uns der Ballast, den wir mit uns herum schleppen, von anderen Menschen entfernen kann.   Trotz der eher düsteren und hoffnungslosen Grundstimmung entwickelt der Roman einen Sog, dem auch ich mich nicht entziehen konnte. Ich wollte unbedingt wissen, ob Alice und Mattia aller Widrigkeiten zum Trotz zusammen finden und ob sie es schaffen, sich von ihrer Vergangenheit zu lösen und im Leben Fuß zu fassen. Ein Happy End, eine Differenzierung von schwarz und weiß, gut und schlecht würde nicht zu so einem Roman passen, das könnt ihr euch sicherlich schon denken. Dennoch ist Giordano ein Ende gelungen, das mich mit einem Lächeln auf den Lippen zurück ließ. Ich vergebe 5 von 5 Wolken.

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  • Zerbrochene Seelen

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Lesemaus85

    10. December 2017 um 11:47

    Dieser fremde Ort in der Ferne stand für seine Zukunft als Mathematiker, barg ein Versprechen auf Rettung, war wie ein unberührter Raum. Hier zu Hause hingegen war Alice, nur Alice, und darum herum nichts als Sumpf.****************************************************************Ein einziger Tag in der Kindheit hat über ihr Schicksal entschieden. An diesem Tag verlor Alice das Vertrauen in ihren Vater und ihre Lebenslust. Mattia hingegen verlor mit sechs Jahren seine Schwester, als er sie ein einziges Mal aus den Augen ließ. Jahre später lernen Alice und Mattia sich kennen. Sie scheinen für einander bestimmt zu sein. Doch das Leben hat andere Pläne...*****************************************************************Ein ganz besonderes Buch mit ganz besonderen Charakteren. Beide so unperfekt, so verletzt, krank an Leib und Seele.Der Weg den die Beiden gehen, ist so schwer und es ist traurig, dass sie sich nicht bei den Händen nehmen können.Ich war sofort gefangen von der schnörkellosen Sprache des Autors. Er wählt seine Worte mit Bedacht und es passt so gut zu Alice und Mattia.Man möchte ihnen so gerne helfen.Verfolgt ihren Weg und taucht ganz ein in ihre Geschichte. Und man hofft. Man hofft, dass alles gut wird. Und irgendwie wird es das wohl. Aber nicht so wie ich, als Leser, es mir für die beiden erhofft habe.Doch der Autor schafft ein Licht am Horizont.

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  • Kann man einem Menschen verzeihen, der sich seine Taten selbst nicht entschuldigt?

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    k-aleidoskop

    16. April 2017 um 20:30

    Nur ein paar Stunden lässt Mattia seine Zwillingsschwester alleine im Park zurück. Dem Siebenjährigen ist in diesem Moment noch nicht bewusst, wie sehr er seine Tat noch bereuen wird.Als Alice das erste Mal alleine Ski fährt, ahnt keiner, dass ihr Leben sich von nun an um 180 Grad wendet. Und als die beiden sechs Jahre später aufeinandertreffen, weiß niemand, was sie tief im Inneren für immer verbindet. Wovon erzählt Girodano?"So langsam solltest du dich für einen Jungen entscheiden!", Viola bläst ihre Backen auf, sie wird langsam ungeduldig. Doch Alice weiß nicht, ob sie ihrer neuen Freundin über den Weg trauen kann. Noch vor ein paar Tagen wurde das junge Mädchen von Viola und ihrer Clique aufgrund ihrer körperlichen Behinderung gemobbt und jetzt will ihr diese einen Freund suchen? Und sowieso, kein Junge dieser Schule scheint bei ihr einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Bis ihr Mattia auffällt. Ein eher unscheinbarer Junge und doch zieht er sie sofort in seinen Bann. Als die beiden sich auf einer Party wiedersehen, lernen sie sich ein wenig näher kennen. Es entsteht eine Freundschaft, die mehr als zwei Jahrzehnte andauern wird.Doch was alle anderen sehen, scheinen Mattia und Alice nie zu begreifen - sie lieben sich, selbst wenn da ein winziger, unüberbrückbarer Raum zwischen ihnen ist (der in all den Jahren wahrscheinlich immer größer wurde).Werden sie jemals eine gemeinsame Zukunft miteinander verbringen? Wird Alice Mattias Tat verzeihen können?Mein LeseeindruckDie Einsamkeit der Primzahlen ist ein sehr tiefgründiges Jugendbuch. Deshalb würde ich es eher der Altersklasse 16 und aufwärts "empfehlen".Bis ungefähr zur Hälfte wollte ich die Geschichte zu keiner Sekunde aus der Hand legen, doch irgendwann schien mir die Geduld für die beiden Hauptpersonen auszugehen. Ihre zwischenmenschliche Beziehung ist ein einziges Auf und Ab. Die Beiden lieben einander, das ist ihnen selbst klar, irgendwie. Doch sie scheinen keinen gemeinsamen Nenner zu finden. Man möchte Mattia und Alice am liebsten in einen kleinen Raum einsperren und ihnen raten, endlich zu ihren Gefühlen zu stehen - doch das geht leider nicht.Die Verbindung zwischen den zwei Protagonisten ist von eher außergewöhnlicher Natur, doch immens stark. Aber dieses "nicht aus dem Knick kommen", verlangsamt die Handlung immens. Gerade deswegen verliert der Leser zwar Lust daran auf die nächste Seite zu blättern, die Geschichte weiterhin zu verfolgen, trotzdem möchte man ja erfahren, was aus dieser Jugendfreundschaft noch entstehen könnte oder ob am Ende jeder seinen eigenen Weg gehen wird (sehr klug gelöst vom Autor). Doch selbst am Ende bleiben viele Fragen zurück... Ehrlich gesagt hat mich das auch wenig enttäuscht, deswegen kann ich keine so richtige Weiterempfehlung aussprechen.Das Buch selbst jedoch in einer wirklich schönen Sprache verfasst wurden. Es lässt sich flüssig lesen und bietet trotzdem genug Platz für geistigen Anspruch.

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  • Die Einsamkeit der Primzahlen

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Bibliomania

    24. April 2016 um 22:58

    Alice und Mattia. Zwei vom Schicksal gebeutelte Kinder. Sie hat einen Skiunfall und seitdem ein steifes Bein, er hat seine behinderte Zwillingsschwester auf einem Spielplatz zurückgelassen und sie für immer verloren. Beide haben es nicht leicht, doch lernen sie sich kennen und mögen. Obwohl sie sehr verschieden sind, Alice wird magersüchtig und sammelt ihr Essen in Servietten, Mattia wird immer in sich gekehrter, interessiert sich aber brennend für Mathematik. Eines Tages nimmt Alice all ihren Mut zusammen, um von Mattia zu hören, dass er sie mag und ebenfalls vielleicht gern mit ihr zusammensein möchte, dich er begeht einen Fehler, der ihre beiden Leben gehörig durcheinander wirbelt.Es lässt sich wunderbar lesen, berührte mich aber zu wenig. Alice nervte mich permanent und Mattia regte mich mit seinem permanenten Nichtstun auf. Ich hatte mir irgendwie mehr versprochen.

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  • ✎ Paolo Giordano - die Einsamkeit der Primzahlen

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2016 um 09:52

    Meine Erwartungen an dieses Buch waren (leider) sehr hoch, denn ich habe von vielen Seiten nur (sehr) Gutes gehört und selbst in Italien begegnet mir das Werk immer wieder, obwohl es hier schon 2008 erschienen ist.Die ganzen Begeisterungsstürme kann ich leider nicht nachvollziehen..Es ist kein Happy-Day-Buch. Das heißt, Menschen, die in irgendeiner Weise psychisch nicht ganz stabil sind, sollten dieses Buch vielleicht nicht lesen, denn was Alice und Mattia sich selbst antun, ist schon nicht schön.Auf der einen Seite finde ich die Hauptcharaktere wirklich interessant und vor allem glaubwürdig dargestellt. Wie Mattia und Alice aufeinander reagieren, wie sie sich entwickeln, all das bekomme ich geboten, aber irgendwie mit vielen offenen Fragen am Schluss.. Auch wie das Umfeld ihnen gegenüber (nicht) auftritt, entspricht dem Bild, welches ich von den Menschen habe. Auf der anderen Seite hatte ich aber so manches Mal meine Schwierigkeiten, an der Geschichte dran zu bleiben, denn streckenweise kam sie ein bisschen langweilig rüber, obwohl das Ganze wirklich nicht ermüdend sein soll, denn die Thema ist gekonnt umgesetzt. Auch die (Nicht)Gefühle der einzelnen Personen haben mich nicht richtig erreichen können. Vielleicht liegt es an der Übersetzung. Vielleicht will der Autor uns Raum für eigene Gedanken lassen. Vielleicht ...Definitiv hebt sich Paolo Giordanos Werk von der Masse ab und es polarisiert gewaltig. Entweder man liebt es oder man findet es langweilig. Da ich zu beiden Seiten tendiere, bin ich unentschlossen, ob ich dieses Buch weiterempfehlen soll / kann oder nicht.Ein Zitat, welches ich absolut treffend für diesen Roman finde, könnte eine kleine Entscheidungshilfe sein:"[...] Primzahlzwillinge werden sie von Mathematikern genannt: Paare von Primzahlen, die nebeneinanderstehen oder genauer, fast nebeneinander, denn neben ihnen befindet sich immer noch eine gerade Zahl, die verhindert, dass sie sich tatsächlich berühren. [...] Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können. [...]" (S.112f.)Sobald mein Italienisch noch ein bisschen besser ist, werde ich mir das Original gönnen.. und hoffe, dass es sprachlich wirklich herausragend(er) daherkommt.Ich habe mir direkt im Anschluss den Film dazu angesehen und kann nur sagen: schrecklich! Es werden interessante Stellen einfach weggelassen und nichtssagende gezeigt. Und ganz viel wurde auch einfach verfälscht. Ich kann diesen also überhaupt nicht empfehlen.©2016

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  • Wie einzelne Ereignisse das ganze Leben prägen

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Bücherkrähe

    21. March 2016 um 21:43

    Alice ist 10, als ein Unfall sie ihre Zuneigung zu ihrem Vater verlieren und eine unfassbare Wut auf ihn entwickeln lässt. Der Unfall prägt nicht nur ihr Verhältnis zu ihrer Familie und ihrem Sozialleben, sondern wirkt sich auch nachhaltig auf ihre Persönlichkeitsentwicklung aus. Auch Mattia wurde durch eine Tragödie in seiner Kindheit maßgeblich geprägt. Mehr noch als Alice wurde er zu einem Einzelgänger, still und immer etwas außerhalb der Welt. Während Alice einfach dazugehören will und dafür einiges in Kauf nimmt, ist es Mattia gleichgültig, ob er Freunde hat oder nicht. Alice und Mattia begegnen sich in ihrer Teenagerzeit und knüpfen eine Freundschaft, die über Jahre halten wird. Manchmal ist die Liebe zum Greifen nah, doch die Unfähigkeit beider auszusprechen, was in ihnen vorgeht, auch die letzten Schwächen preiszugeben, verhindert, dass sie diese letzte Grenze überschreiten. „Primzahlzwillinge werden sie von Mathematikern genannt: Paare von Primzahlen, die nebeneinanderstehen oder genauer, fast nebeneinander, denn neben ihnen befindet sich immer noch eine gerade Zahl, die verhindert, dass sie sich tatsächlich berühren…Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können.“ Der Roman ist in sieben Lebensabschnitte der beiden Protagonisten unterteilt, die in Jahreszahlen angegeben werden, vier davon umfassen nur jeweils ein Kapitel, die den Fokus auf Mattia bzw. auf Alice in der jeweiligen Lebensphase werden. Die restlichen Abschnitte umfassen mehrere Kapitel, die sich in der Regel darin abwechseln, ob aus Mattias oder Alices Sicht geschrieben wird. Sowohl die Leichtigkeit der Sprache als auch die Zerbrechlichkeit und Verwundbarkeit der Charaktere, ihre dunklen Seiten und auch die persönlichkeitsprägenden Ereignisse zeichnen eine Geschichte, die einen in den Bann zieht. Die Spannung nimmt zum Ende hin meiner Meinung etwas ab, was aber auch daran liegen kann, dass ich das Buch über einen längeren Zeitraum gelesen habe.

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  • Berührend

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    dailythoughtsofbooks

    27. February 2016 um 10:50

    Inhalt Zwei Kinder, zwei Familien, zwei Schicksale: Da ist Alice, deren Vater seiner Tochter einen Skikurs aufdrängt, die das aber gar nicht will, Angst hat, ein „Hosenscheißer“ zu sein, schließlich verunglückt und ein steifes Bein zurückbehält. Und da ist Mattia, der einmal, nur ein einziges Mal nicht auf seine behinderte Zwillingsschwester aufpassen wollte, und das mit fatalen Folgen. Alice hat es schwer in der Schule, wird aufgrund ihrer Behinderung gehänselt und gemobbt von der „Vier- Zicken- Phalanx“, einer "geschlossenen, gnadenlosen Front", geradezu gequält. „Dir ist es ganz egal, dass du mein Leben zerstört hast.“ Sie hasst ihren Vater, gibt ihm die Schuld für ein nicht gelingen wollendes Leben. Ebenso wie Mattia, den sie während der Schulzeit kennen lernt, trägt sie sich mit Schuldgefühlen: nie hat sie dem Wunschbild des Vaters entsprechen können. Tiefe Wunden auch bei Mattia, der die unausgesprochenen Vorwürfe der Eltern fühlt. Auch er zieht sich in sich zurück und was Alice die Essstörungen, das sind Selbstverletzungen für ihn. Sehnsüchte, verborgene Liebe auf beiden Seiten, und nirgendwo ein Weg sie auszuleben, mitzuteilen, die Wunden der Kindheit und Jugend zu überwinden. Nur immer wieder die starke gegenseitige Anziehungskraft: „...zwei Menschen, die im jeweils anderen die eigene Einsamkeit wiedererkannt hatten.“ Meine Meinung "Die Einsamkeit der Primzahlen" ist ein realistischer Roman, der mich sehr überzeugt hat. 2 Kinder, die beide an einem Kindheitstraumata leiden. Mattia, der seine Schwester verloren hat und sich nun selbst verletzt. Alice, die durch einen Unfall ein steifes Bein hat und zudem an Essstörungen leidet. Uns werden die Jahre 1983, 1984, 1991, 1995, 1998, 2003 und 2007 gezeigt und daraus auch nur die wichtigsten Geschehnisse. Durch die Zeitsprünge wurden einige Fragen offen gelassen, was mich dann doch etwas enttäuscht hat. Die Geschichte wird sehr nüchtern erzählt und hat eine poetische wie auch leicht melancholische Sprache. Die Seelenzustände der Hauptprotagonisten werden geschildert und haben mich sehr tief berührt und vielleicht sogar ein wenig erschreckt. Was doch alles nur dank einem Ereignis in der Kindheit passieren kann und das mit so großen Folgen. Es gibt keinerlei große Aussschmückungen. Die Erzählperspektive ist abwechselnd, wodurch man in beide Protagonisten hineinblicken konnte und trotzdem eine Gewisse Distanz zu ihnen bewahrt hat. Sie waren beide sehr verschlossen und haben sich in ihre eigene Einsamkeit verkrochen. Mattia habe ich gut verstanden, auch, wie er sich immer wieder in die Mathematik geflüchtet hat. Was mich im Laufe des Lesens etwas verwundert hat, war das nie jemand etwas gegen deren Krankheiten unternommen hat. Man hat ja eindeutig gemerkt das etwas nicht gestimmt hat aber die Eltern haben es immer wieder so rübergebracht, als wäre alles "Friede Freude Eierkuchen", was sie wahrscheinlich wirklich geglaubt haben! Das war so eine Sache, die mich nicht losgelassen hat. In Italien ist es das meistverkaufte Buch und zudem hat es auch den "Premio Strega" gewonnen, den angesehnsten Literaturpreis. Verdient. Fazit "Die Einsamkeit der Primzahlen" ist eine Geschichte für sich, welches auch nach dem Ende noch lange in einem nachhallt. Es ist ein sehr packender Roman und unglaublich lesenswert. 4,5 von 5 Lesesternen.

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  • Wunderschöne Sprache

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Zelma-Marie

    23. January 2016 um 18:17

    Ein Roman in einer wunderschönen dahinfließender Sprache, der jedoch auch sehr melancholisch.

    Die Zeitsprünge sind manchmal etwas "anstregend". Die Freundschaft wunderschön beschrieben. Leider gibt es kein "Ende", keinen Abschluss. Das hinterlässt einen merkwürdigen Nachklang, da die Hauptprotagonisten in ihrer eigenen Einsamkeit gefangen bleiben.

  • Die weniger schönen Seiten des Lebens

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Betsy

    Eine Geschichte, deren 2 Hauptfiguren Alice und Mattia in ihrer Kindheit schon sehr schwere Zeiten durchmachen mussten und fürs Leben gezeichnet sind. Alice die durch einen schweren Unfall ein steifes Bein hat und Mattia, der seine Schwester verlor, weil er sie alleine in einem Park zurückließ. Jeder von ihnen geht dabei anders damit um, gemeinsam haben sie allerdings, dass sie beide Außenseiter im Leben sind. Beide nähern sich an und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, bei der das "mehr" als Freunde in der Luft schwebt.Der vielerorts hochgelobte Roman von Paolo Giordano, hat es dann leider nicht so ganz geschafft mich zu überzeugen, was weniger am Schreibstil lag als vielmehr an den großen Zeitsprüngen, die teilweise sehr abrupt sind und so einiges offen ließen. Auch sind die Protagonisten in diesem Buch nicht immer wirklich glaubhaft für mich rübergekommen. Da, obwohl Alice Magersüchtig zu sein scheint, niemand wirklich ernsthaft an sie appelliert und es als gegeben hin nimmt. Mehr konnte ich mich in Mattia hineinfühlen, der lieber für sich bleibt und in seiner Mathematik aufgeht. Auch wenn dieser genau wie Alice seinem Körper Schmerz zufügt.Gut beschrieben sind die Gedanken der Charaktere, die sehr gut die inneren Konflikte widerspiegeln und ihre Unsicherheit. Teilweise würde man besonders Mattia und Alice einfach nur nehmen und schütteln, da beide nie wirklich zu kommunizieren scheinen und sich von der Zeit einfach dahintreiben lassen."Mattia hatte gelernt, daß es Paare von Primzahlen gab, zwischen denen immer eine gerade Zahl stand, die verhinderte, daß sie sich berührten. In Mattias Augen waren sie beide, Alice und er, genau dies: Primzahlen, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um einander wirklich berühren zu können." (vom Klappendeckel)Es gibt wirklich wunderschöne Stellen in dem Buch und es fließt dahin, immer mit der Hoffnung des Lesers, dass diese beiden Menschen ihr Glück finden. Leider konnte mich das Ende nicht so wirklich überzeugen, es kam überstürzt und passte für mich einfach nicht so ganz. Es bleibt einfach einiges offen stehen und wohl für immer auch ungeklärt.Ansonsten schafft es der Autor gekonnt, die brutale Realität des Lebens aufzuzeigen und wie ein winziger Moment ein Leben oder auch mehrere Leben verändern kann, welcher für ein ganzes Leben nachhallt.Fazit: Ein Buch, das ich nicht bereue gelesen zu haben, aber für mich doch einige Schwachstellen aufwies. Einerseits die großen und schnellen Zeitsprünge in der Handlung und das Ende, welches für mich einfach zu leicht war, würde ich mal sagen. Ansonsten wirklich wunderbar geschrieben und mit einem Blick auf die dunklen Seiten des Lebens.

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    • 2

    BrittaRoeder

    22. November 2015 um 20:11
  • Wenn die Trennlinie nicht überwunden wird ...

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    jenvo82

    Erzählt wird die Geschichte von Alice und Mattia, die beide eine schwierige Kindheit erlebten, deren Jugend ganz anders als die „normaler“ Teenager verlief und die sich letztlich zu Erwachsenen entwickelten, die immer noch und gerade wegen ihrer Vergangenheit Komplexe haben. Das Buch schlägt einen großen Bogen, zeichnet drastische Konturen und entwickelt einen ganz individuellen Charakter, der es zu etwas Besonderem macht. Die teils düstere Stimmung, die vielen unausgesprochenen Gefühle werden zwischen den Zeilen regelrecht greifbar, so dass man als Leser schwankt zwischen entsetztem Kopfschütteln und andächtigem Schweigen. Kaum vorstellbar sind die vollzogenen Handlungen und doch erschreckend realistisch. Gibt es sie wirklich irgendwo? Menschen, die derart befangen, eigenbrötlerisch und anders sind, dass keine Menschenseele Zugang zu ihnen finden kann? Wie in einer Seifenblase gefangen verrinnen die Jahre, viele bedeutungslose Jahre die keine Entwicklung, Veränderung oder Verbesserung bringen. Zwei einsame Seelen, die nicht genügend Mut aufbringen konnten, einander jenes Vertrauen zu schenken, welches für eine gemeinsame Zukunft unabdingbar ist. Der Autor wählt hier wechselnde Erzählperspektiven: Zum einen spricht der männliche Part Mattia, der seine geistig behinderte Zwillingsschwester in seiner Kindheit im Park zurück lies und zum anderen die weibliche Protagonistin Alice, die nach einem Skiunfall körperlich behindert ist und ihre Ohnmacht gegenüber dem Vater mittels Magersucht ausdrückt. Beide sind sich ähnlich, verschlossen, korrekt und am liebsten allein mit ihren persönlichen Schuldzuweisungen. In kurzen Momenten, in denen sie sich einander öffnen, entwickelt sich eine Art Freundschaft, ein wertvoller Augenblick für beide, weil sie erkennen, dass sie mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein sind. Doch langfristig betrachtet, können sie die Ansprüche an den anderen und auch an sich selbst nicht erfüllen und gehen getrennter Wege. Fazit: Dieses Jugendbuch wird mir lange in Erinnerung bleiben, denn es erzeugt einen traurigen, nachdenklich stimmenden Nachklang. Ausgehend von einer stillen, über Jahrzehnte dauernden Erzählung bleibt eine Art Einsamkeit zurück, die bewegt. Ich spreche eine Leseempfehlung aus, für all jene, die sich gern in einem Roman verlieren und mit einem unbestimmten, wenn auch realistischem Ende zufrieden sind. Ein einprägsames Debüt des jungen italienischen Autors, von dem ich schon bald sein aktuelles Buch „Schwarz und Silber“ lesen werde.

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    • 10

    parden

    23. October 2015 um 19:40
    Igelmanu66 schreibt Tolle Rezi zu einem sehr eindringlichen Buch, das mir auch sehr gefallen hat. Und das ich ebenfalls nicht gerade als Jugendbuch bezeichnen würde.

    Da schließe ich mich an!

  • Drama, Baby!

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    WolfgangHaupt

    03. October 2015 um 18:48

    Jedes Mal, wenn ich in Wien bin, gehe ich ins Phil frühstücken. Und wer es kennt, der weiß, dass es gleichermaßen Buchhandlung und Café ist. Dann kaufe ich mir Bücher, die mir ins Auge springen. Bei diesem war es der Titel. Der Schreibstil ist nicht einzigartig, erklärt viel, es hält sich in Maßen, ist flüssig zu lesen. Für mein Genre wäre es mit zu langatmig. Aber es will ja kein Krimi oder Thriller sein. Es besticht durch die Zeichnung der Figuren, die plastische Erzählweise, der Verstrickung der Figuren. Was der Autor gut kann, und da sucht er mit Sicherheit seinesgleichen, ist dem Leser Hoffnung zu geben. Eine Hoffnung, die zuweilen bittere Züge trägt.  Mattia und Alice sind zwei gescheiterte Existenzen, nicht nur psychisch, auch sozial, die in ihrer endlosen Einsamkeit und Ziellosigkeit vom Schicksal zusammengeführt werden, sich dann aber wie gleichgepolte Magneten verhalten. Das ist mühselig, ihre Zusammenkünfte traurig, unbeholfen, ziehen sich über Jahre, dazwischen denken sie nach, jeweils über den anderen, versuchen sich abzulenken, um sich nicht zu weit öffnen zu müssen. Das ist der Kern der ganzen Sache, nicht aus der eigenen Haut zu können, da hat der Autor sicher einen Nerv getroffen, es sind nicht die Worte, die gesagt werden, sondern die am Ende unausgesprochen bleiben.  Mich hat es berührt, ich habe meine Zeit gerne dem Buch gewidmet, keine Sekunde bereut. Das Lob am Buchrücken trügt nicht, er ist ein großer Erzähler, der dem Leser Stück für Stück die Hoffnung abringt. Vier Sterne, weil: Einfach nicht mein Genre (da kann der nichts dafür, ich weiß), und weil es nicht voll geknallt hat. Analog Mechthild Bormann. Zum Rumms fehlt ein s. Trotz aller Meckerei: Lesen! Iste gute Buche!

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  • Die Einsamkeit der Primzahlen

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    positivity

    31. August 2015 um 21:36

    Ich musste dieses Buch für die Schule lesen und war dadurch auf das schlimmste gefasst. Aber dieser tragische und packende Roman hat mir extrem gut gefallen. Die Lebensgeschichten von Mattia und Alice in abwechselnden Kapiteln erzählt, haben mich so in Bann gerissen, das ich nicht mehr aufhöhren konnte. Es ist so wohl tragisch wie auch realistisch und es verweilt in den Gedächtnissen der Leser. Es ist einmal eine ganz andere Geschichte und ich glaube ich konnte mich noch nie in einen Chrakter so gut hinein versetzen wie in diesem Buch.

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  • Wenn das Schicksal lenkt...

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Marjuvin

    28. October 2014 um 11:23

    Klappentext: Ein einziger Tag in ihrer Kindheit hat über ihr ganzes Leben entschieden. An diesem Tag verlor Alice das Vertrauen in ihren Vater und ihre Lebenslust. Mattia hingegen verlor mit sechs Jahren seine Schwester, deren Hilfsbedürftigkeit er nur ein einziges Mal missachtete. Sieben Jahre später lernen sich Mattia und Alice auf dem Gymnasium kennen. Das Schicksal scheint sie füreinander bestimmt zu haben. Rezension: Bei diesem Buch ist man beinahe in einem Rutsch durch, die Seiten blättern sich beinahe selbst um und ich war erstaunt, schon am Ende angelangt zu sein. Die Geschichte liest sich sehr sehr angenehm, packend und einfühlsam zugleich, wobei zu den Protagonisten immer ein wenig Distanz gewahrt bleibt. Im Grunde glänzt diese Geschichte durch ihre Einfachheit... es gibt wenig Wirren, die erst gelöst werden müssen und doch passiert beinahe nie, was man eigentlich erwarten würde. Das mag unlogisch erscheinen, aber ich schätze Bücher, die ohne ein allumfassendes Happy End auskommen. Ich frage mich allerdings, was sich die Person genau gedacht hat, die das Cover gestaltet hat? Ich hätte etwas sehr schlichtes (ohne ein Gesicht darauf) als passend empfunden - so habe ich mich über die Gestaltung eigentlich nur gewundert. Fazit: Ein schönes geschriebenes, spannendes Buch zum Gernhaben. Lesenswert!

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  • Unwiderstehlicher Liebesroman

    Die Einsamkeit der Primzahlen

    Duffy

    11. September 2014 um 18:34

    Alice und Mattia lernen sich auf dem Gymnasium kennen. Jeder von ihnen hat bis dahin eine Entwicklung hinter sich, die ihn zum Einzelgänger macht. Obwohl sie einerseits die besten Voraussetzungen haben, sich durch ihre Schicksale zusammenzutun, finden sie andererseits nicht den Mut und das Selbstbewusstsein, diesen Weg auch konsequent zu verfolgen. Ihre Wege trennen sich erstmal, doch jeder hat einen so verschlungenen und individuell ungewöhnlichen Lebensweg vor sich, dass sie sich nach Jahren einfach wiedertreffen müssen. Die Faszination füreinander ist noch da, hat aber nun eine andere Qualität. Wenn man sich überlegt, dass Giordano erst 25 Jahre alt war, als er diesen Roman schrieb, dann kann man nur staunen. Dramaturgisch macht er alles richtig, was manche Autoren selbst nach zehn Romanen noch nicht in den Griff bekommen haben. In einer poetischen und bildhaften Sprache schreibt er von den Schicksalen der beiden Hauptpersonen, dass man meinen könnte, es wäre das etwas Biografisches, als hätte er selbst erlebt, was er da schildert, so intensiv und mitfühlend ist das. Die Melancholie, die sich durch das ganze Buch zieht und schon fast ein wenig pessimistisch anmutet, tut dem Leseerlebnis keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, denn so, wie Girodano die Geschichte angelegt hat, kann sie nur in Moll geschrieben werden. Dieses Werk (so will man es denn bezeichnen) hat seinen Erfolg mehr als verdient.

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  • Themen-Challenge 2014 - übersetzte Bücher, aber nicht aus dem Englischen oder Französischen

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 15 austauschen!

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