Paolo Giordano Schwarz und Silber

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Inhaltsangabe zu „Schwarz und Silber“ von Paolo Giordano

Signora A. arbeitet als Haushälterin und Kindermädchen für die junge Nora und ihren Mann. Sie ist der gute Geist der Familie, gibt alles für sie. Doch eines Tages kann Babette, wie sie liebevoll genannt wird, nicht mehr kommen. Sie ist an Krebs erkrankt. Das Verschwinden Babettes verändert das Gefüge der Familie, denn ohne das Zentrum ihres Alltags wird dieser zur täglichen Herausforderung. Die Eheleute ziehen sich in sich selbst zurück, Gefühle geraten durcheinander, die Suche nach gegenseitiger Nähe gerät zum verzweifelten Kampf. Noch im Angesicht des Todes aber vergisst Babette ihre Familie nicht und findet einen Weg, sie wieder zu vereinen.

Der gute Geist einer Familie stirbt. Doch das Leben geht weiter - aber nicht wie bisher.

— Waschbaerin

Ein sehr wahres (Hör-)Buch, das von Liebe und Einsamkeit erzählt. Wunderschön ...!

— MissStrawberry

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  • Nur eine Haushaltshilfe?

    Schwarz und Silber

    Waschbaerin

    23. October 2017 um 15:52

    Als ich mit dem Hoeren dieses Buches Schwarz und Silber von Paolo Giordano anfing, war ich in Erwartung eines warmherzigen Romans. Doch das Gegenteil war der Fall.Ohne die Hilfe der Signora A. auch Babette genannt, waere ein geordnetes Familienleben bei deren Arbeitgebern nicht moeglich gewesen. Babette ist der gute Geist sowohl fuer die Eltern als auch den Sohn. Doch erzaehlt wird in einer distanzierten Form, als handelte es sich um ein x-beliebige Haushaltshilfe. Das wird der Signora A., so wie sie sich um die ganze Familie sorgte, nicht gerecht. Das Buch beginnt mit der Nachricht vom Tode Signora As. Und dann geht es zeitlich voellig durcheinander. In einem Buch kann man die einzelnen Kapitel mit Jahreszahlen versehen, doch bei einem Hoerbuch muss man sich dies denken. Liegt es an der Stimme, dass mich dieses Hoerbuch nicht in seinen Bann bekam oder war es nur der falsche Zeitpunkt, als ich es hoerte? Ich kann es nicht genau sagen. Das arbeitsreiche Leben von Babette das hier erzaehlt wird, der langsame Tod ihres Ehemannes, dann ihre eigene Diagnose der Krebserkrankung - alles ist sehr emotional. Da die Familie des Physikers, die Geld genug hat sich einen guten Geist ins Haus zu holen, dort eine herzensgute Frau, die diese Familie als ihre eigene annimmt. Und doch fehlt mir etwas. Vielleicht liegt es tatsaechlich an der Erzaehlstimme von Heikko Deutschmann, die in meinen Ohren immer distanziert und etwas von oben herab klingt.

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  • Das bindende Glied

    Schwarz und Silber

    MissStrawberry

    11. March 2016 um 17:54

    „Seniora A.“ kam zur Familie, als die Schwangerschaft von Nora nicht so verlief, wie das gedacht war. Sie pflegt Nora und bleibt auch dann in der Familie, als das Kind, der kleine Emanuelle, geboren ist. Sie wird die gute Seele der Familie, die sie liebevoll und scherzhaft „Babette“ nennt. Doch dann wird Babette krank – sehr krank. Der Krebs wütet und die Familie leidet – stellt sie doch fest, dass Seniora A viel mehr ist, als es schien.Noras Mann, der im kompletten (Hör-)Buch namenlos bleibt und der Erzähler ist, schildert alles ganz emotionslos und genau dadurch mit unheimlich viel Gefühl. Man merkt, wie wichtig ihm und seiner Familie Babette geworden ist und dass sie wissen, dass ohne sie die Welt eine völlig andere sein wird. Ein Dienstmädchen als wichtigstes Mitglied im Verbund dieser Menschen – verdrehte Welt, aber auch wahre Welt. Die Schilderung des Krankheitsverlaufes, des Verleugnens und Hoffens, des Bangens und Schönredens – die ganze Palette, die eine unheilbare Krankheit mit sich bringt, schildert Paolo Giordano sehr leise, aber dennoch tiefgehend. Wer einen nahestehenden Menschen verloren hat, wird die Intensität dieses (Hör-)Buches noch viel deutlicher spüren. So vieles taucht auf, das man selbst erlebt und erlitten hat. Für mich ist „Schwarz und Silber“ ein Denkmal für alle, die dachten, sie sind ein kleines Licht, aber anderer Menschen Leben strahlend hell haben werden lassen.Heikko Deutschmann versteht es meisterhaft, diesem leisen, wunderbaren Buch den richtigen Klang zu geben. Seine Art, den Text zu erzählen, ist absolut gefühlvoll. Es klingt, als habe er all das selbst erlebt, würde er all das fühlen und erzählen wollen. Obwohl es ein trauriges (Hör-)Buch ist, war ich sehr schnell durch. Ich konnte einfach nicht aufhören, wollte unbedingt wissen, was noch kommt. Und all diese Traurigkeit gibt sogar Hoffnung und Kraft. Das (Hör-)Buch zieht nicht runter, es baut auf.Für mich ist dieses (Hör-)Buch eine wundervolle Entdeckung, die ich gerne weiterempfehle und der ich die vollen fünf Sterne gebe.

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  • Traurig, bewegend und doch nüchtern interessant.

    Schwarz und Silber

    Jetztkochtsie

    16. November 2015 um 19:33

    Manchmal habe ich Anwandlungen, die ich selbst nicht ganz verstehe. Im Sommer ist mein Onkel nach langem qualvollen Leiden an dieser schrecklich garstigen Krankheit Krebs verstorben. Er wird vermißt und das sehr. Warum ich nun davon ausging, ich wäre plötzlich der emotionale Superman und könnte mir ganz ohne Tränen dieses Hörbuch anhören, weiß ich nicht. Vielleicht war ich auch einfach gedankenlos. Auf jeden Fall kam es irgendwie dazu, dass ich dieses Hörbuch während meiner Fahrt zu einer Fortbildung hörte. Auf dem Weg nach Neuss war es ungefähr bei Dormagen soweit, hektisch suchte mein Finger den Ausschalter des Autoradios und noch hektischer fuhr ich auf den Rastplatz, weil ich einfach weinen mußte. Dabei bin ich sonst eher nicht so ganz nah am Wasser gebaut, gut bei Filmen heul ich schon mal mit, aber bei Hörbüchern ist mir das noch nicht passiert. Dabei ist das Buch eigentlich eher nüchtern und sachlich, die Emotionen schimmern eher unscheinbar aus kleinen Nebensätzen und Worten hervor, dabei ist es aber so authentisch, gibt mein eigenes Gefühl des Verlustes und der Trauer so gut wieder, dass ich an so vielen Stellen den Protagonisten trösten wollte und ihm mitteilen: “Ihr seid nicht allein!” Dabei zeigt dieses Hörbuch auf, wie wichtig manche Menschen für uns sind und wie häufig wir ihren Wert erst dann erkennen, wenn sie uns langsam und grausam verloren gehen. Welche Auswirkungen so ein tiefer Verlust und die damit einhergehende Trauer haben kann. Ich glaube nicht, dass es klug von mir war, in meiner Situation dieses Hörbuch zu hören, es hat mich für einige Tage in einen tiefen Gefühlsstrudel gezogen und hätte mich fast ein bißchen ertrinken lassen. Aus diesem Grund habe ich auch so lange gebraucht, bis ich endlich die richtigen Worte, für diese Rezension gefunden habe. Jetzt im Rückblick, hätte ich mir einfach ein paar mehr Gedanken über meinen eigenen Zustand machen müssen, bis ich mich eher gedankenlos als tapfer an dieses Hörbuch wagte, das all das thematisiert, was mich selbst gerade so intensiv beschäftigte. Versteht mich nicht falsch, dieser Text ist gut, sogar sehr gut. Intensiv und gleichzeitig distanziert, beobachtend und gleichzeitig emotional, leise und zugleich sehr laut, aber für einen frisch Trauernden, ist dieser Text zu intensiv, er reißt mit, er läßt einen versinken und er weckt Grübeleien. Das Ende ist sehr weit interpretierbar und gerade das ist für mich unheimlich spannend gewesen und hat mir wieder positive Gefühle vermittelt, für jemanden der jedoch noch intensiver trauert, als ich es getan habe und immer noch tue, könnte das auch wirklich ein Fehler sein. Ich empfehle dieses Buch daher uneingeschränkt jedem, der sich mit dem Thema Trauer, Verlust und Tod auseinandersetzen möchte und das rate ich auch jedem, denn wenn man dies erst tut, wenn man betroffen ist, dann kann es zu spät sein, um Kraft und positive Energie in dunklen Stunden zu finden. Ich wäre jedoch sehr vorsichtig dieses Buch Trauernden zu empfehlen, sicher kann es Kraft spenden, zu lesen, dass andere ähnlich tiefe Täler durchwandern, ähnliche Ängste haben, ähnliche Konflikte ausfechten. Mir hat es aber auch geholfen meine Trauer überhaupt zu zulassen, sie mir einzugestehen und mich ihr auch ein wenig hinzugeben. Das ist wichtig und das haben viele von uns verlernt. Paolo Girodano schreib darüber in nüchternem sachlichem Tonfall und berührte mich gerade deshalb an einer sehr empfindlichen Stelle. Vorallem vermittelt das Buch uns eines, nämlich dass wir in unserer Trauer nicht alleine sind, dass wir unsere Familien nicht vergessen dürfen und diejenigen die noch bei uns sind ebenso der Aufmerksamkeit bedürfen, wie diejenigen, die von uns gegangen sind. Mir hat es gefallen diesen drei Menschen bei ihrem Kampf um Normalität, Nähe und Zuneigung zu zu sehen und sie zu begleiten, auch wenn es für mich anstregend und schmerzhaft war, hat mir das Buch auch gezeigt, wie wichtig Kommunikation sein kann und wie vieles gesagt werden muß, bis man in Frieden gehen kann. Gesprochen ist das Buch von Heikko Deutschmann, dessen Stimme ich bei Romanen sehr mag. Er hat diese leicht rauhe Stimme eines reifen Mannes, der ich einfach gerne zu höre. Ein wenig zerknittert und zerstreut wirkt er, wenn er von Nora und ihrer Familie und Signora A. berichtet und dennoch passt diese Stimme ganz fantastisch zu Noras Mann, der sich so viele Gedanken über seine Familie macht. Auch wenn ich an vielen Stellen wirklich bitterlich geweint habe, sei es bei der Situation, in der man sich an einen Strohhalm der Homöopathie klammerte oder in der Situation in der der Kleine Bilder für die Sterbende malt, so hat mir dieses Hörbuch unheimlich viel gegeben. Es hat mich beruhigt, unterhalten und gleichzeitig aufgewühlt. Es ist ein wirklich sehr guter Text passend und gut gelesen.

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