Paolo Roversi Tödliches Requiem

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Inhaltsangabe zu „Tödliches Requiem“ von Paolo Roversi

Anfang Dezember: In der Mailänder Scala nähert sich das Konzert für die Bürgermeister von Paris und Mailand seinem Höhepunkt. Dann fällt der Strom aus. Als das Licht angeht, ist der Mailänder tot. Der umtriebige Journalist und Profi-Hacker Enrico Radeschi ist sofort an dem Fall dran und beginnt zu ermitteln: zwischen Mailand und Paris, zwischen politischen Fronten und immer unter größter Gefahr für sein eigenes Leben.

Eine irgendwie seltsamer Krimi, mit einem sehr seltsamen Kommissar. Italienische Romane sind wohl wirklich nichts für mich!

— Themistokeles
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  • Es war ein Anfall...

    Tödliches Requiem
    AKRD

    AKRD

    12. June 2015 um 20:46

    Inhaltliches (Amazon) Anfang Dezember: In der Mailänder Scala nähert sich das Konzert für die Bürgermeister von Paris und Mailand seinem Höhepunkt. Dann fällt der Strom aus. Als das Licht angeht, ist der Mailänder tot. Der umtriebige Journalist und Profi-Hacker Enrico Radeschi ist sofort an dem Fall dran und beginnt zu ermitteln: zwischen Mailand und Paris, zwischen politischen Fronten und immer unter größter Gefahr für sein eigenes Leben. Persönliches Das Cover hätte man meiner Meinung nach treffender gestalten können und leider hat mich auch die Geschichte bzw. der Autor nicht recht überzeugen können... Vielleicht hätte ich „Die linke Hand des Teufels“ zuvor lesen sollen, keine Ahnung – aber irgendwie wurde ich weder mit der Geschichte noch mit den Personen „warm“... Die Beobachtungsgabe des Autors ist durchaus gut und auch sein Stil recht gut strukturiert, aber für einen Krimi ging es mir einfach zu wenig um das Kriminelle und zuviel um das Politische. Die Spannung ist ja durchaus gegeben, aber sie plätschert mehr oder minder nur vor sich hin und hätte meiner Meinung nach mehr „Speed“ vertragen können. Die italienische Gemütlichkeit, die ich sonst sehr schätze, ist mir hier zu ausgeprägt und hat meinen anfänglichen Enthusiasmus leider schnell abgebremst. Fazit Zu oberflächlich, zu langatmig, zu unspannend. Zwei Sterne für die an sich gute Story und die ausgefeilte Sprache.

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  • Leider nicht gelungen

    Tödliches Requiem
    sapadi

    sapadi

    22. May 2014 um 09:52

    Nach einem Stromausfall in der Scala wird der Bürgermeister von Mailand tot aufgefunden. Wie sich bei der Autopsie heraus stellt wurde ihm mit einer Spritze ein Antibiotikum gespritzt wogegen er allergisch war. Der Journalist Enrico Radeschi ermittelt in Zusammenarbeit mit der Polizei und bringt so vieles zu Tage. Es handelt sich um den zweiten Roman aus der Reihe rund um den Journalisten Enrico Radeschi, allerdings habe ich den ersten Roman nicht gelesen. Gerade der Anfang mit dem Start der Handlung hat mir gefallen, leider ging es von dem Zeitpunkt an bergab. Gegen Ende des 256 Seiten (inklusive Leseprobe) langen Buches, werden die Schwächen in der Handlung immer auffälliger. Die Handlung welche von der Thematik am Anfang sehr gelungen ist, bekommt im weiteren Verlauf des Romans ein paar Handlungssprünge. Manches wird erst rückblickend erklärt, so dass man ein paar Seiten den Überblick verliert, bis dann die Aufklärung kommt. Mir kam gegen Ende des Buches immer mehr der Gedanke auf, dass der Autor selbst den Überblick verloren hat und nur noch ein Ende finden wollte. Vieles ist einfach nicht realistisch und viel zu weit her geholt. Der ungewöhnliche Schreibstil der am Anfang überzeugt, wird mit zunehmender Dauer immer monotoner. Obwohl das Buch nicht lang war, war ich am Ende froh gewesen es beendet zu haben. Ob das an der Übersetzung liegt, welche schon im Titel ein wenig ungenau ist oder an den häufigen vorkommenden original italienischen und französischen Sätzen die nur teilweise übersetzt/erklärt werden. Selbst wie der Protagonist mit Frauen umgeht und vor allem viele doch schon recht frauenfeindliche Episoden sind für mich als Mann schon unerträglich. Ich möchte mir gar nicht vorstellen was manche Feministin dazu sagt. Das Beste an dem Buch sind die einzelnen Lieder die pro Kapitel als „Soundtrack“ stehen. Das ist eine gute Idee und sie passen auch meistens recht gut. Fazit: Der gute Start in das Buch wird leider nicht dem ganzen Buch gerecht, sondern es wirkt gegen Ende immer mehr zerfahren. Vor allem die frauenfeindlichen Äußerungen gehen weit über mein Maß hinaus. Einzig die Idee des „Soundtracks“ begründet bei mir einen zweiten Stern.

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  • Tödliches Requiem

    Tödliches Requiem
    Themistokeles

    Themistokeles

    17. September 2013 um 11:03

    Auch wenn ich über das Buch schon ehrlich jede Meinung gelesen hatte, dachte ich einfach, dass ich es mal mit ihm versuche. Ich war zwar auch ein wenig skeptisch, was vor allen Dingen daran lag, dass ich bisher eher keine ganz so positiven Erfahrungen mit Büchern von italienischen Autoren gemacht hatte, deren Stil ist wohl einfach nicht so ganz der meine, aber man weiß ja nie. Leider hat mich das Buch dann aber doch irgendwie enttäuscht. Ich kann nicht unbedingt genau benennen, was ich alles so grausig daran fand, aber vor allen Dingen auch der Kommissar war so gar nicht mein Fall. Ebenso wenig, wie der Hobby-Ermittler und eigentlich Journalist Radeschi, der dann auch noch den Roman extrem dominiert hat. Irgendwie schien mir die eigentliche Handlung ziemlich in den Hintergrund zu treten und dieser seltsame Mensch immer wichtiger zu werden. Zumal es dann auch noch so war, dass ich die Handlung, den Kriminalfall betreffend auch nicht wirklich realitätsnah fand, sondern eher ein wenig zu konstruiert, zu gestellt, so dass es alles begann immer falscher zu wirken, denn auch etwas irgendwie parodiehaftes konnte ich leider nicht erkennen. Ich habe leider irgendwie das Gefühl, dass viel meiner Abneigung bei diesem Roman auch einfach aus seinem Schreibstil resultiert, mit dem ich nicht gänzlich warm werden konnte, ebenso wenig, wie mit den Charakteren, die mir trotz einer oftmals auch sehr intensiven Charakterisierung einfach nicht sympathisch werden konnten, die ich sogar eher gar nicht mochte. Das ganze gepaart mit der eher verworrenen und seltsamen Handlung, war einfach leider nicht mein Buch. Vielleicht ist es einfach wirklich so, dass ich mit dem italienischen Stil bei Romanen einfach nichts anfangen kann. Von daher kann ich das Buch nicht wirklich empfehlen, aber wer auf eher seltsame Protagonisten steht und zudem auch noch Musik und italienische Autoren mag, der wird an diesem Buch vielleicht seine Freude haben.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    passionelibro

    passionelibro

    11. May 2012 um 09:24

    Roversi hat die Stimmung und die Leute aus Mailand hervorragend getroffen, wenn man die Stadt kennt, fühlt man sich dorthin versetzt und die vielen Ansätze zur Lösung der Geschichte in dieser Atmosphäre ... da passt Alles zusammen. SantÀmbrogio in Mailand bedeutet absolutes Verkehrschaos, überfüllte Geschäfte, der Startschuss für Weihnachtseinkäufe und natürlich die Erstaufführung an der Scala mit der jedes Jahr wiederkehrenden Demo vor der Scala. Hier passiert der Mord, man weiß nicht so recht, was man davon halten soll, denn die Hauptfigur Radeschi, die man zuvor schon kennen lernen durfte macht am Anfang nicht gerade den "hellsten" Eindruck ... Aber es entwickelt sich eine nette Geschichte, man bleibt immer am Ball, es kommen keine "Pausen- oder Streckkapitel", alles wird kompakt erzählt. Radeschi und sein Assi Fuster, aber auch der Questore und die anderen Polizisten werden sehr lebendig und treffend dargestellt, es ist ein Krimi mit Auflösung, wobei mehr das Leben der Hauptperson eine Rolle spielt, als der Fall selbst. Die Idee der Musiktitel als Kapitelüberschriften ist gut, aber nicht neu. Gerade bei Fan Fiktions, hier die Definition von Wikipedia: "..., ist die Bezeichnung für Werke (Texte, Bilder, Filme, Animationen) die von Fans eines literarischen oder trivialliterarischen Originalwerkes (zum Beispiel eines Films, einer Fernsehserie, von Büchern, Computerspielen usw.) oder auch real existierender Menschen (z. B. von bekannten Schauspielern, Musikern oder Sportlern) erstellt werden, welche die Protagonisten und/oder die Welt dieses Werkes bzw. die jeweiligen Personen in einer neuen, fortgeführten oder alternativen Handlung darstellen" ist das oftmals üblich, um musikalisch die Stimmung des Kapitels zu unterstreichen. So wird der Lesespass auch ein Hörgenuss, denn oftmals passt die Musik wirklich sehr gut zum Text. Insgesamt ein gelungenes Buch, mir hat es Spass gemacht es zu lesen!

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    monja1995

    monja1995

    01. May 2012 um 11:05

    Klappentext: Anfang Dezember: In der Mailänder Scala nähert sich das Konzert für die Bürgermeister von Paris und Mailand seinem Höhepunkt. Dann fällt der Strom aus. Als das Licht angeht, ist der Mailänder tot. Der umtriebige Journalist und Profi-Hacker Enrico Radeschi ist sofort an dem Fall dran und beginnt zu ermitteln: zwischen Mailand und Paris, zwischen politischen Fronten und immer unter größter Gefahr für sein eigenes Leben. Mein Umriss: Große Premiere von „Aida“ in der Mailänder Scala. Alles was Rang und Namen hat und alles was denkt, Rang und Namen zu haben, ist auf den Beinen um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Sehr unpassend kommt es zu einem Stromausfall, an dessen Ende der ungeliebte Bürgermeister Biondi tot ist. Getötet durch ein segensreiches Medikament, das vielen Kranken hilft, er jedoch mit einem Allergieschock reagiert, an dem er schließlich effektvoll vor Publikum stirbt. So überraschend kommt sein Tod für viele nicht, da er nicht nur Freunde hat, sondern sich durch seine Politik in allen Kreisen immer mehr Feinde anhäuften. Natürlich nimmt die Polizei sofort die Ermittlungen auf, allerdings tut dies auch der Reporter Enrico Radeschi, der schnell an Ort und Stelle ist. Mein Eindruck: Der Autor bedient sich für diesen Krimi an vielen, wie ich meine zu vielen Klischees, schweift zu weit vom eigentlichen Geschehen ab, sodass in vielen Passagen gähnende Langeweile aufkommt. Auch schreibt er zu viel über politische Belange, als über die eigentliche Handlung. Was jedoch angenehm ist, dass man, sofern man schon mal in Mailand war, die Stadt sofort wieder erkennt und sich zu hause fühlt. Mein Fazit: Nicht das, was ich mir unter einem guten Krimi vorstelle. Es fehlen die Spannungsspitzen ebenso wie eine saubere Aufklärung des Mordes. Das eigentliche Motiv bleibt leider auch offen. Das ist ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    hanniball

    hanniball

    23. April 2012 um 10:50

    Mit Tödliches Requiem hat Paolo Roversi einen klassischen europäischen Kriminalroman vorgelegt, der in teils flapsiger, teils humorvoller Sprache die Verkettung äußerst unterschiedlich motivierter Verbrechen schildert, die bis zur Ermordung des Pariser und des Mailänder Bürgermeisters gehen. Mit dem nur ebenso bedingt lebensfähigem und wie bedingt erfolgreichem Journalisten Enrico Radeschi und dem grummeligen Vicequestore Sebastiani als Freunde und Ermittler hat Roversi ein sicherlich noch ausbaufähiges Ermittlerpaar geschaffen, wobei Radeschi der stärker und intensiver ausgeleuchtete Charakter ist, während Sebastiani eher als Nebendarsteller aufgebaut wird. Der Plot selber ist sehr fantasievoll, wirkt aber nicht wirklich realistisch. Das führt dazu, dass auf mich dieser Kriminalroman eher als Parodie wirkt. Diese allerdings hat mir dann wieder (verteilt auf zwei Abende und einen kurzen Morgen) überraschend viel Lesespaß gebracht. Dies liegt sicherlich auch an der sorgfältigen Sprache und der Liebe, mit der Roversi seine Charaktere, auch die der wirklichen Nebenpersonen, beschreibt. Insgesamt: Wer geruhsame, leicht parodistische Krimis mag und nicht immer nur in die mittlerweile doch verstaubte, wenn auch liebenswerte Welt von Agatha Christie und ihren Nachfolgerinnen eintauchen mag, der sollte es mal mit dieser etwas moderneren Version mit den etwas spleenigeren Charakteren aus etwas heutigerer Zeit versuchen.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    Literatur

    Literatur

    09. November 2011 um 17:26

    Meine Top Five sind 1. Verdi:Aida-Triumphmarsch, 2. Coolio:Gangsta's Paradise, 3. U2: With or without you, 4. Depeche mode: Enjoy the silence sowie 5. Liquido: Narcotic. Diese Titel haben die dazugehörige Handlung in besonderer Weise musikalisch umrahmt. Paolo Roversi hat in seinem neuen Kriminalroman "Tödliches Requiem" die Idee umgesetzt, dass aufgrund der breiteren Verfügbarkeit von Musiktiteln in unserer medialisierten Welt fast immer die passende Musik zu jeder Situation gefunden werden könne. Folglich wird der Erzählfluss des Romans durch kurze Empfehlungen einer ganz eigenen Playlist unterbrochen, was den Charme und den besonderen Charakter dieses Romans unterstreicht. Mailand wird während einer begehrten Opernaufführung in der Mailänder Scala von einem gigantischen Stromausfall überrascht, der die Prozesse der gesamten Stadt stark verlangsamt, wenn nicht sogar komplett lahm legt. Im Anschluss daran die schockierende Nachricht: Der umstrittene, reformfreudige Mailänder Bürgermeister Biondi wurde während der Unterbrechung der Opernaufführung auf offener Straße ermordet. Das Mailänder Ermittlerteam um Sebastiani sowie der investigative Journalist Radeschi ermitteln wieder. Als kurze Zeit später auch noch der Pariser Bürgermeister Deveuze sowie Biondis Sekretär tot aufgefunden werden, entbrennt zwischen den Mailänder und französischen Ermittlern, der regionalen und internationalen Presse sowie den Tätern ein Wettlauf um die Wahrheit. Paolo Roversi überzeugt wieder durch ausdrucksvolle Charakterisierung der agierenden Hauptpersonen und eine angenehme, niveauvolle Sprache. Seine Idee mit der musikalischen Umrahmung ist außergewöhnlich und ausgesprochen unterhaltend, wobei die Musikauswahl meist sehr treffend die Stimmung einfängt, jedoch gelegentlich nicht sehr passend ist. Inhaltlich stehen jedoch leider mehr die persönlichen Verstrickungen der Hauptfiguren im Vordergrund, die eigentliche Kriminalgeschichte sowie die damit verbundene Spannung bleiben dabei auf der Strecke. Das Kapitel vor der eigentlichen Handlung "Fast Forward" soll durch eine Vorverlegung der Handlung Spannung erzeugen, jedoch gelingt das meines Erachtens nicht im geringsten und wirkt eher etwas deplatziert. Insgesamt präsentiert Paolo Roversi seine Protagonisten mit einem veränderten Stil, was einerseits die Weiterentwicklung des Autors zeigt, jedoch die begeisterten Leser seines Romans "Die linke Hand des Teufels" enttäuscht. Die Krimihandlung des aktuellen Romans bleibt eindeutig hinter dem Niveau des Vorgängers zurück, stilistisch ist jedoch eine individuellere Note zu erkennen. Wie auch im ersten Roman spielen die Informatikkenntnisse von Radeschi zwar eine gewisse Rolle, sind jedoch nur gelegentlich eingesetztes Beiwerk. Die Rolle Radeschis steht keinesfalls im Vordergrund, sondern die Ermittlung ist eher als Gesamtwerk der Protagonisten zu betrachten. Insgesamt verspricht "Tödliches Requiem" dennoch sehr gute Unterhaltung, wobei ich schon sehr auf die Weiterentwicklung des Autors gespannt bin. Riskant finde ich den häufig angeführten Vergleich mit Stieg Larssons Trilogie: Weder inhaltlich noch stilistisch sehe ich Parallelen. Paolo Roversi sollte als eigenständiger Autor mit ganz eigener Art des Schreibens gesehen werden.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    30. October 2011 um 23:36

    Mein erstes Buch des Autors Paolo Roversi. Den ersten Band "Die linke Hand des Teufels" habe ich nicht gelesen, ich war mir zu Beginn des vorliegenden Krimis auch nicht bewusst, dass es schon ein Erstlingswerk mit dem gleichen Ermittler gibt! Es handelt sich um eine Ermittlung des Journalisten Enrico Radeschi, ein lebhafter und flatterhafter Mann. Nachdem in Mailand nach einem Stromausfall in der Oper der Bürgermeister Mailands tot in der Menge gefunden wird und wenige Stunden später auch der Pariser Bürgermeister tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden wird, beginnt die Ermittlung: Hängen beide Tode zusammen, sind es Morde, wie kam es zum Stromausfall, wie sieht der politische Hintergrund aus? Mit Humor führt uns der Autor durch eine -wie ich fand- sehr verworrene Geschichte, die sowohl in Mailand als auch in Paris spielt. Ich würde den Roman gerne mit einem typischen französischen Film vergleichen: Unzusammenhängende Szenen, ohne grosse Überleitung, wenig "Text", aber eben Handlung, dem Leser obliegt es, daraus eine flüssige Geschichte zu stricken! Locker zu lesen, kurze Kapitel, nicht unsympathische Protagonisten, mit denen ich trotz aller Bemühungen nicht warm wurde. Eben ein typischer italienischer Krimi, einerseits detaillierte Informationen, dann aber wieder saltomässige Überwürfe, so dass ich oft zurückblättern und "nochmal lesen" musste, irgendwann aufgab und einfach weiterlas, oft nicht so recht wissend, was jetzt passiert. Ich möchte allerdings sagen, dass ich italienische Krimis recht gerne lese, auch die Einflechtung italienischer, französischer und englischer Sätze finde ich toll, so als Auffrischung der Fremdsprachen, aber so wirklich spannend, fesselnd und einleuchtend fand ich die Geschichte nicht. Das Ende fand ich sehr enttäuschend. Irgendwie hatte ich mehr erwartet. Positiv fand ich die humorige Erzählweise, die abwechslungsreichen Figuren, Radeschi ist ein aussergewöhnlicher Mensch mit vielen Kanten und Ecken.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    hundertwasser

    hundertwasser

    12. September 2011 um 21:18

    Auf Achse Vor einem halben Jahr entschloss sich der List-Verlag den Erstling des italienischen Autors Paolo Roversi, für den dieser auch mit dem Premio Camaiore ausgezeichnet wurde, unter dem Titel "Die linke Hand des Teufels" herauszubringen ' es war eines meiner Überraschungshits der letzten Zeit! Mit hohen Erwartungen sah ich also der Veröffentlichung von "Tödliches Requiem", dem zweiten Roman rund um den Mailänder Journalisten Enrico Radeschi entgegen, da ich von der Konstruktion des prallen Plots sehr angetan war. Umso enttäuschender ist es für mich nun, dem Roman ein schlechtes Zeugnis ausstellen zu müssen. Konnte mich 'Die linke Hand des Teufels' fesseln und mir einige Stunden schenken, in der ich mich in der norditalienischen Provinz heimisch fühlte, lies mich "Tödliches Requiem" merkwürdig distanziert zurück. Das gesellschaftliche Highlight für die oberen Zehntausend in Mailand wird in diesem Jahr von einem Mord überschattet: Während der Opernaufführung in der Mailänder Scala fällt plötzlich der Strom aus und als sich das darauffolgende Chaos etwas lichtet, findet man den Mailänder Oberbürgermeister Senio Biondi ermordet am Boden vor. Motive hätte eigentlich die ganze Stadt gehabt, da der Bürgermeister infolge eines Unfalls von geradezu missionarischem Eifer besessen war und Mailand zu einem besseren Ort auf Erden machen wollte. Die von ihm angestoßenen Initiativen für eine autorfreie Innenstadt und für drastische Erhöhungen von Umweltabgaben der großen Industriezweige stießen auf keine große Gegenliebe und machen jeden zweiten Mailänder potentiell verdächtig. Nicht einfacher wird der Fall, als man kurz darauf auch den Bürgermeister von Paris in seinem Mailänder Hotel, in dem er für die Opernpremiere abgestiegen ist, ermordet auffindet. Da die Polizei mehr oder minder im Dunklen stochert, kommt schon bald Enrico Radeschi, seines Zeichens Journalist und Hacker, ins Spiel, der den ermittelnden Polizist Sebastiani unterstützt, da die beiden freundschaftlich verbunden sind. Der Mailänder Schreiberling recherchiert schon bald unter Hochdruck zwischen Mailand und Paris und kommt den Geheimnissen der Bürgermeister-Morde auf die Spur. Der Plot der Geschichte klingt eigentlich gar nicht mal so schlecht ' ist aber in der Zusammenfassung deutlich besser als in der Ausführung Roversis. Das Buch ist mit seinen rund 230 Seiten schon einmal ziemlich dünn, wenn man bedenkt, dass 'Die linke Hand des Teufels' fast 100 Seiten dicker war. Dennoch sind die Seiten für die Geschichte eigentlich mehr als geschunden, da teilweise die dünne Geschichte gestreckt wird und mit einigen Längen garniert wird. Außerdem sind einige Szenen, die Roversi schildert, heillos abstrus und fernab jeglicher Realität (Bsp.: Ein privater Computerspezialist unterstützt die Polizei und knackt sämtliche Seiten innerhalb von wenigen Sekunden. Das erscheint mir schon etwas irreal). Passte Radeschi noch in das provinzielle Setting von Capo St. Emilia aus dem letzten Roman, wirkt seine Präsenz in Mailand und Paris relativ blass und austauschbar. Auch das Frauenbild, das Roversi in "Tödliches Requiem" transportiert, wird Feministinnen aufschreien lassen. Machte der Italiener im Erstling schon ganz viele richtig, baut "Tödliches Requiem" konsequent ab und ist ziemlich schwach. Hätte ich nicht bereits 'Die linke Hand des Teufels' von Roversi gelesen, würde ich dem Autor keine Chance mehr geben. So hoffe ich jetzt trotzdem, dass sich Paolo Roversi mit seinem dritten Radeschi-Krimi wieder bessert und die Lektüre wieder lohnt ' er kann es nämlich deutlich besser!

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    rumble-bee

    rumble-bee

    Und es hatte doch alles so schön angefangen... Ich kannte weder den Autor, noch den Protagonisten, also ging ich gänzlich unvorbelastet an die Lektüre. Dementsprechend ließ ich mich die ersten zwei oder auch noch drei Kapitel von dem ungewöhnlichen Schreibstil, der flapsige Dialoge und Situationskomik vereint, gefangennehmen, und tauchte ein die Atmosphäre der italienischen Großstadt Mailand. Doch allzubald erlahmte dieser positive erste Eindruck, und das Buch wurde für mich mehr und mehr zum Ärgernis. Zunächst einmal: den Sinn des Titel habe ich überhaupt nicht verstanden. Tödliches Requiem? Der erste Tote tauchte während einer Opern(!)Premiere auf, und nicht bei einem Requiem. Der Titel steht für mich in überhaupt keinem Verhältnis zum Buch. Der Originaltitel ist da schon viel aussagekräftiger: "niente baci alla franchese", was so viel heißt wie "no more french kisses" = "Schluss mit der Liebe auf Französisch". Das ist herrlich doppelbödig, und beschreibt auch wesentlich genauer, worum es in diesem Buch hauptsächlich geht: um die erotischen Wirrungen eines charakterlich unreifen, sexbesessenen Alkoholikers, des Journalisten Enrico Radeschi. Für mich ein Unsympath erster Güte. Ich werde mich nicht mit der Schilderung des Inhalts aufhalten, da der "Kriminalfall" in diesem Buch wenig mehr ist als eine nette Zutat. Die Kriminalhandlung wird, nach den besagten ersten Kapiteln, völlig in den Hintergrund gedrängt. Was man bekommt, ist vielmehr eine Gesellschaftsreportage aus Polizei- oder auch Autonomen-Szene, mit viel Großstadt-Kolorit - zuerst Mailand, dann Paris. Die Handlung ergeht sich in flapsigen Dialogen, etlichen Zufällen, und verwirrend vielen und teils zusammenhanglos hingeworfenen Ortsbeschreibungen. Dem Leser werden Straßennamen und dergleichen mehr nur so um die Ohren gehauen, und wer beide Städte nicht kennt, verliert schnell den Faden. Dazu kommt noch, dass unverschämt viele Original-Zitate aus dem Italienischen und Französischen ohne Übersetzung (!) eingestreut werden. Das soll wohl bei Italienern den einen oder anderen Schenkelklopfer erzeugen, lässt aber unkundige Leser vollends im Regen stehen. Ach ja, der Kriminalfall... wie man sieht, habe auch ich ihn beim Schreiben nahezu vergessen. Erst in den allerletzten Kapiteln rückt er wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Es wird eine Lösung herbeifabriziert, die ich wirklich nur haarsträubend nennen kann, weil sie nicht, ich wiederhole, überhaupt nicht organisch aus dem Geschehen hervorgeht. Zudem fühlte ich mich als Leser verschaukelt, weil sich plötzlich herausstellt, dass alle Verbrechen völlig verschiedene Motive und Täter hatten, wovon höchstens zwei miteinander zusammenhängen. Alles mehr oder weniger Zufall also. Dann hätte man sich meiner Meinung nach die Kriminalhandlung gleich ganz sparen können. Doch das allergrößte Ärgernis ist für mich dieser Radeschi. Mir fällt es sehr, sehr schwer, hier objektiv und sachlich zu bleiben. Das Buch hat in mir größte Aggressionen hervorgerufen, weil hier ein Bild entworfen wird, das ich nur abstoßend finden kann, und das auch meiner Meinung nach in einem Buch, das eigentlich unterhalten (!) soll, nichts zu suchen hat. Es ist schlimm genug, dass es solche Menschen gibt, die weder ein stabiles Verhältnis zu Frauen aufbauen können, noch ihre Libido unter Kontrolle haben. Vom Alkohol- und Drogenkonsum mal ganz zu schweigen. Davon muss ich aber nicht auch noch lesen! Und erst das Bild, das von Frauen hier entworfen wird...! Und nun will ich mich nicht mehr beherrschen, nein, es will gesagt sein: ich hätte dem Autor am liebsten mein Geh- in sein Ess-Werkzeug gerammt, oder besser gleich noch woanders hin. Frauen sind in diesem Buch entweder dümmlich, sexbesessen, oder zugekifft, und das ist einfach unverschämt! Ich hatte teilweise eine solche Wut im Bauch, dass es kaum zu ertragen war. Also bitte, eine junge Frau, die einem Mann nur deshalb einen runterholt, weil "Sperma so toll für die Haut ist" ??? Und eine französische Studentin, mit der der Journalist eine heiße Nacht verbringt - die aber daheim in Paris eine Partnerin (!) hat...? Wohlgemerkt, die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ist hier nicht das Problem. Sehr wohl aber die Reaktion des Protagonisten darauf. Er ist beleidigt!! In seiner männlichen Eitelkeit gekränkt!! Und will die junge Dame am liebsten nie wieder sehen. Aha, das heißt dann wohl, das Männer sich alles erlauben dürfen, Frauen aber nicht??! Dreist, unmöglich, unverschämt. Schade, am Anfang hatte das Buch gute Ansätze. Man bekam einen Einblick in die politische Stimmung in einer italienischen Großstadt, und auch die Dialoge waren erfrischend anders. Daraus hätte man viel mehr machen können. Ach ja, und auch die Kapitelüberschriften waren originell. Jeder Abschnitt wird mit einem Musik-Titel überschrieben, das Buch hat also sozusagen einen "Soundtrack". Ansatzweise konnte ich erahnen, dass die Musiktitel jeweils auch mit der Handlung zu tun hatten. Ärgerlich ist hier nur, dass viele entweder hierzulande unbekannt, oder eben italienische oder französische Titel waren. Auch hier standen der jeweiligen Sprachen unkundige Leser wieder im Regen. Mein Fazit? Ich glaube, dass das Buch außerhalb Italiens ganz einfach nicht "funktioniert". Und es ist so durch und durch "männlich" und machohaft geschrieben, dass ich dem Autor am liebsten ins Gesicht springen würde. Meine Empfehlung: entweder die komplette deutsche Auflage einstampfen. Oder alle Exemplare kaufen, und jeweils einem Mann schenken, den man noch nie leiden konnte.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    Peanutsky

    Peanutsky

    26. August 2011 um 10:51

    Nach dem Erstlingsroman leider etwas enttäuschend Nachdem ich Paolo Roversis ersten Roman: "Die linke Hand des Teufels", auch hier in vorablesen.de, wirklich hochgelobt hatte, fällt meine Kritik zu seinem neuen Werk: "Tödliches Requiem" etwas bescheidener aus. Tatsächlich hat mich dieses Buch im Gegensatz zu seinem Erstlingswerk etwas ernüchtert. In diesem Band finden wir wieder die gleichen Protagonisten vor, allen voran Radeschi und Sebastiani, deren Schlagabtäusche auch in diesem Band nicht enttäuschen können. Auch seinen Schreibstil hält Roversi auf dem gleichen guten Niveau wie bisher, aber leider konnte mich dieses Mal der Plot nicht so recht überzeugen und auch die Raffinesse des Krimis selbst bleibt leider auf der Strecke. Radeschi ermittelt dieses Mal zwischen Mailand und Paris und den beiden Städten fehlt hier leider der Charme, den das kleine Dörfchen im ersten Band versprühen konnte. Gut gefallen hat mir, dass Roversi doch sehr eindeutig auf die Umweltprobleme in Mailand eingegangen ist und damit vielleicht auch in Italien einige Menschen diesem Problem gegenüber etwas sensibilisieren konnte. Es ist kein schlechter Krimi, aber nach seinem Vorgänger hätte ich nun einmal ein ganz anderes Kaliber erwartet.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    allegra

    allegra

    Inhalt (Verlagsinfo) Anfang Dezember: In der Mailänder Scala nähert sich das Konzert für die Bürgermeister von Paris und Mailand seinem Höhepunkt. Dann fällt der Strom aus. Als das Licht angeht, ist der Mailänder tot. Der umtriebige Journalist und Profi-Hacker Enrico Radeschi ist sofort an dem Fall dran und beginnt zu ermitteln: zwischen Mailand und Paris, zwischen politischen Fronten und immer unter größter Gefahr für sein eigenes Leben. Eigene Meinung Nach Roversis erstem Krimi „Die linke Hand des Teufels“ um den Journalisten Enrico Radeschi, der mich vom Inhalt her positiv überraschte, habe ich mich gefreut den zweiten Teil zu lesen. Leider hat der meine Erwartungen nicht erfüllt. Er spielt in Mailand und in Paris. Die Atmosphäre der Großstädte ist überzeugend eingefangen. In Paris wird touristisches Sight-seeing nicht ausgelassen während sich Mailand bei Kälte und Regen von seiner weniger attraktiven Seite zeigt. Der Personenkreis der Mailänder Polizei bleibt bis auf den Vicequestore Loris Sebastiani dem Leser relativ schleierhaft. Da ich mir beim Lesen keine ausführliche Personenliste erstellt habe, habe ich die Personen bisweilen sogar verwechselt. Eine neue Figur taucht auf, Radeschi erhält einen Assistenten namens Fuster, der an sich einiges hergibt, dessen „Rekrutierung“ allerdings auf mehr als unglaubwürdige Weise vonstatten geht. Die Geschichte an sich hat durchaus ihre Spannungsmomente, allerdings ist der Plot eher dünn. Selbst bei den (wenigen) 231 Seiten hatte ich öfters den Eindruck, dass nur geschrieben wird, damit sich Seiten füllen. So bleibt z.B. der Ausflug in die Verlagsszene anlässlich Radeschis Nebenjob als Lektor ohne irgendwelchen Bezug zum Rest des Inhalts. Sprachlich ist Tödliches Requiem wesentlich abgerundeter als es der Vorgänger ist. Die stellenweise auftretende Flapsigkeit unterstreicht Radeschis skurrilen Charakter, was somit verziehen ist. Was mich immer wieder gestört hat, war das Bild der Frau, das vermittelt wird. Ich bin in dieser Beziehung wirklich nicht allzu empfindlich. Aber ich habe in diesem, wie im ersten Teil der Reihe, nur Frauen in Erinnerung, die entweder äußerst dümmlich erscheinen oder sich gleich mit jedem Kerl Sex wünschen. Dabei kommen die Französinnen noch um einiges verruchter weg als die Italienerinnen. Der deutsche Titel Tödliches Requiem passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zu diesem Buch, der Originaltitel Niente Baci alla francese lässt da schon wesentlich eher erahnen, was einen zu erwarten hat. Mein Fazit Mir hat dieser Krimi nicht gefallen. Ohne dass man den ersten Teil der Radeschi Serie gelesen hat, bleiben die Charaktere vermutlich unklar. Der Autor richtet sich wohl eher an Männer als sein Zielpublikum. Von daher ist meine Einschätzung vielleicht nicht allzu aussagekräftig. Ich vermute aber, dass dieses Buch für die meisten Leser zu oberflächlich ist.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    anyways

    anyways

    22. August 2011 um 19:31

    Diesmal ermittelt Radeschi in Mailand. Nach der gelungenen Neuinszenierung der Aida, nur unterbrochen von einem Stromausfall der gesamten Stadt, in der ehrwürdigen Mailänder Scala, an der nicht nur die Geld sondern auch die Politprominenz aus dem In- und Ausland zahlreich vertreten war, fand der umstrittene Bürgermeister Mailands seinen Tod. Radeschis Spürnase wittert sofort einen Mord, als wenige Stunden später der Pariser Bürgermeister, der ebenfalls anlässlich des Kulturgenusses in der Stadt weilte, beim fönen den Tod findet, ist Radeschi hoch alarmiert. Zum Glück muss er seinem Freund bei der Polizei, Vicequestore Sebastiani, sowieso bei der ein oder anderen leicht illegalen Computerangelegenheit helfen, so dass er gleich mit ermitteln kann. Er jettet also von Mailand nach Paris und verbindet sein berufliches Engagement gleich mit einem amourösen Abenteuer das in Mailand beginnt in Paris aber jäh endet. Enrico Radeschi, ein liebenswürdiger Chaot, heißblütig wie die Italiener nun mal sind und jede Menge Ideen, wie er sich verdiensttechnisch über Wasser halten kann. Paolo Roversi zeichnet den Protagonisten in seinem zweiten Krimi noch ein wenig chaotischer, diesmal wird sein Liebesleben noch ein wenig spektakulärer. Das zaubert dem Leser doch ein Schmunzeln aufs Gesicht, denn genauso stellt man sich ihn vor, den Italiener. Auch diesmal gelingt die Gradwanderung zwischen einem anspruchsvollen Mordfall, der so würde ich behaupten recht kompliziert ist, da er ohne erhobenen Zeigefinger die dunklen Seiten der Macht, des Geldes und der Unterwelt beleuchtet, und den lustigen Anekdoten des rasenden Reporters. Gefallen hat mir auch im Besonderen die vor den jeweiligen Kapitelanfang gestellten Musiktitel. Sie sind, soweit ich es für die englischsprachigen Titel sagen kann, sehr treffend und beschreiben schon im vornherein die kommenden Szenen. Wirklich pfiffig. Überhaupt muss ich sagen, das meine Rezension recht voreingenommen ist, denn ich liebe italienische Krimis und seit neuesten gehört zu meinen Lieblingsautoren auch Paolo Roversi.Ich liebe sienen Sprchstil und seine unkomplizierte Ausdrucksweise und seine lustigen Einfälle. Er fängt die italienische Mentalität, das Lebensgefühl, das für uns Norddeutsche schon ein wenig überdreht ist, und den Charme der Italiener auf so lockere Art ein, dass es für mich ein Genuss ist der Geschichte zu folgen,da sie für mich ein schlüssiges Gesamtkonstukt bildet. Man sollte sich aber von der offensichtlichen Heiterkeit nicht täuschen lassen, denn wie in jedem guten Roman steckt der Teufel im Detail. Die Sozial- und Umweltkritik die der Autor hier äußert sind sehr gut, man findet sie aber erst beim Zweiten hinsehen. Die Beleuchtung der autonomen Szene der beiden Weltstädte Paris und Mailand zeugen von einer sehr guten Recherche. Mir bleibt nur noch anzumerken, das ich mit Ungeduld sein nächsten Krimi erwarte.

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  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    Queenelyza

    Queenelyza

    Durchaus kurzweilig, aber streng genommen eigentlich kein Kriminalroman. So mein Fazit zu Paolo Roversis "Tödliches Requiem". Aber ups, wo gibt es denn sowas, dass das Fazit vorweggenommen wird? Insofern beginnt meine Rezension so unkonventionell, wie sich auch der Held des Buches darstellt... Enrico Radeschi ist Journalist in Mailand und ein recht einsamer Bursche. Auf seiner knallgelben Vespa kurvt er nächtelang durch die Stadt, immer auf der Suche nach Sensationen und Schlagzeilen. Zuhause warten auch nur sein Hund Buk und sein geliebter Ficus auf ihn. Als der Mailänder Bürgermeister unter seltsamen Umständen ums Leben kommt, ist Radeschi zur rechten Zeit am rechten Ort und beginnt sofort mit den Ermittlungen. Anders als die Polizei geht er sofort von Mord aus, und als am Tag darauf der in Mailand weilende Bürgermeister von Paris nicht ganz freiwillig ebenfalls das Leben aushaucht, wird Radeschis Mordtheorie traurige Wahrheit... Nun könnte ein wunderbar konstruierter Kriminalroman beginnen - er tut es aber nicht. Denn anstatt nun den Leser mit Verwicklungen und eventuellen Motiven in die Irre zu führen, beginnt Roversi damit, seinen Figuren, allen voran natürlich Radeschi und später auch seinem Assistenten Fuster, Leben einzuhauchen. Die Krimihandlung verschwindet zugunsten der liebevoll gezeichneten Mailänder Momentaufnahmen leider zunächst fast vollkommen im Hintergrund - bis man den Eindruck hat, das wäre auf den letzten Seiten dann doch aufgefallen, sodass hopplahopp noch eine nicht hundertprozentige einleuchtende Auflösung konstruiert werden musste. Schade, in Schulnoten wäre das für mich "Thema verfehlt". Trotzdem hatte ich meinen Spaß mit dem Buch, denn wie gesagt, die Charaktere werden äußerst lebendig und treffend dargestellt. Allerdings geht bei den geografischen Gegebenheiten die Vespa doch des öfteren mit dem Autor durch, denn wer Mailand (und später auch Paris, denn auch dort gilt es zu "ermitteln") nicht kennt, der ermüdet sicher leicht bei dem Versuch, den ganzen Straßen- und Bezirksnamen zu folgen. Hier wäre trotz aller Fabulierkunst weniger durchaus mehr gewesen. So hinterlässt Roversis Zweitling bei mir ein etwas durchwachsenes Gefühl, denn eigentlich hatte ich mich auf einen Krimi gefreut. Und ein solcher war dieser Roman für mich schlicht und einfach nicht. So erhält dieser Roman von mir wohlmeinende drei Punkte, in der Hoffnung, dass das nächste Buch, sollte es denn wieder ein Krimi werden, den Mordfall nicht wieder aus den Augen verliert...denn eine Chance würde ich Roversi durchaus noch geben!

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    • 3
  • Rezension zu "Tödliches Requiem" von Paolo Roversi

    Tödliches Requiem
    Spatzi79

    Spatzi79

    27. July 2011 um 19:38

    Während der Opernaufführung Aida in der Mailänder Scala fällt erst der Strom aus und dann bricht plötzlich der Bürgermeister tot zusammen. Ein Zufall oder haben die beiden Ereignisse miteinander zu tun? Journalist Enrico Radeschi ist vor Ort und beginnt natürlich sofort mit seinen ganz persönlichen Ermittlungen. Diese führen ihn unter anderem in die Autonomenszene in Mailand, dann nach Paris und dort in tödliche Gefahr. Der erste Band um den ermittelnden Journalisten Radeschi (Die linke Hand des Teufels) hatte mir sehr gut gefallen, das war ein schöner italienischer Kriminalroman. Daher hatte ich auch von der Fortsetzung einiges erwartet. Leider konnte der vorliegende zweite Fall meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllen. Die Geschichte war anstrengend zu lesen, es gab einige kaum nachvollziehbare Zeitsprünge, der Autor verliert sich in detaillierten technischen Beschreibungen, unnötigen Eskapaden mit diversen weiblichen Randfiguren - das ganze Buch umfasst gerade mal 230 Seiten und doch habe ich fast eine Woche dafür gebraucht, es hat sich einfach nicht flüssig lesen lassen. Die jedem Kapitel vorangestellten Songtitel fand ich erst eine gute Idee, da ich aber kaum einen der Titel kenne, kann ich den Bezug zum Inhalt der jeweiligen Kapitel nicht recht beurteilen und habe sie nach einiger Zeit eigentlich nur noch überlesen. Das kurze Buch wird vom Verlag hinten noch durch eine ausgiebige Leseprobe zu Sechseläuten von Michael Theurillat "gestreckt". Alles in allem für mich leider absolut keine gelungene Fortsetzung und ich muss mir gut überlegen, ob ich einen eventuellen dritten Band noch lesen möchte.

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