Serpieris Druuna hat seit den 90ern, als die Reihe erst zensiert erschien und dann von einer eifrigen Tugend-Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurde, einen gewissen Ruf. Und ja, die Reihe ist nicht für Kinder geeignet. Aber inzwischen hat sich glücklicherweise herumgesprochen, dass auch Bücher mit Bildern Erwachsene als Zielgruppe haben können. Was bleibt also, 30 Jahre später? Sicherlich viel Ästhetisches: Unsere attraktive Heldin Druuna und ihr ehemals ebenfalls attraktiver Lebensgefährte, der leider ein Leben als Monstrosität fristet, kämpfen sich durch eine visuell eindrucksvolle Welt. Diese Welt, die Träume, Raumschiffe, alles ist fantastisch gezeichnet. Allerdings: Alles, was schön ist, wird kurz danach beschmutzt, vergewaltigt, mutiert, geht unter oder kommt mit schweren Verletzungen davon. Das alles natürlich möglichst textilfrei. (Und leider trägt die deutsche Übersetzung dazu bei, dass einzelne Seiten so einen gewissen Trash-Faktor entwickeln.) Dennoch: Filigran und explizit illustrierte Heldinnen im aussichtslosen Kampf gegen zerstörerische Cartoon-Bösewichte und eine (wirklich gut gezeichnete) dystopische Welt - das funktioniert heute noch.
Fliehende Schönheiten ...






