Parker Bilal Die dunklen Straßen von Kairo

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Inhaltsangabe zu „Die dunklen Straßen von Kairo“ von Parker Bilal

Der Moloch am Nil frisst Menschen.

Im Sudan war er Kriminalkommissar und ein glücklicher Mann. Bis er Ärger mit den Islamisten bekam und auf der Flucht seine Familie verlor. Nun lebt Makana in Kairo, in einem Hausboot auf dem Nil, und hält sich mühsam als Detektiv über Wasser. Makanas neuer Klient indes hat Geld, viel Geld. Saad Hanafi kann sich sogar einen eigenen Fußballclub leisten. Dessen wichtigster Spieler ist verschwunden. Hanafi will ihn unbedingt wiederhaben. Je länger Makana sucht, desto mehr Dreck und Leichen fördert er zutage, und desto mehr bringt er sich selbst in Gefahr.

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  • Rezension zu "Die dunklen Straßen von Kairo" von Parker Bilal

    Die dunklen Straßen von Kairo

    sabatayn76

    05. February 2013 um 21:09

    'Und jedes Mal, wenn der Suchende glaubt, sein Ziel erreicht zu haben, muss er erkennen, dass er noch immer sehr weit davon entfernt ist.' Inhalt: Makana stammt ursprünglich aus dem Sudan, musste jedoch vor den Islamisten aus seiner Heimat flüchten. Nun lebt er in Kairo, in einem Hausboot auf dem Nil, und finanziert sein Leben mehr schlecht als recht als Detektiv. Eines Tages bekommt er ein Angebot, das er gern ablehnen möchte, jedoch nicht ablehnen kann: der reiche Saad Hanafi vermisst einen seiner Fußballspieler, Makana soll ihn finden. Mein Eindruck: 'Die dunklen Straßen von Kairo' ist ein sehr stimmungsvoller und atmosphärischer Kriminalroman, der den Leser ins Kairo der 1980er und 1990er Jahre versetzt. Die Beschreibungen des Suq, des Hausboots, der Straßen und Gassen, der ärmlichen und der luxuriösen Häuser ist dem Autor hervorragend gelungen, so dass sich das Buch sehr lebendig liest. Dabei ist es flüssig geschrieben und von Anfang bis Ende spannend. Auch die Protagonisten wurden überzeugend herausgearbeitet und sind komplex. Die Handlung empfand ich oft als zu vorhersehbar, die Auflösung kam nicht völlig überraschend. Mein Resümee: Ein spannender und stimmungsvoller Roman mit kleineren Abstrichen.

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  • Rezension zu "Die dunklen Straßen von Kairo" von Parker Bilal

    Die dunklen Straßen von Kairo

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. February 2012 um 18:56

    Zunächst nimmt uns Bilal mit in das Jahr 1981, in dem ein kleines britisches Mädchen auf einem Kairoer Basar verschwindet. Nach diesem Prolog geht es weiter im Jahr 1998, ein Jahr nach den Anschlägen in Luxor, als der prominente Fußballspieler Adil Romario verschwindet. Der Clubeigner Saad Hanafi engagiert Makana, um den Spieler wieder aufzutreiben. Mit diesem Einstieg bot Bilal gleich zwei Rätsel, von denen sich das eine fast das ganze Buch über hält, während das andere üble Ahnungen aufkeimen lässt: Lange bleibt offen, ob sich die beiden Fälle verschwundener Menschen überhaupt zur Deckung bringen lassen. Sehr spannend zudem die Frage, warum Privatdetektiv Makana, ein mittelloser sudanesischer Flüchtling, mit der Suche nach dem Fußballspieler betraut wurde. Hanafi ist einer der reichsten Männer des Landes, der gewiss ein ganz anderes Portfolio an Geschäftspartnern hat und bei der Suche viel besser renommierte und viel besser ausgestattete Männer wählen könnte. Warum also Makana? Die Vorahnung kann eigentlich nur lauten, dass ihm andere Detektive zu schade sind. Käme einer wie Makana während der Recherchen zu Schaden, wäre es egal und würde kein Aufsehen erregen. Mit solch einem Rucksack zur Arbeit zu gehen, schmeckt Makana verständlicherweise nicht, aber er ist nun mal einer, der sich der Wahrheit verpflichtet fühlt und notfalls Prügel einsteckt, um alles zu erfahren. Die düstere Geschichte ist in eine dichte Atmosphäre verpackt. Makana bietet über seine Arbeit und sein Leben Einblick in den Alltag der meisten Menschen in Kairo: Arme Leute, die sich gegenseitig oft über Wasser halten. Makana beispielsweise wird von anderen unterstützt, bis er wieder einmal Geld verdienen und zurückzahlen kann. Umgekehrt erledigt Makana den einen oder anderen Gefallen. Der Kontrast zu den Reichen fällt in dieser Stadt geradezu monströs aus. Parallel erzählen kleine Episoden aus Makanas Zeit als Kommissar im Sudan. Makana und seine Frau Muna, eine Biologin, geraten in die Phase, als konservative Islamisten langsam aber sicher das Ruder übernehmen. Plötzlich ist Makanas Arbeit nicht mehr gefragt, Menschen verschwinden, Nachforschungen sind unwichtig und Menschen wie Muna werden bedroht. Die Episoden geraten beklemmend ob des Spagats, den die Menschen schaffen mussten: Die einen ahnen etwas, haben aber nicht die Kraft oder die Möglichkeit, sich herauszunehmen, die anderen glauben, dass alles wieder in Ordnung kommen könnte und das sie selbst schon nicht zur Zielscheibe werden können (oder wollen die Realität aus Furcht nicht wahrhaben). Und alles rutscht einfach weiter ab und reisst die Menschen mit. Ein ägyptischer Gönner Makanas, Kommissar Okasha, der ihm hin und wieder Aufträge verschafft, sagt: "Dass Sie entschieden haben, aus wer weiß welchem Jahrhundert, in dem man bei Ihnen da unten lebt, zu uns in die Moderne zu wechseln, nehme ich als Zeichen Ihres guten Willens, was bedeutet, dass ich Sie in jeder Hinsicht unterstützen werde." Okasha wird immer wieder zur helfenden Hand im Fall Romario, indem er wichtige Informationen weitergibt oder Makana zu warnen versucht. Einige Spuren könnten für Makana lebensgefährlich werden und doch bleibt Makana ungesund oft stur. Jedenfalls überlebt er die Geschichte, was bei diesem Krimi auch so betont werden muss. Er löst den Fall nicht nur (wobei freilich nicht alles offen als Ermittlungsergebnis kommuniziert werden wird), er überlebt ihn auch. Der Auftrag lässt sich aus verschiedenen Gründen nicht von Makanas Vergangenheit trennen. Zwar denkt Makana sicher laufend an die Vergangenheit (verständlicherweise), und diese wäre in jedem anderen ersten Buch um ihn auch zur Sprache gekommen, doch hier gibt es einen gezielt gewählten Verknüpfungspunkt. Das Buch hat nicht nur durch die Vorgeschichte von Makana eine traurige Note. Das Ende der aktuellen Geschichte ist ein komplexes Geflecht aus Emotionen, die Makana entwirren kann; auf einiges habe ich getippt, auf anderes nicht. Und obwohl ich mit meinen Tipps manchmal durchaus richtig lag, habe ich mich gefragt, wie Makana dahinter gekommen ist. Der muss berufsbedingt richtig liegen, ich habe als Leser meine Freiheiten beim Danebenliegen... Für mich sind die dunklen Straßen ganz klar eine Leseempfehlung.

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