Pascal Garnier

 3,6 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor*in von Das Schicksal ist ein Pandabär, Der Beifahrer und weiteren Büchern.

Lebenslauf

PASCAL GARNIER (1949–2010) war Romancier, Verfasser von Kurzgeschichten, Kinderbuchautor und Maler. In den Bergen der Ardèche, wo er zu Hause war, schrieb er seine in noir-gefärbten Bücher, zu deren Protagonisten er sich durch die einfachen Menschen der Provinz inspirieren ließ. Obwohl seine Prosa zumeist sehr dunkel im Tonfall ist, glitzert sie aufgrund seines trockenen Humors und der schrullig schönen Bilder. Immer wieder mit Georges Simenon verglichen, ist Pascal Garnier der König des französischen Roman noir.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches An der A26 (ISBN: 9783991200369)

An der A26

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Neu erschienen am 04.03.2024 als Gebundenes Buch bei Septime Verlag.

Alle Bücher von Pascal Garnier

Cover des Buches Das Schicksal ist ein Pandabär (ISBN: 9783442744015)

Das Schicksal ist ein Pandabär

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Erschienen am 10.09.2012
Cover des Buches Der Beifahrer (ISBN: 9783991200260)

Der Beifahrer

 (4)
Erschienen am 15.09.2023
Cover des Buches An der A26 (ISBN: 9783991200369)

An der A26

 (1)
Erschienen am 04.03.2024
Cover des Buches La théorie du panda (ISBN: 9791038701854)

La théorie du panda

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Erschienen am 13.04.2023
Cover des Buches La place du mort (ISBN: 9782757830482)

La place du mort

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Erschienen am 01.01.2013
Cover des Buches The Panda Theory (ISBN: B007HOO7T2)

The Panda Theory

 (1)
Erschienen am 12.03.2012

Neue Rezensionen zu Pascal Garnier

Cover des Buches An der A26 (ISBN: 9783991200369)
SebastianGarthoffs avatar

Rezension zu "An der A26" von Pascal Garnier

An der A26 – feinster Noir aus Frankreich
SebastianGarthoffvor einem Monat

Pascal Garnier ist bereits 2010 verstorben. Zu Lebzeiten hat er sich mit melancholischen Noir-Roman einen Namen gemacht. Nun holt ihn der Septime-Verlag für ein deutschsprachiges Publikum zurück aus dem Reich der Toten – und man möchte dem Verlag dafür ein aufrichtiges Dankeschön sagen. Bereits der erste auf Deutsch veröffentlichte Kurzroman „Der Beifahrer“ hat eine Sogwirkung entfaltet, der man sich kaum widersetzen konnte. „An der A26“ – ebenfalls in der Übersetzung von Felix Mayer – setzt noch einen drauf. Im Zentrum der Geschichte steht Yolande, die seit 50 Jahren ihr Haus nicht mehr verlassen hat, seit der Zeit, als man ihr den Kopf kahlgeschoren hat, weil sie sich mit einem deutschen Soldaten eingelassen hatte. Ihr Leben teilt sie sich nur mit ihrem Bruder Bernard, ein ehemaliger Eisenbahner, der selbst gegen den unausweichlichen Krebstod kämpft. Dabei steigt das Knistern mit jeder Seite, bevor das Feuer gänzlich ausbricht und alles mit sich verschlingt. Von dieser Reihe muss es mehr geben! 



Cover des Buches Der Beifahrer (ISBN: 9783991200260)
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Rezension zu "Der Beifahrer" von Pascal Garnier

Ein Autounfall, der keiner war
HansDurrervor 3 Monaten

Fabien besucht seinen wortkargen Vater in der Normandie, der beiläufig erwähnt, dass Charlotte gestorben ist, seine Frau, von der er seit dreissig Jahren getrennt lebt, und von der er immer gehofft hatte, dass sie zurückkommen würde. Er hatte offenbar keine Ahnung, was in seiner Frau vorgegangen war. Genauso wenig wie Fabien von seiner Frau Sylvie, von der er nach seiner Rückkehr nach Paris erfährt, dass sie, zusammen mit ihrem Liebhaber, bei einem Autounfall bei Dijon zu Tode gekommen ist.

Fabien ist ähnlich wortfaul wie sein Vater. Und ebenfalls ein Eigenbrötler, was unter anderem mit sich bringt, dass er bezw. der Autor Pascal Garnier zum Teil eigenartige Vorstellungen entwickelt. Als der Schirokko über Paris hinwegfegt und alles in Dreck verwandelt, sinniert er: „Vermutlich lag das an den mangelhaften Träumen.“ Was immer das sein mag …

Von der Welt, die er via Fernsehen erlebt und nicht mehr versteht (ob die überhaupt jemand versteht?), hat er sich verabschiedet, jedoch nicht vom Fernseher, der für ihn „der beste Freund des Menschen war“. Deprimierender lässt sich Einsamkeit kaum schildern.

Die Schilderung dieses verschlossenen, miesepetrigen Fabien, der alles ziemlich beschissen findet, ist Pascal Garnier hervorragend gelungen. Gut drauf ist dieser Fabien so recht eigentlich nie, weder hat er Humor noch gute Momente. Absurder geht kaum – mich jedenfalls bringt dieser düstere Roman immer mal wieder zum Lachen.

Der Liebhaber von Sylvie war verheiratet gewesen. „Dieser Typ hat mir meine Frau ausgespannt, jetzt spanne ich ihm seine aus“, sagt sich der anscheinend keinem Beruf nachgehende Fabien. Von dem, was man sich einredet, lässt man sich bekanntlich leiten – und so macht er sich an die unscheinbare Martine Arnoult heran. Diese Verfolgung wird atmosphärisch stimmig und sehr überzeugend geschildert.

Dies alles wird ohne erkennbare Zwangsläufigkeit geschildert, ganz so als ob sich alles irgendwie zufällig und ohne besonderen Grund ergeben würde. Also genauso wie es auch im richtigen Leben ist, in dem wir im Nachhinein Gründe für unser Tun und Lassen finden, die uns plausibel scheinen.

Martine und ihre ältere Freundin Madeleine, eine No-Nonsense Frau, vor der Fabien Respekt hat, reisen nach Mallorca. Fabien folgt ihnen, mietet sich im selben Hotel ein. Als er ins Meer hinausschwimmt, bekommt er Krämpfe in den Waden und im Rücken. Und der Gedanke erfasst ihn, alles aufzugeben, auch sich selbst. „Schlicht und einfach zu ertrinken, die Rückkehr ins allumfassende Nichts, wo angeblich Friede herrschte. Aber sein Körper war offenbar noch nicht bereit für eine solche himmlische Ruhepause, seine Arme und Beine setzten sich wieder in Bewegung und trugen ihn bedächtig zurück zum Strand.“ Wunderbar!

Martine und Madeleine werden zu seinen Retterinnen. „Man musste das Leben einfach nur machen lassen, es sorgte letztlich für alles und erfüllte Wünsche, die jenseits aller Hoffnung lagen.“ Dieser Satz, der auch in einem Selbsthilfebuch stehen könnte, kriegt bei Pascal Garnier jedoch eine ganz andere Bedeutung, denn Der Beifahrer ist auch ein illusionsloser Roman. Und ein erheiternder. „Die Kapelle bestand aus einem kahlköpfigen Heimorgelspieler in einem abgewetzten Smoking, einer platinblonden Sängerin in einem hautengen Lamékleid, das eher an eine Rettungsdecke erinnerte als an ein Kleidungsstück, und einem trägen Bassisten, der mit Tönen geizte.“

Zurück aus Mallorca, nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung, und dann noch eine, und noch eine; es wird sehr spannend, beklemmend und philosophisch … mehr soll nicht verraten werden.

Fazit: Ein griesgrämiger Mann, der lustlos vor sich hin lebt, wird vom Lebenswillen wachgeschüttelt – und gerät an eine griesgrämige Frau, eine unberechenbare und gefährliche. Eine clever aufgebaute, lakonisch erzählte Geschichte – komplex, packend und voller Ironie.



Cover des Buches Das Schicksal ist ein Pandabär (ISBN: 9783442744015)
frischelandlufts avatar

Rezension zu "Das Schicksal ist ein Pandabär" von Pascal Garnier

Ruhig und spannend
frischelandluftvor 2 Jahren

Gut aufgebauter Text, gut geschrieben. Inhaltlich eher ruhig, man versteht zunächst nicht, worauf die Geschichte hinausläuft, was eine gewisse Spannung erzeugt – was ich mag. Letztendlich wird die Geschichte ziemlich intensiv und verstörend. Sehr schwierig zu rezensieren, wenn man nicht spoilern will. Rein gefühlsmäßig ist das für mich eher ein Herbst-/Winterbuch. 

Die Charaktere sind individuell und gut herausgearbeitet, die zeitlichen Sprünge geben Dynamik, die Beschreibung der Atmosphäre im Ort ist nachvollziehbar, das Buch ließe sich gut verfilmen. Man hat das Gefühl, dass man sich den Charakteren über den Hauptcharakter stark nähert ohne dabei dem Hauptcharakter sehr nahe zu kommen, das ist gut geschrieben. 

Ich habe das Buch auf einer 5-stündigen Zugfahrt gelesen, dafür perfekt, eine Reise in einen bretonischen Ort, die Bretagne als Ort ist aber eher irrelevant. Insgesamt lesenwert und eine Empfehlung.

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