Cover des Buches Arakkur - Die große Schlucht (ISBN: B06XZZ516T)V
Rezension zu Arakkur - Die große Schlucht von Pascal Wokan

Ein Muss für jeden Fantasy-Fan!

von Vivi300 vor 4 Jahren

Review

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Vivi300vor 4 Jahren

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In die Schlucht

In den Tod

Vielen Dank an Pascal Wokan für das Rezensionsexemplar, ich habe mich sehr gefreut, an der Leserunde teilnehmen zu dürfen.

Story:

Arakkur - hinter dem namensgebenden Begriff für das Buch verbirgt sich die große Schlucht, die Andural in der Mitte spaltet. Nur in ihr wächst die seltene und begehrte Knolle, die das Leben der Reichen zu verlängern vermag.

Die Schlucht ist Dreh und Angelpunkt der Geschichte. Aber dahinter verbirgt sich noch wesentlich mehr. Tragische Schicksale, tödliche Intrigen des Königs, Machtkämpfe zwischen den Herzogtümern, eine mysteriöse Gefahr, ein mächtiges Geheimnis…

Es ist an alles gedacht.

Zu Beginn treffen wir auf den Kronprinzen Ashron und ja, ich gebe zu, ich habe mich gleich zu Beginn an ihn gehängt, weil ich hinter ihm einen der Protagonisten vermutete… Was für ein Fehler.

Denn mit seinem grausamen Tod nimmt die Geschichte erst seinen Lauf. Auch wenn ich "Game of Thrones"-erprobt bin, war ich doch schockiert von der Brutalität.

Aber nicht unbedingt im negativen Sinne, denn das macht das Buch für mich lesenswert, denn es ist trotz des Fantasy-Settings sehr realistisch was Gesellschaftsaufbau und dergleichen angeht.

Das Setting an sich finde ich sehr gut, denn hier handelt es sich nicht um eine in unsere Welt integrierte Szenerie, sondern um etwas völlig neues.

Die Sonne geht im Westen auf und im Osten unter, die Tier- und Pflanzenwelt ist komplett neu, hier gibt es nichts, was uns aus unserer Welt bekannt vorkommen könnte. Und gegen meine Erwartungen wirkt das Buch dadurch auch nicht überladen. Durch fiktive Buchausschnitte, welche am Anfang jedes Kapitels stehen, wird alles gut erklärt: Beschreibungen und Erklärungen der hiesigen Götter, der Währung, der Flora und Fauna… Es ist wirklich an alles gedacht.

Auch konnte ich keine Logikfehler entdecken, die sich ja öfter bei einer neu erdachten Welt einschleichen. Es gab einfach nichts auszusetzen.


Charaktere

Es gibt drei Protagonisten, denen der Erzähler folgt.

Elhal, ein Sklave mit einer mysteriösen Vergangenheit versucht sich in der Schlucht durchzuschlagen. Er ist am schwersten zu charakterisieren. Einerseits ist er mutig und selbstlos, aber dann wieder resigniert und schicksalsergeben.

Cathien, die Tochter des Herzogs von Kallyen mag ich persönlich sehr gern, denn sie ist mutig, trotzig und rafft sich auch nach einem Rückschlag immer wieder auf. Sie ist eine sehr ernst zu nehmende Person. Im Verlauf der Handlung reist sie mit ihren Begleitern von ihrem Herzogtum Kallyen im Nordwesten Richtung Königssitz um zu beweisen, dass sie und ihr Herzogtum nichts mit dem Mord an Kronprinz Ashron zu tun haben.

Alrael ist der zweite Sohn des Königs und nach dem Tod Ashrons nun Erbe des Throns. Er ergibt sich bisweilen dem Willen seines Vaters und lässt sich von ihm zu einem „guten“ König formen, auch wenn er immer wieder versucht, dem Einfluss seines Vaters zu entgehen und sich sogar dagegen zu stellen.

König Thyr ist das Hassobjekt des Buches. Nichts was er tut ist auch nur im entferntesten barmherzig, freundlich oder gütig. Er ist einfach nur ein fetter Vergewaltiger, der sich sein Vokabular von einem Berliner Gangster-Rapper abgeguckt hat. Wie so jemand keine Rebellion im Nacken hat? Man weiß es nicht.

Daneben gibt es noch so viele spannende Figuren, keine wirkte irgendwie gestelzt oder fehl am Platz.


Schreib-/Erzählstil

An dem Schreibstil habe ich absolut gar nichts auszusetzen. Ich finde ihn einfach großartig. Die Worte sind gut gewählt und dem Buch auf jeden Fall angemessen.

Manchmal wirken die Dialoge ein wenig auswendig gelernt, an der Selbstverständlichkeit des Gesagten könnte noch ein wenig gefeilt werden, weil es manchmal so wirkt, als ob sich die Figuren denken: Lass mal einen Dialog führen, der dem ahnungslosen Leser erklärt, was gerade abgeht.

Der Rhythmus beim erzählen ist gut, aber was mich manchmal gestört hat, ist der Raum, der den Figuren eingeräumt wird. Handelt ein Kapitel von einem Protagonisten, ist es furchtbar spannend und man hat sich gerade in die Situation eingelesen kommt es zum Perspektivwechsel. Das ist manchmal echt schade, aber erzählerisch bestimmt gewollt, denn jedes Kapitel strotzt vor Spannung.

Auch gibt es bei der Beschreibung der Gefühlswelt meiner Meinung nach ein paar störende Kleinigkeiten.

Manchmal muss auch das Handeln der Figuren für sie sprechen und nicht unbedingt die zahlreichen Adjektive, die zwar hilfreich sind, aber manchmal ist es doch besser, den Leser mit seiner Interpretation allein zu lassen.


Das Cover

Ich finde es es unglaublich gut gelungen und es passt auch zur Thematik. Es ist düster und man blickt von unten zur Öffnung der Schlucht. So muss sich Elhal in der Schlucht fühlen.


Mein Fazit

Es hat sich noch der ein oder andere Rechtschreib- oder Grammatikfehler drunter geschlichen, aber bei diesem Buch kann man das getrost übersehen.

Es wird nicht mein letztes Buch von Pascal Wokan sein, denn ich bin einfach nur begeistert. Es gibt kaum etwas auszusetzen. Für einen Debütroman wirklich einsame Spitze.

Der Schreibstil ist gut, die Figuren sind super designt und die fiktive Welt mit all ihren Geheimnissen ist fantastisch. Die Kritikpunkte gehen neben den vielen tollen Dingen völlig ein. Auch die Karte am Anfang des Buches ist liebevoll gestaltet, im ePub-Format leider ein wenig klein.

Ich bin mir absolut nicht zu schade, dem überaus gelungenen Werk fünf Sterne zu geben.


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