Pat Shipman Mit dem Herzen einer Löwin

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Inhaltsangabe zu „Mit dem Herzen einer Löwin“ von Pat Shipman

Grant, Stanley und Livingstone die Erschließung des Schwarzen Kontinents im 19. Jahrhundert ist vornehmlich eine Geschichte der Männer. Jetzt wird erstmals das atemberaubende Leben der Afrika-Pionierin Florence Baker dokumentiert, ihr Engagement im Wettlauf um die Entdeckung der Nilquellen und gegen den Sklavenhandel. Souverän verwebt die Biographin Pat Shipman Fakten und Zeitkolorit zu einer spannenden Chronik. »Florence Baker ist eine der spannendsten Frauen des 19. Jahrhunderts.«Brigitte
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  • Rezension zu "Mit dem Herzen einer Löwin" von Pat Shipman

    Mit dem Herzen einer Löwin

    KarlMay

    02. September 2007 um 16:06

    Florence Baker wurde wahrscheinlich um 1845 als Barbara Maria Szasz in Transsilvanien, heute Siebenbürgen, geboren. Als 1848 Ungarn seine Unabhängigkeit von Österreich erklärt und sich mit Transsilvanien verbündete, gehört ihr Vater zu den Aufständischen. Diese fliehen nach der Niederschlagung des Aufstandes 1849 nach Viddin ins Osmanische Reich. In einem Lager verlieren sich die Spuren der Familie, lediglich Barbara wird in einen Harem aufgenommen - damals ist sie ungefähr 4 Jahre alt. Im Harem erhält sie den Namen Florenz. Im Jahre 1859, Florence ist 14 Jahre alt, soll sie auf einer exklusiven Auktion weißer Sklaven verkauft werden. Dort bieten der Pascha von Viddim und der englische Witwer Sam Baker auf sie und obwohl der Pascha der Meistbietende ist, verläßt sie mit Sam Baker den Harem. Damit verändert sich ihr Leben grundlegend, denn Sam Baker träumt einen großen Traum: Er will nach Afrika reisen und die Quellen des Nils finden. In Florence findet er die ideale Partnerin für diesen Traum, denn fern von allen englischen Konventionen aufgewachsen, begeistert sie sich für diesen Lebenstraum und begleitet ihn nach Afrika. Ihre erste Expedition dauert von 1861 - 1865. Unter unvorstellbaren Umständen, geplagt von Krankheiten und mit widrigsten Umständen kämpfend dringen die beiden tief ins Herz des afrikanischen Kontinents vor. Florences Arabischkenntnisse und ihre Kenntnis der arabischen Kultur sowie ihr gesunder Menschenverstand helfen in vielen schwierigen Situationen. 1864 entdecken sie den Albertsee und die Murchisonfälle, wo der Somersetnil in den Albertsee mündet. Als sie im Oktober 1865 nach England zurückkehren, wird Sam von der Royal Geographic Society ausgezeichnet, außerdem legalisieren sie endlich ihr jahrelanges Verhältnis und heiraten. Sam wird in den Adelsstand erhoben und veröffentlicht einen viel beachteten Expeditionsbericht und betont dabei auch immer wieder die wichtige Rolle von Florence. Afrika läßt die beiden nicht los und nach vier Jahren, 1869 brechen sie erneut dorthin auf, diesmal mit dem Auftrag, die Sklaverei auszurotten. Dies gelingt jedoch nur teilweise, denn kaum kehren sie 1873 nach England zurück, hat Sams Nachfolger wieder mit der weit verbreiteten Sklaverei zu kämpfen. Sams strenge Methoden sind auch in England nicht unumstritten und er wird teilweise öffentlich angegriffen. Als es 1883 im Sudan wieder zu Aufständen kommt, soll Sam der britischen Garnison zu Hilfe kommen. Er lehnt jedoch nach energischem Widerspruch von Florence ab. Florence und Sam leben als geschätzte Mitglieder der englischen Gesellschaft, wobei Florence nie die gesellschaftliche Anerkennung erfuhr, die ihr eigentlich gebührt hätte - Königin Viktoria beispielsweise weigerte sich, sie zu empfangen. Ihre geheimnisumwitterte Herkunft und ihr unerschrockenes Auftreten taten ein übriges. Sam starb 1893, Florence überlebte ihn um 23 Jahre und starb am 11. März 1916. Dieses Buch liest sich so spannend wie ein Roman und ist dabei sorgfältig recherchiert. Wir erleben - auch in Auszügen aus den Reisetagebüchern von Florence und Sam - hautnah mit, unter welchen Schwierigkeiten und körperlichen Strapazen die damaligen Expeditionen zu leiden hatten. Moskitoschwärme, die die Malaria übertrugen, unglaubliche Hitze oder heftigste Regenfälle in der Regenzeit während der alles zu verrotten und zu vermodern beginnt. Dazu ständige Auseinandersetzungen mit den Trägern, die es oft nicht wagten, die Expedition in gefährliche Gebiete zu begleiten. So ist ein Buch entstanden, das ich nur wärmstens empfehlen kann - ein Geschichtsbuch, ein Reisebericht , vor allem aber das Porträt einer mutigen, unkonventionellen Frau.

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