Patrice Le Sourd

Lebenslauf

Patrice Le Sourd, geboren 1966 in Blois, studierte an der Kunsthochschule seiner Geburtsstadt, bevor er nach Berlin aufbrach. Dort arbeitete er für eine französische Zeitschrift als Fotograf und Illustrator, zunächst unter dem Namen Lynel. Im Jahre 2002 erschien sein Graphic Novel-Debüt Professeur Stigmatus. In seine Heimatstadt an der Loire zurückgekehrt widmet er sich neben der Illustration von Graphic Novels und Kinderbüchern zudem der Erziehung der eigenen Kinder.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Patrice Le Sourd

Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783957287472)

Farm der Tiere

 (6)
Erschienen am 22.06.2023

Neue Rezensionen zu Patrice Le Sourd

Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783957287472)
Fernweh_nach_Zamoniens avatar

Rezension zu "Farm der Tiere" von Rodolphe

Eine zeitlose Fabel, die jeder kennen sollte.
Fernweh_nach_Zamonienvor 25 Tagen

Inhalt:

Die Tiere auf einem Bauernhof haben die Schnauzen voll!

Man beutet sie aus, sperrt sie ein und raubt ihnen alles, was sie sich so hart erarbeiten. Erlösung bietet nur der Tod.

Für eine bessere Welt, in der alle Tiere frei und untereinander gleich sind, stellen sie sich gemeinsam gegen ihren herrischen, brutalen und alkoholsüchtigen Bauern: Sie vertreiben ihn und kümmern sich nun selbst um den Hof.

Doch der Traum von Gleichheit und Freiheit entpuppt sich schnell als Albtraum. Unter der Leitung des Ebers Napoleon übernehmen die Schweine die Leitung und bald werden aus den gemeinsam gestalteten Regeln, für ein friedliches Zusammenleben, schnell Sonderregelungen für die Schweine: 

Aus "Alle Tiere sind gleich" wird am Ende "Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher" ...


Mein Eindruck:

Als Kind habe ich die Zeichentrickverfilmung aus dem Jahr 1954 (in Deutschland erst in den 1980ern erschienen) gesehen und später die als Märchen/Fabel getarnte Romanvorlage gelesen.

Die Warnung in George Orwells Dystopie aus dem Jahr 1945 über den Aufstand der Tiere ist zeitlos und nach wie vor erschreckend real.

Ihm gelingt eine faszinierende und zugleich schockierende Darstellung, wie sich der Traum von einer besseren Welt durch die Gier nach Macht und Größenwahn in einen totalitären Alptraum verwandeln kann.

Es artet aus in eine Gewaltherrschaft, die bald schon schlimmere Züge zeigt als die des Bauern.

Aufgrund von Gewalt-Szenen ist der Film FSK 12, was ich auch als Altersempfehlung betreffend die literarische Vorlage und die Graphic Novel empfehlen würde.

Szenarist Rodolphe und Zeichner Patrice Le Sourd ist es gelungen, die wesentlichen Punkte aufzugreifen und prägnant und stimmig den Kern der Geschichte wiederzugeben.

Die Charaktere werden mit einer beeindruckenden Tiefe dargestellt und zeichnerisch vielfältig gestaltet. Die Bilder fangen die verschiedenen Stimmungen von Hoffnung bis Verzweiflung und die beklemmende Atmosphäre perfekt ein. Körperhaltung und Mimik zeigen zusätzlich die Veränderungen der Persönlichkeiten.

Wie bei jeder Fabel wird aufgrund der tierischen Charaktere eine Distanz geschaffen, die trotzdem zum Nachdenken anregt.

"Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das konsumiert, ohne zu produzieren. Er beutet uns aus und profitiert von uns, ohne je etwas zurückzugeben."
(Eber Old Major, vgl. S. 5)

Als Schullektüre z. B. in Sozialwissenschaften sollte Orwells gesellschaftskritische Fabel - egal ob als Film, Graphic Novel oder Original - nicht fehlen.

Eine Leseempfehlung für Jung und Alt!


Fazit:

Eine zeitlose Fabel, die jeder - ganz gleich welchen Alters - gelesen haben sollte. 

Der Traum von einer besseren Welt, durchgesetzt durch Revolution und geendet in Machtverschiebung und Ausbeutung, wird eindrucksvoll in Bild und Wort erzählt.

... 

Rezensierte Ausgabe: "Die Farm der Tiere" nach George Orwell von Rodolphe und Patrice Le Sourd aus dem Jahr 2023

Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783957287472)
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Rezension zu "Farm der Tiere" von Rodolphe

Ein MUSS!!
EllasWorldofBooksvor 4 Monaten

Als ich die Graphic Novel zu „Farm der Tiere“ nach Georg Orwell beim @knesebeckverlag entdeckt habe, war ich sehr gespannt darauf, wie eine Graphic Novel Version dieses Meisterwerks umgesetzt werden würde. Ich wurde nicht enttäuscht, denn die Graphic Novel "Farm der Tiere" ist eine bemerkenswerte Adaption, die Orwells Geschichte auf fesselnde und visuell ansprechende Weise zum Leben erweckt. Die Illustrationen präsentieren die Geschichte auf eine ausdruckstrake und lebendige Weise. Der Grafikstil ist detail- und einfallsreich. Die Tiere/ Die Charaktere werden mit beeindruckender Persönlichkeit und Tiefe dargestellt. Insgesamt fangen die Illustrationen die Stimmung und Atmosphäre der Geschichte perfekt ein, sodass ich das ein oder andere Mal wirklich Gänsehaut hatte. Die Erzählung in der Graphic Novel ist wirklich sehr gut umgesetzt. Die Handlung bleibt eng an Orwells Originalverlage. Allerdings schafft das Format der Graphic Novel es, die Geschichte dynamisch und mitreißend darzustellen. Die Panels sind sehr gut angeordnet, wodurch der Fluss der Handlung unterstützt wurde und ich nie Probleme hatte der Story zu folgen. Die Dialoge sind kurz, prägnant und wirkungsvoll gewählt. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie die Graphic Novel wichtige Themen und Botschaften von "Farm der Tiere" einfängt und vermittelt. Die Korruption der Macht, die Manipulation durch Propaganda und der Verlust der Ideale werden klar und eindringlich dargestellt, und die Botschaften des Buches kommen durch die kraftvollen Bilder und die Erzählung deutlich zum Ausdruck. Insgesamt ist die Graphic Novel "Farm der Tiere" eine herausragende Arbeit, die sowohl Fans von Orwells Originalwerk als auch neue Leser begeistern wird. Mit ihrer fesselnden Erzählung, den beeindruckenden Illustrationen und der treuen Adaption der Kernthemen von "Farm der Tiere" ist diese Graphic Novel ein Muss für alle, die sich für politische und gesellschaftskritische Themen sowie künstlerisch anspruchsvolle Comics interessieren

Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783957287472)
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Rezension zu "Farm der Tiere" von Rodolphe

Dieses Buch wird immer aktuell bleiben
Dr_Mvor 8 Monaten

Sozialistische Vorstellungen lassen sich offenbar nicht ausrotten, auch wenn es so aussieht als seien diese Gesellschaftsformen bis auf ein paar Ausnahmen verschwunden. Doch im Geiste vieler Menschen lebt das sozialistische Gedankengut weiter. Und das ist kein Zufall, denn nichts zieht Menschen mehr an als ein Erlösungsversprechen. Damit arbeiten Religionen, und damit arbeitet auch die sozialistische Grundidee, ob sie nun rot, grün oder braun angemalt wurde.

Orwells Roman befasst sich eigentlich mit den Auswüchsen des Stalinismus, also einer der roten Varianten des sozialistischen Erlösungsgedankens. Sein Verfasser war und blieb bis zu seinem Lebensende ein Linker, woran man erkennen kann, dass auch er nicht verstand, warum jede Art von Sozialismus scheitern wird. Und das, obwohl er das Scheitern in genialer Weise beschreiben konnte. Aber wie viele Sozialisten dachte auch Orwell, dass das Zusammenbrechen praktischer sozialistischer Versuche nur daran liegt, dass man es falsch angestellt hatte.

Die sozialistische Idee scheitert stets an den Folgen ihres völlig unrealistischen Menschenbildes. Ein realistischeres Menschenbild beschreibt Orwell aber indirekt in seiner "Farm der Tiere". Weil der praktische Sozialismus immer von einem anderen, von einem verklärten, idealisierten Menschenbild ausgeht, brechen seine ökonomischen Versuche stets in sich zusammen. Menschen handeln anders als von Sozialisten vermutet. Sie streben in der Regel nach ihrem persönlichen Vorteil. Darauf basiert der Kapitalismus, der als Gesellschaftsform von selbst entstanden ist, während jede Art von Sozialismus eine intellektuelle Kopfgeburt ist, die in einer Art von Größenwahn annimmt, man könne eine komplexe Gesellschaft durch ein paar Figuren steuern, statt sie sich der Selbstorganisation zu überlassen.

Natürlich kann man Aussagen wie "Macht korrumpiert" aus diesem Buch ziehen. Doch der historische Kontext ist ein anderer. Weil Menschen nicht so funktionieren, wie Sozialisten das annehmen, kommen sie schnell, jedenfalls in der roten Variante, auf den Gedanken, sich einen "neuen Menschen" zu erziehen. Ich habe das noch im Nebenfach "Wissenschaftlicher Kommunismus" während des Studiums einer ganz anderen Wissenschaft lernen müssen. Die Menschen machen nicht das, was sie nach den Ideen der Sozialisten machen sollen, also wird Zwang ausgeübt. Folglich muss jede Art von Sozialismus früher oder später in einer Diktatur enden.

Damit Menschen nicht mehr machen, was ihr freier Wille ist, erfinden Sozialisten Gründe, warum sie genauso zu handeln haben, wie sich das die Genossen in ihrer unendlichen Weisheit ausgedacht haben. In der aktuellen grünen Variante zum Beispiel was sie zu essen und wie sie zu heizen haben. Oder welche Art von Auto sie fahren sollen, wenn überhaupt. Eine moderne Variante dieses Buches ist es beispielsweise Menschen zu erklären, wie schädlich die Benutzung eines Flugzeuges ist, um dann selbst damit in ein möglichst fernes Urlaubsland zu fliegen.

Die zeichnerische Umsetzung von Orwells Roman ist in dieser Graphic Novel herausragend gelungen. Ein wunderbares Buch, das nie überflüssig werden aber am Ende nichts ändern wird, denn der Sozialismus und die typisch menschliche Verlogenheit vieler seiner Anhänger sind nicht totzukriegen.

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