Patrice Leconte

 3.8 Sterne bei 70 Bewertungen
Autorenbild von Patrice Leconte (© Georges Seguin)

Lebenslauf von Patrice Leconte

Der französische Regisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller Patrice Leconte kommt am 12.11.1947 in Paris zur Welt. Aufgewachsen in Tours, ist er von 1970 bis 1995 als Autor sowie Illustrator von Bildergeschichten für die Zeitschrift Pilote tätig. Im Jahr 1975 gibt er sein Regiedebüt mit einer Comic-Verfilmung, ehe er 1978 mit der Satire Les Bronzés über eine Gruppe Urlauber in einem Club Méditerrané einen bahnbrechenden Publikumserfolg in Frankreich und somit den nationalen Durchbruch schafft. Mit der amour fou-Geschichte Die Verlobung des Monsieur Hire (nach einem Roman von Georges Simenon) kann er auch als Autorenfilmer an seinen großen Erfolg anknüpfen. Im Jahr 1997 erhält Patrice Lecontes Film Ridicule eine Oscar-Nominierung. Im Jahr 2000 veröffentlicht er seine Autobiografie unter dem Titel "Je suis un imposteur".

Alle Bücher von Patrice Leconte

Cover des Buches Heute wegen Glück geschlossen (ISBN: 9783404169221)

Heute wegen Glück geschlossen

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Erschienen am 15.05.2015
Cover des Buches Mein bester Freund, 1 Blu-ray (ISBN: 4042564143003)

Mein bester Freund, 1 Blu-ray

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Erschienen am 23.08.2013
Cover des Buches Der Mann der Friseuse, 1 Blu-ray (ISBN: 4042564143027)

Der Mann der Friseuse, 1 Blu-ray

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Erschienen am 23.08.2013
Cover des Buches Les femmes aux cheveux courts (ISBN: 9782226190918)

Les femmes aux cheveux courts

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Erschienen am 01.04.2009
Cover des Buches Dogora, 1 Blu-ray (ISBN: 4260080322065)

Dogora, 1 Blu-ray

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Erschienen am 31.03.2011

Neue Rezensionen zu Patrice Leconte

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Rezension zu "Die Liebe ist ein guter Grund, den Ärmelkanal zu durchschwimmen" von Patrice Leconte

(K)eine Liebesgeschichte...
pardenvor einem Jahr

(K)EINE LIEBESGESCHICHTE...

Gérald ist dreißig Jahre alt und von eher unscheinbarem Äußeren. Mit der Zeit hat er sich daran gewöhnt, regelmäßig übersehen zu werden, und weiß die Vorzüge seiner Transparenz zu schätzen. Als er sich jedoch eines Tages unsterblich in seine hübsche Kollegin Victoire verliebt, wünscht er sich nichts sehnlicher, als von ihr wahrgenommen zu werden. Um sie zu beeindrucken, plant er, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Er hinterlässt Victoire eine Nachricht, wann sie sich am Strand von Calais einfinden möge. Dort will er ihr nach seinem vierzig Kilometer langen Schwimmabenteuer bei Sonnenuntergang heldenhaft gegenübertreten. Doch sein kühner Plan birgt so manche Tücke...


"Es kam sogar vor, dass sie mich vergaßen. Meine Familie behandelte mich wie Luft (dieser Vergleich hinkt natürlich, denn Luft braucht man zum Atmen, aber meine Familie brauchte mich nicht.)" (S. 6)


Dies ist nur bedingt eine Liebesgeschichte. Gérald hat sich zwar in seine junge Kollegin Victoire verguckt, doch weiß diese (noch) gar nichts von ihrem Glück. Sie übersieht ihren unscheinbaren Kollegen meist ebenso wie die anderen Angestellten der Bank - doch das ist Gérald gewöhnt. Und eben diese 'Unsichtbarkeit' und der Weg da hinaus ist hier vor allem das Thema der kleinen Erzählung.

"Le garçon qui n'existait pas" (der Junge, der nicht existierte) lautet der fanzösische Originaltitel, der für mich den Kern der Handlung eher trifft. Niemand sieht Gérald, niemand hört ihn, niemand nimmt ihn wahr. Das ging ihm schon als (fünftes) Kind seiner Familie so, die schließlich ohne ihn nach Argentinien verzog, und danach auch sein ganzes Leben lang. Im Restaurant wird er nicht bedient, seine Kollegen bemerken nicht, dass er bei der Firmenfeier überhaupt anwesend ist und bei einem Banküberfall wird er von der Polizei noch nicht einmal zum Tathergang befragt. Es ist tatsächlich, als gebe es ihn gar nicht.


"Ich bin im Zeichen des Chamäleons geboren und kann nichts dagegen tun. Ich nehme die Farbe der Tapeten an und friste ein Schattendasein." (S. 10)


Gérald hat sich mit diesem Umstand arrangiert, möchte dann aber doch zumindest für seine hübsche Kollegin Victoire endlich sichtbar werden. Die Idee, dafür den Ärmelkanal zu durchschwimmen, ist natürlich reichlich überspannt. Aber letztlich wird es dann doch eher eine schräge Reise zu sich selbst...

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive des 30jährigen Bankangestellten Gérald. Lakonisch berichtet er von den Erlebnissen seiner Nicht-Existenz von Kindesbeinen an, doch bei allen Versuchen, es möglichst gleichgültig und bestenfalls humorvoll darzustellen, schleicht zuweilen doch auch eine gehörige Portion Bitterkeit um die Ecke. Manche Episoden ließen mich dann aber doch kichern, denn Gérald versteht es, im Laufe der Zeit durchaus Nutzen zu ziehen aus seiner Unsichtbarkeit...

Eine Botschaft ziehe ich aus der Erzählung nicht, aber sie lässt sich flüssig an einem Nachmittag lesen und erscheint charmant, humorvoll und prall von Fantasie. Eine schräge Idee, die mich gut unterhalten konnte...


© Parden

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E

Rezension zu "Heute wegen Glück geschlossen" von Patrice Leconte

Ist es möglich innerhalb von drei Jahren die Frau fürs Leben zu finden?
Eva_Gvor 2 Jahren

Thomas, 27 Jahre alt, arbeitet als Verkäufer in einer Papeterie in Paris. Da er sich gerne Ziele setzt und auch nicht mehr alleine sein möchte, will er bis er 30 Jahre alt ist seine Frau fürs Leben finden und sie heiraten. Doch die Jahre vergehen und er verliebt sich unglücklich, findet Frauen, die er nur mag, aber nicht liebt und geht sogar zu einer Wahrsagerin.
Sein Freund André stellt ihm dann die entscheidende Frage: Findet man die große Liebe, wenn man nach ihr sucht oder begegnet sie ihm einfach und er muss sie nur entdecken?

Der Autor Patrice Leconte hat hier mit seinem Romandebut ein wunderbares Buch geschaffen. Es bezaubert durch seinen einfachen aber nicht langweiligen oder übertriebenen Schreibstil. Er beschreibt die Lage von Thomas so anschaulich und nachvollziehbar, dass sich der Leser ab der ersten Seite in ihn hineinversetzen kann.

Der Roman hat mir sehr gut gefallen und ich gebe ihm eine klare Leseempfehlung!

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Rezension zu "Die Liebe ist ein guter Grund, den Ärmelkanal zu durchschwimmen" von Patrice Leconte

Patrice Leconte zeigt auf, dass es mehr als nur die Liebe gibt - Selbstliebe steht hier ganz oben
britsbookworldvor 2 Jahren

Das kleine Büchlein von Patrice Leconte "Die Liebe ist ein guter Grund den Ärmelkanal zu durchschwimmen" ist kein Liebesroman im herkömmlichen Sinn.

Ich hab dem Buch 3 1/2 Sterne gegeben, da ich es zwar wirklich schön zum Lesen empfand, mir aber das gewisse Etwas fehlte. Worum geht es in diesem Buch? (Ohne Spoiler natürlich)

Es geht um einen Mann namens Gerald, der in seinem ganzen Leben niemals richtig Beachtung gefunden hat. Schon als Kind, der jüngste von insgesamt fünf Kindern, wurde er mehr oder weniger komplett ignoriert und überhaupt nicht wahrgenommen. Dieses Gefühl ein niemand zu sein, jemand der keinerlei Beachtung erfährt, zieht sich durch sein gesamtes Leben und auch mit Anfang dreißig stellt er dies fest.
Sei es in seinem Job bei einer Bank, seinen Nachbarn, seinen Kollegen, niemand achtet auf ihn. Und doch gibt es da eine Person, die ihn zu bemerken scheint - ihr Name: Victoire.

Und wie könnte man eine Frau eher auf sich aufmerksam machen, als ihr einen Brief zu hinterlassen, dass sie auf ihn warten soll, an einem gewissen Ort zu einer gewissen Zeit, weil er sich vorgenommen hat für sie den Ärmelkanal zu durchschwimmen....

Meine Meinung:
Dieses Buch ist in meinen Augen kein Liebesroman, sondern eher eine Reise zu sich selbst. Gerald soll es gelingen aus seiner eigenen Unsichtbarkeit zu entkommen, zu entdecken, dass er viel mehr ist, als ihn all die Menschen um sich herum haben glauben lassen. Ein Stück weit mehr zu sich selbst finden und zu bemerken, dass man vielleicht nicht sein Herz an eine Person verlieren sollte, mit der man nicht mehr als nur ein paar Worte bisher gewechselt hat....

Ich konnte den Ansatz den Leconte hier versuchte zu ermitteln verstehen, die komplette Tiefe, dass einem ein Buch nachdenklich zurücklässt, die fehlte mir hier jedoch. Es ist ein, wie soll ich sagen? Netter, kleiner Roman. Den man lesen kann, aber nicht unbedingt muss.

Wer von dem Autor jedoch mal etwas lesen möchte, dem kann ich seinen anderen Roman : "Heute wegen Glück geschlossen" wärmstens empfehlen. Da mich dieses Buch wirklich begeistern konnte :) 

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Zusätzliche Informationen

Patrice Leconte wurde am 11. November 1947 in Paris (Frankreich) geboren.

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