Patricia Brooks Die Grammatik der Zeit

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Inhaltsangabe zu „Die Grammatik der Zeit“ von Patricia Brooks

„Die Straße ist leer und düster wie der Himmel. Da ist nichts. Nur ein Auto. Keine Landschaft. Spielt auch keine Rolle. Die Szene interessiert mich nicht. Ich träume. Träume Silvies Stimme… kalt und ärgerlich. Ich kann nicht verstehen, was sie sagt, verschenke den Augenblick. Das Auto entgleitet mir. Das Zeitgefüge kollabiert.“

Eine Geschichte mit einer interessanten Zeitproblematik und einer Beziehung, die typische Phasen durchlebt.

— lisibooks

Ein verworrenes Spiel mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft!

— miro76

Anfangs verwirrend, am Ende ergibt aber alles einen Sinn. Distanz zu den Charakteren. Besonderer Sprachstil.

— Julie209

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  • Rezension zu "Grammatik der Zeit"

    Die Grammatik der Zeit

    lisibooks

    11. February 2016 um 18:56

    Der namenlose Ich-Erzähler in „Die Grammatik der Zeit“ wird von seiner Freundin Sylvie verlassen. Um mit der Trennung klar zu kommen, besucht er eine gute Freundin, Judith. Als er in der Gegend an einem See vorbeifährt, stößt er auf eine junge, geheimnisvolle Frau, die verwirrt von einem Autounfall mit ihrem Exfreund berichtet. Auf einer von Judith veranstalteten Party treffen sich der Erzähler und die junge Frau, eine Tänzerin mit dem Künstlernamen Carlos, wieder und beginnen eine lockere Beziehung. Mit der Zeit häufen sich rätselhafte Ereignisse und der Erzähler beginnt, sich selbst und seine Wahrnehmung in Frage zu stellen. „Die Grammatik der Zeit“ ist mir wegen des Titels und des schönen Covers sofort ins Auge gesprungen. Ich lese sehr gerne Bücher, die in irgendeiner Weise eine Zeitproblematik enthalten und konnte auch hier von Anfang an miträtseln und auf merkwürdige Erscheinungen der Zeit achten, was mir sehr gefallen hat. Zu Beginn ereignet sich die Trennung zwischen dem Erzähler und Sylvie und die distanzierte, teils gefühllose und gleichgültige Art des Erzählers, der mich etwas an Homo Faber erinnert, hat mich angesprochen. In Rückblenden lässt die Autorin die Beziehung des Erzählers zu Sylvie von ihrem ersten Treffen an Revue passieren und thematisiert einige typische Beziehungsprobleme, die einen so manches Mal zum Schmunzeln bringen können. Das Zeitgefüge wird nach der Begegnung mit Carlos immer sonderbarer und am Ende findet eine Auflösung des Ganzen statt, die mich persönlich nicht zufriedengestellt hat und etwas ratlos zurücklässt. Ich hätte mir mehr Rafinesse gewünscht, denn was nun wirklich hinter den verwirrenden Erscheinungen in der Zeit steckt, war mir zu einfach. Der Schreibstil der Autorin lässt sich sehr schnell und flüssig lesen, wobei ich die kurzen Sätze besonders zu Beginn des Romans erst einmal gewöhnungsbedürftig fand. Zum Ende, kurz vor der Auflösung, kam noch einmal besondere Spannung auf, da man als Leser unbedingt wissen wollte, wie dem Erzähler alles klar wird. Fazit: „Die Grammatik der Zeit“ bietet eine Geschichte mit einer interessanten Zeitproblematik und erzählt von einer Beziehung, die typische Phasen durchlebt, in denen sich einige sicher selbst wiederfinden.

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  • die Möglichkeit einer Zeitschleife

    Die Grammatik der Zeit

    miro76

    Der Erzähler, ein Mann in der Dreißigern, der eine Softwarefirma mit einem Freund betreibt, wird von seiner Freundin Sylvie verlassen. Erst merkt er es gar nicht, denn sie reist nach New York und erst im Laufe der Zeit wird ihm bewusst, dass bei dieser „Geschäftsreise“ etwas anders ist. „Vielleicht ist die Tatsache, dass Silvie mich verlassen hat, auch eine Chance, denke ich. Zwischen meinem alten Leben mit Silvie, das zu Ende ist, und meinem neuen Leben ohne sie, das noch nicht so recht begonnen hat, in diesem Zwischenbereich steckt eine Möglichkeitsform. Und die werde ich nutzen. Was hab ich schon zu verlieren?“                                                    (S.27) Irgendwie hat man das Gefühl, er realisiert nicht wirklich, was das für ihn bedeutet. Er scheint in einer Leere zu stecken, die er füllt, indem er sich ins Programmieren stürzt. Er hat nämlich den Auftrag erhalten ein Spiel zu programmieren und das war immer schon ein Traum von ihm. Um sich gänzlich dem Spiel widmen zu können, zieht er sich ins Salzkammergut zurück, ins Haus einer alten Freundin im mystischen Altaussee. Dort begegnet er einer mysteriösen Tänzerin namens Carlos und die Ereignisse beginnen immer verworrener zu werden. Gespräche scheinen nicht stattgefunden zu haben, Blutflecken erscheinen auf einem Hemd, Begegnungen ereignen sich die aus raum-zeitlichen Gründen nicht möglich sein können und sein Computerspiel weist einen verwirrenden Fehler auf, der nicht zu korrigieren ist. Mitten in der Lektüre hat man als Leser das Gefühl, die Geschichte entgleitet irgendwie. Nichts scheint mehr zusammenzupassen, der rote Faden der Handlung verliert sich. Und obwohl ich ja bereits aus dem Klappentext wusste, dass es irgendwie Probleme mit dem Zeitgefüge gibt, ist mir nichts mehr schlüssig erschienen. Also habe ich weitergelesen und war erstaunt, wie Patricia Brooks es geschafft hat, den Kreis zu schließen und wunderbarerweise  auch noch Licht ans Ende des Tunnels zu setzen. Ein schönes Happy-End! Ein spannendes Buch für alle die der Möglichkeit einer Zeitschleife nicht ganz abgeneigt gegenüberstehen. Der Ich-Erzähler im Buch wird seine Möglichkeitsform aus dem Zwischenbereich sicher nutzen!

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    • 2

    kingofmusic

    27. January 2016 um 12:01
  • Leserunde zu "Die Grammatik der Zeit" von Patricia Brooks

    Die Grammatik der Zeit

    patbro

    „Mit einem Mal wird mir klar, dass da eben etwas geschehen ist. Silvie hat mich verlassen. Seltsamerweise bin ich darüber nicht schockiert. Ich fühle mich überrumpelt. Ohne Vorwarnung in den Rücken geschossen. Aber sonst fühle ich nichts, nichts Bestimmtes. Kein Bedauern. Keinen Zorn. Keinen Schmerz. Als wäre zwischen mir und meinen Gefühlen ein Leerraum, eine weiße Zone.“ Als er von seiner Freundin Silvie verlassen wird, wird der Ich-Erzähler in eine Reihe merkwürdiger Ereignisse hineingezogen, die ihn immer tiefer in einen Zustand der Erschöpfung treiben. Silvie fliegt nach New York, ohne die Trennung zu begründen. Als er sich ins Salzkammergut zurückzieht, um dort ein Computerspiel zu programmieren, lernt er unter rätselhaften Umständen die Tänzerin Carlos kennen, die sich in ihn verliebt. Plötzlich verschwinden Dinge spurlos, Verlorenes taucht unerwartet auf. Manche Gespräche scheinen nie stattgefunden zu haben. Carlos wird von einem mysteriösen Fremden verfolgt, und ihr Verhalten wird immer seltsamer. Und das Computerspiel hat einen unerklärlichen Steuerungsfehler, den zu beheben ihm nicht gelingt. Wird er langsam verrückt oder kollabiert tatsächlich das Zeitgefüge? Was ist tatsächlich Gegenwart, was Vergangenheit und was ist Zukunft?  

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    • 66
  • ein Pageturner

    Die Grammatik der Zeit

    Mrs. Dalloway

    In diesem Buch wird der Ich-Erzähler von seiner Freundin Silvie verlassen. Dies ist er Beginn einer Reihe rätselhafter Ereignisse. Erst am Ende wird sich alles auflösen. Auch wenn das Thema (was ist Zukunft, Vergangenheit, Gegenwart?) relativ komplex ist, so liest sich dieses Buch doch ausgesprochen schnell. Die Seiten flogen mir nur so unter den Händen dahin. Mir gefällt die Ich-Perspektive sehr gut, denn so konnte ich mich besser in die Hauptfigur hineinversetzen und seine Gedankengänge und seine Verwirrung besser nachvollziehen. Fazit: Ein nicht ganz anspruchsloses, aber dafür umso reizvolleres Buch, das garantiert fesselt!

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    • 2
  • Zeitgefüge, Beziehungsgeflecht, Liebesgeschichte....

    Die Grammatik der Zeit

    Marakkaram

    Silvie hatte sicher einen oder mehrere gute Gründe, mich zu verlassen. Die Zeit, als unser Zusammensein unkompliziert glücklich war, liegt eine Weile zurück. Zwei Jahre. Oder drei. So genau kann ich das nicht festlegen. Die Zeit hat über die lange Strecke der Jahre, die wir zusammen waren, begonnen, sich zu einer Art Teppich zu verweben, wo alles ineinander verschlungen ist, so dass man einzelne Stränge nicht mehr so ohne Weiteres herausschälen kann. "Die Grammatik der Zeit" ist eine fesselnde Geschichte, die sich einem erst nach und nach erschliesst. Anfangs glaubt man eine ganz alltägliche Trennungsgeschichte zu lesen. Okay, der namenlose, verlassene Ich-Erzähler kommt manchmal ein wenig unterkühlt rüber, aber dennoch leidet er... irgendwie. Nach ein paar Tagen beschliesst er eine alte Freundin am Altaussee zu besuchen, um dort ein wenig abzuschalten und in Ruhe ein Computerspiel, an dem er grade arbeitet, zu beenden. Eines Abends lernt er dort unter recht mysteriösen Umständen eine Frau namens Carlos kennen oder kennt er sie bereits? Ihn beschleicht immer häufiger das Gefühl, das mit dem Zeitgefüge etwas nicht stimmt und seine Erinnerungen durcheinander geraten... Dinge verschwinden plötzlich - Verloren geglaubtes taucht unerwartet auf - Gespräche scheinen nie stattgefunden zu haben.... ~ ~ ~ Mein erster Roman der östereichischen Autorin und sie vermochte mich von der ersten Seite an zu fesseln. Patricia Brooks hat eine unglaublich schöne und klare Sprache - distanziert, objektiv und trotzdem vermag sie Emotionen damit zu transportieren. Und auch, wenn manchmal gar nicht so viel zu passieren scheint, ist dieser mysteriöse Spannungsbogen immer präsent und lässt einen nicht los. Man ahnt nicht nur, man weiß, irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht - kann es aber nie so recht greifen. Die Autorin spielt sehr gekonnt mit dem Zeitgefüge und hält den Leser genauso im Dunkeln wie den Ich-Erzähler. Und obwohl er einem gar nicht mal unbedingt sympatisch ist, verfolgt man seine Geschichte mit Spannung und begegnet seiner gnadenlosen emotionalen Ehrlichkeit mit Sympathie. Viel mehr möchte ich aber auch gar nicht verraten... Fazit: Ein sehr schöner, leicht mystischer Roman, der so manches Beziehungsgebilde unaufdringlich und wie nebenher unter die Lupe nimmt. Absolut lesenswert. Und ich freue mich schon auf weitere Romane der Autorin.

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    • 3

    miro76

    06. January 2016 um 21:12
  • Die Grammatik der Zeit --> und am Ende ergibt alles einen Sinn

    Die Grammatik der Zeit

    Julie209

    04. January 2016 um 16:06

    „Die Grammatik der Zeit“ von Patricia Brooks (19,90€, erschienen am 15.05.15 im Verlag Wortreich)   Der Ich-Erzähler wird von seiner Freundin Silvie plötzlich verlassen und ab dem Zeitpunkt kommen immer wieder seltsame Ereignisse vor. Er beginnt ein Computerspiel zu programmieren und zieht sich zu einer guten Freundin ins Salzkammergut zurück. Dort trifft er auch auf die Tänzerin Carlos, die scheinbar einen Autounfall hatte, aber nicht darüber sprechen möchte. Als in seinem Programm ein Steuerungsfehler auftritt, scheinen sich die seltsam Ereignisse zu häufen: Eine Wunde am Arm ohne erkennbare Ursache. Gespräche, die nachher doch nicht stattgefunden haben. Carlos wird von einem mysteriösen Fremden verfolgt. Gegenstände, die verschwinden und plötzlich wieder auftauchen.   Der Einstieg in die Geschichte war gut. An den Schreibstil der Autorin musste ich mich allerdings noch gewöhnen. Sie schreibt mit vielen kurzen Sätzen und setzt Spiegelstriche statt Anführungszeichen am Anfang einer Wörtlichen Rede. Ungewöhnlich war es auch, dass der Leser bis zum Schluss nicht den Namen des Ich-Erzählers erfährt. Ich kann nicht genau sagen, woran es für mich lag, aber ich war das ganze Buch über irgendwie emotional distanziert von der Handlung. Vielleicht lag es an den kurzen Sätzen oder am Ich-Erzähler selbst, der irgendwie relativ gefühlskalt gegenüber seiner Freundin rüberkam. Schade. Im Laufe des Buches wurde die Handlung immer verwirrender und die seltsamen Ereignisse ergaben bei mir im Kopf ein eher chaotisches Bild von der Handlung. Umso erstaunlicher habe ich es empfunden, das die Autorin ein klares und wirklich sinnvolles Ende setzen konnte, das auch noch all die seltsamen Ereignisse erklären konnte! Das hat mir sehr gut gefallen! Der Titel „Die Grammatik der Zeit“ passt wirklich sehr gut zur Geschichte. Denn es geht um Zeit, Zeitwahrnehmung und die Chancen, die sie uns vielleicht gibt. Auch das Cover ist wirklich sehr hübsch. Es zeigt eine Person, die dem Betrachter abgewandt sitzt und scheinbar nachdenklich in den blauen Hintergrund schaut. Hinten im Buch steht, dass das Cover extra von einer Künstlerin für dieses Buch entworfen wurde und es passt gut zur Stimmung im Buch, die mich auch eher nachdenklich gestimmt hat. Hier an der Stelle möchte ich auch noch etwas für die olfaktorischen Freunde einwerfen: Das Buch hat wirklich wunderbar nach Holz und Papier gerochen! Die Charaktere waren gut gestaltet, mit genau der richtigen Tiefe. Silvie blieb mir allerdings etwas rätselhaft, aber da wir sie ja der Sicht des Ich-Erzählers kennengelernt haben, wird er sie ja auch niemals ganz kennen. Ich kann nicht genau sagen, ob Silvie mir sympathisch war. Es gab Stellen, da konnte ich ihre Handlungen wirklich verstehen, an anderen wieder um  nicht. Dennoch war es genau das, was sie als guten Charakter in der Geschichte aus gemacht hat. Die Geschichte ist etwas für euch, wenn ihr gerne Bücher lest, die noch etwas nachwirken und wo am Ende plötzlich fast alles einen Sinn macht. Ihr solltet aber auch leicht fantastische Elemente mögen. Zum Schluss möchte ich mich noch beim Verlag Wortreich und der Autorin Patricia Brooks für das Rezensionsexemplar bedanken!   Zusammenfassend gesagt: Eine Geschichte, deren Fäden am Ende zusammenlaufen, noch nachwirkt und meinen Blick auf die Zeit etwas verändert hat. Trotz Distanz zu den Charakteren besticht das Buch mit dem besonderen Sprachstil der Autorin.

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