Patricia Cornwell Predator

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Inhaltsangabe zu „Predator“ von Patricia Cornwell

The latest instalment in the internationally acclaimed series of crime novels featuring the medical examiner, Dr Kay Scarpetta.
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  • Rezension zu "Predator" von Patricia Cornwell

    Predator
    Madame Swann

    Madame Swann

    20. April 2011 um 16:30

    Wie jeder Cornwell-Thriller ist auch „Predator“ (deutscher Titel: "Defekt") gut und flüssig zu lesen, allerdings fehlt es diesmal im Vergleich zu den vorhergehenden Bänden deutlich an Spannung. Die Story ist dünn, wirkt konstruiert und auch die Auflösung des Falls ist äußerst dürftig. Der kontinuierliche Abwärtstrend der Serie, die ich mal so gerne gelesen habe, ist für mich seit „Blow Fly“ / „Die Dämonen ruhen nicht“ zu beobachten, seit Cornwell die Erzählperspektive gewechselt hat, seitdem nicht mehr in der ersten Person aus Sicht Kay Scarpettas, sondern in der dritten Person aus Sicht verschiedener Figuren erzählt wird. Mit Kay Scarpettas charakteristischer Stimme ist für mich der besondere Charme der Bücher verloren gegangen. Und nicht nur das. Allgemein lässt Cornwells Stil spätestens seit „Trace“ / „Staub“ deutlich zu wünschen übrig. Vieles wirkt auf einmal klischeebelastet, zum Teil einfach nur platt, zum Beispiel wenn immer wieder betont wird, wie toll und attraktiv Lucy doch aussieht. Geäußert von einem personalen Erzähler steht dieser Satz als allgemeingültige Aussage im Raum und nicht mehr als subjektive Meinung Kay Scarpettas. Diese hat das zwar auch oft gesagt oder gedacht, aber aus dem Mund von Lucys Tante klingt eine solche Äußerung einfach anders, als wenn ein neutraler Erzähler das einfach behauptet. Zeigen nicht behaupten, liebe Frau Cornwell, das lernt man doch bereits in jedem Creative-Writing-Grundkurs... Überhaupt habe ich den Eindruck gewonnen, dass Patricia Cornwell ihr Handwerk nicht mehr richtig beherrscht, zu schlampig arbeitet oder ganz einfach die Lust an ihrer Thriller-Serie verloren hat. So geht zum Beispiel auch die Entwicklung der Figuren rapide bergab. Sie sind alle nur noch ein Schatten ihrer selbst, flach, mit Klischees beladen, unsympathisch, nervig. Sie wirken nicht mehr glaubhaft, haben ihre Liebenswürdigkeit, ihre Authentizität verloren. Mal ganz abgesehen von der Inkonsistenz ihres Alters (was mich auch schon in den ersten, noch sehr guten Bänden etwas gestört hat). Obwohl explizit erwähnt wird, dass zwischen den einzelnen Büchern mehrere Jahre vergangen sind, werden die Protagonisten keinen Tag oder unterschiedlich schnell älter. Zu Beginn der Serie ist Kay um die 40 und Lucy 10, später ist Lucy fast 30 (sehr viele Bände lang…) und Kay 46. Auch der ständige Arbeitsplatzwechsel der verschiedenen Figuren seit „Blow Fly“ nervt und ist teilweise etwas unglaubwürdig. Dass Lucy, das hochbegabte Wunderkind, mit 25 durch selbst entwickelte Computerprogramme Millionärin geworden ist und ihre eigene Firma gegründet hat, okay, darüber lässt sich ja vielleicht noch hinwegsehen, wobei ich sagen muss, dass ich sie viel lieber dauerhaft beim FBI oder ATF gesehen hätte und glaube, dass dies auch der kompletten Serie besser getan bzw. viel interessantere Entwicklungsmöglichkeiten geboten hätte. Aber dass Lucy nun auch noch ein privates Forensic-Training-Center gegründet hat und dort sowohl ihre Tante als auch Pete Marino als ihre Angestellten für sie arbeiten, wirkt einfach nur an den Haaren herbeigezogen. Vor allem fragt man sich als Leser, was denn jetzt eigentlich aus dem Letzten Revier, Lucys erster Firma, geworden ist, die auf einmal mit keinem Wort mehr erwähnt wird. „Predator“ ist für mich definitv der schlechteste der 14 Kay-Scarpetta-Romane, die ich bisher gelesen habe. Mit diesem Band hat die Reihe endgültig ihre gerade Linie, ihren Charme und ihre spezielle Atmosphäre verloren.

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