Inhalt:
Das Land ist gesplittet, der christliche Glaube soll durchgesetzt und die alten Götter verdammt werden – notfalls mit Gewalt. Das führte zur Splittung zweier Nachbardörfer, in denen sich eines der Oberhäupter zum christlichen Glauben bekehren ließ, um sein Volk zu retten, das andere Dorf seinen alten Göttern aber treu blieb und nunmehr danach trachtet, seine verräterischen Nachbarn zu vernichten. Zwischendrin stehen die Kinder der Clanältesten mit einer Liebe á la Romeo und Julia, die nicht sein darf sowie die Franken, die gekommen sind, um auch die letzten Abtrünnigen ihrem Glauben zuzuführen und zu bekehren – oder sie zu beseitigen.
Meine Meinung:
Der Geschichte liegt ein historischer Hintergrund zugrunde, dem eine verzweifelte Liebesgeschichte innewohnt. Die Religion beherrscht zu jener Zeitepoche sämtliches Denken und Handeln auch der Protagonisten dieses Buches, sodass aus Freunden Feinde wurden.
Der Erzählstil der Autorin ist sehr flüssig und gut verständlich, historische Begriffe werden mit Fußnoten erläutert und fließen einwandfrei in die Geschichte ein. Zeitgenössische Redewendungen machen das Buch sehr authentisch und ich fühlte mich wirklich in die Zeit zurückversetzt. Die Beschreibungen von Orten und Personen waren verständlich, an manchen Punkten hätte ich mir mehr Details gewünscht, insbesondere zum Alter der Protagonisten, denn so dauerte es einige Kapitel, bis ich mir hier ein klares Bild verschaffen konnte. Sehr schön beschrieben fand ich übrigens die zahlreichen Kampfszenen. Vielen Schriftstellern gelingt es nicht, kämpferische Handlungen nachvollziehbar zu erläutern, aber P.J. hat ein wirkliches Talent dafür. Ich habe mich an keiner Stelle gefragt „wo hat der denn jetzt das Schwert her“ oder „wann hat der sich denn verletzt“. Dieser Aspekt nimmt einen nicht unerheblichen Teil der Story ein und ich finde daher wirklich wichtig zu erwähnen, wie klar und greifbar diese Szenen erzählt sind.
Die zwei ehemals befreundeten Clans wurden von der Autorin sehr schön ausgearbeitet, sie bieten beide umfangreiche Charaktere mit eigenen Wesenszügen, die sich gut nachvollziehen lassen. Es fällt dem Leser daher unheimlich schwer, Partei für die Franken oder die Sachsen zu ergreifen, da jeder für sich verständlich denkt und handelt. Im Laufe der Geschichte versteifen sich die Fronten zunehmend, Gut und Böse sind nicht zu unterscheiden, da diese in beiden Parteien in Form verschiedener Protagonisten vertreten sind. Ich habe mit Spannung die kriegerische Fehde zwischen den Dörfern verfolgt und wusste wirklich zunächst nicht, für wen ich hoffen und mitfiebern sollte.
Was ich weniger verfolgt habe, war die Liebesgeschichte im Hintergrund, die mich ehrlich gesagt ziemlich kalt gelassen hat, da ich die beiden Betreffenden nicht besonders mochte. Dabei ist es mir bei noch keinem Buch untergekommen, dass ich mit den Hauptprotagonisten eines Buches so gar nichts anfangen konnte.
ACHTUNG SPOILER!
Die vermeintliche Heldin des Buches – Liutgard – konnte ich nicht leiden, weil sie ihre Freunde, Familie und ihr ganzes Volk verraten hat. Einige mögen das als „Willensstark oder kämpferisch“ bezeichnen, vielleicht sogar im Kontext als „romantisch“; ich tendiere in ihrem Fall eher zu „verlogen und intrigant“. Aber das muss jeder Leser für sich herausfinden.
Ich konnte mich eher mit den „offensichtlichen“ Bösewichten dieser Story identifizieren, da sie für mich wenigstens geradlinig und ehrlich waren und ich ihr Handeln nachvollziehen konnte.
Fazit:
Liebhabern historischer Kriegsromane möchte ich dieses Buch gerne empfehlen, denn die Kampfhandlungen waren zahlreich und sehr anschaulich beschrieben, man konnte mitfiebern, es war durchweg spannend, teilweise sogar nervenzerrend und einmal mitten im Geschehen konnte ich dann kaum aufhören zu lesen. Doch wer das Buch eher wegen der Romanze lesen möchte, dem würde ich aus meiner sehr subjektiven Sicht davon abraten. Trotz einiger sehr intimer Szenen im Buch konnten mich diese nicht packen, die Autorin findet ihr Talent wirklich eher in aktionsgeladenen Darstellungen als in schnulzigen Liebelein.






