Patricia Highsmith Carol

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Inhaltsangabe zu „Carol“ von Patricia Highsmith

Die Geschichte von Carol Aird – einer verheirateten, gesellschaftlich gutgestellten, reifen Frau und Mutter – und der neunzehnjährigen Therese Belivet, die verlobt ist, Bühnenbildnerin werden möchte und als Teilzeitverkäuferin arbeitet. Während Therese vom ersten Augenblick an von Carol fasziniert ist, hat Carol zuerst noch Skrupel, sich mit einer Frau einzulassen. Als sie sich schließlich für Therese entscheidet, sieht sie sich vom Verlust ihres Kindes, ihres Zuhauses und ihrer finanziellen Versorgung bedroht. Nie wieder schrieb Patricia Highsmith, die den Roman unter dem Eindruck einer persönlichen Begegnung begann, so sinnlich, so poetisch, so erotisch.

Eine der schönsten Geschichten, die ich kenne

— edward_fairfax_rochester
edward_fairfax_rochester

Wunderschöne Liebes- und Entwicklungsgeschichte!

— loveisfriendship
loveisfriendship

Berührend, Bewegend, ein Spiegel der 50er Jahre in Amerika! Ein Buch über die Liebe, die Toleranz und das Unverständnis der Gesellschaft!

— Juerg
Juerg

Highsmith einmal ganz anders. Die Liebesgeschichte zweier Frauen gelang der Meisterin der subtilen Spannung gewohnt topp. Lesenswert!

— CorneliaHaertl
CorneliaHaertl

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  • Ihrer Zeit voraus

    Carol
    mabahu

    mabahu

    New York. 50er Jahre. Therese Belivet ist eine 19- Jährige, voll von Träumen, gefangen in einem Job, den sie hasst, in einer Beziehung aus Bequemlichkeit und Zuneigung, statt Liebe. Ihr Leben scheint erst zu beginnen, als sie der kultivierten und verführerischen Carol Arid begegnet. Carol, die inmitten einer schweren Scheidung steckt und um das Sorgerecht für ihre Tochter kämpfen muss, zieht Therese völlig in Ihren Bann. Doch als sich beide ihren Gefühlen hingeben, müssen sie bald erkennne, wie viel sie zu verlieren haben.. "I feel I am in love with you, and it should be spring. I want the sun throbbing on my head like chords of music. I think of a sun like Beethoven, a wind like Debussy, and a bird-calls like Stravinsky. But the tempo is all mine." Highsmith schafft eine perfekte nostalgische Atmosphäre und zeichnet in ihrem Roman ein Bild jener Zeit. Die Geschichte ist außergewöhnlich für 1952, Highsmith bricht Konventionen und eröffnet ein leises Versprechen, schenkt Hoffnung. Auch eine Ihrer Protagonistinnen, Carol, ist ihrer Zeit voraus und muss dafür bezahlen. Trotzdem lässt sie sich ihrer Freiheit und ihren eigenen Willen nicht nehmen. Ein Frauenbild das man sich als Vorbild nehmen kann, mit einer eindeutigen Nachricht: Steh für dich ein und sei du selbst. Immer. Der Kontakt und die Beziehung zu Carol verändern Therese, lassen sie Erwachsener werden. Carol ist nicht nur Liebende und Liebhaberin, sondern fungiert auch als Lebenslehrerin. Für uns alle. Auch wenn die Protagonisten zwei Frauen sind, die sich verlieben, würde ich es nicht strikt aus Frauen- oder Lesbenliteratur bezeichnen. Der Roman lebt nicht durch plumpe Frauenerotik, sondern durch ein realistisches Bild, der Widerspiegelung der damaligen Gesellschaft und einer Geschichte, die berührt und mit Spannung zu lesen ist. Ähnlich wie bei Romeo und Julia handelt es von einer Liebe, die durch gesellschaftliche Konventionen eigentlich nicht sein darf und trotzdem ist. Die Geschichte erzählt von Risiken, die man im Leben eingehen muss für etwas, das man wirklich will und um sich selbst treu zu sein. Sie erzählt von Mut. Die Stimmung des Romans ist ambivalent. Einerseits sind da die Beengung der Gesellschaft und die Begrenzung der persönlichen Entfaltung, Traurigkeit und Verzweiflung. Auf der anderen Seite stehen aber auch Liebe, Träume, Sehnsüchte, Hoffnung und der Befreiungsschlag einzelner Personen. Wie sie Stimmung ist auch die Sprache oft ambivalent: Manchmal ist sie klar und nüchtern, dann wieder malerisch und voller Tragweite. Eines ist sie jedoch immer: Sie besticht in leisten Tönen, übertreibt nie. Liebesszenen sind, wenn explizit beschrieben, nicht aufdringlich, sondern poetisch. 1952 wurde das Roman als "The price of salt (Deutsch: Salz und sein Preis) veröffentlicht. Da es sich jedoch explizit um zwei Frauen handelt und deren Liebesbeziehung dreht, wurde es nicht von ihrem bisherigen Publizist veröffentlicht. Außerdem veröffentlichte sie zuerst unter dem Pseudonym "Claire Morgan" und erst 1991 steht ihr Name auch auf den Buchcover. Allein in den USA verkaufte sich der Roman anfangs über 1 Millionen Mal, trotz der schweren Kritik daran. Sie schrieb über ein damaliges Tabuthema. Dennoch schuf sie ein neues Bild einer Beziehung zweier Frauen mit Ernsthaftigkeit, leiser Erotik, Spannung und der Hoffnung, dass es trotz der Gesellschaft Hoffnung geben kann. Vielen Homosexuellen, die in der damaligen Zeit lebten, schenkte sie Mut. Wie Patricia Highsmith 1991 im 'Afterword' schrieb: " I never wrote another book like this." (Kleine Anmerkung: Ich habe das Buch in Originalsprache gelesen. Deshalb kann ich nichts zur deutschen Übersetzung sagen. Der Inhalt bleibt jedoch der selbe, unverkennbar)

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  • Rezension zu "Carol" von Patricia Highsmith

    Carol
    alma

    alma

    02. April 2007 um 12:09

    !952 Eine mutig-fesselnde, dicht und nuanciert erzählte Liebes-Selbstfindungs-Erwachsenwerd-Geschichte die von Zeit zu Zeit in den Kitsch abzudriften droht, dann aber so ironisch zwinkert, dass man auch eine Mondnacht mit Händchenhalten und der frühen Amsel verzeihen könnte. Geschildert wird von einer (ja, abgedroschen, ich weiß) schicksalhaften Begegnung zweier Frauen, ihrer nicht wenig obsessiven Art sich aufeinander einzulassen und schließlich den Konsequenzen die es in den 50ern zu tragen galt: der abendteuerliche Versuch einer Reise, Beschattung, Kindesentzug, Aufrieb aneinander bis fast tragisch sich alles verdichtet und sich unsere junge Freundin Therese langsam finden darf - nicht zuletzt weil die Titelheldin ihre Reife und Gewissheit gnadenlos auszuspielen weiß und so formend EInfluss nimmt, schult, nicht umbringt aber härter macht. Zu Beginn kommt das Buch recht verwirrend, etwas unmotiviert daher, Schilderungen, Versuche von Weisheiten am Rande, ein unwirtliches Millieu - Therese, die junge Möchtegernbühnenbildnerin führt eine frustrierend einsame wenn auch bequeme Beziehung, landet schließlich jobbend im Kaufhaus und lernt dort Carol kennen - so weit so gut, wenn auch etwas zäh. Ab hier, ich verpreche es, ist Highsmith wie gelöst, wie aus einer Starre hochgeschreckt - vielleicht um uns erst ein wenig zu langweilen damit wir dann voller Dankbarkeit den Beginn der Liebesgeschichte verfolgen? So könnte es gewesen sein. Für das heutige Verständnis gibt es einige Ecken - gerade junge LeserInnen werden hier und da die Augenbrauen gen Stirn ziehen und sich irgendwo finden zwischen verdutzt und amüsiert - aber so wars eben, damals.

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