Patricia Highsmith Der Schrei der Eule

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Inhaltsangabe zu „Der Schrei der Eule“ von Patricia Highsmith

Ein Mann beobachtet nach Büroschluß ein junges Mädchen beim Kochen. Er stellt sich ins schützende Dunkel und schaut. Indem er ein einziges Mal zu nah ans Haus herantritt, wird er entdeckt und in dieses scheinbar idyllische Leben, das er nur aus der Entfernung sehen wollte, unentrinnbar hineingesogen. Ein Roman über die Unmöglichkeit der Liebe, vermeintliche und echte Verrücktheit und die Unvermeidbarkeit des Bösen.

Der Schrecken steht zunächst zwischen den Zeilen, wirkt dann jedoch zunehmend konstruiert

— Amilyn

Ein Buch, das von der Atmosphäre lebt und nicht von Spannung.

— Fleur91

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  • Nicht Highsmiths bestes Buch

    Der Schrei der Eule

    Amilyn

    24. November 2017 um 10:51

    Hin und wieder beobachtet Robert nach Feierabend eine junge Frau durch ihr Küchenfenster und genießt die scheinbare Idylle, die sie und ihr Verlobter leben. Als sie ihn eines Tages erwischt, glaubt er, dass sie sofort die Polizei rufen wird, doch sie lädt ihn zu sich ein, und damit beginnt für Robert eine regelrechte Abwärtsspirale. Man merkt schon zu Beginn sehr deutlich, dass dieser Roman bereits im Jahr 1962 in den USA zum ersten Mal erschienen ist und die Ereignisse auch in etwa zu dieser Zeit stattfinden. Die beiden männlichen Hauptpersonen, Robert und Greg, der Verlobte der jungen Frau, sind 29 und 28 Jahre alt, wirken aber aus heutiger Sicht sehr viel älter. Jenny, die weibliche Hauptfigur, wird jedoch trotz ihrer 23 Jahren ständig von den Männern als "Mädchen" bezeichnet, obwohl sie bereits ein eigenes Haus hat und eine gute Arbeitsstelle. Mit einer Frau ist man entweder sofort verlobt, wenn man Interesse an ihr hat oder trifft sich lieber gar nicht auf freundschaftlicher Basis mit ihr. Alles muss sofort in "ordentliche Verhältnisse" gebracht werden, und so heiratet Roberts Exfrau z. B. im Laufe des Romans bereits zum dritten Mal. Wo sie gehen und stehen zünden sich sämtliche Charaktere erst einmal eine Zigarette an, etwas, das in heutigen Romanen ebenfalls so gut wie überhaupt nicht mehr erwähnt wird - eine Sache, die mir erst aufgefallen ist, als ich sie hier im Schrei der Eule auf gefühlt jeder zweiten Seite las.  Und so merkt man durch viele kleine und große Dinge, dass die Zeit, in der die Geschichte spielt, nicht aus dem heutigen Blickwinkel heraufbeschworen wurde, sondern authentisch ist. Auch sehr schnell bemerkt man, dass Robert, der zu Beginn als Spanner (heute würde man natürlich Stalker sagen) vor Jennys Küchenfenster steht und somit ein paar zweifelhafte Gefühle beim Leser weckt, noch der "normalste" Charakter in dieser Geschichte ist. Durch den eigentlich harmlosen Fehler, den er mit seinen heimlichen Beobachtungen begeht, die (zu dieser Zeit) weder gesetzeswidrig sind, noch ihn auf sexueller Ebene anziehen, wird er immer tiefer in einen wahren Albtraum gezogen. Leider steht Robert fast völlig aktionslos daneben und lässt alles mit sich geschehen. Selbst als um ihn herum die Menschen sterben und er dafür verantwortlich gemacht werden soll, bleibt er sehr passiv, verstrickt sich wegen Kleinigkeiten in Widersprüche und will Informationen nicht preisgeben, weil er ein Versprechen gegeben hat. Obwohl ihm das Ausmaß seiner Situation durchaus bewusst zu sein scheint, lässt er sich weiter wie eine Flipperkugel hin und her schießen. Das machte ihn für mich leider sehr unsympathisch, überhaupt mochte ich keine der Figuren, trotzdem hat es die Autorin geschafft, meinen Gerechtigkeitssinn in sofern anzusprechen, dass ich daran interessiert war, wie es für Robert ausgeht und sogar gehofft habe, dass er ein Happy End bekommt. Der Schrecken, der zunächst zwischen den Zeilen steht, wird ab etwa der Hälfte zunehmend realer und aufdringlicher - und wirkt auch mehr und mehr konstruiert. Jede Kleinigkeit, die Robert widerfährt, fliegt ihm postwendend nach kurzer Zeit um die Ohren. Dazu kommt noch die Detailverliebtheit der Autorin in manchen Szenen, in denen jeder Handgriff der Charaktere beschrieben wird und ich mich bei jeder Kleinigkeit fragte: "Trägt das zerbrochene Cognacglas jetzt zur Atmosphäre bei oder schlitzt sich damit demnächst noch jemand unabsichtlich die Pulsadern auf?" Dass in einem Thriller, wenn man Der Schrei der Eule denn als solchen bezeichnen will, nichts ohne Grund passiert, ist klar, doch es sollte für den Leser so gemacht sein, dass er es erst bemerkt, wenn das Zahnrädchen einrastet. Zusätzlich ergaben sich durch die teilweise sehr detaillierten Beschreibungen im Tun der Figuren Längen, obwohl ich nicht finde, dass irgendeine Szene im Buch überflüssig gewesen wäre. Fazit: Ich empfinde den Schrei der Eule nicht als Patricia Highsmiths bestes Buch. Einiges wurde zu lang gezogen und in der zweiten Hälfte wirkten die Ereignisse zunehmend konstruiert. Die Charaktere waren mir allesamt äußerst unsympathisch, der Hauptcharakter blieb komplett passiv und schien sich nicht einmal für sein Schicksal zu interessieren, trotzdem habe ich ihm ein gutes Ende gewünscht. Insgesamt konnte mich der Roman nicht ganz überzeugen, bekommt aber gute 3*** von mir.

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  • Typisch Highsmith!

    Der Schrei der Eule

    bettina_hofbauer

    10. September 2014 um 08:48

    Mit "Der talentierte Mr. Ripley" hat damals alles angefangen. Da habe ich mich in Patricia Highsmith "verliebt". Seitdem kann ich an keinem Buch von ihr vorbei gehen, ohne es zu kaufen. Auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. "Der Schrei der Eule" ist mal wieder eine Meisterleistung. Highsmith taucht tief und schonungslos in die menschliche Psyche ein. Sie seziert die Beziehungen aller Protagonisten bis ins Kleinste, aber ohne dabei abzudriften oder langweilig zu werden. Die junge Jenny verliebt sich mit Haut und Haaren in den älteren Robert, den sie zufällig kennenlernt, als er um ihr Haus schleicht. Bis zum persönlichen Kennenlernen fühlte er sich von ihr angezogen. Doch dann musste er plötzlich feststellen, dass eine Beziehung zwischen ihnen nicht möglich ist. Er hat sich in etwas verlaufen, das er irrtümlicherweise mit Gefühlen und Anziehungskraft verwechselt hatte. Jenny's Verlobter verkraftet die Trennung von Jenny nicht und versucht alles, um Roberts Leben von Grund auf zu zerstören. Angefangen von einem Komplott mit seiner Exfrau bis zu mehreren versuchten Mordanschlägen. Spannung und Dramatik - ein absolut lesenswertes Buch!

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  • Der Schrei der Eule

    Der Schrei der Eule

    Fleur91

    06. September 2014 um 21:50

    Die Thematik des Buches hat mich angesprochen und daher wollte ich es unbedingt lesen. Es geht um einen Mann, der eine Frau bei der Hausarbeit beobachtet. Eines Tages entdeckt sie ihn, aber anstatt die Polizei zu rufen, bittet sie ihn hinein. Nach und nach dreht die Frau den Spieß um. Ihr Freund ist von dem neuen Konkurrenten allerdings alles andere als begeistert. Die Geschichte klingt im ersten Moment recht spannend, aber im Grunde entwickelt sich alles recht langsam. Das Buch lebt viel mehr von der Atmosphäre und den Charakteren, als von der Spannung. Und das ist auch genau das, was mich bei der Stange gehalten hat. Es hat mich einfach interessiert, wie es mit den Leuten weitergeht. Zum Ende hin fand ich es aber dann doch recht langatmig und zäh. Ich war froh, als ich es dann endlich durch hatte. Von mir bekommt das Buch 2 Sterne.

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  • Rezension zu "Der Schrei der Eule" von Patricia Highsmith

    Der Schrei der Eule

    MarlaSinger

    17. January 2010 um 16:04

    Im Zentrum dieser Erzählung steht der depressive und sanftmütige Graphiker Robert, der seit einiger Zeit eine junge Frau durch ihr Küchenfenster beobachtet. Doch dieses Beobachten hat keine sexuelle Motivation; er erfreut sich schlichtweg daran, eine scheinbar glückliche, junge Frau bei der Verrichtung ihrer Alltagsroutine zuzuschauen, was auf ihn tröstlich wirkt. Doch eines Tages wird er von ihr erwischt, doch statt die Polizei zu rufen und ihn wegen seiner voyoristischen Tätigkeit zu bestrafen, interessiert sie sich für ihn. Die beiden treffen sich immer öfter und sie verliebt sich ihn; verlässt sogar ihren Verlobten Greg. Robert erwidert ihre Gefühle jedoch nicht. Die Eifersucht und der Rachedurst des verschmähten Verlobten führt schließlich zu tragischen Ereignissen. Die Passivität Roberts führt bringt ihm immer neue Schicksalsschläge. Er, der eigentlich bewusst kaum Beziehungen zu anderen Menschen sucht, wird durch Jennys Verliebtheit in die Rolle eines Partners hineingedrängt. Seine Handlungsunfähigkeit lässt ihn auch seit geraumer Zeit die Beleidigungen seiner Exfrau Nicky, eine durch und durch bösartigen Frau, ertragen. Man denkt zwischendurch immer wieder, man müsse ihn helfen und hat Mitleid, weil er für seine Mitmenschen immer der Schuldige ist, dabei ist er nur Opfer unglücklicher Verkettungen. Für Jenny symbolisiert er letztendlich den Tod, was sie ihm in ihrem Abschiedsbrief mitteilt und auch der Leser kann nach einigen Ereignissen kaum noch daran zweifeln. Das Buch ist sehr traurig geschrieben. Highsmith schafft es mal wieder aus scheinbaren Alltagsbanalitäten Alptraumsituationen zu erschaffen, die gar nicht so abwegig oder gar zu konstruiert erscheinen. Ihre Hauptcharaktere wirken authentisch und vielschichtig. Die Story ist trotz ihres Anspruchs schnell durchgelesen, das Ende sicherlich nicht gut verdaulich, wie in ihren sonstigen Erzählungen. Auch dieses mal hat sie es geschafft einen Roman zu schreiben, der einen nachhaltig zum Nachdenken anregt.

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