Zwei Fremde im Zug

von Patricia Highsmith 
4,2 Sterne bei50 Bewertungen
Zwei Fremde im Zug
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (41):
QueenDebbys avatar

Der Klassiker über den scheinbar perfekten Mord.

Kritisch (3):
katha_strophes avatar

An sich interessante Story, aber für mich sind die Charaktere zu psycho und die Erzählweise viel zu langatmig.

Alle 50 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Zwei Fremde im Zug"

Zwei Fremde im Zug New York-Texas entdecken und planen das perfekte Alibi für zwei. Aus einem Moment der Unachtsamkeit heraus wird Haines zum Komplizen Brunos, der ihn auf eine schiefe Bahn mitnimmt, auf der es kein Festhalten und keine Moral mehr gibt und auch kein Entrinnen. Ein Roman über gefährlich verschwimmende Identitäten und die Unausweichlichkeit der Schuld. 'Zwei Fremde im Zug' ist Patricia Highsmiths erster veröffentlichter Roman, durch den sie dank Alfred Hitchcocks Verfilmung über Nacht weltberühmt wurde.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257234015
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:447 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:28.03.2003
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.11.1998 bei DHV Der HörVerlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne21
  • 4 Sterne20
  • 3 Sterne6
  • 2 Sterne3
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Unzertrennlichs avatar
    Unzertrennlichvor 3 Monaten
    Zwei Fremde im Zug

    Schreibstil


    Auf der Suche nach älteren Krimis, die eher meinen Geschmack treffen als diese typischen "Ermittler"-Geschichten, die gerade in diesem Genre vorherrschen, bin ich auf Patricia Highsmith gestoßen. Ihr Debütroman, der auch von Alfred Hitchcook verfilmt wurde, hat dabei mein besonderes Interesse geweckt und so wurde "Zwei Fremde im Zug" mein erstes Buch der Autorin.


    Und was soll ich sagen? Mir liegen ältere Krimis einfach mehr. Im Mittelpunkt der Bücher von Patricia Highsmith steht eher das "Whydunit", also das große "Warum" hinter einem Verbrechen, das scheinbar ein Durchschnittsmensch begeht. Mir liegt dieses Konzept des Krimis eher als das bekannte "Whodunit", denn die Ermittlungsarbeit und die Tätersuche selbst interessieren mich weniger als beispielsweise die Hintergründe zur Tat.


    Patricia Highsmith Debütroman ist hierbei ein sehr psychologisches Werk. Was bringt einen normalen Menschen dazu einen Mord zu begehen? Wie kommt es zur Überschreitung der Grenze zwischen Gut und Böse?


    Charaktere


    Guy Haines


    Guy ist ein sehr netter, gebildeter und gesetzestreuer Mann, der einfach nur glücklich sein möchte. Leider ist er an die falsche Frau geraten, die ihn betrogen hat und nun auch noch ein Baby erwartet - das natürlich nicht von ihm ist.


    Guy sagt zwar, dass er Miriam, seine Noch-Frau, hasst, aber schnell wird klar, dass es ihm gar nicht möglich ist, sie wirklich zu hassen. Ganz im Gegenteil, er will nur schnell die Scheidung durchbringen, damit er endlich glücklich werden kann - er hat nämlich selbst eine wundervolle Frau getroffen, die seine gesamte Zukunft darstellt.


    Im Zug trifft Guy dann unglücklicherweise auf Charles Bruno. Die beiden verstricken sich in ein Gespräch, das sich leider in eine unangenehme Richtung entwickelt. Bruno will Guys Noch-Frau umbringen, dafür soll Guy Brunos Vater ermorden.


    Guy hält das alles natürlich für einen Spaß. Er selbst hat nicht eine Sekunde an Mord gedacht, er will nur endlich frei und glücklich sein. die Worte Brunos hält er deswegen für einen Scherz - doch dann passiert tatsächlich ein Mord ...


    Charles Bruno


    Bruno ist sehr depressiv, in sich gekehrt und irgendwie verloren. Er ist besessen von dem Gedanken, den perfekten Mord zu begehen. Dabei treibt ihn wahrscheinlich eher der eigene Wunsch an, jemanden zu töten. In Guy, einen sehr rechtschaffenen und überaus freundlichen Typen, findet er dann endlich eine Art Rechtfertigung, muss er doch nun für seinen neuen "Freund" für Gerechtigkeit sorgen.


    Bruno selbst verabscheut seinen Vater, der ihm, seiner Meinung nach, jeglicher Freiheit beraubt hat. Der Vater hat die Mutter, die Bruno abgöttisch liebt, betrogen und die Familie zerstört. Vielleicht auch ein Grund, wieso Bruno zu solch einem Menschen wurde.


    Dass Bruno selbst längst wahnsinnig geworden ist, wird schnell klar, als er bereit ist, seinen Plan, den Gys in keinster Weise zugestimmt hat, in die Tat umzusetzen. Seine Abschnitte in diesem Buch waren sehr verstörend, sehr erschreckend und haben für ordentlich Spannung gesorgt. Im Gegensatz zu Guy hat er nämlich die Grenze zwischen "Gut" und "Böse" längst überschritten!


    Meine Meinung


    "Zwei Fremde im Zug" von Patricia Highsmith hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. Wir nehmen sofort an der verhängnisvollen Zugfahrt teil, sind beim ersten Aufeinandertreffen von Bruno und Guy dabei und werden dann mit diesem sehr einseitigen Plan für den perfekten Mord konfrontiert.


    Bruno sieht in Guy sofort einen Verbündeten, einen Leidgenossen und einen Freund. Er lässt nicht locker, übt enormen Druck aus und versucht, Guy zu einem Komplizen zu machen. Interessant ist hier auf jeden Fall der Charakter von Guy. Als Leser empfand ich sofort Sympathie, denn Guy ist wirklich ein guter Kerl, jemand, der niemanden etwas Böses will und einfach nur selbst sein Glück finden möchte.


    Umso trauriger ist es, in was der gutherzige Guy denn hier verwickelt wird. "Zwei Fremde im Zug" passt vom Titel hier sehr gut, denn für die beiden Männer kennen sich im Grunde überhaupt nicht. Guy möchte keinen Kontakt zu Bruno, während Bruno sich ein Scheinbild von Guy erstellt. Er sieht ihn plötzlich als besten Freund, als Helfer, obwohl er im Grunde nichts, rein gar nichts, über ihn weiß. Bruno idealisiert Guy hier also, muss irgendwann aber feststellen, wie verschieden sie doch in Wahrheit sind.


    Bruno meint zu Beginn des Krimis, dass JEDER Mensch böse werden und einen Mord begehen kann. Das ist sehr interessant, denn er ist es, der hier ungemein Druck auf Guy auswirkt und ihn schließlich auch, wie eine Marionette, in die gewünschte Richtung führt. Für mich war die Geschichte gerade aus psychologischer Sicht ungemein fesselnd. Kann wirklich jeder Mensch eine Straftat begehen?


    Das Ende fand ich, gerade aus moralischer Sicht, ungemein passend und wichtig. Es geht um Schuld,  um die Frage, nach dem Gewissen und natürlich auch um Gerechtigkeit. Kann Gleiches immer mit Gleichem vergolten werden? Ist manchmal das eigene Gewissen nicht der härteste Richter?


    Fazit


    "Zwei Fremde im Zug" war mein erstes und definitiv nicht mein letztes Buch von Patricia Highsmith. Die Geschichte ist aus psychologischer Sicht ungemein fesselnd, verstörend und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Kann wirklich jeder Mensch böse werden?

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    MarlaSingers avatar
    MarlaSingervor 9 Jahren
    Rezension zu "Zwei Fremde im Zug" von Patricia Highsmith

    Auf meinen vierten Highsmith Roman bin ich gestoßen, weil mich die Inhaltsangabe angesprochen hat. Es geht darin um zwei sehr unterschiedliche Männer, die sich im Zug kennenlernen: Den versoffenen Bruno, der bisher auf Kosten seiner Eltern gelebt und nie gearbeitet hat und der erfolgreiche, ehrgeizige und fleißige Architekt Guy, beide um die Ende 20. Bruno, scheinbar angetrunken und verrückt, schlägt einen Mord über Kreuz vor: Er bringe Guys Exfrau Miriam vor, von der dieser im Verlauf der Fahrt erzählt hat und Guy töte dafür im Gegenzug Brunos Vater. Guy distanziert sich von diesen Plänen. Da er jedoch sein Buch mit seiner Adresse in Brunos Abteil vergessen hat, kann ihn dieser kontaktieren und lässt ihm keine Ruhe mehr. Es geht soweit, dass Bruno Miriam tötet und seinem neugewonnen Freund nachstellt, ihn permanent unter Druck setzt seinen Part einer nicht geschlossenen Abmachung zu erfüllen. Irgendwann gibt Guy nach und tötet Mr.Bruno im Glauben, er hätte jetzt endlich Ruhe. Doch Bruno kontaktiert ihn weiterhin, scheinbar begeistert von Guy und seinem perfekten Leben mit seiner tollen Frau.
    Die Gefühle Guys werden sehr anschaulich beschrieben, man kann sich richtig in ihn hineinversetzen, wie er mit sich ringt. Es plagen ihn Schuldgefühle und neben seiner Abscheu zu Bruno empfindet er in manchen Augenblicken eine fast brüderliche Zuneigung zu ihm. Man stellt sich auch die Frage, ob es Bruno nur darum geht, dass sein Vater sterben soll oder ob er seinem neuen Freund beweisen möchte, dass jeder in der Lage ist zu töten. Will er nur an Guys Leben teilnehmen oder will er ihn zerstören? Warum lässt er ihn, nachdem dieser seine Schuld erfüllt hat, nicht in Ruhe? Was führt der gewitzte Detektiv im Schilde, der am Mord an seinem alten Freund Mr.Bruno ermittelt im Schilde?
    Fazit: Wieder einmal ein gelungener Highsmith Roman, der zeigt, dass ein ganz normales Leben in wenigen Minuten zerstört werden kann und das jeder im Prinzip zu allem fähig ist, wenn er unter extremen Druck steht.

    Kommentieren0
    14
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Zwei Fremde im Zug" von Patricia Highsmith

    Ein HAMMERBUCH!
    Rezi folgt noch.

    **

    Es sind ein paar Tage vergangen, in denen ich den Debütroman erst einmal sacken lassen musste/wollte. Wie nun die Worte finden, für einen Eindruck, der sich kaum mit Worten beschreiben lässt!?
    Hier ein Versuch:

    **

    Zwei Fremde im Zug New York - Texas. Guy Haines, ein junger, aufsteigender Architekt und Ästhet, lernt den reichen, arbeitslosen Sohn eines Fabrikbesitzers, Charles Bruno, kennen. Bruno, aufdringlich und von einer unmöglichen Idee besessen, verwickelt Haines in ein Gespräch und bietet diesem einen unerhörten Deal an: einen Mord über Kreuz.

    Er, Bruno, wolle Haines selbstsüchtige Noch-Frau Miriam ermorden, damit Haines für seine neue Freundin Anne frei wäre; als Gegenleistung solle Haines den verhassten Vater Brunos umbringen. Zwei Morde ohne Motiv. Zwei perfekte Verbrechen.
    Meint Bruno.
    Haines ist nicht überzeugt davon, entzieht sich Brunos Aufdringlichkeit, gerät aber später auf Grund einer für ihn unerklärlichen Faszination in den Bann Brunos und so nehmen die Dinge ihren Lauf.

    **

    Vordergründig handelt es sich bei diesem Debüt um einen Krimi. Beginnt man zu lesen, fällt doch recht schnell auf, dass dieser erste Eindruck nicht ganz korrekt ist. Das erste Indiz: Das Platonbuch, welches Haines im Zug liegen lässt.
    Viel mehr als um einen gewöhnlichen Krimi handelt es sich hier um einen vielschichtigen psychologischen Roman mit einer intensiven Charakterstudie - Gut (Haines) - Böse (Bruno), in dem die Spannung nicht zu kurz kommt, meiner Meinung nach, aber das ist sicher Geschmacksache, denn jeder definiert Spannung anders.

    **
    Ganz besonders beeindruckt hat mich die Dichte der vorhandenen Themen: Ästhetik, Ethik, Homosexualität, Alkoholismus.
    Patricia Highsmith hatte eine außerordentliche Gabe, komplexe innerliche Vorgänge in glasklaren und treffsicheren Worten darzustellen, wie ich es von anderen Schriftstellern in dieser Perfektion nicht kenne.
    Bemerkenswert, dass Highsmith diesen Roman 29jährig schrieb.
    **

    Hier ein Ausschnitt, der mir wegen des Bildes besonders gut gefällt:
    Guy erwachte mit schwerem Kopf und schweißüberströmt. Er setzte sich auf und ließ einen mißtrauischen Blick durch das Zimmer wandern. Glitschige, nasse Geräusche erfüllten es, als würde eine Schlange sich über den zementierten Hof winden und mit ihrem Schuppenpanzer gegen die Mauern klatschen. Mit einemmal erkannte er das Geräusch: Es war Regen, ein sanfter, silbriger Sommerregen. Er ließ sich auf das Kissen zurücksinken und begann leise zu weinen. Er dachte an den Regen, der in schrägen Bahnen fiel und zu fragen schien: Wo ist das junge Leben, das mich braucht? Wo ist die grüne Rebe, Anne, die uns in unserer Jugend die Liebe war?, hatte er letzte Nacht auf das zerknüllte Blatt geschrieben. Der Regen wusste, wo er das junge Leben fand, das ihn brauchte, ihn erwartete. Was in den Hof fiel, war nur Überschuß. Wo ist die grüne Rebe, Anne....

    **

    Aus dem hervorragenden Nachwort Paul Ingendaays geht der zeitliche Kontext des Werks im Leben Highsmith hervor. Laut Ingendaay ist "Zwei Fremde im Zug" eine chiffrierte Autobiografie. Bezugnehmend auf Ihre zahlreichen Tage- und Notizbücher lässt sich diese Vermutung belegen.

    **

    Abschließend bleibt mir noch zu erwähnen, dass ich im Laufe der Geschichte, nach anfänglichem Abscheu, immer mehr in den Bann Brunos (des Bösen) geraten bin. Er ist eine böse Figur, die ich sehr mochte. Lebendig, durchtrieben, aber enorm liebesfähig erscheint er mir tausendmal interessanter als Guy, die eigentliche Hauptfigur des Romas.
    In einem Tagebuch vermerkt Highsmith: "I love him." !
    Bruno ist eine Figur, die trotz ihrer Bösartigkeit nonchalant daher kommt und sich aufdringlich aber dennoch subtil in das Herz des Lesers schleicht.

    Kommentieren0
    22
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Rezension zu "Zwei Fremde im Zug" von Patricia Highsmith

    laaaaaangatmig - gääähn

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    katha_strophes avatar
    katha_strophevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: An sich interessante Story, aber für mich sind die Charaktere zu psycho und die Erzählweise viel zu langatmig.
    Kommentieren0
    Noellis avatar
    Noellivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Wow-Effekt blieb aus. Trotzdem keine schlechte Geschichte.
    Kommentieren0
    QueenDebbys avatar
    QueenDebbyvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der Klassiker über den scheinbar perfekten Mord.
    Kommentieren0
    Lees avatar
    Lee
    petronellas avatar
    petronella
    schwamm89s avatar
    schwamm89

    Ähnliche Bücher für noch mehr Lesestunden

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks