Patricia Melo

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Autor von Leichendieb, Leichendieb: Thriller und weiteren Büchern.

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Patricia MeloLeichendieb
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Leichendieb
Leichendieb
 (13)
Erschienen am 21.03.2014
Patricia MeloLeichendieb: Thriller
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Leichendieb: Thriller
Leichendieb: Thriller
 (5)
Erschienen am 23.04.2013
Patricia MeloO Matador
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O Matador
O Matador
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Erschienen am 01.01.1999
Patricia MeloSchwarzer Walzer
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Schwarzer Walzer
Schwarzer Walzer
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Erschienen am 22.09.2005
Patricia MeloInferno
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Inferno
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Patricia MeloLost World
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Lost World
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Erschienen am 01.10.2009
Patricia MeloInfierno/ Inferno
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Infierno/ Inferno
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Erschienen am 28.02.2005
Patricia MeloBlack Waltz
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Black Waltz
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Erschienen am 01.11.2005

Neue Rezensionen zu Patricia Melo

Neu
A

Rezension zu "Leichendieb" von Patricia Melo

Trauriger Held - gelungener Krimi
Annette_vor 4 Jahren

Worum es in "Leichendieb" geht, haben die Rezensentinnen und Rezensenten vor mir bereits eingehend beschrieben. Da ich etwas spät dran bin - habe den Roman erst vor zwei Wochen entdeckt - lasse ich die Inhaltsangabe also weg.

"Leichendieb" ist zunächst einmal ein richtig guter Krimi: der Plot ist spannend und die Figuren handeln schlüssig.Die Suche nach dem Täter entfällt, weil wir ihm auf Schritt und Tritt folgen, ohne zu wissen, was als Nächstes kommt. Diese Nähe hat zugegebenermaßen auch etwas Verstörendes, Komplizenhaftes.  Darüber hinaus ist für mich bei aller Krimibegeisterung immer wichtig, ob die Handlung einen Bezug zur Wirklichkeit hat. Das zu beurteilen, liegt in diesem Fall ganz klar jenseits meines Erfahrungshorizonts. Also habe ich micht auf Patricia Melos Blick eingelassen, was mir nicht schwerfiel. Sie hat einen sehr klaren Erzählstil, sparsam und gerade heraus, fängt Widersprüche ein und urteilt nicht. Zum Drogendealer oder zum Opfer zu werden - diese beiden Optionen liegen ganz dicht bei einander, das begreift man schnell. Ebenso schmal ist der Grad zwischen lebensrettenden und fatalten Entscheidungen. 

Patricia Melos Roman hat mich berührt, alles ist irgendwie "löchrig" (um es mal schwammig auszudrücken), also von Zweifel oder Verrat besetzt: Zweisamkeit, Familie oder Freundschaft. Das trifft nicht nur auf die "anderen" zu, sondern auch die namenlose Hauptfigur . Der Erpresser ist ein trauriger Held, seine Aktionen sind auch mit seiner eigenen Geschichte verknüpft. Das lenkt ihn. Er spürt es und der Leser auch.

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Rezension zu "Leichendieb" von Patricia Melo

Der absolute Oberhammer!
Nilvor 5 Jahren

Der Roman Leichendieb von Patrícia Melo ist ein spannungsgeladener, thrillerartiger und vor allem ein großartiger Roman! Der Tropen-Verlag hat hiermit ein wahres Meisterwerk in seinem Programm.
Erst einmal zum Inhalt: Der Protagonist und Ich-Erzähler war mal ein CallCenter-Manager in Sao Paulo, der leichtsinnigerweise eine Mitarbeiterin schlug. Da diese sehr labil war, brachte sie sich um, er verlor seinen Job und ging in die Pampa zu seinem Cousin an der Grenze zu Bolivien.
Nun ist er dort, haust in einem Loch hat Geldsorgen und macht nix aus seinem Leben. Bis er eines Tages angeln geht, wie so oft, aber diesmal passiert etwas unglaubliches. Ein kleines Flugzeug stürzt in der Nähe in den Fluß. Natürlich eilt er hin um zu helfen, aber der Pilot ist tot. Ohne zu denke nimmt unser Protagonist seine Uhr und seinen Rucksack mit.
In diesem Rucksack befindent sich unter anderem ein Kilo Kokain. Damit beginn seine Misere und er schlittert immer weiter in den Verbrechersumpf hinein.
Ein grandios kurzweilig erzählter Roman. Harte, präzise, sehr glaubwürdige Sprache. Es macht Spaß diese Prosa zu lesen und man kann sich schnell in die Figuren einfinden und mitleiden.
Auch die Buchgestaltung des Tropenverlages ist ein Highlight. Mir persönlich gefällt der Schriftsatz, Zeilenabstand und Schrifttyp sehr gut.
Fazit: Ein rundum gelungener Krimi! Sehr lesenswert!

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M

Rezension zu "Leichendieb" von Patricia Melo

Den Kopf über Wasser halten
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Zunächst geht es für den Ich-Erzähler des Romans weder um den Diebstahl einer Leiche noch überhaupt um irgendeine kriminelle Handlung. Doch das wird sich umgehend ändern, als er, bei einem Angelausflug, den Absturz eines kleinen Flugzeuges miterlebt.

 

Der Pilot stirbt vor seinen Augen und, was soll es schaden, flugs nimmt er den Rucksack und die Armbanduhr des Piloten mit. Kann man immer gebrauchen. Das da auch noch ein Beutel mit Kokain zu finden ist, das aber ist schon ein anderes Kaliber.

 

Es ist schon schwer genug, in diesem kleinen Nest in Brasilien irgendwie durchzukommen, ein wenig Geld durch den Verkauf des Kokains kann da nicht schaden. Nur, dass er sich den falschen Partner sucht. Nur, dass ihm sein Schweigen als Zeuge des Absturzes keine Ruhe lässt. Nur, dass er von der Freundin des eigenen Cousins nur schwer die Finger lassen kann. Nur, dass, einmal Lunte gerochen, das vermeintlich leicht verdiente Geld durch Drogen sehr reizt.

 

Wobei er in der Zwischenzeit der Familie, vor allem der Mutter des toten Piloten auch nahe gekommen ist. Eigentlich suchte er Kontakt nur, um dort beruhigend zu wirken, doch, wie so vieles in der Geschichte, nehmen die Ereignisse eine ganz eigene Dynamik auf, die ihn letztlich in große Zwickmühlen geraten lassen wird.

 

Nicht immer einfach zu lesen ist dieser Thriller. Sprachliche Ticks der Hauptperson (aus seinem alten Beruf als Call-Center Agent hat er es sich angewöhnt, Gedanken und Sätze mit einem „Over“ zu beenden, was manches Mal den Leser fast schon nervt). Durchgehend aber ist Patricia Melo nah an der Atmosphäre dieses „Brasiliens von Unten“.

Überlebenskampf, Geld ist rar, Korruption überall, scheinbar solide Väter und Familienoberhäupter haben da noch ganz andere „Familien“ mit in Petto. In dieser Gemengelage einen klaren, eigenen Weg zu gehen, das fällt schwer. Und diese innere Schwierigkeit, die bringt Melo nachfühlbar immer wieder auf den Punkt, lässt den Leser daran teilhaben, wie der Protagonist der Geschichte mehr und mehr sich verstrickt.

 

„Lange Zeit hatte ich geglaubt, Schlechtigkeit erfordere einen langen Lernprozess. In jenen Tagen begriff ich, dass das Schwere ist, ein guter Mensch zu sein....... Die Schlechtigkeit aber ist uns schon von Geburt an eingeimpft wie ein angeborenes Virus, das nur den passenden Moment abwartet, um in Erscheinung zu treten“.

 

Wobei „Schlechtigkeit“ in Form einer moralischen Verkommenheit nicht der rechte Begriff für das Handeln des Ich-Erzählers wäre. Es ist das menschlich allzu menschliche, dass in mehr und mehr in Situationen hineinbringt, in welchen er „schlecht“ handelt. Wie er sich entwirrt? Ob ihm das überhaupt gelingt, wenn sich die Schlingen enger zusammenziehen, dass ist der innere Spannungsbogen des Buches, der den Leser durchaus bis zum Ende bei der Stange hält. Trotzdem Melo die Geschichte rein als ständigen Gedankenfluss erzählt und daher kaum kribbelnde Spannung durch den Aufbau gefährlicher Situationen erzeugt.

 

Alles in allem ein atmosphärisch dichter, die Lebensweise „unten“ in Brasilien gut vermittelnder Roman, der die fast zwangsläufige Entfaltung des „Schlechten“ im Menschen in intensiver Weise nachvollzieht.

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