Patricia Melo Leichendieb

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Inhaltsangabe zu „Leichendieb“ von Patricia Melo

Ein Päckchen Kokain liegt neben der Leiche eines jungen Mannes. Der Finder beschließt, es zu verkaufen, und verstrickt sich damit in eine Welt aus Betrug und Erpressung. Um zu überleben, muss er bald schon eine Menge Geld auftreiben. Mit einem perfiden Plan macht er sich an die schwerreichen Eltern der Leiche heran. Patricia Melos 'Leichendieb' ist ein spannender Thriller, der den Leser die moralischen Bedenken eines Mannes nachempfinden lässt, dessen kriminelle Handlungen sich wie eine Lawine steigern. Patrícia Melo bietet nicht nur ein bestechend genaues Porträt der Rauschgift-Mafia in Lateinamerika, sondern auch den Beweis, dass es manchmal nur eines winzigen Auslösers bedarf, um das Leben eines Menschen aus der Bahn zu werfen: In jedem steckt der Keim für das Böse.

Ich schließe mich allen an, die Euch den Roman von Patrícia Melo bisher empfohlen haben.

— Annette_
Annette_

GANZ UNBEDINGT LESEN! Überzeugende Sprache, hammer Story. Ein sehr toller spannender Roman, der weit mehr Leser verdient hat!

— Nil
Nil

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  • Buchverlosung zu "Die vielen Talente der Schwestern Gusmão" von Martha Batalha

    Die vielen Talente der Schwestern Gusmão
    Insel_Verlag

    Insel_Verlag

    Vom fabelhaften Vergnügen, über sich selbst hinauszuwachsen Seid Ihr bereit für eine kleine literarische Reise? Wie wäre es mit Rio de Janeiro in den 1940er Jahren? Wir haben die perfekte Dezemberlektüre für Euch: Martha Batalhas Debütroman Die vielen Talente der Schwestern Gusmão.Worum geht’s?Die beiden Schwestern Eurídice und Guida sind schön, mutig und eigensinnig. Sie leben im Rio de Janeiro der 1940er Jahre, doch auch wenn in der Stadt kosmopolitisches Flair herrscht, sollen Frauen vor allem eines sein: liebende Gattinnen und Mütter. Damit wollen sich die beiden Schwestern Gusmão allerdings nicht zufriedengeben. Und so ersinnen sie mit großem Einfallsreichtum immer wieder neue Wege, um ihrem Familienalltag zu entkommen. Ob als Köchinnen, Schneiderinnen oder Liebhaberinnen – die beiden erkämpfen sich ihr eigenes Glück. Und am Ende ihrer Reise werden sie herausfinden, dass die größte Lebensfreude dort verborgen ist, wo sie am allerwenigsten danach gesucht hätten …»Batalhas unfassbarer Sinn für Humor macht ihren Roman zu einem einzigartigen Leseerlebnis.« Alberto MussoWäre das was für Euch? Dann schaut mal in unsere Leseprobe » Wenn Ihr Lust habt, diesen humorvollen, nostalgischen Roman zu gewinnen, der vom unermüdlichen Optimismus zweier Frauen erzählt, bewerbt Euch bis zum 7. Dezember über den »Jetzt bewerben«-Button und beantwortet uns folgende Frage:Was ist Deine erste Assoziation zu Rio de Janeiro?PS: Um über alle Leserunden und Buchverlosungen aus dem Insel Verlag auf dem Laufenden zu bleiben, schaut mal hier vorbei ... Über die Autorin: Martha Batalha arbeitet als Journalistin, Kulturschaffende und Schriftstellerin. Sie ist Gründerin eines erfolgreichen Verlags, und sorgte dafür, dass die Ausstellung World Press Photo in Brasilien stattfand. Mittlerweile lebt und arbeitet sie in New York. »Die vielen Talente der Schwestern Gusmão« ist ihr Debütroman.

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  • Leserunde zu "Deutschland, deine Götter" von Gideon Böss

    Deutschland, deine Götter
    Klett-Cotta_Verlag

    Klett-Cotta_Verlag

    Es wird mal wieder Zeit für eine Leserunde. Diesmal mit einem sehr spannenden Sachbuch von Gideon Böss: »Deutschland, deine Götter. Eine Reise zu Kirchen, Tempeln, Hexenhäusern«, erschienen im Tropen Verlag. Seid dabei und erfahrt, woran in Deutschland so alles geglaubt wird HIER KÖNNT IHR INS BUCH REINLESEN. Infos zum Buch: Gideon Böss schaut sich zwischen Alpen und Nordsee um, ob auch etwas für seine bislang unerlöste Seele dabei ist. Die Auswahl ist groß, vielfältig – und sehr unterhaltsam. Längst haben wir in Deutschland amerikanische Verhältnisse. Zumindest was die religiöse Vielfalt angeht. Neben den Platzhirschen katholische und evangelische Kirche gibt es längst ein multikulturelles Durcheinander der verschiedensten Gottheiten. Magische Wölfe, verheiratete Hexen, gutmütige Aliens, fernöstliche Buddhas und ein lebendiger Johannes der Täufer. Egal welche Art der Seelenrettung dem Einzelnen zusagt, er wird für jede einen Anbieter finden. Gideon Böss reist durch das ganze Land, um sich mit Mitgliedern der verschiedensten Gruppen zu treffen und sich ihre Weltsicht erläutern zu lassen. Dabei entsteht eine kurzweilige und doch informative Momentaufnahme darüber, wie knapp fünfhundert Jahre nach Luther im Land der Reformation geglaubt, gebetet und gehofft wird. Kurzinfo zum Autor: Gideon Böss publiziert seit seinem Studium in verschiedenen Zeitungen, u. a. in Cicero und Focus. Seit 2008 schreibt er für DIE WELT die Online-Kolumne »Böss in Berlin«. Im Jahr 2014 erschien sein Roman »Die Nachhaltigen«. Er glaubt an keinen Gott, würde ihn aber trotzdem gerne mal kennenlernen. Seine Homepage finden Sie unter: www.gideonboess.de

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  • Leserunde zu "Die Bienen" von Laline Paull

    Die Bienen
    Klett-Cotta_Verlag

    Klett-Cotta_Verlag

    Und schon geht es in die nächste Leserunde! Wir möchten mit euch »Die Bienen«  von Laline Paull aus dem Tropen Verlag lesen. Seid ihr dabei? Infos zum Buch: Ihr Name ist Flora. Ihre Nummer 717. Sie ist ziemlich groß. Ihr Pelz ist struppig. Andere finden sie hässlich. Doch sie ist klug und mutig. Und sie kann sprechen! Flora 717 ist eine Biene. Laline Paull erzählt das ergreifende Abenteuer dieser außergewöhnlichen Biene in einer anderen und doch zutiefst vertrauten Welt. Flora 717 ist eine Säuberungsbiene aus der untersten Kaste im Bienenkorb. Ausgestattet mit Fähigkeiten, die ihren Rang weit überschreiten, steigt sie schnell auf und darf sogar an der Seite der Königin leben. Alles scheint perfekt. Doch ohne es zu wollen, gebiert Flora eines Tages ein Ei. Ein Umstand, der allein der Königin vorbehalten ist und bei Missachtung schwer bestraft wird. Es beginnt ein Wettlauf um Zeit, Nahrung und Geschicklichkeit, um ihr Leben und das ihres geliebten Kindes zu bewahren. Laline Paull inszeniert gekonnt einen Roman über Aufstieg, Liebe und Gerechtigkeit. HIER FINDET IHR EINE LESEPROBE Kurzinfos zur Autorin: Laline Paull studierte Englisch und Theaterwissenschaften in Oxford, Los Angeles und London, wo sie auch für das Royal National Theatre tätig war. Sie lebt mit ihrer Familie in England. »Die Bienen« ist ihr Debütroman. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbet euch doch und gewinnt eines der zehn Leseexemplare von unseren Bienen! Am 02.10.14 ziehen wir die Gewinner.

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  • Trauriger Held - gelungener Krimi

    Leichendieb
    Annette_

    Annette_

    23. May 2014 um 17:15

    Worum es in "Leichendieb" geht, haben die Rezensentinnen und Rezensenten vor mir bereits eingehend beschrieben. Da ich etwas spät dran bin - habe den Roman erst vor zwei Wochen entdeckt - lasse ich die Inhaltsangabe also weg. "Leichendieb" ist zunächst einmal ein richtig guter Krimi: der Plot ist spannend und die Figuren handeln schlüssig.Die Suche nach dem Täter entfällt, weil wir ihm auf Schritt und Tritt folgen, ohne zu wissen, was als Nächstes kommt. Diese Nähe hat zugegebenermaßen auch etwas Verstörendes, Komplizenhaftes.  Darüber hinaus ist für mich bei aller Krimibegeisterung immer wichtig, ob die Handlung einen Bezug zur Wirklichkeit hat. Das zu beurteilen, liegt in diesem Fall ganz klar jenseits meines Erfahrungshorizonts. Also habe ich micht auf Patricia Melos Blick eingelassen, was mir nicht schwerfiel. Sie hat einen sehr klaren Erzählstil, sparsam und gerade heraus, fängt Widersprüche ein und urteilt nicht. Zum Drogendealer oder zum Opfer zu werden - diese beiden Optionen liegen ganz dicht bei einander, das begreift man schnell. Ebenso schmal ist der Grad zwischen lebensrettenden und fatalten Entscheidungen.  Patricia Melos Roman hat mich berührt, alles ist irgendwie "löchrig" (um es mal schwammig auszudrücken), also von Zweifel oder Verrat besetzt: Zweisamkeit, Familie oder Freundschaft. Das trifft nicht nur auf die "anderen" zu, sondern auch die namenlose Hauptfigur . Der Erpresser ist ein trauriger Held, seine Aktionen sind auch mit seiner eigenen Geschichte verknüpft. Das lenkt ihn. Er spürt es und der Leser auch.

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  • Der absolute Oberhammer!

    Leichendieb
    Nil

    Nil

    05. January 2014 um 12:13

    Der Roman Leichendieb von Patrícia Melo ist ein spannungsgeladener, thrillerartiger und vor allem ein großartiger Roman! Der Tropen-Verlag hat hiermit ein wahres Meisterwerk in seinem Programm. Erst einmal zum Inhalt: Der Protagonist und Ich-Erzähler war mal ein CallCenter-Manager in Sao Paulo, der leichtsinnigerweise eine Mitarbeiterin schlug. Da diese sehr labil war, brachte sie sich um, er verlor seinen Job und ging in die Pampa zu seinem Cousin an der Grenze zu Bolivien. Nun ist er dort, haust in einem Loch hat Geldsorgen und macht nix aus seinem Leben. Bis er eines Tages angeln geht, wie so oft, aber diesmal passiert etwas unglaubliches. Ein kleines Flugzeug stürzt in der Nähe in den Fluß. Natürlich eilt er hin um zu helfen, aber der Pilot ist tot. Ohne zu denke nimmt unser Protagonist seine Uhr und seinen Rucksack mit. In diesem Rucksack befindent sich unter anderem ein Kilo Kokain. Damit beginn seine Misere und er schlittert immer weiter in den Verbrechersumpf hinein. Ein grandios kurzweilig erzählter Roman. Harte, präzise, sehr glaubwürdige Sprache. Es macht Spaß diese Prosa zu lesen und man kann sich schnell in die Figuren einfinden und mitleiden. Auch die Buchgestaltung des Tropenverlages ist ein Highlight. Mir persönlich gefällt der Schriftsatz, Zeilenabstand und Schrifttyp sehr gut. Fazit: Ein rundum gelungener Krimi! Sehr lesenswert!

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  • Den Kopf über Wasser halten

    Leichendieb
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    01. August 2013 um 10:01

      Zunächst geht es für den Ich-Erzähler des Romans weder um den Diebstahl einer Leiche noch überhaupt um irgendeine kriminelle Handlung. Doch das wird sich umgehend ändern, als er, bei einem Angelausflug, den Absturz eines kleinen Flugzeuges miterlebt.   Der Pilot stirbt vor seinen Augen und, was soll es schaden, flugs nimmt er den Rucksack und die Armbanduhr des Piloten mit. Kann man immer gebrauchen. Das da auch noch ein Beutel mit Kokain zu finden ist, das aber ist schon ein anderes Kaliber.   Es ist schon schwer genug, in diesem kleinen Nest in Brasilien irgendwie durchzukommen, ein wenig Geld durch den Verkauf des Kokains kann da nicht schaden. Nur, dass er sich den falschen Partner sucht. Nur, dass ihm sein Schweigen als Zeuge des Absturzes keine Ruhe lässt. Nur, dass er von der Freundin des eigenen Cousins nur schwer die Finger lassen kann. Nur, dass, einmal Lunte gerochen, das vermeintlich leicht verdiente Geld durch Drogen sehr reizt.   Wobei er in der Zwischenzeit der Familie, vor allem der Mutter des toten Piloten auch nahe gekommen ist. Eigentlich suchte er Kontakt nur, um dort beruhigend zu wirken, doch, wie so vieles in der Geschichte, nehmen die Ereignisse eine ganz eigene Dynamik auf, die ihn letztlich in große Zwickmühlen geraten lassen wird.   Nicht immer einfach zu lesen ist dieser Thriller. Sprachliche Ticks der Hauptperson (aus seinem alten Beruf als Call-Center Agent hat er es sich angewöhnt, Gedanken und Sätze mit einem „Over“ zu beenden, was manches Mal den Leser fast schon nervt). Durchgehend aber ist Patricia Melo nah an der Atmosphäre dieses „Brasiliens von Unten“. Überlebenskampf, Geld ist rar, Korruption überall, scheinbar solide Väter und Familienoberhäupter haben da noch ganz andere „Familien“ mit in Petto. In dieser Gemengelage einen klaren, eigenen Weg zu gehen, das fällt schwer. Und diese innere Schwierigkeit, die bringt Melo nachfühlbar immer wieder auf den Punkt, lässt den Leser daran teilhaben, wie der Protagonist der Geschichte mehr und mehr sich verstrickt.   „Lange Zeit hatte ich geglaubt, Schlechtigkeit erfordere einen langen Lernprozess. In jenen Tagen begriff ich, dass das Schwere ist, ein guter Mensch zu sein....... Die Schlechtigkeit aber ist uns schon von Geburt an eingeimpft wie ein angeborenes Virus, das nur den passenden Moment abwartet, um in Erscheinung zu treten“.   Wobei „Schlechtigkeit“ in Form einer moralischen Verkommenheit nicht der rechte Begriff für das Handeln des Ich-Erzählers wäre. Es ist das menschlich allzu menschliche, dass in mehr und mehr in Situationen hineinbringt, in welchen er „schlecht“ handelt. Wie er sich entwirrt? Ob ihm das überhaupt gelingt, wenn sich die Schlingen enger zusammenziehen, dass ist der innere Spannungsbogen des Buches, der den Leser durchaus bis zum Ende bei der Stange hält. Trotzdem Melo die Geschichte rein als ständigen Gedankenfluss erzählt und daher kaum kribbelnde Spannung durch den Aufbau gefährlicher Situationen erzeugt.   Alles in allem ein atmosphärisch dichter, die Lebensweise „unten“ in Brasilien gut vermittelnder Roman, der die fast zwangsläufige Entfaltung des „Schlechten“ im Menschen in intensiver Weise nachvollzieht.

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    Leichendieb
    MartinFelder

    MartinFelder

    25. July 2013 um 01:35

    Der Hauptfigur fällt ein Flugzeug vor die Nase. Der Pilot stirbt ausgerechnet in dem Moment, wo er das Glück hat, vom Erzähler gefunden zu werden. Bei der Leiche befindet sich ein Rucksack mit einem Kilo Kokain. Und so beginnt der der stetige Abstieg des Protagonisten, bei dem eine schlechten Entscheidung die nächste jagt. Dies alles (bis auf das plötzliche, begeisterte Mitarbeiten seiner Sulamita am abschliessenden Plan, der alle Probleme lösen soll) wird glaubhaft, nachvollziehbar und rasant erzählt. Unterhaltsam, düster. 

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  • Lesetipp aus Brasilien

    Leichendieb
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. July 2013 um 22:15

    Für den Leiter eines Callcenters aus São Paulo endet die Karriere, als sich eine gedemütigte Mitarbeiterin verzweifelt in den Tod stürzt. Der Manager kommt selbst ins Hadern, flüchtet nach Corumbá, ins Grenzgebiet zu Bolivien und Paraguay, und bekommt Unterschlupf bei einem Cousin. Dort in der Pampa gibt es kaum etwas Sinnvolles zu tun. Er angelt, stöhnt über die Hitze und die Schwüle und lässt sich durch die Tage treiben. Bis er Zeuge eines Flugzeugabsturzes wird. Am Wrack merkt er, dass er dem Piloten vermutlich nicht mehr helfen kann. Eher aus einer dummen Schnapsidee heraus nimmt er den Rucksack und die Uhr des Sterbenden mit: "Ich weiß nicht, wer es gesagt hat, aber es stimmt absolut, der Mensch ist nicht lange ehrlich, wenn er alleine ist." Mit diesem unüberlegten Fehltritt beginnt für den namenlosen Mann eine Serie von bösen Verkettungen und miserablen Zufällen. Er entdeckt Drogen im Rucksack und glaubt, diese mit professioneller Hilfe aus Bolivien vertreiben zu können. Neugierig treibt er sich am Anwesen der Familie des Toten herum. Denen fällt er auf, sie verwechseln ihn mit einem Bewerber, der als Chauffeur für die Familie arbeiten will und weil er keine Anstalten macht, den Eindruck auch nur halbherzig zu entkräften, stellen sie ihn ein. Nun steht er endgültig zwischen den Fronten. Ihm gelingt keine klare und sichere Entscheidung mehr, die ihm zu Beginn den Hals hätten retten können. Ein Nein zur Familie hätte ihm ein unerkanntes Entschwinden ermöglicht - es klappt nicht. Das Entsorgen des Rucksacks hätte ihm Ruhe verschafft - es gelingt nicht. Im Gegenteil: Seine Pläne werden immer härter und gewissenloser, um seinen Kopf zu retten. Melo schildert sehr eindrucksvoll, wie weit ein Mensch gehen kann, immer in dem Fehlglauben, mit dem nächsten Schritt werde alles besser. Jeder Schritt jedoch zieht den ehemaligen Manager noch tiefer in den kriminellen Strudel. Moralische Bedenken gibt es wohl, er windet sich, erschrickt über sich selbst. Aber niemals lange. Immer steht die Rechtfertigung vor Augen, diese eine Tat sei nicht so schlimm, weil sie zur endgültigen Lösung führe. Seine eigentliche Rettung ist die Freundin, Mitarbeiterin im Leichenschauhaus, die die Ruhe bewahrt, in das Spiel einsteigt, plant und taktiert. Eigentlich ist sie immer geradeheraus gewesen, ehrlich und unbestechlich. Doch sie muss ihren Freund aus dem Schlamassel holen und erfährt, wie ihre Kollegen bei der Polizei arbeiten. Die Rechtfertigung für alles weitere ist schnell auf dem Tisch: "… aber Tatsache ist, dass du niemanden umgebracht hast. … Das ist, was zählt." Fazit: Melos Analyse einen Menschen, für den das Leben mit einer einzigen Fehlentscheidung zu einem moralischen Erdrutsch führt, ist rasant und spannend und zeigt deutlich auf, wie wenig manchmal fehlt, um auf der Gratwanderung zwischen Aufrichtigkeit und Selbstbetrug heftigst auszurutschen.

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