Patricia Willocq

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Autor von WHITE EBONY.

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WHITE EBONY
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 (1)
Erschienen am 13.06.2015

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Rezension zu "WHITE EBONY" von Patricia Willocq

Intensive Kontraste
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Intensive Kontraste

Weiß zu sein inmitten einer farbigen Umgebung? Albinismus ist schon in den Breitengraden mit überwiegend weißer Bevölkerung ein auffallendes, leicht zur Ausgrenzung führendes Syndrom. Aber ein oder eine „weißer Einheimischer“ zu sein inmitten Afrikas, im Kongo, das sind besondere Geschichten, besondere Eindrücke, starke Kontraste.

Kontraste, die Patricia Willoca in ihrer mehrfach ausgezeichneten fotografischen Arbeit in einer Art und Weise auf Papier bannt, die den Leser unmittelbar fasziniert. Bilder, die einen starken Eindruck vermitteln von dieser Unterschiedlichkeit, von dem, was an Ausgrenzung, an Stigma mit dem Albinismus einhergehen kann (und einhergeht), Fotografien aber auch, in denen die Stärke der Personen, deren Kraft und Wille ihren Niederschlag finden.

Kontraste, wenn die Mutter mit der tiefdunklen Hautfarbe ein „blenden weißes“ Kind auf ihrem Rücken trägt.

Stärke, wenn die „älteste Person mit Albinismus“, Coco Marie, erzählt (mit ihrer scharfen Zunge) und Willoca dazu gestochen scharfe Bilder abbildet.

Als fotografischer Essay in einem Teil des Werkes, als Portraitkonkreter Personen in anderen Teilen gelingen Willoca eindringliche Fotografien dieser ganz besonderen Herausforderung des Lebens, die sich den Albinos im Kongo, in Afrika stellt.

Besondere Herausforderungen, die zu ganz eigenen Lebenswegen führen, wie bei Mwimba Texas, der seinen ganz persönlichen Kampf gegen die soziale Ausgrenzung der Albinos mehr und mehr in die öffentliche Diskussion eingebracht hat. Einer, der als Ringer sportlich seinen Weg gefunden hat und mit seiner Stiftung tatkräftig vorangeht.

Oder Gaelle, an der Willoca einfühlsam aufzeigt, wie schwer es ist, als Albino in einem Land zu leben, in dem nahezu immerzu die Sonne scheint und die als einziges von sieben Geschwistern als Albino zur Welt kam. Eine, die sehr gut weiß, dass es vor allem die Kraft der Familie ist, die ihr Leben prägt.

„Mir ist klar, dass ich mich nur durch die Kraft meiner Familie so akzeptiere, wie ich bin.“

Eine Kraft, ein Aufgehoben sein, welches Willoca auf den dann nachfolgenden Seiten auf dem Gesicht des Mädchens festhält und im engen Kreis ihrer Geschwister aufzeigt.

Intensive Bilder sind es, die Willoca in diesem Buch versammelt, berührende Geschichten konkreter Menschen, Informationen zu dem, was es bedeutet, gesundheitlich und sozial, Albino zu sein im Kongo. Kontraste, die auf den ersten Blick fast schmerzlich das Anders-Sein in den Fokus rücken, die auf den zweiten Blick aber eben auch jene Bindungen, Gemeinschaft, persönliche Stärke der Betroffenen ins Bild rücken.

Ein sehr empfehlenswerter, hervorragend gestalteter Bildband, der den Betrachter nachdenklich und berührt zurücklässt.

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